Eine Steilvorlage für Microsoft

Files ist ein alternativer Dateimanager für Windows, der vor Augen führt, wie wenig sich beim Explorer in den letzten zwanzig Jahren getan hat: Eine Empfehlung unter Vorbehalten.

Neulich habe ich den Explorer als eines der Highlighs von Windows herausgestrichen. Und ja: Dieses Programm erfüllt seinen Zweck und hat auch ein paar versteckte Stärken.

Trotzdem soll die Frage erlaubt sein: Ginge es nicht auch besser? Und moderner? Denn im Kern ist der Explorer seit Windows 95 der alte geblieben. Klar, mit Windows 8 wurde die Menüleiste durch das Menüband (den Ribbon) ersetzt, und es gab einige neue Funktionen wie die Bibliotheken. Aber das ist, auf 25 Jahre gesehen, doch ziemlich bescheiden.

Zum Beispiel warten wir noch immer auf die Möglichkeit, Browserfenster auch als Reiter darzustellen. Beim Mac wurden die immerhin schon 2013 mit Mavericks (10.9) eingeführt. Da wäre es so langsam an der Zeit – auch wenn es mit Groupy eine Shareware gibt, die genau diese Funktion nachrüstet. Ich habe sie ausführlich vorgestellt und auch lange Zeit benutzt – dann aber wieder mit ihr aufgehört, weil die Reiter eben doch nicht so nahtlos funktionieren, wie wenn sie direkt ins Programm integriert wären.

Das ist ein guter Grund, Files zu testen. „Eine Steilvorlage für Microsoft“ weiterlesen

Ein heisser Tipp fürs mobile Bloggen

Der Bilder-Upload ist bei Wordpress stark verbesserungswürdig. Die Biru-WP-App macht die Sache zumindest für Reise- oder Reportagen-Blogger einfacher.

Im Beitrag Hey Word­press, hier ein guter Vorsatz für dich habe ich vor einiger Zeit einige Schwächen der mobilen WordPress-App angeprangert. Die zeigen sich vor allem, wenn man die App zum Schreiben und Veröffentlichen der Beiträge nutzen möchte. Zu diesem Zweck ist sie so wenig geeignet, dass ich auch am iPad lieber zum Browser greife.

Ein Kritikpunkt bezieht sich auf das Hochladen von Bildern. Natürlich kann man Fotos unbearbeitet ins CMS verfrachten – und ich würde vermuten, dass viele WordPress-Publizisten genau das tun. Meines Erachtens ist das aber schlechter Stil: Man sollte sich die Mühe machen, Bilder zu optimieren: Dann halten sich Bildgrösse und -qualität die Waage und mobile Nutzer werden nicht mit unnötig grossen Datenübertragungen belastet.

Es gibt natürlich Tricks, die Bilder serverseitig aufzubereiten. Drei Erweiterungen für diesen Zweck habe ich im Beitrag Die besten WordPress-Plugins vorgestellt. Doch eigentlich möchte man das eine tun und das andere nicht lassen: Wenn man Bilder zum Beispiel selbst via Handy hochlädt, vielleicht sogar aus dem Ausland, dann möchte man dafür auch nicht unnötig Daten verbraten. Es wäre somit sinnvoll, wenn die App bereits von Haus aus Fotos herunterrechnen und optimieren würde.

Ich habe mich darum umgesehen, ob es für den Bilder-Upload eine App eines Drittherstellers gibt. Und in der Tat, die gibt es: „Ein heisser Tipp fürs mobile Bloggen“ weiterlesen

Eine App, bei der es mir in den Fingern juckt

Eine geheime, unerfüllte Leidenschaft meinerseits ist die Produktion eines Animationsfilms. Das Equipment und Ideen sind vorhanden und auch die passende App ist auserkoren. Jetzt fehlt nur noch etwas.

Kinder wecken Erwartungen bei ihren Eltern: Manche wünschen sich, dass ihre Söhne und Töchter zu irgendwelchen Höhenflügen ansetzt: Akademische Grade erringt, in der Armee mindestens den Rang des Korpskommandanten erreichen, in eine adlige Familie einheiraten oder in Hollywood durchstarten – irgendetwas in der Art.

Ich bin in dieser Sache weniger spezifisch. Ich bin zufrieden, wenn der Nachwuchs keine arschlochhaften Charakterzüge entwickelt, sondern sich als senkrechtes menschliches Wesen entpuppt. Was, bei Licht betrachtet, auch kein kleiner Wunsch ist. Nebenbei hoffe ich ausserdem noch, dass ich meine Tochter irgendwann dafür begeistern kann, mit mir einen Stop-Motion-Film zu drehen.

