Ist Photoshop unersetzlich? Die Meinungen gehen auseinander

Die Affinity-Anwendungen waren hier im Blog immer mal wieder ein Thema. Im Beitrag Eine vielversprechende InDesign-Alternative habe ich Affinity Publisher vorgestellt, bei Ernsthafte Bildbearbeitung mit dem iPad Photo und im Beitrag Diese App sollte Adobe Angst einjagen Designer.

Da ich mir ziemlich sicher war, dass diese Apps nicht nur mir und den Leserinnen und Lesern dieses Blogs gut gefallen, sondern auch für ein breiteres Publikum interessant sind, habe ich sie im letzten Patentrezept-Video vor den Sommerferien vorgestellt.


Diese Kampfansage bringt Photoshop in Bedrängnis

Die Resonanz war dann noch viel grösser, als ich erwartet hatte – natürlich auch, weil die Überschrift gegen Adobe gemünzt war. Die Unzufriedenheit bei den Nutzern ist beträchtlich – ebenso natürlich auch das Bewusstsein, wie gross die Abhängigkeit ist.

Das zeigt sich auch bei den Kommentaren zum Video – die für einmal aufschlussreich und lesenswert sind. Da schreibt zum Beispiel Hans Huggentobler: „Ist Photoshop unersetzlich? Die Meinungen gehen auseinander“ weiterlesen

Diese App sollte Adobe Angst einjagen

Kürzlich gab es im Apple-App-Store Affinity Designer von Serif Labs für fürs iPad für günstige 16 Franken zu kaufen. Das ist ein Vektorgrafikprogramm, das sich für Leute anbietet, die mit Adobe Illustrator nicht zurechtkommen oder der Adobe Creative Cloud müde sind.

Und es ist ideal für Leute wie mich, die zwar von Vektorgrafik keine Ahnung haben, aber vielleicht mal ein simples Logo oder Symbol basteln, ein Kärtchen oder einen einfachen Situationsplan zeichnen möchten – oder die schon in den 1990er-Jahren mit CorelDraw nichts anzufangen wussten. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass man sich auch mit dem Open-Source-Programm Inkscape über die Runden retten oder einen Versuch mit Krita wagen kann. Oder man wendet sich gleich dem Web und gravit.io oder vectr.com zu.

Aber hier soll es wie gesagt um Designer gehen. Nach dem Start lässt diese App keinen Zweifel daran, dass ich ein denkbar inadäquater Nutzer bin. „Diese App sollte Adobe Angst einjagen“ weiterlesen

Memes im Eigenbau

Heute geht es um eine App, die mit dem Sätzchen «Man kann mit ihr Texte auf Bilder kleben» passend umschrieben ist. Man könnte wahrscheinlich auch von einem Meme-Generator sprechen. Da gibt es im Netz diverse, etwa den, den oder den. Oder den. Respektive den. Und noch gefühlt eine halbe Million weiterer solcher Websites.

Ich gebe zu: Ich kann weder mit der Softwarekategorie noch mit den Memes selbst wahnsinnig viel anfangen. Klar, manche sind lustig. Aber viele wahnsinnig überstrapaziert: One Does Not Simply. So youre telling me. Bad Luck Brian. Condescending Wonka. Facepalm. Overly Attached Girlfriend. Das Success Kid. Etc.

Wenn man nun mehr tun möchte, als die zum einmillionundersten Mal zu rezyklieren, dann kommt die App Textograph Pro ganz gelegen. Es gibt sie fürs iPhone, und zwar für 3 Franken. Das erscheint auf den ersten Blick reichlich viel. Aber sie ist den Preis wert – denn sie ist keine schnell hingerotzte App, die zum Spass ein-, zweimal benutzt werden möchte. Und wie Réda auf Facebook zu Recht kommentiert: Für reine Text-Memes tut es auch die kostenlose Lite-Version.

Nein, sie ist ein brauchbares Gestaltungsinstrument und ich gehe sogar so weit, sie mit dem Schlagwort Typografie zu versehen. „Memes im Eigenbau“ weiterlesen

Infografiken nach dem Baukasten-Prinzip

Heute ist Piktochart.com besprechungsmässig an der Reihe: Eine Webanwendung für Geschäftsgrafiken. Das ist offensichtlich ein Bedürfnis. Die Leute fühlen sich von Adobe Illustrator in­ti­mi­die­rt. Und sie wollen auch kein CorelDraw installieren. (Obwohl es das noch gäbe.)

