Die iCloud ist für alles gut – ausser für Musik

Ich habe Android unrecht getan, als ich Googles Betriebssystem für den Heckmeck mit lokalen Musikdateien kritisiert habe. Apple und das iPhone sind noch schlimmer.

Ich bin kein Freund von Apple Music. Meine ursprüngliche Aversion rührt daher, dass mit der Einführung des Streamingdienstes die Musik-App am iPhone massiv gelitten hat. Die App ist in erster Linie fürs Streaming da, die lokalen Musikdateien werden stiefmütterlich behandelt. Die Genius-Funktion ist verschwunden, die Verweise auf Apple Music allgegenwärtig. Und trotzdem kann Apples Angebot Spotify eben nicht das Wasser reichen.

Das grösste Problem mit Apples Musik-App ist mir aber erst neulich bewusst geworden. Ich habe mich im Beitrag Android hat kein Musikgehör darüber beklagt, wie umständlich es ist, Musikdateien auf ein Telefon mit Googles Betriebssystem zu verfrachten und demgegenüber das iPhone in ziemlich hohen Tönen gelobt.

Diese Töne sind mir vergangen, als ich neulich ein paar Songs aus meiner .lokalen Musiksammlung aufs iPhone bringen wollte. Denn das ist auch im Apple-Universum kompliziert und viel umständlicher, als es sein müsste.

Das liegt an Apples Hang, alles mit allem zu verzahnen und an allen Ecken und Enden ein paar Extra-Dollars zu verdienen: „Die iCloud ist für alles gut – ausser für Musik“ weiterlesen

Wie man Fotos ohne Cloud verschlagwortet

Eine automatische Inhaltsanalyse von Fotos, die offline funktioniert: Das ist mit Excire möglich. Zwar leistet sich die Software gelegentliche Fehler und Auslassungen, ist aber trotzdem eine Empfehlung wert.

Regelmässige Leserinnen dieses Blogs werden festgestellt haben, dass ich eine pedantische Ader habe. Die zeigt sich nicht in allen Lebenslagen. Zum Beispiel habe ich kein Problem mit einem unaufgeräumten Büro. Aber in digitalen Dingen kenne ich keine Gnade. Darum habe ich neulich mein Blog auf Vordermann gebracht. Und ich kann mich mit Inbrunst um digitale Metadaten kümmern. Bei der Musik. Vor allem aber bei den Fotos.

Ich habe seinerzeit in Lightroom meine Digitalfotos akribisch verschlagwortet. Ich habe eine Bildlegende gesetzt und Stichworte vergeben und manchmal sogar eine ausführliche Beschreibung verfasst. Und das, nach den Ferien, bei Hunderten von Bildern. Und es war mir wichtig, die Bilder mit präzisen GPS-Daten zu versehen. Das war vor zehn Jahren recht aufwändig, aber ich hatte eine ausgeklügelte Methode entwickelt.

Ansatzweise neurotisch

Da ich keine Fotoagentur bin, war das ansatzweise neurotisch. Ich hatte irgendwann ein Einsehen und damit aufgehört. Auch aus äusserem Anlass. Das Verschlagworten von Bildern ist zeitraubend, und irgendwann war mir der Aufwand zu gross.

Ausserdem hat sich die Erkenntnis eingeschlichen, dass die ganze Arbeit vergebene Liebesmüh sein könnte. Wir erinnern uns: „Wie man Fotos ohne Cloud verschlagwortet“ weiterlesen

Meine Cloud ist abgestürzt

Nachdem meine private Datenwolke schon wieder einen Aussetzer hatte, bin ich reumütig zu Microsoft zurückgekrochen. Aber endgültig zu Ende sind meine Unabhängig­keits­bestre­bungen nicht.

Ich habe eine traurige Nachricht zu überbringen. Leider ist meine geliebte Nextcloud-Installation dahingeschieden. Wiederbelebungsversuche waren unmittelbar nicht erfolgreich. Ich habe mich daher entschieden, das Unterfangen meiner privaten Cloud vorerst zu beenden.