Wie beschrieben habe ich in meiner Jugend noch das Medium des Super-8-Films miterlebt. Bei dem waren die künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten im Vergleich zur heutigen Handykamera  primitiv. Doch mit manchen Kameras konnte man einzelne Frames belichten. Das fand ich extrem faszinierend: „Eine App, bei der es mir in den Fingern juckt“ weiterlesen

Lest doch mal die Zeitung von gestern!

«Posts On This Day» ist ein tolles Wordpress-Plugin, das alte Beiträge aus der Versenkung holt und sie dem Publikum noch einmal schmackhaft macht.

Nichts sei älter als die Zeitung von gestern, besagt eine Redewendung. Geprägt wurde sie von einem Mann namens Edward Abbey, der Naturforscher, Philosoph und Schriftsteller war.

Um es vorwegzunehmen: Ich bin überhaupt nicht einverstanden mit dieser Aussage. Ich blättere gern in alten Zeitungen. Sie halten die Erinnerung wach – und Erinnerungen sind prägend für uns als Individuen und entscheidend wichtig für die ganze Menschheit. Denn wer nichts aus der Geschichte lernt, ist verflucht, sie zu wiederholen, wie wir von einem anderen bekannten Sinnspruch wissen.

Der Mann, der den geprägt hat, war zwar kein Naturforscher, aber immerhin auch Philosoph und Schriftsteller, und nebenbei auch Literaturkritiker. George Santayana hiess er, und da Abbey und Santayana sich ein paar Jahrzehnte auf diesem Planeten geteilt haben, hätte eigentlich einer auf die Idee kommen können, ein Streitgespräch zwischen den beiden zu arrangieren. Wäre sicherlich spannend gewesen.

Ein Schrei in der Wildnis

Jedenfalls hat mich der Kontext interessiert, in dem die Behauptung Abbeys steht. „Lest doch mal die Zeitung von gestern!“ weiterlesen

Eine unorthodoxe, aber tolle Methode, den Computer zu bedienen

Mit Unified Remote steuert man seinen Computer via Handy oder Tablet fern. Das erschien mir anfänglich nutzlos – doch dann habe ich immer mehr spannende Einsatzmöglichkeiten entdeckt.

Ist das genial oder nutzlos? Das war meine erste Frage, als ich neulich der App Unified Remote begegnet bin.

Im Modul «Basic Input» wird der Computer wie mit einem Touchpad gesteuert.

Diese Lösung lässt einen den Computer per Smartphone oder Tablet fernsteuern. Es braucht zwei Dinge: Erstens die App fürs Mobilgerät, die es kostenlos¹ für Android und fürs iPhone und iPad gibt. Zweitens einen Server, der man ebenfalls gratis auf seinem Desktop-Computer installiert. Diese Software existiert für Windows, Mac OS, Linux, Chromebooks und den Raspberry Pi.

Nachdem die beiden Komponenten installiert sind, verbindet man den Client, also das Smartphone oder Tablet mit dem Server, bzw. dem Desktop-Computer. Das hat in meinem Fall fast reibungslos geklappt: Es brauchte zwei Anläufe. Dann stand die Verbindung und ich konnte auf dem Touchpad des iPhone den Cursor meines PCs mit Windows 10 bewegen.

Das funktioniert ausgezeichnet und ohne spürbare Verzögerung. Die Bedienung auf diesem virtuellen Trackpad ist einfach: „Eine unorthodoxe, aber tolle Methode, den Computer zu bedienen“ weiterlesen

Etwas mehr Google’scher Digitalsierungswillen, bitte!

Es gibt hierzulande viele schöne Archive für Fotos, Videos und Tonaufnahmen. Die Präsentation dieser Schätze lässt aber leider sehr zu wünschen übrig.

Wenn mich die Nostalgie überkommt, dann neige ich dazu, in alten Fotoarchiven zu stöbern. Da ist zum Beispiel das Bildarchiv der ETH-Bibliothek oder, speziell für Winterthurer Belange, das Bildarchiv der Winterthurer Bibliotheken.

Die Bildersammlung der ETH Zürich: Hier hat man die Möglichkeit, die Fotosuche nach Zeitperiode einzugrenzen.

So toll es ist, dass es diese Archive gibt, so wenig beglückt bin ich über die Präsentation der Bilder. Zum Beispiel die Weboberfläche des Winterthurer Bildarchivs: Dass sie nicht für Mobilgeräte und kleine Bildschirme optimiert ist, lässt sich noch verschmerzen.

