Eine vielversprechende InDesign-Alternative

Im Beitrag Ernsthafte Bildbearbeitung mit dem iPad habe ich Affinity Photo des englischen Softwareherstellers Serif vorgestellt. Der hat bekanntlich das ambitionierte Ziel, gegen Adobe anzustinken. Bei der Bildbearbeitung ist ihm das ganz gut geglückt, finde ich. Darum stellt sich die Frage: Klappt das beim Layout? Serif arbeitet an einem Programm namens Affinity Publisher. Das wird sich als günstigere Alternative zu InDesign positionieren, die nicht gemietet werden muss, sondern gekauft werden kann.

Damit wäre dieses Programm genau das richtige für mich: Ich schätze InDesign sehr. Doch ich brauche die Software zu selten, als dass sich der Abo-Preis von 23.70 Franken pro Monat rechtfertigen würde. Wie viel das Programm letztendlich kosten wird, wenn es fertig ist, wissen wir natürlich nicht – im Moment ist es gratis als Beta-Version zu haben. Doch wenn sich der Preis im ähnlichen Rahmen wie bei Affinity Photo bewegt, dann landen wir bei einer Grössenordnung von um die 50 Franken. Unter uns gesagt: Auch das Doppelte wäre völlig okay.

Was erwarte ich von so einem Programm? Ich werde keine riesigen Magazine, Zeitungen oder Bücher mit Tausenden von Seiten damit gestalten.  „Eine vielversprechende InDesign-Alternative“ weiterlesen

Die Arroganz der Softwarehersteller

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Gleich wird er explodieren… (Bild: David McEachan/Pexels.com, CC0)

Ich stelle eine Verluderung der Sitten fest. Ich habe neulich über die Suchfunktion von Windows geschrieben. Die ist nicht selbsterklärend. Die Suchparameter wie name, art, typ oder grösse muss man kennen, um sie verwenden zu können. Und selbst wenn man sie kennt, aber nur sporadisch braucht, dann erinnert man sich vielleicht nicht sofort an die genaue Syntax. Es braucht somit eine gute Dokumentation, die schnell zur Hand sein sollte, damit man gegebenenfalls schnell nachsehen kann, wie man sie nun einsetzt. Zugegeben, wenn man ins Suchfeld tippt, wird in der Multifunktionsleiste eine Rubrik namens Suchen geöffnet, in der man die Parameter bei Verfeinern und Optionen zur Verfügung hat. Ob das wirklich selbsterklärend ist, darüber kann man streiten – ich bin der Ansicht, dass das nicht der Fall ist: Damit man mit dieser Windows-Suche richtig umgehen kann, ist eine Anleitung unverzichtbar.

Doch ist bei Windows über die Jahre verloren gegangen. In früheren Versionen brauchte man nur die F1-Taste zu betätigen, um in einem Fenster die Hilfe zum Programm angezeigt zu erhalten. Das war eine hierarchisch strukturierte Anleitung, die man auch durchsuchen konnte. Windows bot die Möglichkeit, je nach Kontext direkt zur passenden Hilfeseite zu springen. Hatte man den Mauszeiger beispielsweise im Suchfeld positioniert, ging (im Idealfall) die Programmhilfe direkt bei der Seite auf, die das Suchen im Windows Explorer erklärt.

Tempi passati. Beim Klick auf das Fragezeichen-Symbol beim Explorer oder beim Betätigen der F1-Taste wird eine Bing-Suche ausgeführt: hilfe zum explorer in windows 10 Oberster Treffer ist nicht etwa eine Microsoft-Hilfeseite, sondern ein Blog namens «win10.support», das noch nicht einmal ein vernünftiges Impressum hat. Bei whois.com erfährt man wenig über den Betreiber, da er Privacy Protection gebucht hat. Immerhin weiss man, dass der Registrar Hosting Ukraine LLC heisst. Damit ist es wohl relativ unwahrscheinlich, dass es sich um eine offizielle Microsoft-Seite handelt.
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Eine Grenzerfahrung in InDesign

Kann man in einer Dreiviertelstunde das Scripting in InDesign lernen? Vermutlich nicht – zumindest nicht so, dass man die Scripte gleich rechts und links aus den Ärmeln schütteln würde. Was man in der Zeit aber sehr wohl tun kann, ist, sich der Materie anzunähern und sich von Andreas Eberhard erklären lassen, worauf es ankommt: Wie funktioniert die programmatische Steuerung der Layoutsoftware? Welches sind die Konzepte, die man verstanden haben muss, um loslegen zu können? Und wie findet man heraus, wie man einen einzelnen Befehl in InDesign auslöst?