Nein, die Leute wollen einen Webdienst haben, der ihnen verspricht, dank fortschrittlicher Technik seien auch anspruchsvolle gestalterische Aufgaben ein Klacks. Da wundert es nicht, dass es inzwischen einige solcher Webdienste gibt. Allein für dieses Blog hier habe ich Venngage.com, Design Evo, logojoy.com und Canva getestet.

Der Trick ist jeweils der gleiche: Man muss nicht auf der grünen Wiese bzw. mit dem leeren Blatt anfangen, sich eine Gestaltungsidee aus dem Kreuz leiern und diese nach allen Regeln der Kunst umsetzen. Nein: „Infografiken nach dem Baukasten-Prinzip“ weiterlesen

Eine vielversprechende InDesign-Alternative

Im Beitrag Ernsthafte Bildbearbeitung mit dem iPad habe ich Affinity Photo des englischen Softwareherstellers Serif vorgestellt. Der hat bekanntlich das ambitionierte Ziel, gegen Adobe anzustinken. Bei der Bildbearbeitung ist ihm das ganz gut geglückt, finde ich. Darum stellt sich die Frage: Klappt das beim Layout? Serif arbeitet an einem Programm namens Affinity Publisher. Das wird sich als günstigere Alternative zu InDesign positionieren, die nicht gemietet werden muss, sondern gekauft werden kann.

Damit wäre dieses Programm genau das richtige für mich: Ich schätze InDesign sehr. Doch ich brauche die Software zu selten, als dass sich der Abo-Preis von 23.70 Franken pro Monat rechtfertigen würde. Wie viel das Programm letztendlich kosten wird, wenn es fertig ist, wissen wir natürlich nicht – im Moment ist es gratis als Beta-Version zu haben. Doch wenn sich der Preis im ähnlichen Rahmen wie bei Affinity Photo bewegt, dann landen wir bei einer Grössenordnung von um die 50 Franken. Unter uns gesagt: Auch das Doppelte wäre völlig okay.

Was erwarte ich von so einem Programm? Ich werde keine riesigen Magazine, Zeitungen oder Bücher mit Tausenden von Seiten damit gestalten.  „Eine vielversprechende InDesign-Alternative“ weiterlesen

Die Arroganz der Softwarehersteller

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Gleich wird er explodieren… (Bild: David McEachan/Pexels.com, CC0)

Ich stelle eine Verluderung der Sitten fest. Ich habe neulich über die Suchfunktion von Windows geschrieben. Die ist nicht selbsterklärend. Die Suchparameter wie name, art, typ oder grösse muss man kennen, um sie verwenden zu können. Und selbst wenn man sie kennt, aber nur sporadisch braucht, dann erinnert man sich vielleicht nicht sofort an die genaue Syntax. Es braucht somit eine gute Dokumentation, die schnell zur Hand sein sollte, damit man gegebenenfalls schnell nachsehen kann, wie man sie nun einsetzt. Zugegeben, wenn man ins Suchfeld tippt, wird in der Multifunktionsleiste eine Rubrik namens Suchen geöffnet, in der man die Parameter bei Verfeinern und Optionen zur Verfügung hat. Ob das wirklich selbsterklärend ist, darüber kann man streiten – ich bin der Ansicht, dass das nicht der Fall ist: Damit man mit dieser Windows-Suche richtig umgehen kann, ist eine Anleitung unverzichtbar.

Doch ist bei Windows über die Jahre verloren gegangen. In früheren Versionen brauchte man nur die F1-Taste zu betätigen, um in einem Fenster die Hilfe zum Programm angezeigt zu erhalten. Das war eine hierarchisch strukturierte Anleitung, die man auch durchsuchen konnte. Windows bot die Möglichkeit, je nach Kontext direkt zur passenden Hilfeseite zu springen. Hatte man den Mauszeiger beispielsweise im Suchfeld positioniert, ging (im Idealfall) die Programmhilfe direkt bei der Seite auf, die das Suchen im Windows Explorer erklärt.

Tempi passati. Beim Klick auf das Fragezeichen-Symbol beim Explorer oder beim Betätigen der F1-Taste wird eine Bing-Suche ausgeführt: hilfe zum explorer in windows 10 Oberster Treffer ist nicht etwa eine Microsoft-Hilfeseite, sondern ein Blog namens «win10.support», das noch nicht einmal ein vernünftiges Impressum hat. Bei whois.com erfährt man wenig über den Betreiber, da er Privacy Protection gebucht hat. Immerhin weiss man, dass der Registrar Hosting Ukraine LLC heisst. Damit ist es wohl relativ unwahrscheinlich, dass es sich um eine offizielle Microsoft-Seite handelt.
„Die Arroganz der Softwarehersteller“ weiterlesen

