Sie liebt mich, sie liebt mich nicht…

Wenn man das Blühmchen am Anfang des Videos sieht, könnte man auf die Idee kommen, dass die digitalen Patentrezepte auf den Valentinstag gekommen sind. Da gäbe es einiges:

Die schönsten Dating-Apps. Die romantischsten Hintergründe für den Homescreen. Den erotischsten Klingelton für Anrufe der oder des Geliebten. Und selbst bei Liebeskummer kann man sich digital helfen lassen. Mend heisst die App, die am iPhone gebrochene Herzen flickt.

Oder aber eine «Sie liebt mich, sie liebt mich nicht»-App, wie das Video-Standbild insinuiert? Die gibt es übrigens auch. Picking Daisies ist kostenlos fürs iPhone und erlaubt es auch Fruitariern und anderen fundamentalistischen Naturschützern, die Chancen bei dem angebeteten Menschen durch Auszupfen von Blütenblättern in Erfahrung zu bringen. Denn mit dieser App leidet keine Blume, ausgezupft werden simulierte Blättchen. (Ich habe die App nicht getestet, aber ich wäre sehr enttäuscht, wenn es in den Credits keinen Hinweis à la: «Bei der Entwicklung dieser App sind keine Blumen zu Schaden gekommen» hat.) „Sie liebt mich, sie liebt mich nicht…“ weiterlesen

Die Play SRF-App ist nicht die reine Freude

Das lineare Fernsehen ist weiterhin wichtig – hat eine Studie ergeben, die im Auftrag des Betreibers von linearen Fernsehprogrammen durchgeführt worden ist. Naja.

Für Leute wie mich – und wenn ihr nichts dagegen habt, zähle ich mich an dieser Stelle zu den progressiven Fernsehnutzern – sind die On-Demand-Inhalte inzwischen entscheidend. Mein Medienkonsum speist sich aus Netflix, den Mediatheken und Replay. Auch wenn ich vor Kurzem den Strassenfegern ein bisschen nachgetrauert habe.

Was den Komfort angeht, könnten die allesamt noch etwas zulegen. Netflix nervt durch Trailer, die neuerdings automatisch angehen. Und es ist wirklich mühsam, dass die continue watching-Liste (Mit dem Profil von … weiterschauen) ständig in der Position verrutscht. Wieso kann die nicht einfach zuoberst stehen bleiben?

Die Mediatheken sind auch nicht das Gelbe vom Ei. Und darum soll es in diesem Beitrag heute gehen. Erstens stellt sich die Frage: Hat man diese Mediatheken am smarten Fernseher zur Verfügung?  „Die Play SRF-App ist nicht die reine Freude“ weiterlesen

Die Schweissmasche

Seit etwa anderthalb Jahren nutze ich die App meiner Krankenkasse, die Schritte durch Gutscheine vergütet. Wie gross wird die Reue sein? habe ich mich seinerzeit gefragt. Die vorläufige Antwort: Nicht gross. Ich habe keine gravierenden Nachteile festgestellt, meine Krankenkasse an den täglichen Schrittdaten teilhaben zu lassen. Ich habe bislang keinen tadelnden Anruf bekommen, wenn mein Bewegungsdrang zwischendurch einmal nachgelassen hat. Ich wurde auch nicht zum Orthopäden beordert, wenn ich es an einzelnen Tagen mit der Schrittzahl übertrieben habe.

Alles in allem verhält sich die App dezent. Ich habe nicht den Eindruck, dass die Krankenkasse über die App hinaus viel mit meinen Daten anfangen würde. Zumindest nicht so, dass es für mich sichtbar wäre – und was hinter den Kulissen damit passiert, das weiss ich natürlich nicht. Die Alarmstimmung, die manche Datenschützer verbreitet haben, scheint mir jedenfalls masslos übertrieben.  „Die Schweissmasche“ weiterlesen

Skype, Facebook und Instagram auf Irrwegen

Skype scheint in einer Art Identitätskrise zu stecken. Letztes Jahr wollte Microsoft den altehrwürdigen Videotelefoniedienst in eine Art Social-Media-Netzwerk umbauen. Man konnte sogar eine Art Story über seinen Tag anfertigen. Ja, Microsoft hat bei Skype tatsächlich eines der Features von Facebook (oder ursprünglich von Snapchat) kopiert, die uns schon bei Snapchat kaltgelassen haben und bei Facebook auf den Wecker gegangen sind. Ob das eine vielversprechende Strategie ist?

