Zähneknirschende Tipps zu Whatsapp

Im heutigen Patentrezept-Video geht es um Tricks für Messenger. Ich führe die anhand von Whatsapp vor. Das stellt mich (und mutmasslich auch manche Zuschauer) vor ein Dilemma: Soll man diese App benutzen und, in meinem Fall, Tipps dazu liefern? Whatsapp ist bekanntlich umstritten. Sosehr, dass es einen eigenen Artikel in der englischsprachigen Wikipedia nur zur Kritik am Messenger gibt: Reception and criticism of WhatsApp security and privacy features

Kurz zusammengefasst: Es gibt Detailkritik wegen Sicherheitslücken und bestimmter Features. Das grösste Problem ist aber natürlich die Zugehörigkeit zum Facebook-Konzern. Seit 2016 tauschen der Messenger und Facebook Nutzerinformationen aus. Damit werden die Facebook-Probleme zu Whatsapp-Problemen – und umgekehrt. Aus Gründen des Datenschutzes und der Privatsphäre darf man diese App eigentlich nicht nutzen.

Doch eben: Wenn man Tipps zu einer App oder einer Website gibt, dann empfiehlt man implizit die Verwendung. Denn wieso sollte man Tipps zu einem Produkt liefern, von desssen Anwendung man abrät? Das gleiche Dilemma stellt sich mir des Öfteren:  „Zähneknirschende Tipps zu Whatsapp“ weiterlesen

Digitaler Kaffeesatz

Als Blogger muss man sich auch mal die Finger dreckig machen. In meinem Fall bedeutet das, dass ich wissen will, welches die beste Wahrsager-App ist. Nun ist das natürlich ein Widerspruch in sich, da ich nicht an Esoterik glaube und der festen Meinung bin, damit man die Zukunft erlebt haben muss, um sie vorhersagen zu können. Mit gutem Grund, denn der Track Record der Gilde der Weissager und Astronomen ist bekanntlich mehr als durchzogen. Doch man stellt sich die Frage: Machen es die Apps wenigstens charmant? Bringen sie einen in Stimmung, die Sterne oder Karten lesen zu wollen. Denn wenn die Information nichts taugt, muss die Präsentation umso besser sein.

Erster Versuch, Fortunica. Die gibt es für Android und fürs iPhone. Beim Klick aufs Menü gibt es in rotierender Abfolge ein tägliches, wöchentliches und monatliches Horoskop. Das macht sich noch nicht einmal die Mühe, nach dem Sternzeichen des Nutzers zu fragen. Man muss das in der Liste selbst heraussuchen. „Digitaler Kaffeesatz“ weiterlesen

Der Komfort eines GAs, aber ohne die Fixkosten

Ich hatte jahrelang ein GA. Für Nichtschweizer: Das ist ein Generalabonnement, mit dem man fast alle öffentlichen Verkehrsmittel kostenlos benutzen darf. Man kann es mit der BahnCard 100 in Deutschland vergleichen, wobei die sich meines Wissens auch auf viele Bus- und Tram-Strecken, jedoch nicht auf Schifffahrtslinien und Bergbahnen erstreckt.

Die Flatrate im öffentlichen Verkehr gibt einem vor allem auch ein schönes Gefühl der Freiheit: Man kann in jeden Zug einsteigen und, die entsprechende Freizeit vorausgesetzt, hinfahren, wohin man will. Sieht man aus dem Fenster des Zuges einen interessanten Bahnhof mit einem vielversprechenden Ortsnamen, dann steigt man aus. Und wenn das Kaff die Erwartungen nicht erfüllt, fährt man weiter – und zwar in die Himmelsrichtung, die einem gerade am verlockendsten erscheint.

Ich weiss nicht, wie viele Leute das dann auch wirklich tun: Komplett planlos herumreisen, nur der eigenen Spontaneität verpflichtet. «Der Nase nach», wie es in Deutsch so schön heisst. „Der Komfort eines GAs, aber ohne die Fixkosten“ weiterlesen

Damit die Daten da sind, wo man sie braucht

Je mehr Geräte man verwendet, desto grösser die Herausforderung, auf allen immer die passenden Informationen bereitzuhaben. Klar, als Cloud-Verfechter macht man es sich einfach: Man schiebt alles Wichtige auf die Dropbox, in die iCloud oder lädt es bei Onedrive ab. Das funktioniert. Aber dieser Weg passt halt nicht für alle Lebenslagen: Manchmal ist es zu umständlich, grosse Datenmengen ins Netz zu stellen. In einigen Fällen möchte man es nicht tun, weil es sich um heikle Informationen handelt. Und Leute wie ich finden, zwischendurch einfach mal wieder auf die Eigenverantwortung pochen und Daten selbst managen zu müssen.