Eine Grenzerfahrung in InDesign

Kann man in einer Dreiviertelstunde das Scripting in InDesign lernen? Vermutlich nicht – zumindest nicht so, dass man die Scripte gleich rechts und links aus den Ärmeln schütteln würde. Was man in der Zeit aber sehr wohl tun kann, ist, sich der Materie anzunähern und sich von Andreas Eberhard erklären lassen, worauf es ankommt: Wie funktioniert die programmatische Steuerung der Layoutsoftware? Welches sind die Konzepte, die man verstanden haben muss, um loslegen zu können? Und wie findet man heraus, wie man einen einzelnen Befehl in InDesign auslöst?

Klar – das Scripting einer komplizierten Software wie InDesign ist eigentlich ein Dreifrontenkrieg: Erstes muss man verstanden haben, wie das mit JavaScript funktioniert, wie man eine Schleife aufbaut oder eine if-Weiche baut. Zweitens muss man das Objektmodell von InDesign durchdringen und verstehen, wie man spezifische Anweisungen für die Anwendung und die Manipulation von Dokumenten formuliert. Drittens muss man vom Layouten selbst eine Ahnung haben und kapieren, wie man eine Aufgabe denn automatisieren könnte.

Entsprechend ist das Unterfangen, das Andreas und ich hier wagen, eine tollkühne Aktion. „Eine Grenzerfahrung in InDesign“ weiterlesen

Ein Hoch auf den Fortschritt!

Der heutige Screenshot stammt nicht von mir selbst. Das ist im Grunde eine Verletzung der ungeschriebenen Gesetze dieser Rubrik. Doch da die Gesetze ungeschrieben sind und ich Herr über die Rubrik bin, kann ich tun und lassen, was ich will. Und gegen Ende kommt ja dann noch ein eigener Screenshot.

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Leider ist der Screenshot leicht verkleinert – aber ungefähr so gross waren die Computerbildschirme damals.

Der Screenshot ist aus dem Internet geklaut, weil ich damals nicht so vorausschauend war, selbst einen zu machen. Er zeigt (leider eine französische Version von) Aldus Pagemaker, mutmasslich auf einem Macintosh Plus. Mit dem habe ich Ende der 1980er und anfangs der 1990er meine Liebe zum Desktop Publishing entdeckt. Seine Bildschirmauflösung war 512×342 Pixel. Die Arbeit mit einer seitenorientierten Layoutsoftware bestand daher vor allem im Zoomen und Scrollen in alle Richtungen. In der 1:1-Darstellung hat man bei einem drei- oder vierspaltigen Layout gerade mal eine Spalte lesen können. „Ein Hoch auf den Fortschritt!“ weiterlesen

Von WordPress auf Papier

… und damit ist natürlich nicht die banale Druckfunktion im Browser gemeint. Nein: Im neuesten Publisher-Insiders-Video geht es um einen einfachen Weg, wie aus Webinhalten – konkret Rezepte aus dem WordPress-Blog – in InDesign ein Drucklayout entsteht, das für Bücher, Rezeptkarten und Ebooks herhalten kann.
„Von WordPress auf Papier“ weiterlesen

Zum Glück gibt es Quark noch

Im Beitrag Gestalterische Fingerakrobatik hatte ich die schöne App Comp CC von Adobe vorgestellt, mit der sich Layouts am Tablet erstellen lassen und zwar einfach, indem man Bild- und Textrahmen ins Dokument zeichnet. Neulich habe ich mir überlegt, ob die App ein Tipp fürs breite Publikum wäre. Die Erkenntnis: Sie ist es leider nicht. Und zwar einzig aus dem Grund, dass es keine vernünftige Exportmöglichkeit gibt. Es ist nicht möglich, die gestalteten Drucksachen als PDF aus der App zu bekommen. Das einzige, was Adobe einem gibt, ist ein grob aufgelöstes Bild. Das ist selbst für den Heimdrucker unbrauchbar. Adobe sieht für eine qualitativ akzeptable Ausgabe nur den Weg über eine Anwendung der Creative Suite vor. Man benötigt somit InDesign, Illustrator oder Photoshop in einer Mietversion, um mit der App wirklich etwas anfangen zu können. Womit Adobe Comp als Empfehlung fürs breite Publikum leider gestorben ist.

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Layouten am iPad – und es kommt kein Quark dabei heraus.

Aber zum Glück ist Adobe noch nicht Alleinherrscher über die Welt des professionellen und semiprofessionellen Publishings. „Zum Glück gibt es Quark noch“ weiterlesen