Nein, natürlich nicht. Man hat auf diesem Weg keine neuen Nutzer dazugewonnen. Denn wieso sollte jemand, der auf Snapchat (oder meinetwegen bei Facebook oder Instagram) mit Leidenschaft jeden Tag seine Story veröffentlicht, das gleiche nochmals bei Skype tun? Und wer es bei Snapchat, Facebook und Instagram nicht tut, der tut es auch bei Skype nicht.

Das hätte Microsoft schon erkennen können, bevor sie mit viel Aufwand ein bewährtes Produkt in einen sinnlosen Snapchat-Klon umgebaut haben. „Skype, Facebook und Instagram auf Irrwegen“ weiterlesen

Etwas für die Sicherheit tun

Es ist eine kleine Tradition, dass ich mit bei den Patentrezept-Videos mit einem Sicherheitstipp ins neue Jahr starte. 2018 mit Tipps zum Schutz vor Sicherheitslücken, 2017 mit der Frage, ob man denn gehackt worden sei. 2016 hatte sich dieser Brauch noch nicht etabliert. Da hiess das Video Lustgewinn beim Surfen und bot immerhin u.a. einen Tipp zu mehr Datensicherheit im Browser.

2019 hat es sich angeboten, die Tradition weiterzuführen. Denn es gab in der ersten Januarwoche den grossen Doxing-Fall, bei dem persönliche Informationen von Politiker und prominenten Internetnutzern in die Öffentlichkeit geraten sind.

Nun zeichnet sich dieser Fall dadurch aus, dass sehr viele Dinge nicht bekannt sind. Beispielsweise, woher die Daten eigentlich stammen, die über den Twitter-Account @_0rbit in Umlauf gebracht worden sind. Es wurden offenbar viele Quellen ausgewertet: Solche aus älteren Hacks und öffentlich zugängliche. Ausserdem sollen Methoden des Social Engineerings zum Einsatz gelangt sein. „Etwas für die Sicherheit tun“ weiterlesen

App-mässige Resteverwertung

Okay, dieser Beitrag hier ist Resteverwertung vom letzten Jahr. Ich habe es (feier- und faulheitsbedingt) verpasst, die beiden letzten Beiträge von 2018 von den digitalen Patentrezepten rechtzeitig hier zu bebloggen.

Das Versäumnis ist umso unverzeihlicher, als dass es im Video um die besten Apps von 2018 geht – die jetzt, wo wir erfolgreich (?) ins neue Jahr gestartet sind, nicht mehr geeignet sind, irgendjemanden hinter dem Ofen hervorzulocken. Und wenn ich hier bekräftige, dass die vorgestellten Apps über den Jahreswechsel ihren Reiz nicht gänzlich verloren haben, dann wirkt das womöglich nur umso mehr so, als wollte ich hier Produkte über das Verfallsdatum hinaus an den Mann und an die Frau bringen.

Aber im Ernst: „App-mässige Resteverwertung“ weiterlesen

Die Digitalisierung des Portemonnaies

Neulich bin ich doch tatsächlich über meinen Schatten gesprungen. Und ich habe etwas gemacht, von dem ich dachte, dass ich es nie jemals machen würde. Ich habe nämlich mit Twint bezahlt. Twint ist das bargeldlose Zahlungssystem der Post, das es seit 2014 gibt. Ich hatte die App (für Android und iPhone) schon länger auf meinem Telefon, aber ich habe sie nie benutzt. Man hätte nämlich ein Guthaben deponieren müssen, und das war mir zu umständlich.

Nun hat mich maege aufgeklärt (ich glaube in dieser Nerdfunk-Sendung vom kommenden Mittwoch), dass es das Prepaid-Guthaben nicht braucht, wenn man so schlau ist, nicht die normale Twint-App herunterzuladen, sondern die seines Finanzinstituts. In meinem Fall ist das die Twint-App der ZKB, die es ebenfalls fürs iPhone und für Android gibt. Inzwischen wird das in der Prepaid-Variante der App auch so erklärt – aber ursprünglich war das, falls ich mich richtig erinnere, nicht der Fall. Ich nehme an, das hat damit zu tun, dass inzwischen auch einige Banken an Bord sind. Inzwischen gibt UBS, die Raiffeisen, CS und weitere.

Ist das ein Grund für Begeisterung? Ich bin zwiegespalten. Einerseits halte ich Bargeld nach wie vor für eine gute Sache:  „Die Digitalisierung des Portemonnaies“ weiterlesen

Verhungere nicht. (Und zünde dich nicht an.)