Und ja, das kommt einer Kapitulation gleich, nachdem ich im Beitrag Nextcloud auf dem Raspi: Die Erfahrungen nach zwei Monaten ein durchgängig positives Fazit gezogen habe. Aber wenn man über Erfolgsgeschichten bloggt, ist es dann nicht auch angebracht, über persönliches Scheitern zu berichten?

An dieser Stelle muss ich erst eine grundsätzliche Feststellung machen: Nextcloud ist nach wie vor ein tolles Projekt, das ich gern empfehle. Die Quelle allen Übels war in meinem Fall ein zu kurzer Geduldsfaden, Ansätze von Inkompetenz, sowie eine ärgerliche Panne.

Doch natürlich muss ich das etwas detaillierter ausführen: „Meine Cloud ist abgestürzt“ weiterlesen

Eine schonungslose Offenlegung, was an Mietsoftware verkehrt ist

Softwareabos bergen Risiken – und die habe ich hier zusammengetragen: Von den kleinen Alltagsproblemen bei der Nutzung bis hin zu den grundsätzlichen Gefahren, die sich nicht so leicht ausräumen lassen.

Am 13. Oktober, endet der Support für Office 2010. Ich nehme das zum Anlass, über Mietsoftware nachzudenken. Denn Office 2010 war die letzte klassische Kaufvariante. Es gibt die Kaufvarianten zwar bis heute. Doch schon der Nachfolger, Office 2013, war nur noch der Juniorpartner neben dem im Juni 2011 eingeführten Office 365, das die Verbandelung von Office mit Abo und der Cloud eingeleitet hat.

Also, Mietsoftware. Ich war nie ein Fan von diesem Konzept und ich bin es bis heute nicht. Aus zwei Gründen:

1) Nutzen ist grösser für Hersteller

Erstens habe ich den Verdacht, dass der Vorteil für den Hersteller eines solchen Mietprogramms grösser ist als für uns Nutzer. Zugegeben: Wir erhalten ein kontinuierlich verbessertes Produkt. Doch weil wir nicht direkt und verbindlich gefragt werden, welche Neuerungen wir wünschen, bleibt es Glückssache, ob der Hersteller in seinen Updates Funktionen hinzufügt, die für uns Anwender tatsächlich einen Nutzen haben.

Umgekehrt ist das Mietmodell für den Hersteller unbestreitbar und in jedem Fall ein Vorteil: Er erhält eine regelmässige Abozahlung und statt uns Nutzern jede Updateversion neu schmackhaft machen zu müssen, fliesst das Geld ab dem Abo-Abschluss automatisch. „Eine schonungslose Offenlegung, was an Mietsoftware verkehrt ist“ weiterlesen

Youtube Music ist leider ein gewaltiger Rückschritt

Da Google Music demnächst aus dem Verkehr gezogen wird, habe ich in den sauren Apfel gebissen und meine Musik zu Youtube Music transferiert. Doch eine befriedigende Lösung ist das nicht.

Obwohl ich praktizierender Google-Skeptiker bin, gibt es ein paar Dienste, die ich gerne nutze. Zu denen gehört Google Music. Diesen Dienst fürs Musikstreaming habe ich seit 2013 im Einsatz.

Wie im Beitrag Wie die Musik am komfortabelsten strömt beschrieben, bin ich dazugestossen, nachdem ich mich seinerzeit von  iTunes Match verabschiedet hatte. Ich hatte Apples Sync-Dienst zwar sehr geschätzt: Er war bzw. ist¹ dazu da, die lokale Musiksendung über diverse Geräte zu synchronisieren. Das funktioniert ähnlich mit der iCloud-Mediathek. Aber iTunes Match hat den Vorteil, dass auch selbst gerippte Musik, die nicht aus dem Music Store stammt, berücksichtigt wird.

