Apps und Tricks für die schönste Nebensache der Welt

Tipps zum Lesemodus in den Browsern, eine Antwort auf die Frage Instapaper oder Pocket – und ein ausführlicher Test der Schnelllese-App Accelerator.

Und nein, es geht nicht um Sex. Und auch nicht um Religion. Trotzdem muss hier ein kleiner, spiritueller Schlenker und eine Frage: Nicht wahr, es kommt selten vor, dass man sich als Katholik fragt: Wäre ich mit dem Protestantismus eigentlich besser bedient?

Die Religionen bzw. Konfessionen in diesem Beispiel sind übrigens beliebig austauschbar. Was allerdings vorkommen kann, ist folgendes Szenario. Als Nutzer von Pocket könnte man wissen wollen, ob nicht Instapaper die bessere Wahl wäre. Oder umgekehrt.

Es geht um die beiden Apps Pocket (iPhone/iPad und Android) und Instapaper (iPhone/iPad und Android), die ich neulich in einem Video besprochen habe. Es geht in dem darum, mit welchen Tricks man sich am Smartphone die Lektüre angenehmer macht: Ich führe den Lesemodus der Browser vor. Und es geht um die besagten Lese-Apps und um einige Tricks wie das Neigungsscrollen, der Schnelllese-Modus und die Möglichkeit, sich Texte mit einigermassen brauchbarer Sprachsynthese vorlesen zu lassen.

Hier das Video:  „Apps und Tricks für die schönste Nebensache der Welt“ weiterlesen

Das Schweizer Sackmesser unter den Karten-Apps

Die neue Swisstopo-App im Test: Trotz Kinderkrankheiten und etwas seltsamer Benutzerführung wird sie zu einem Schweizer Klassiker avancieren.

Im Beitrag Mit diesen Outdoor-Apps lockt das Abenteuer habe ich vor den Sommerferien in neun Kategorien Apps vorgestellt, mit deren Hilfe man nicht nur ferne, fremde Länder, sondern auch die nähere Umgebung erkundet.

Die Auswahl der Karten, mit Lokalisierung per GPS.

Kaum war der Artikel gedruckt, bin ich einer App begegnet, die wunderbar in diese Aufzählung gepasst hätte. Das ist die Swisstopo-App des Bundesamts für Landestopografie, die diesen Sommer lanciert worden ist.

Es gibt sie fürs iPhone und iPad und für Android. Sie hält wie die SchweizMobil-App (Bünzlig, aber brauchbar) die Landeskarten bereit – und führt mit diesen auch Routenplanung und Navigation durch. Die App ist kostenlos, doch wenn man die App offline nutzen will, braucht man ein Abo für 38 Franken pro Jahr.

Um etwas mehr ins Detail zu gehen: Die App hält das Kartenmaterial der Landestopografie bereit, und zwar verschiedene Varianten: Die Landeskarte im Massstab 1:10 000 bis 1 zu einer Million; die Wintervariante, Luftbild, Luftfahrtkarten und die Erstausgaben der Dufourkarte aus den Jahren 1845 bis 1865 und der Siegfriedkarte, die zwischen 1870 und 1926 entstanden ist. „Das Schweizer Sackmesser unter den Karten-Apps“ weiterlesen

Wie aus Fotos hübsche Grussbotschaften werden

Zwei Apps für Fotocollagen: Erstens eine App, die alles kann, aber zu teuer ist. Und zweitens eine App mit weniger Funktionen und einem vernünftigen Preis.

Ich habe seinerzeit im Beitrag Fotocollagen vom Feinsten eine hübsche App vorgestellt, mit der sich am Smartphone mehrere Fotos zu Collagen zusammenfügen lassen. Die wollte ich neulich reaktivieren – musste aber feststellen, dass sie nicht mehr im Store auffindbar ist.

Gefragt war eine Alternative. Ich bin nach einigem Suchen auf Pic Collage gestossen. Diese App existiert fürs iPhone/iPad und Android. Sie ist kostenlos, aber mit den üblichen In-App-Käufen für Zusatzfunktionen und Wasserzeichen-Entfernung.

Die App bietet drei Varianten an, um die Fotos für die Collagen zu arrangieren: „Wie aus Fotos hübsche Grussbotschaften werden“ weiterlesen

Nokia ist zurück (in diesem Haushalt hier)

Einige Beobachtungen zum Nokia 7.2 – das trotz einiger Macken ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis liefert.

Das Nokia 7.2 (Amazon Affiliate) ist nun kein brandneues Telefon mehr. Der Hersteller HMD Global  hat es letzten September an der Ifa vorgestellt. Trotzdem habe ich hier die Gelegenheit, ein paar Beobachtungen zu dem Gerät beizusteuern. Es dient mir als Ersatz des Huawei P10, das ich bis jetzt für meine Videos und den Test von Android-Apps und -Funktionen verwendet habe.