«Don’t starve, bitte nicht verhungern», ist ein guter Ratschlag für viele Regionen dieser Erde. Bei uns müsste er mutmasslich eher «Überfriss dich nicht» heissen. Aber das ist eine moralische Betrachtungsweise, die für das Thema nicht angebracht ist. Denn wenn man mit Moral ans Werk gehen möchte, wäre die Empfehlung wahrscheinlich: «Willst du nicht lieber an die frische Luft gehen, statt schon wieder am Smartphone/Computer abzuhängen?»

Da ich ein Stubenhocker bin, wäre die Antwort auf diese Frage sowieso ein klares Nein. Es geht um ein Spiel, das man auf allen möglichen und unmöglichen Plattformen spielen kann. Windows, Mac und Windows bei Steam, iPhone und iPad und Android, um nur einige zu nennen. Der Preis variiert je nach Plattform und Darreichungsform (Bundles) und beläuft sich irgendwo zwischen 10.50 Franken und 99 Rappen. Ich glaube, ich habe 4.50 dafür bezahlt.

In «Don’t starve» regnet es häufig, und die Hauptfigur hat dementsprechend schlechte Laune. Sie irrt durch eine karge Welt und muss sehen, wie sie nicht vom Fleisch fällt. Dazu sammelt sie Beeren, Blütenblätter und andere Dinge. Manche lassen sich direkt vertilgen, doch wer mit der menschlichen Natur (oder Minecraft) vertraut ist, der weiss natürlich, dass es damit nicht getan ist. Man möchte die Welt um einen herum verändern, gemütlicher machen und seine Existenz vom nackten Überlebenskampf in ein angenehmes Dasein verlagern.

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Spass mit und ohne Schwerkraft

Impossible Orbit ist ein hübsches kleines Spiel von Lucas Klein, das für 1 Franken fürs iPhone und für Android zu haben ist. Die Ausgangslage ist die folgende: Man hat ein leeres Stück Universum, das mit Himmelskörper bereichert werden soll. Da es sich nicht um ein Sonnensystem handelt, sondern um ein Stück interplanetaren Raum, sind es keine Planeten, sondern allenfalls Asteroiden, die um ein imaginäres Zentrum kreisen.

Natürlich, Florian Freistetter würde nun sofort widersprechen und erklären, weswegen ein Asteroid das nicht tun würde. Klar, fehlende Gravitation. Ausserdem die Frage, ob es überhaupt Asteroiden ausserhalb der Sonnensysteme gibt. Wie es der Zufall will, hat er vor Kurzem zur Frage Gibt es interstellare Asteroiden im Sonnensystem? gebloggt. Fazit:

Ich gehe eigentlich fest davon aus, dass es im Sonnensystem interstellare Asteroiden gibt. Alles andere wäre höchst seltsam.

Aber auch die Herleitung dieser Vermutung ist lesenswert. Darum der Tipp vor dem eigentlichen Tipp:  „Spass mit und ohne Schwerkraft“ weiterlesen

So langsam freunde ich mich mit Systemkameras an

Manchmal tun Blogger und Journalisten den Leuten Unrecht. Heute wäre das um ein Haar passiert. Ich wollte nämlich über die App Wireless Mobile Utility von Nikon (gratis fürs iPhone und Android, aber bitte nicht herunterladen!) herziehen. Die ist dazu da, um Bilder von einer Nikon-Kamera mit WLAN herunterzuladen. Ich habe nämlich im Moment die Nikon Z6 zu Hause, über die an dieser Stelle auch noch ein paar Worte zu verlieren wären. Aber zuerst muss ich die schöne Anekdote fertig machen, die ich hier angefangen habe und die den hehren Zweck verfolgt, auf den Unzulänglichkeiten des Apple App Store herumzureiten.

Also diese App von Nikon, die kurz auch WMU genannt wird: Sie sieht so aus, als ob sie im letzten Jahrtausend entwickelt worden wäre. Und sie macht Unfug: Da hat man eine Kamera, die Bilder mit beeindruckenden 24,5 Megapixeln macht. Und was tut diese App? Sie weiss nichts Besseres, als Fotos auf 300 bis 500 KB herunterzurechnen. Sie überträgt auch keine RAW-Dateien und keine Videos. Da platzt nicht nur mir die Hutschnur, sondern auch vielen anderen Anwendern, wie man in den Kommentaren sieht.

Das Problem liegt allerdings daran, dass ich die falsche App genommen habe. „So langsam freunde ich mich mit Systemkameras an“ weiterlesen