Klar – das Scripting einer komplizierten Software wie InDesign ist eigentlich ein Dreifrontenkrieg: Erstes muss man verstanden haben, wie das mit JavaScript funktioniert, wie man eine Schleife aufbaut oder eine if-Weiche baut. Zweitens muss man das Objektmodell von InDesign durchdringen und verstehen, wie man spezifische Anweisungen für die Anwendung und die Manipulation von Dokumenten formuliert. Drittens muss man vom Layouten selbst eine Ahnung haben und kapieren, wie man eine Aufgabe denn automatisieren könnte.

Entsprechend ist das Unterfangen, das Andreas und ich hier wagen, eine tollkühne Aktion. „Eine Grenzerfahrung in InDesign“ weiterlesen

Ein Hoch auf den Fortschritt!

Der heutige Screenshot stammt nicht von mir selbst. Das ist im Grunde eine Verletzung der ungeschriebenen Gesetze dieser Rubrik. Doch da die Gesetze ungeschrieben sind und ich Herr über die Rubrik bin, kann ich tun und lassen, was ich will. Und gegen Ende kommt ja dann noch ein eigener Screenshot.

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Leider ist der Screenshot leicht verkleinert – aber ungefähr so gross waren die Computerbildschirme damals.

Der Screenshot ist aus dem Internet geklaut, weil ich damals nicht so vorausschauend war, selbst einen zu machen. Er zeigt (leider eine französische Version von) Aldus Pagemaker, mutmasslich auf einem Macintosh Plus. Mit dem habe ich Ende der 1980er und anfangs der 1990er meine Liebe zum Desktop Publishing entdeckt. Seine Bildschirmauflösung war 512×342 Pixel. Die Arbeit mit einer seitenorientierten Layoutsoftware bestand daher vor allem im Zoomen und Scrollen in alle Richtungen. In der 1:1-Darstellung hat man bei einem drei- oder vierspaltigen Layout gerade mal eine Spalte lesen können. „Ein Hoch auf den Fortschritt!“ weiterlesen

Von WordPress auf Papier

… und damit ist natürlich nicht die banale Druckfunktion im Browser gemeint. Nein: Im neuesten Publisher-Insiders-Video geht es um einen einfachen Weg, wie aus Webinhalten – konkret Rezepte aus dem WordPress-Blog – in InDesign ein Drucklayout entsteht, das für Bücher, Rezeptkarten und Ebooks herhalten kann.
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Zum Glück gibt es Quark noch

Im Beitrag Gestalterische Fingerakrobatik hatte ich die schöne App Comp CC von Adobe vorgestellt, mit der sich Layouts am Tablet erstellen lassen und zwar einfach, indem man Bild- und Textrahmen ins Dokument zeichnet. Neulich habe ich mir überlegt, ob die App ein Tipp fürs breite Publikum wäre. Die Erkenntnis: Sie ist es leider nicht. Und zwar einzig aus dem Grund, dass es keine vernünftige Exportmöglichkeit gibt. Es ist nicht möglich, die gestalteten Drucksachen als PDF aus der App zu bekommen. Das einzige, was Adobe einem gibt, ist ein grob aufgelöstes Bild. Das ist selbst für den Heimdrucker unbrauchbar. Adobe sieht für eine qualitativ akzeptable Ausgabe nur den Weg über eine Anwendung der Creative Suite vor. Man benötigt somit InDesign, Illustrator oder Photoshop in einer Mietversion, um mit der App wirklich etwas anfangen zu können. Womit Adobe Comp als Empfehlung fürs breite Publikum leider gestorben ist.

