Etwas für die Sicherheit tun

Es ist eine kleine Tradition, dass ich mit bei den Patentrezept-Videos mit einem Sicherheitstipp ins neue Jahr starte. 2018 mit Tipps zum Schutz vor Sicherheitslücken, 2017 mit der Frage, ob man denn gehackt worden sei. 2016 hatte sich dieser Brauch noch nicht etabliert. Da hiess das Video Lustgewinn beim Surfen und bot immerhin u.a. einen Tipp zu mehr Datensicherheit im Browser.

2019 hat es sich angeboten, die Tradition weiterzuführen. Denn es gab in der ersten Januarwoche den grossen Doxing-Fall, bei dem persönliche Informationen von Politiker und prominenten Internetnutzern in die Öffentlichkeit geraten sind.

Nun zeichnet sich dieser Fall dadurch aus, dass sehr viele Dinge nicht bekannt sind. Beispielsweise, woher die Daten eigentlich stammen, die über den Twitter-Account @_0rbit in Umlauf gebracht worden sind. Es wurden offenbar viele Quellen ausgewertet: Solche aus älteren Hacks und öffentlich zugängliche. Ausserdem sollen Methoden des Social Engineerings zum Einsatz gelangt sein. „Etwas für die Sicherheit tun“ weiterlesen

App-mässige Resteverwertung

Okay, dieser Beitrag hier ist Resteverwertung vom letzten Jahr. Ich habe es (feier- und faulheitsbedingt) verpasst, die beiden letzten Beiträge von 2018 von den digitalen Patentrezepten rechtzeitig hier zu bebloggen.

Das Versäumnis ist umso unverzeihlicher, als dass es im Video um die besten Apps von 2018 geht – die jetzt, wo wir erfolgreich (?) ins neue Jahr gestartet sind, nicht mehr geeignet sind, irgendjemanden hinter dem Ofen hervorzulocken. Und wenn ich hier bekräftige, dass die vorgestellten Apps über den Jahreswechsel ihren Reiz nicht gänzlich verloren haben, dann wirkt das womöglich nur umso mehr so, als wollte ich hier Produkte über das Verfallsdatum hinaus an den Mann und an die Frau bringen.

Aber im Ernst: „App-mässige Resteverwertung“ weiterlesen

Die Digitalisierung des Portemonnaies

Neulich bin ich doch tatsächlich über meinen Schatten gesprungen. Und ich habe etwas gemacht, von dem ich dachte, dass ich es nie jemals machen würde. Ich habe nämlich mit Twint bezahlt. Twint ist das bargeldlose Zahlungssystem der Post, das es seit 2014 gibt. Ich hatte die App (für Android und iPhone) schon länger auf meinem Telefon, aber ich habe sie nie benutzt. Man hätte nämlich ein Guthaben deponieren müssen, und das war mir zu umständlich.

Nun hat mich maege aufgeklärt (ich glaube in dieser Nerdfunk-Sendung vom kommenden Mittwoch), dass es das Prepaid-Guthaben nicht braucht, wenn man so schlau ist, nicht die normale Twint-App herunterzuladen, sondern die seines Finanzinstituts. In meinem Fall ist das die Twint-App der ZKB, die es ebenfalls fürs iPhone und für Android gibt. Inzwischen wird das in der Prepaid-Variante der App auch so erklärt – aber ursprünglich war das, falls ich mich richtig erinnere, nicht der Fall. Ich nehme an, das hat damit zu tun, dass inzwischen auch einige Banken an Bord sind. Inzwischen gibt UBS, die Raiffeisen, CS und weitere.

Ist das ein Grund für Begeisterung? Ich bin zwiegespalten. Einerseits halte ich Bargeld nach wie vor für eine gute Sache:  „Die Digitalisierung des Portemonnaies“ weiterlesen

Verhungere nicht. (Und zünde dich nicht an.)

«Don’t starve, bitte nicht verhungern», ist ein guter Ratschlag für viele Regionen dieser Erde. Bei uns müsste er mutmasslich eher «Überfriss dich nicht» heissen. Aber das ist eine moralische Betrachtungsweise, die für das Thema nicht angebracht ist. Denn wenn man mit Moral ans Werk gehen möchte, wäre die Empfehlung wahrscheinlich: «Willst du nicht lieber an die frische Luft gehen, statt schon wieder am Smartphone/Computer abzuhängen?»

Da ich ein Stubenhocker bin, wäre die Antwort auf diese Frage sowieso ein klares Nein. Es geht um ein Spiel, das man auf allen möglichen und unmöglichen Plattformen spielen kann. Windows, Mac und Windows bei Steam, iPhone und iPad und Android, um nur einige zu nennen. Der Preis variiert je nach Plattform und Darreichungsform (Bundles) und beläuft sich irgendwo zwischen 10.50 Franken und 99 Rappen. Ich glaube, ich habe 4.50 dafür bezahlt.