Das P10 funktioniert zwar noch problemlos. Doch mit seinen bald dreieinhalb Jahren ist es kein repräsentativer Vertreter des Android-Lagers mehr. Insbesondere Android 7 ist nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Laut Wikipedia müsste zwar ein Update auf Android 9 und Version 9 von Huaweis Oberfläche EMUI möglich sein. Doch bei mir wird Emui 5.1 als aktuelle Version angezeigt, ohne Updatemöglichkeit.

Nach ungefähr zwanzig Jahren – mein erstes Handy war ein Nokia 6150 – hält also wieder ein Gerät dieses Herstellers Einzug in meinem Haushalt. Allerdings muss ich dazu zwei Klammerbemerkungen machen: Erstens ist von Nokia bekanntlicherweise nur noch der Markennamen übrig. Und zweitens habe ich das Gerät als Testgerät für meine beruflichen Zwecke erhalten und nicht gekauft.

Also, es handelt sich um das Nokia 7.2. Als erstes beeindruckt das Display, das deutlich grösser ist als der des iPhone 11 Pro – obwohl die beiden Geräte preislich meilenweit auseinanderliegen. „Nokia ist zurück (in diesem Haushalt hier)“ weiterlesen

Jetzt haut sie mich doch aus den Socken!

Es kommt selten vor, dass ich nach so kurzer Zeit mein Urteil revidieren muss. Doch bei Photoshop Camera ist das der Fall: Ich habe die App bei meiner ersten Besprechung ein bisschen unterschätzt.

Vor Kurzem habe ich die App Photoshop Camera hier im Blog besprochen. Das Fazit damals war, dass sie mich noch nicht wirklich aus den Socken haut.

Doch das hat sich erstaunlich schnell geändert: Seit meinem Beitrag sind einige neue Linsen dazugekommen. Die Linsen sind, wie im Beitrag beschrieben, die Methoden zur Bildverfremdung. Sie wirken auf den ersten Blick wie ein Instagram-Filter. Doch sie gehen weit über einen simplen Effekt hinaus, der einfach nur übers Bild gelegt wird.

Die Linsen sind teils komplexe Algorithmen, die das Kamerabild live und in Echtzeit in Einzelteile wie Vorder-, Mittel- und Hintergrund zerlegen. Auf diese Weise können diese Elemente einzeln ausgetauscht, überlagert oder verändert werden.

Bei meinem ersten Augenschein habe ich eine Linse getestet, die den Himmel durch Varianten mit unterschiedlicher Bewölkung ersetzt. Das ist ohne Zweifel ein direkt aus dem Leben gegriffenes Einsatzgebiet. Aber es ist auch nicht extrem spektakulär: „Jetzt haut sie mich doch aus den Socken!“ weiterlesen

Die Swisscovid-App ist kein Batteriekiller

Einige Beobachtungen zur Verbreitung der Schweizer Kontakttracing-App, zu ihrem Strombedarf und generelle Tipps, wie man die Batterieleistung optimiert.

Mich haben einige Klagen darüber erreicht, die Swisscovid-App würde den Akku des Smartphones leersaugen. Einige Leute sagten, seitdem das Kontakttracing aktiv sei, kämen sie nicht mehr über den Tag.

Ich bin der Sache nachgegangen – denn was es nicht braucht, ist (nebst dem Datenschutz) noch ein Grund, die App nicht zu benutzen. Jedenfalls lässt sich die Behauptung, die App sei ein Batteriekiller, leicht aus der Welt schaffen.

Dazu gleich – aber zuerst noch ein paar Überlegungen zur Verbreitung der App. Denn zu der haben wir in der letzten Zeit Aussagen gehört, die eher verdriesslich stimmen. Wenn die zutreffen, dann hat die App längst noch nicht die Verbreitung, die sie haben könnte. Diese Statistik hier lässt vermuten, dass der Peak nach gut einer Woche erreicht war. Nicht nur das: Die Medien haben teilweise sogar von rückläufigen Zahlen geschrieben.

Die Downloadzahlen lassen sich selbstverständlich messen. Doch die Abnahme bei den aktiven Nutzern bedeutet nicht unbedingt, dass Leute, die die App installiert haben, sie wieder löschen – wie man bei solchen Presseberichten logischerweise vermutet.

Für mich scheint das eine Fehlinterpretation zu sein. „Die Swisscovid-App ist kein Batteriekiller“ weiterlesen

Videoschnitt-App für den durchschnittlichen Youtuber

Adobe Rush ist eine Videoschnitt-App fürs Smartphone und Tablet. Auf den ersten Blick gefällt sie gut Auf den zweiten Blick offenbaren sich einige unverzeihliche Mängel.

Ich war der Meinung gewesen, ich hätte alle mobilen Apps vorgestellt, die Adobe für den Videoschnitt bereithält: Ich habe mich  schon mit Adobe Clips auseinandergesetzt und auch versucht herauszufinden, was es mit Adobe Spark Video auf sich hat.

Doch ich habe Adobe unterschätzt. Die haben noch mehr Apps im Ärmel. Die App Numero drei für die Videokreation heisst Premiere Rush. Es gibt sie für Android und fürs iPhone und iPad und ihr spezielles Merkmal sei, dass sie sich speziell um die Bedürfnisse von Youtubern kümmere, erklärt Adobe.  Gemäss «The Verge» kann man besonders einfach für die grossen Webplattformen, namentlich Snapchat, Instagram, Facebook, Twitter und Vimeo exportieren.

