Da läuft man sich gleich viermal die virtuellen Hacken wund

Mit Om Nom Run, Jumanji: Epic Run, Blades of Brim und Talking Tom Hero Dash trete ich den vierfachen Beweis an: Das Genre des Endless Runner ist nicht tot – aber es ist auch nicht origineller geworden.

Neulich ist mir ein epochales Versäumnis meinerseits aufgefallen. Ich habe nämlich – und jetzt haltet euch fest! – schon seit Oktober 2017 etwas nicht mehr getan, was ich eigentlich regelmässig tun sollte. Ich habe nämlich seit mehr als zwei Jahren keine Spiel mehr besprochen, das in die Kategorie der Endless Runner gehört. Wikipedia nennt sie Auto-Runner.

Das Genre zeichnet sich dadurch aus, dass die Spielfigur sich selbsttätig in einem (meist mit der Zeit zunehmenden) Tempo bewegt. Als Spieler muss man sie davor bewahren, irgendwo dagegenzurennen und tot zu sein. Gleichzeitig gilt es, Dinge wie Bananen, Goldstücke oder Powerups aufzusammeln. Ein solcher Spieletitel versammelt Elemente des Jump ’n’ Run, Geschicklichkeitsspiels und Rennspiels. Und aus unerfindlichen Gründe fahre ich voll darauf ab.

Darum soll es hier um die Frage gehen, ob das nun tatsächlich ein Versäumnis von mir ist – oder ob des die Gameindustrie in den letzten Jahren nicht geschafft hat, für anständigen Nachschub zu sorgen. Mit etwas Suchen findet man einige neue Vertreter. Fragt sich nur noch, ob die auch etwas taugen. „Da läuft man sich gleich viermal die virtuellen Hacken wund“ weiterlesen

Vielleicht werde ich irgendwann doch noch zum Listenfreak

Neun Vertreter aus dem Bereich des «Social Catalogings»: Websites und Apps, mit denen man seinen Medienkonsum dokumentiert und Wunschlisten führt.

Es gibt hier im Blog die schöne Rubrik Wenn ich einmal Zeit habe. Dort liste ich die Dinge auf, die ich gern tun würde – dann aber doch bleiben lasse, weil die Freizeit zu knapp bzw. bereits anderweitig verplant ist.

Eine weitere Folge in dieser Rubrik sei an dieser Stelle dem Social Cataloging gewidmet. Falls euch das kein Begriff ist: Das sind Apps bzw. Webdienste, mit denen man seinen Medienkonsum organisiert. Es gibt sie für Bücher, Musik, Filme und Serien.

Sie kümmern sich typischerweise um zwei Dinge: Nämlich um jene Werke, die man schon hinter sich hat. Und um diejenigen, die man sich noch vornehmen möchte. Titel, die man schon rezipiert hat, werden mit einer Bewertung und/oder einer Kurzkritik versehen. „Vielleicht werde ich irgendwann doch noch zum Listenfreak“ weiterlesen

Wumms aus der Wolke

Bei Shadow mietet man sich einen PC in der Cloud. Gedacht ist das für Gamer, aber wie ich ausprobiert habe, kann man auch problemlos anspruchsvolle Anwendungsprogramme laufen lassen.

Mit Digichris habe ich neulich eine Sendung zum Cloud Computing gemacht: Rechenpower aus der Wolke.

Die Idee ist einleuchtend: Statt dass man sich selbst einen hochgezüchteten Gaming-PC baut, mietet man einen übers Netz. Man kann ihn auch über schwachbrüstige Endgeräte nutzen, sodass man seine alten Laptops oder PCs nicht wegwerfen, sondern weiter benutzt. Und sogar Tablets oder, mit Abstrichen, High-End-Smartphones sind benutzbar.

Nun bin ich kein Gamer mit Ambitionen. Ich betreibe Casual Gaming, hauptsächlich am Smartphone. Noch heute sind meine Ziele in dieser Disziplin bescheiden. Ich bin zufrieden, wenn ich bei der Solitaire Collection von Microsoft das Tagesziel erreiche.

Nun kann man diese gemieteten Computer nicht nur fürs Gaming benutzen – zumindest in den meisten Fällen. Fürs Video habe ich Shadow getestet, einen Anbieter aus Frankreich. Er stellt einem einen Windows-Desktop zur Verfügung. Auf dem kann man installieren, was man will: Steam, um sich dann die Lieblingsgames zu holen. Oder aber auch die Creative Cloud von Adobe – so, wie ich es getan habe. Denn es ist nicht so, dass ordentlich Rechenpower nur fürs Zocken brauchbar wäre. Man kann damit zum Glück auch sinnvolle Dinge anstellen. „Wumms aus der Wolke“ weiterlesen

Was Milchserumbrause mit Microsoft Office zu tun hat

Powerpoint, Excel, Word – und daneben noch der Süssmost. (Zumindest, wenn es nach der Farbcodierung geht.)