In «Don’t starve» regnet es häufig, und die Hauptfigur hat dementsprechend schlechte Laune. Sie irrt durch eine karge Welt und muss sehen, wie sie nicht vom Fleisch fällt. Dazu sammelt sie Beeren, Blütenblätter und andere Dinge. Manche lassen sich direkt vertilgen, doch wer mit der menschlichen Natur (oder Minecraft) vertraut ist, der weiss natürlich, dass es damit nicht getan ist. Man möchte die Welt um einen herum verändern, gemütlicher machen und seine Existenz vom nackten Überlebenskampf in ein angenehmes Dasein verlagern.

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Spass mit und ohne Schwerkraft

Impossible Orbit ist ein hübsches kleines Spiel von Lucas Klein, das für 1 Franken fürs iPhone und für Android zu haben ist. Die Ausgangslage ist die folgende: Man hat ein leeres Stück Universum, das mit Himmelskörper bereichert werden soll. Da es sich nicht um ein Sonnensystem handelt, sondern um ein Stück interplanetaren Raum, sind es keine Planeten, sondern allenfalls Asteroiden, die um ein imaginäres Zentrum kreisen.

Natürlich, Florian Freistetter würde nun sofort widersprechen und erklären, weswegen ein Asteroid das nicht tun würde. Klar, fehlende Gravitation. Ausserdem die Frage, ob es überhaupt Asteroiden ausserhalb der Sonnensysteme gibt. Wie es der Zufall will, hat er vor Kurzem zur Frage Gibt es interstellare Asteroiden im Sonnensystem? gebloggt. Fazit:

Ich gehe eigentlich fest davon aus, dass es im Sonnensystem interstellare Asteroiden gibt. Alles andere wäre höchst seltsam.

Aber auch die Herleitung dieser Vermutung ist lesenswert. Darum der Tipp vor dem eigentlichen Tipp:  „Spass mit und ohne Schwerkraft“ weiterlesen

So langsam freunde ich mich mit Systemkameras an

Manchmal tun Blogger und Journalisten den Leuten Unrecht. Heute wäre das um ein Haar passiert. Ich wollte nämlich über die App Wireless Mobile Utility von Nikon (gratis fürs iPhone und Android, aber bitte nicht herunterladen!) herziehen. Die ist dazu da, um Bilder von einer Nikon-Kamera mit WLAN herunterzuladen. Ich habe nämlich im Moment die Nikon Z6 zu Hause, über die an dieser Stelle auch noch ein paar Worte zu verlieren wären. Aber zuerst muss ich die schöne Anekdote fertig machen, die ich hier angefangen habe und die den hehren Zweck verfolgt, auf den Unzulänglichkeiten des Apple App Store herumzureiten.

Also diese App von Nikon, die kurz auch WMU genannt wird: Sie sieht so aus, als ob sie im letzten Jahrtausend entwickelt worden wäre. Und sie macht Unfug: Da hat man eine Kamera, die Bilder mit beeindruckenden 24,5 Megapixeln macht. Und was tut diese App? Sie weiss nichts Besseres, als Fotos auf 300 bis 500 KB herunterzurechnen. Sie überträgt auch keine RAW-Dateien und keine Videos. Da platzt nicht nur mir die Hutschnur, sondern auch vielen anderen Anwendern, wie man in den Kommentaren sieht.

Das Problem liegt allerdings daran, dass ich die falsche App genommen habe. „So langsam freunde ich mich mit Systemkameras an“ weiterlesen

Weil Fernsehen noch nicht ganz passé ist

Ist fernsehen noch ein Ding? Ich habe neulich mit Digichris eine Nerdfunk-Sendung zu dieser Frage gemacht: Der Strassenfeger wurde weggefegt. Während der Vorbereitungen für die Sendung habe ich zum Nein tendiert. Netflix hat unser Sehverhalten nachhaltig verändert. Live schalten wir noch zum Tatort ein und einmal im Jahr zum Concours eurovision de la chanson. (Ja, ich bin so alt, dass ich den nicht Eurovision Song Contest nenne.)

Doch während der Sendung habe ich gemerkt, dass meine Meinung nicht in Stein gemeisselt ist: Der Ereignischarakter der «Strassenfeger», die es heute kaum mehr gibt – die haben etwas für sich. Sie haben etwas Verbindendes für die Fernsehnation. Und diese Klammerfunktion ist etwas, das die Kreise mit dem No-Billag-Vernichtungswunsch nicht erkannt haben oder geringschätzen. Aber es geht ja nicht nur ihnen so: In meiner Jugend herrschte in meiner Familie die (nicht ganz einhellige) Meinung, das Fernsehen sei ein Verdummungsmedium.