An der Stelle kann man sich natürlich fragen, ob es dafür eine eigene App braucht. Wieso nicht einfach die vorhandenen Apps, inklusive dem guten alten Premiere für den Desktop, mit solchen Exportmöglichkeiten ausstatten? (Abgesehen davon, dass es diese Exportmöglichkeiten längst irgendwogibt.)

Der Name Rush deutet indes an, dass es nicht nur um den Export geht, sondern auch um eine schnelle, beziehungsweise geradezu hektische Produktionsweise: „Videoschnitt-App für den durchschnittlichen Youtuber“ weiterlesen

Ein Hoch auf den Datenschutz

Die Kontakttracing-Apps bringen manche Nutzer dazu, erstmals ernsthaft über den Datenschutz nachzudenken. Eine gute Gelegenheit, dieses Thema zu vertiefen.

Ich habe neulich in einem Video die Schweizer Corona-App Swisscovid vorgestellt. Inzwischen müsste die App weitherum in Verwendung sein, sodass ich an dieser Stelle nicht mehr viele Worte dazu verlieren muss. Die App hat eine gewisse Verbreitung erlangt – aber keine so grosse, dass man nicht noch einmal darauf hinweisen könnte, dass die Verwendung sinnvoll ist!

Darum sei das Video hier noch einmal verbloggt – mit dem Hinweis, dass ich ausführlich erkläre, wie man die App nutzt und konfiguriert und wie man die Kontaktdaten bei Bedarf auch wieder löscht.

Das Video findet sich am Ende des Beitrags. Hier geht es nun erst einmal um etwas anderes. Nämlich um den Datenschutz. Wegen der Kontakttracing-Apps haben viele Leute ihre besondere Neigung für den strengen Schutz persönlicher Daten entdeckt. Wie wichtig die für sie sind, tun sie nun via Facebook und Whatsapp kund.

… und ja, ich kann mir an dieser Stelle einen sarkastischen Unterton nicht verkneifen. Es ist natürlich sinnvoll, sich für den Schutz der digitalen Privatsphäre einzusetzen. Es fällt aber auf, wie selektiv das manche Leute tun: „Ein Hoch auf den Datenschutz“ weiterlesen

Der zuverlässigste Lotse durch den Verkehrsdschungel

Ich habe einen neuen Liebling, was die multimodale Reiseplanung angeht. In dieser Disziplin macht Routerank so schnell keiner etwas vor.

Ich habe neulich zwei Apps fürs Reisen vorgestellt: Citymapper und, mit einigen kritischen Untertönen und drei Empfehlungen für die SBB, Smartway.

Daraufhin habe ich den Tipp bekommen, mir doch einmal routerank.com anzuschauen. Auch das ist ein Dienst, der sich der multimodalen Reiseplanung verschrieben hat: Er berücksichtigt «die gesamte Route von Tür zu Tür inklusive der Vielzahl aus allen relevanten Verkehrsmitteln wie Flugzeug, Bahn, öffentlicher Nahverkehr, P+Rail, P+Ride, Pkw, Mietwagen, Car-Sharing, Car-Pooling, e-Bike, Fahrrad und Fusswege», wie es auf der Über-uns-Seite heisst.

Und bevor ihr fragt: Ja, es gibt Routerank auch als App (iPhone/iPad und Android).

Natürlich sehe ich mir als Erstes jene Verbindung an, die ich für den Test solchen Apps immer ausprobiere: Das ist die Fahrt von meinem jetzigen Wohnort zu dem Ort, in dem ich aufgewachsen bin.

Er ist öV-mässig eine Herausforderung: „Der zuverlässigste Lotse durch den Verkehrsdschungel“ weiterlesen

Die Maus zeigt den Kindern, was es geschlagen hat

Die Mousetimer-App visualisiert einen Countdown auf kindgerechte Art und Weise.

Kinder haben die beneidenswerte Gabe, im Hier und Jetzt zu leben und sich keinen Deut um die Pläne ihrer Eltern zu scheren. Ob sie nun schleunigst nach Hause zum Essen oder beim Elki-Turnen antreten sollten, ob Zeit fürs Bett wäre oder der Papa zum Einkaufen möchte – wenn noch nicht fertiggespielt ist, dann hat man als Erziehungsberechtigter einen schweren Stand.

Einen Trick gibt es allerdings, der die Durchsetzung solcher Pläne ein bisschen erleichtert: Man kündigt sie rechtzeitig an und gibt den Kindern die Gelegenheit, zu einem Ende zu kommen. Der Trick funktioniert nicht immer und verhindert Tränen oder den Tobsuchtsanfall nicht mit Sicherheit. Aber die Erfolgsquote ist gut genug, dass ich ihn hier nachdrücklich empfehle.

Und noch besser: Eine App macht die verbleibende Zeit für das Kind fassbar. „Die Maus zeigt den Kindern, was es geschlagen hat“ weiterlesen