Darum schere ich nicht alle Daten über einen Kamm. Vieles, was früher oder später eh öffentlich im Netz landet, deponiere ich bei Dropbox und bei Onedrive. Und sogar Google Docs nutze ich, aller Skepsis zum Trotz. Zum Beispiel für die Manuskripte für die Nerdfunk-Sendungen.

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In jeder Stadt per öV ans Ziel

Die SBB– und die ZVV-Fahrplan-App helfen einem bei der Suche nach den passenden Verbindung im öffentlichen Nahverkehr und bei inländischen Fernverbindungen. Und wenn einem die beiden Apps nicht weiterhelfen, versucht man sein Glück mit Wemlin.

Doch wenn man im Ausland unterwegs ist, dann fällt einem meistens erst nach der Landung ein, dass man sich die passende App hätte besorgen sollen, um eine Bus- oder Zugsverbindung für die Fahrt zum Hotel herauszusuchen. Man kann sein Glück dann mit Google Maps oder Apple Maps probieren: Diese beiden Hilfsmittel für die Navigation und Orientierung haben für viele Weltregionen ebenfalls öV-Fahrplandaten hinterlegt. Aber eigentlich würde man lieber eine universelle Fahrplan-App benutzen.

Eine solche ist nach eigenen Angaben Moovit: «Die Nummer eins der ÖPNV-Apps weltweit!», wobei man sich sofort fragt, was «ÖPNV» denn heissen könnte. Wikipedia verrät es: Öffentlicher Personennahverkehr, also S-Bahn, U-Bahn, Trams, Busse, Boote im näheren Umfeld, ohne Fernverkehr, Mietvelos, Taxis und Ritschkas. Oder womit man sich sonst noch von A nach B bewegen könnte.
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Massgebliche Apps

iOS 12, hier vorgestellt, enthält auch eine neue App namens Massband. Die tut das, was man anhand des Namens vermuten darf: Sie misst, und zwar via Kamera und Augmented Reality. Im Beitrag Die Venus im Vorgarten habe ich ausgeführt, dass ich der erweiterten Realität das revolutionäre Potenzial abspreche: Es gibt einfach zu wenig sinnvolle Dinge, die man damit tun kann. Zu den Dingen, die mir Spass machen, gehören Apps, die einem Dinge über die Umwelt verraten, zum Beispiel über vorbeifahrende Schiffe. Und Apps, die einem helfen, die Umgebung zu erschliessen – wie das Massband tut.

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Man kann sein Lieblingssofa per AR-App übrigens auch gefahrlos auf die Strasse stellen.

Allerdings ist Massband nun relativ bescheiden im Funktionsumfang. Es gibt nebst dem Massband auch eine Wasserwaage, die früher in der Kompass-App steckte. Sie zeigt die Neigung an, wobei man daran denken sollte, dass die Kamera bei vielen iPhone-Modellen etwas vorsteht. Sie verfälscht die Messung im zwei Grad, wenn sie beim Messen aufliegt. Man kann übrigens durch Tippen auf den Bildschirm die Messung auf Null stellen, wenn man einen freien Winkel ermitteln will. Das ist ganz praktisch.

Trotzdem: „Massgebliche Apps“ weiterlesen

Jeder ein Podcaster

Podcasts: Sie waren 2006 ein Ding, sind dann ausser bei ein paar Freaks in Vergessenheit geraten. Seit 2015 sind sie wieder ein Ding. Das liegt an bemerkenswert neuen und andersartigen Podcasts, die seitdem erschienen sind. Es liegt daran, dass das Podcasten einfacher geworden ist: Das technische Equipment, das man für einen gut klingenden Podcast braucht, ist erschwinglich und es gibt praktische Produktions- und Veröffentlichungshilfsmittel, zum Beispiel dank Auphonic und dem Podlove Player. Spotify und andere sind auf den Zug aufgesprungen, was die Verbreitung und Rezeption für Nicht-Tech-Freaks vereinfacht. Und Google hat eine Podcast-App gebracht.

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Direkt ab Smartphone podcasten: Jetzt braucht man nur noch eine Idee, worüber man denn reden könnte.

Aber natürlich ist der entscheidende Faktor das liebe Geld. Und da scheint sich Bemerkenswertes zu tun: Die US-Podcaster haben 2017 einen Umsatz von 314 Millionen US-Dollar erzielt. Das ist eine Steigerung um 86 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Und die Marktauguren behaupten, es gehe so weiter. Das lockt Investoren an und dürfte dem Genre noch weiter Auftrieb verleihen. Im deutschsprachigen Raum sind offenbar die Lebenshilfe-Podcasts auf dem Vormarsch oder «Spiritualität als Hype-Thema», wie es hier heisst: Eine Expertin für «Mindful Empowerment» erzielt millionenfache Downloads, was mich beeindruckt, da ich selbst niemals etwas anhören würde, was derartig dummdenglisch daherkommt.