So praktisch das ist: Es kostete damals 35 Franken im Jahr (und heute vermuntlich immer noch), und das war mir zu teuer. Darum habe ich Google Music verwendet. Über ein Programm namens Music Manager hat man dort die lokal gespeicherten Musikstücke hochladen und via Browser oder App hören können.

Nun ist Google dabei, diesen Dienst einzustampfen. „Youtube Music ist leider ein gewaltiger Rückschritt“ weiterlesen

Wie man von einem Streamingdienst zu einem anderen wechselt

Datenaustausch zwischen Spotify, Apple Music, Tidal und Co: Zwei Apps, mit denen man seine Daten von einem Musikstreamingdienst zu einem anderen überträgt.

Ist man seinem Musikstreamingdienst ausgeliefert – oder hat man die Chance, Wiedergabelisten, -Historie und Lieblingsmusik abzuziehen und selbst lokal zu verwenden oder bei einem anderen Dienst einzuspeisen?

Das ist eine entscheidende Frage, die man sich stellen sollte, bevor man sich dazu entschliesst, die eigene Plattensammlung – egal ob auf Vinyl, CD, Kassette oder Festplatte – zu Gunsten von Spotify, Apple Music, Google Music oder Tidal aufzugeben. Und da wären auch noch Amazon Music Unlimited, Pandora und Soundcloud.

Ich habe neulich die Möglichkeiten des Daten-Exports durchgespielt und analysiert. Im Beitrag Spotify, gib mal meine Daten her finden sich meine Erkenntnisse. Am Ende des Beitrags findet sich ausserdem eine Kurzfassung in Videoform. Fazit des Experiments: Der Datenexport funktioniert und ist, mit einigen Einschränkungen, nützlich. Aber sonderlich viel lässt sich direkt mit den exportierten Daten nicht anstellen.

Aber es gibt Apps, die Daten ohne Umweg über eine Exportdatei direkt von einem Dienst zum anderen transferieren. Das ist zum einen Stamp für Android, das iPhone und den Desktop. Zum anderen Song Shift, nur fürs für iPhone.

Ich habe beide Apps getestet, und das Fazit ist eindeutig: „Wie man von einem Streamingdienst zu einem anderen wechselt“ weiterlesen

Nextcloud auf dem Raspi: Die Erfahrungen nach zwei Monaten

Die eigene Datenwolke steigen zu lassen ist ein kleines, nein ein grosses Abenteuer. Doch eines, bei dem sich ein Happy-End abzeichnet.

In einer kleinen Serie habe ich im Blog darüber berichtet, wie ich Nextcloud auf dem neuen Raspberry Pi in Betrieb genommen habe. Daraus ist eine mehrteilige Serie mit bislang vier Folgen geworden:

Es ist nun nicht verkehrt, in einer fünften Folge ein Fazit zu ziehen, nachdem ich die Lösung inzwischen um die zwei Monate im produktiven Einsatz habe.


Das Fazit in Videoform: So befreien Sie sich und Ihre Daten

Und es ist ein positives Fazit. „Nextcloud auf dem Raspi: Die Erfahrungen nach zwei Monaten“ weiterlesen

Fröhliche PDF-Vereinigung

Das PDF-Format ist, behaupte ich, etwas vom Besten, was Adobe je gemacht hat. Daran halte ich fest – auch wenn ich ein Format vorziehen würde, das komplett frei von Patenten ist.

Das papierlose Büro ist ohne PDF nicht denkbar. Und ich archiviere mein Recherchematerial aus dem Internet in PDF-Form. Denn so habe ich alle meine Informationen noch greifbar, selbst wenn die Originalquellen nicht mehr verfügbar sein sollte. Was bekanntlich häufiger vorkommt, als einem lieb sein kann.