Ausdruck dieses Zeitgeistes war Neil Postmans Buch Wir amüsieren uns zu Tode, das ich seinerzeit in der Schule gelesen habe. Ich erinnere mich, dass mich mein Lehrer explizit aufgefordert hat, es kritisch zu lesen und die Aussagen zu hinterfragen. „Weil Fernsehen noch nicht ganz passé ist“ weiterlesen

Reddit als letzter Ausweg?

Unter dem Titel Ein heisser Tipp für App-Schnäppchenjäger habe ich seinerzeit die App AppZapp vorgestellt: Ein Schweizer Produkt, das via Ifttt oder in einer App darauf aufmerksam macht, wenn man in den Stores von Google oder Apple Geld sparen kann: Man hat Softwareprodukte unterbreitet bekommen, die den Preis reduziert oder auf null gesetzt haben.

Nun ist mir schon vor einiger Zeit aufgefallen, dass die Benachrichtigungen ausgeblieben sind. Neulich hatte ich endlich Gelegenheit, der Sache auf den Grund zu gehen. Und schuld ist, tatsächlich!, die Datenschutz-Grundverordnung:

Da hat die Datenschutzgrundverordnung zugeschlagen!

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Die Maus als App

Sollen Kleinkinder ein Smartphone in die Finger bekommen? Wenn man diesem Artikel hier Glauben schenken darf, kann man ihnen stattdessen auch gleich eins mit dem Knüppel überziehen – der Effekt ist etwa der gleiche. Selbstverständlich halte ich es auch für keine gute Idee, den Nachwuchs mittels digitaler Technik ruhigzustellen. Doch mir scheint es aussichtslos, den Kindern die Geräte komplett vorenthalten zu wollen. Einerseits sind wir Eltern schlechte Vorbilder, weil es annähernd unmöglich ist, das Smartphone jederzeit ausser Reichweite zu halten. Andererseits, weil die Kleinen auch anderswo bunte Displays zu Gesicht bekommen.

Darum bin ich der Meinung, dass man es zwar nicht übertreiben sollte, aber auch keine Tabuzonen ausrufen muss. Abgesehen davon nervt mich dieser alarmistische Ton, den man Eltern gegenüber ständig anschlägt. Wenn wir nicht auf die guten Ratschläge hören, die uns in diesen klugen Artikeln und Büchern macht, dann sind die Kinder quasi verloren: Einmal ein Smartphone in den Fingern und die Dummheit ist vorprogrammiert! Eine falsche Reaktion unsererseits während der Trotzphase, und das Kind wird zu einem Wutbürger, der Trump alt aussehen lässt und Grenzen niemals nie akzeptiert! Ein Fehler beim Potty training, und der Nachwuchs brünzelt mit dreissig noch in die Hose.

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Eine touristische Marktlücke!

Neulich bin ich der App Lauschtour begegnet, die es für Android und fürs iPhone gibt: Mit der hört man sich Audiotouren an: Man spaziert durch die Gegend über die Kopfhörer wird einem etwas zur Umgebung und den Sehenswürdigkeiten erzählt Die Wiedergabe erfolgt automatisch, wenn man bei einem «Lauschpunkt» ankommt, was dank GPS keine Hexerei ist.

Das ist wie eine Stadtführung oder eine Tour mit Fremdenführer (sagt man heute noch Fremdenführer?). Nur eben mit dem Unterschied, dass man nicht in der Gruppe unterwegs ist, sich spontan für oder gegen eine Tour entscheidet, beim Hören sein eigenes Tempo wählen darf und die Punkte in der Reihenfolge ansteuert, wie es einem passt. (Wobei ich mir vorstellen könnte, dass es bei manchen Touren sinnvoll ist, eine vorgegebene Route einzuhalten, wenn sich zum Beispiel chronologische Ereignisse entlang dieser Strecke abgespielt haben.)

Reiseführer: Egal was, Hauptsache in zwei Stunden ist man durch.
Detour: Hübsch, aber will man wirklich europäische Städte durch eine US-amerikanische Brille sehen?

Natürlich kommt mir diese Form der Reiseführung sehr entgegen: Einerseits bin ich ein Informationsjunkie, der gern interessante Dinge über die Gegend erfährt, in der er unterwegs ist. Andererseits bin ich nicht wahnsinnig erpicht auf Gruppenerlebnisse, wie man sie bei solchen Führungen normalerweise erlebt – auch wenn ich attestiere, dass im Idealfall eine Aufzeichnung niemals an eine Live-Darbietung herankommt: „Eine touristische Marktlücke!“ weiterlesen