Jedenfalls scheint der Podcast für diese neuen Podcaster mit dem Hang zum Influencertum vor allem ein Marketingverhikel zu sein. „Jeder ein Podcaster“ weiterlesen

Dieser DJ bleibt auf der (Renn-)Strecke

Im Beitrag Mein Laufcoach ist ein Zombie habe ich eine Besprechung von Rock My Run (oder «RockMyRun», wie der Hersteller schreibt, weil wahrscheinlich seine Leerschlagstaste kaputt ist) in Aussicht gestellt. Und heute, ladies and gentleman1, ist es so weit.

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Links: Musik, nach «Stationen» sortiert.
Rechts: Es ist nicht kostenlos, ein Rockstar zu sein. Dafür hat man mehr Features.

Also, Rock my Run ist eine für für Android und fürs iPhone erhältliche App, die von sich selbst behauptet, «the best running music in the world» zu liefern. Entsprechend hart soll der Massstab sein, der in diesem Test hier angewandt wird.

Und entsprechend hart wird das Urteil hier ausfallen. Denn bei der «besten Musik-App für Läufer» fallen zwei Dinge negativ auf. Erstens die schlechte Soundqualität. „Dieser DJ bleibt auf der (Renn-)Strecke“ weiterlesen

Zwei nicht allzu nervige Kinder-Apps

Ich habe mir geschworen, nicht zum Papa-Blogger zu werden. Trotzdem stelle ich hier ab und zu Kinder- und Eltern-kompatible Apps vor. In Eine App, die mein Baby stillt? ging es um Apps für frischgebackene Eltern. In Glacémonster und Katzenomi um Puzzles, die meine Tochter gerne spielt. Und hier sind nun noch einmal zwei Apps angesagt, die ihr inzwischen gefallen.

Fiete Cats AR (kostenlos fürs iPhone) ist gleichzeitig eine lustige Empfehlung für Freunde von Augmented Reality und für Fans von Apples ARkit. Sie blendet im Kamerabild eine kleine Katze ein, mit der man spielen kann. Sie will ab und zu gefüttert werden, braucht eine Dutsche, zerfetzt ein zusammengeknülltes Papier, läuft auf einem Farbkasten herum und hinterlässt dann farbige Fussabdrücke. Und ja, sie muss auch ab und zu ins Katzenkistchen.

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Besser als eine echte Katze, die ein richtiges Kistchen braucht.

Klaaaaar, ich gebe zu, das könnte man auch als dekadenten Auswuchs moderner Informationstechnologie betrachten. „Zwei nicht allzu nervige Kinder-Apps“ weiterlesen

Wie wäre es mit einem QR-Code?

Im Beitrag Floraler Ermittlungshelfer habe ich eine App besprochen, die von sich behauptet, Pflanzen identifizieren zu können. Wie mein Test ergeben hat, klappt das leider nicht zuverlässig. Die App hat meinen florabezogenen Wissensdurst nicht zu stillen vermocht. Das hat mich nicht überrascht, da ich die Aufgabe für ausgesucht schwierig halte, Pflanzen anhand eines Fotos zu identifizieren: Die Grösse eines Blatts ist auf dem Bild schwer oder gar nicht abzuschätzen. Die Perspektive kann es schwer machen, die Form zu erkennen. Es gibt, je nach Situation, störende Elemente im Bild. Und selbst die Farbe von Blüten, Bättern und Stängeln kann durch die Kamera oder durch das Umgebungslicht verfälscht werden.

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Die App ist so schlau, den Aufenthaltsort miteinzubeziehen. Und sie erkennt Nachbars Katze als Katze.

Darum hat es mich gewundert, dass ich eine weitere App gefunden habe, die sich dieser schwierigen Angelegenheit stellt: Seek fürs iPhone. Die App macht es auf den ersten Blick besser als Plant Snap: Sie stellt per GPS fest, wo man sich befindet und zeigt sogleich Pflanzen und auch Tiere an, die für diese Gegend typisch sind. Tippt man aufs Plus-Symbol, kann man der App via Kamera oder Fotoablage eine Aufnahme unterbreiten, um eine Identifizierung vorzunehmen. Die App behauptet, nicht nur Pflanzen, sondern auch Tiere zu erkennen.

Ich probiere es mit dem Olivenbaum auf unserem Balkon. „Wie wäre es mit einem QR-Code?“ weiterlesen