Leider unterstützt Windows das PDF-Format nach wie vor nur unzureichend. Man bekommt seine PDF-Dateien zwar inzwischen auch ohne den Adobe Reader zu Gesicht. Microsoft Edge zeigt sie an und bietet auch rudimentäre Bearbeitungsmöglichkeiten: Textmarkierung und Kommentar. Doch andere Funktionen wie Seiten hinzufügen, löschen, umstellen, etc., gibt es nach wie vor nicht.

Man kann sich dafür mit Webdiensten behelfen. Ich habe in letzter Zeit einige vorgestellt: pdfbob.com (Wenn Bob über eure PDFs herfällt), Pdfshrink.com (Der Shrink fürs PDF), SmallPDF (Etwas vom Besten, was Adobe je gemacht hat) und pdfcandy.com (Ein Zückerchen für PDF-Nutzer).

Aber eben: Es kommt immer wieder vor, dass eine PDF-Datei vertraulich ist, sodass man sie nicht einfach ins Web hochladen will. Dann braucht man ein Programm, mit dem man die Aufgabe offline erledigt.

Und für diesen Zweck wäre eine App aus dem Microsoft Store die beste Wahl: „Fröhliche PDF-Vereinigung“ weiterlesen

Ein grosses Plus an Sicherheit und Privatsphäre

Mein Raspberry Pi mit Nextcloud dient mir inzwischen nicht nur für die Sicherung meiner Fotos, sondern auch als Dropbox-Ersatz. Das funktioniert ausgezeichnet. Es stellt sich aber die Frage: Sollen alle Daten in die Nextcloud – oder nur die wichtigsten?

Meine kleine Reihe über den neuen Raspberry Pi artet offensichtlich zum Vierteiler aus. Nach den Beiträgen über den Raspi Modell 4, dessen Inbetriebnahme und die Cloud-Hosting-Software Nextcloud geht es heute um die Nextcloud-Client-Programme für Windows und Mac. Die habe ich bisher noch nicht besprochen – ein Versäumnis, das an dieser Stelle wettgemacht wird.

Zur Rekapitulation: Nextcloud ist eine Software, die entweder bei einem Hostinganbieter (zum Beispiel bei Infomaniak) oder auf einem eigenen kleinen Server läuft – der Raspberry Pi bietet sich dafür an. Es gibt aber auch Leute, die ihr Glück mit einem NAS probieren; offensichtlich nicht immer mit grossem Erfolg.

Doch wenn es funktioniert, bekommt man ein eigenes kleines Datenwölkchen, das Dateien synchronisiert (wie Dropbox, Google Drive oder Onedrive), bei dem man seinen Kalender hat (wie Google Calendar) und wo man auch seine Kontakte hinterlegt. „Ein grosses Plus an Sicherheit und Privatsphäre“ weiterlesen

Fotosicherung: Mission accomplished

Wie Nextcloud auf dem Raspberry-Pi zum Laufen kam und für meine Familie und mich als private Cloud zur Verfügung steht, fürs Backup zuständig ist und auch die Handy-Fotos automatisch datensichert.

Nachdem der Raspberry Pi sein Plätzchen hier um Haushalt gefunden und die Nextcloud installiert ist, komme ich nun dazu, mir Gedanken darüberzumachen, ob sich die Sache eigentlich gelohnt hat – und ob ich sie zur Nachahmung empfehlen würde.

Denn man könnte eine solche «Ich baue mir meine eigene Cloud»-Aktion aus reiner Spass an der Freude betreiben. Oder aus ideologischen Gründen – und um Google, Microsoft und Dropbox eins auszuwischen. Aber was mich angeht, hätte ich gerne, dass der Nutzen den Aufwand rechtfertigt. Darum also die Frage: Was taugt die Nextcloud?

Bevor ich zur Antwort komme, noch ein kleiner Nachtrag: Ich habe mein Problem mit der externen Festplatte letztendlich ganz einfach gelöst. „Fotosicherung: Mission accomplished“ weiterlesen