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Layouten am iPad – und es kommt kein Quark dabei heraus.

Aber zum Glück ist Adobe noch nicht Alleinherrscher über die Welt des professionellen und semiprofessionellen Publishings. „Zum Glück gibt es Quark noch“ weiterlesen

Ein bisschen Layouten geht auch im Web

Letzte Woche ging es ausführlich um Webapps zur Bildbearbeitung. Da passt als Ergänzung ganz hervorragend ein Beitrag zu Canva.

Der Name impliziert eine App fürs Malen oder illustrative Gestalten. Doch die Anwendung gehört in den Bereich des Layouts, auch wenn sie sich durchaus für bildlastige Endprodukte eignet. Sie hat, als Besonderheit, eine eingebaute Suchmaschine für Bilder, die teilweise sogar freigestellt sind.

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Die Arbeit mit Bilder und Texten in Rahmen kennt man von InDesign oder QuarkXPress.

Um mit Canva loszulegen, muss man sich mit Google oder Facebook anmelden oder manuell ein Konto einrichten. Nach dem obligaten Einführungstutorial geht es ans Gestalten: Man wählt aus den vielen Vorlagen – Dokumente, Marketing-Materialien, Posts für soziale Medien, E-Mail-Header, Blogging und E-Books (hier gibt es zum Beispiel Infografiken, Blogtitel oder Albumcover), Anlässe (darunter finden sich Dinge wie Einladungen, Postkarten, und Foto-Collagen) und Werbung – etwas aus.
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Vorlagen vorlegen

Nach 22 Folgen habe ich es tatsächlich geschafft, in der Publisher Insiders-Reihe eine Frau vors Mikrofon zu bekommen. Es handelt sich um eine Expertin zu InDesign-Vorlagen. Heike Burch erstellt professionelle Vorlagen für InDesign, und erklärt im Video, worauf es ankommt. Denn von hieb- und stichfeste Vorlagen sind das A und O für konsistente Gestaltung, effiziente Produktion und den sauberen Aufbau der Satzdateien.
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Scribus hat es voll drauf

Ein Programm, das zu Unrecht ein Schattendasein führt, ist das im Beitrag Desktop-Publishing auf die offene Art vorgestellte freie Layoutprogramm Scribus (hier für Windows, Mac und Linux erhältlich).

Nun habe ich für die Publisher-Insiders-Reihe eine Einführung zu der Software gedreht. Christoph Schäfer kennt sie aus dem Effeff, weil er seit Jahren zu der Community gehört und die Dokumentation sowie die Übersetzung betreut. „Scribus hat es voll drauf“ weiterlesen

Gestalterische Fingerakrobatik

Ich habe die iPad-Layout-App Adobe Comp CC auf Herz und Nieren getestet.

Ich habe ein ausgesprochen zwiespältiges Verhältnis zu Adobe. Flash ist inzwischen ein richtiges Hassobjekt. Dieses Ding, damals von Macromedia in die Welt gesetzt, um das freie zu vereinnahmen. Es wird nach wie vor mit gebündelter Software ausgeliefert – ein Verrat am Nutzer, in meinen Augen. Die Creative Cloud wird den Leuten aufoktroyiert.

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Das fertige Werk wird ab iPad weitergeben oder am Desktop weiterverarbeitet.

Andererseits hat Adobe mit InDesign eine Software in Petto, mit der ich sehr gern arbeite. Photoshop Elements ist erschwinglich und hat trotzdem echte Pro-Funktionen seines grossen (teuren) Bruders abbekommen. Lightroom ist grossartig. Und nicht zuletzt zeigt Adobe grosse Experimentierfreude im mobilen Bereich. Apps wie Photoshop Express, Photoshop Touch oder Adobe Ideas sind hochwertig und zu tollen Konditionen zu haben. Adobe probiert neue Konzepte aus und bietet gerade fürs iPad einen echten Mehrwert.
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