Rivella ist ein typisches schweizerisches Getränk, das es eine gewisse Zeit lang in einer einzigen Variante gab. Dann kam eine Variante dazu, die die Zahl der Kalorien pro Deziliter von 37 auf 7 reduzierte. Interessanterweise kam die zweite Variante schon recht bald nach der ersten auf den Markt, wie ich dank Wikipedia weiss: Das ursprüngliche Getränk kann man seit 1952 kaufen, die kalorienreduzierte Variante seit 1959.

Damit man die Varianten unterscheiden kann, hat Rivella auf eine Farbcodierung gesetzt. Rot ist normal und blau für Linienbewusste. Und weil es in der Farbpalette noch mehr Einträge gibt, war es naheliegend, mit Grün nachzudoppeln (Grüntee, 1999). Und mit Violett (Holunderblüte, 2019). Es gibt auch eine Variante, die nicht ins Farbschema passt und zwischen Rot und Blau angesiedelt ist: Refresh von 2018 mit 21 Kalorien.

Es gibt auch einige Varianten, die verschwunden sind. Zum Beispiel Rivella Gelb. Sie war von 2008 bis 2011 im Angebot. Womöglich hat die Farbwahl unglückliche Assoziationen hervorgerufen; wie damals bei mir, als ich dieses Getränk für dieses Blog hier rezensiert habe. „Was Milchserumbrause mit Microsoft Office zu tun hat“ weiterlesen

Eine erstaunlich schlechte Google-App

Ein Augenschein der Google-News-App zeigt: Die ist tatsächlich genau so undifferenziert, wie ich erwartet habe.

Ich gehöre zu den altmodischen Leuten, die sich aktuelle Informationen nicht ausschliesslich von Facebook und Twitter um die Ohren hauen lassen. Ich verwende nach wie vor und weiterhin aus Überzeugung einen Feedreader mit den selbst kuratierten Nachrichtenquellen. Es sind dies im Moment Inoreader (Hier wirst du gefüttert!) und Lire RSS (Das Nonplusultra für RSS-Fans).

Zusätzlich habe ich Blendle im Einsatz (Mit dem News-Fastfood aufhören) und würde auch Readly empfehlen (Zeitschriften zum Flatrate-Tarif), obwohl mein Abo dort Ende 2019 ausgelaufen ist.

Nie richtig warm geworden bin ich mit Google News. Ich verwende zwar ganz gerne die «News»-Option von Googles Suchmaschine. Aber mit news.google.com freunde ich mich nicht an – auch wenn ich mich bemühe. So richtig festmachen kann ich gar nicht, warum dem nicht so ist. Irgendwie ist mir die Seite zu unübersichtlich, die Auswahl der News zu wenig zwingend und zu durchsetzt von Zeugs, das mir egal ist. Aber zugegeben, ich bin auch wenig tolerant: Wenn man mir mit mehr als einer halben Sportmeldung pro Tag kommt, ist man bei mir unten durch.

Aber es könnte immerhin sein, dass die Google-News-App weniger schlecht ist als die Website. Es gibt sie für Android und für iPhone und iPad. Doch auch bei der App fällt mir auf, dass die Auswahl an Nachrichten nicht meinem Geschmack entspricht. „Eine erstaunlich schlechte Google-App“ weiterlesen

#StayTheFuckHome – und trotzdem reisst der Kontakt nicht ab

Keine Besuche bei Freunden, keine gesellige Runde in der Beiz – und trotzdem möchten wir nicht vereinsamen. Das Internet und die passenden Apps helfen uns dabei.

Eines der drängendsten Themen ist in diesen Zeiten der Corona-Pandemie die Kommunikation. Wie bleibt man mit Eltern, Freunden, Bekannten in Verbindung, wenn man sich nicht mehr treffen kann? Das ist für viele schwierig – aber besonders für die Grosseltern, die ihre Enkelkinder nicht mehr zu Gesicht bekommen.

Der Vorschlag, etwas zu diesem Thema zu machen, wurde von diversen Seiten an mich herangetragen, nachdem ich die Idee selbst schon gehabt hatte. Sie ist naheliegend – und gleichzeitig auch knifflig, finde ich. Denn das Problem ist nicht, die passende App zu finden. Es gibt eine Vielzahl an Möglichkeiten, um per Live-Video zu kommunizieren. Facetime fürs iPhone und iPad, Google Duo für Android und iPhone und den Videotelefonie-Klassiker Skype. Den gibt es für Android, iPhone, natürlich auch für Windows und Mac und sogar als Online-Version für den Browser.

Videotelefonieren kann man auch in manchen Messengern, zum Beispiel WhatsApp oder Signal. Und dann gibt es auch die Skype-Alternativen wie Zoom.us, das fürs Homeoffice eine gute Wahl ist.

Die Wahl der passenden App ist darum kein eigentliches Problem: „#StayTheFuckHome – und trotzdem reisst der Kontakt nicht ab“ weiterlesen

Die digitalen Wimmelbücher

Zwei Apps für Kinder, die die Neugierde wecken und den Entdeckertrieb anstacheln.

In Zeiten der Pandemie hat man, nebst vielen anderen Baustellen, auch die Aufgabe, die Kinder bei Laune zu halten. Und für diesen Zweck ist ein Tablet – und das sage ich nur mit einem kleinen bisschen übertriebenem Pathos – Gold wert. Denn das Tablet liefert Filme und Unterhaltung. Und eben auch Spiele, mit denen sich die Kleinen selbst beschäftigen, während die Erwachsenen versuchen, das Chaos im Homeoffice zu überblicken und einzudämmen.

Das «Winterthurer Wimmelbuch»

Eine App-Kategorie hat es meiner Tochter (und auch mir) besonders angetan. Ich habe sie erst vor Kurzem entdeckt. Es handelt sich um die digitale Variante des Wimmelbuchs. Meine Tochter mag die auch in klassischer Form. Zum Beispiel die Jahreszeiten-Wimmelbücher von Rotraut Susanne Berner. Oder das grossartige Winterthur-Wimmelbuch, bei dem nur das etwas offensive Sponsoring zu bemängeln ist.

Und eben: Es gibt die Wimmelbücher auch in App-Form: Da gibt es in verschiedenen Szenen Details zu entdecken. Im Gegensatz zu den gedruckten Büchern sind die animiert: Man kann eine Figur antippen, worauf etwas passiert. „Die digitalen Wimmelbücher“ weiterlesen

Tipps für Medien für Kinder – und Kritik für Netflix

Kinder und das Smartphone – das sind zwei Worte, die man nicht in einem Atemzug nennen darf, wenn man Angst vor einer Kontroverse hat. Es wird erbittert darüber gesprochen, ob Smartphones unsere Kinder nun dicker und dümmer machen. Oder ob wir Eltern mit einer vernünftigen Vorbildfunktion ihnen einen gesunden Umgang beibringen können. Und es gibt für jede Position irgend einen Experten, der sie vehement vertritt.

Ich kann jede Haltung verstehen – mit Ausnahme der dogmatischen. Denn man muss seine hehren Erziehungsgrundsätze auch irgendwie mit dem Alltag in Einklang bringen. Und ja, ich bin kein gutes Vorbild, was meine Handy-Nutzung angeht. Da kann ich kaum glaubwürdig von meinem Kind konsequente Abstinenz verlangen. Aber natürlich will ich auch nicht, dass es den ganzen Tag nichts anderes macht, als Peppa Pig zu glotzen. Darum bleibt, wie so oft, ein vernünftiger Mittelweg.

Und der lässt sich dank der Einstellungsmöglichkeiten der modernen Betriebssysteme auch technisch recht gut durchsetzen. „Tipps für Medien für Kinder – und Kritik für Netflix“ weiterlesen

Whatsapp muss noch immer weg

Es ist ja nicht so, dass das Thema neu wäre. Wir alle wissen, dass Whatsapp sich überlebt hat. Und auch die Alternativen wären bekannt. Schon 2016 habe ich das Video Weg mit Whatsapp fabriziert.

Doch wie es so geht: Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Wenn eine App ihren Platz im Alltag gefunden hat, dann nutzt man sie – selbst wenn im Hinterkopf die ganze Zeit ein Männlein lärmt, man solle um Himmelswillen endlich einmal konsequent sein.

Was in solchen Fällen hilft, ist ein kleiner Schubs, der einem über den Moment der Trägheit hinweghilft. Es handelt sich um eine App, die meines Erachtens auch hervorragend geeignet ist, wechselunwillige Chat-Partner bei Whatsapp eines Besseren zu belehren. Denn was auch immer Whatsapps Mutter Facebook zu der Sicherheit dieses Messengers sagt: Wenn es so einfach ist, jemandem hinterherzuspionieren, dann muss man zu den Schutzbemühungen generell ein grosses Fragezeichen setzen. „Whatsapp muss noch immer weg“ weiterlesen

Nostalgie in App-Form

Manchmal führt eins zum anderen. Nachdem ich neulich über die lustige App VHS Camcorder gestolpert bin und die mit einemigem Spass im Beitrag Per App in die Achtzigerjahre bebloggt habe, drängte sich 8mm Vintage Camera auf. Die simuliert keinen Videocamcorder, sondern eine Schmalfilmkameria – Grund genug für mich, im Beitrag Nur das Rattern des Projektors muss man sich dazudenken ausführlich über diese Technik zu schwadronieren philosophieren.

Da lag es auf der Hand, ein Patentrezept-Video zu Retro-Apps zu machen. Denn nebst den Apps fürs Bewegtbild gibt es sie in Hülle und Fülle für die Fotografie. Bilder auf alt zu trimmen, ist ein simples ästhetisches Mittel – über dessen Sinn und Unsinn man sich natürlich streiten kann. Sollte eine Aufnahmen nicht die Zeit reflektieren, in der sie entstanden ist? Zumal wenn sie dokuentarischen Charakter hat, sollte sie das.

Allerdings haben Smartphone-Fotos – gerade auch, wenn sie über soziale Medien und Plattformen wie Instagram verbreitet werden – weniger einen dokumentarischen Anspruch. Sie sind näher an einer Wunschfantasie dran, die man über sich selbst vermitteln will. „Nostalgie in App-Form“ weiterlesen