Doch ich würde mir wünschen, dass sich die Grösse der Vorschaubilder anpassen liesse. Die Thumbnails mit einer langen Kante von um die 200 Pixeln sind etwas gar klein, sodass ständig zwischen der Bildliste und der Einzelansicht hin und her wechselt: Wenn man wenigstens die Escape-Taste drücken könnte, um die Voransicht zu schliessen.

Besonders unbefriedigend ist die Suchfunktion. „Etwas mehr Google’scher Digitalsierungswillen, bitte!“ weiterlesen

Guter Rat von Onkel Matthias: Lernt reguläre Ausdrücke!

Den Umgang mit regulären Ausdrücken zu trainieren, ist eine Investition, die ihr nicht bereuen werdet. Und dabei hilft die tolle Website regexr.com.

In diesem Blog wurde immer mal wieder das Hohelied auf die regulären Ausdrücke gesungen. Das sind – und ich entschuldige mich dafür, dass ich an dieser Stelle einen Grossteil meiner Leserschaft mit altbekannten Informationen langweile – syntaktische Formulierungen, die fürs Suchen und Ersetzen verwendet werden. Nur geht es nicht darum, einen exakten Begriff zu finden, sondern eine Menge von Begriffen, die eine Gemeinsamkeit haben.

Ein Beispiel: Im Beitrag Perfektion hat ihren Preis ging es darum, dass ich in meinem Blog einige Altlasten bereinigen wollte, die von der Migration auf WordPress übrig geblieben waren. Dafür waren gewisse Anpassungen im HTML-Code nötig, die ich nicht von Hand erledigen wollte. Ein regulärer Ausdruck – im Englischen regular expression oder kurz Regex genannt – findet platzierte Bilder anhand ihrer Image-Tags und die dazugehörigen Bildlegenden und schreibt diese auf die Anforderungen eines neuen Content Management Systems wie WordPress um.

Anderes Beispiel, ebenfalls aus dem Bereich des Webpublishings: „Guter Rat von Onkel Matthias: Lernt reguläre Ausdrücke!“ weiterlesen

Die sechs besten Wetter-Apps – und sechs Zugaben

Wie man zu einem Allerweltsthema aussergewöhnliche Apps beisteuert, zeigt meine Auswahl von den tollsten sechs Wetter-Apps. Plus, weil es so schön ist, sechs Empfehlungen der Leser und vier Dreingaben.

Im Beitrag Die Premiere muss leider verschoben werden habe ich es angedeutet, dass sich bei meiner 2015 gestarteten Videoserie Digitale Patentrezepte eine Veränderung ansteht. Inzwischen ist die Katze aus dem Sack und ich kann auch mein Gejammer zum Umstieg bei der Schnittsoftware relativieren. Ich fabriziere einen Rohschnitt liefere das Rohmaterial und die Postproduktion wird vom Tamedia-Videoteam erledigt. Das reduziert die Gefahr, an Premiere zu verzweifeln.

Die Neuerung hat den Vorteil, dass wir momentan mehr in die Produktion investieren als bisher: Die Videos sehen deutlich schicker aus. Es gibt aber auch einen Nachteil: Da die Videos nun nicht mehr mein alleiniges Werk sind, werde sie hier im Blog nicht mehr einbinden, sondern nur noch darauf verlinken. Sorry! Und ja, ich weiss, dass die Videos hinter einer Paywall stecken.

Also, trotz dieser Einschränkung erfolgt hier die stolze Uraufführung der ersten Folge der Patentrezepte 2.0, die sich um Regen, Hagel, Sturm und Sonnenschein dreht und den Titel Wetter-Apps mit dem gewissen Etwas trägt. Und ja, die erwähnten Apps kann ich hier natürlich trotzdem aufzählen: „Die sechs besten Wetter-Apps – und sechs Zugaben“ weiterlesen

Drei heisse Tipps für Bildschirmfotografen

Den wahren Screenshotprofi erkennt man daran, dass er nicht in Verlegenheit gerät, wenn der Screenshot mehr abbilden soll als das, was auf dem Bildschirm Platz hat. Ich erkläre, wie das Gesamtbild entsteht.

Nachdem es vor Kurzem im Beitrag Die Wissenschaft hat festgestellt, dass Forschungsbedarf besteht um Screenshots aus linguistischer Sicht ging, soll dieses weltbewegende Thema nun, wie es sich für ein Tech-Blog gebührt, auch auf der ganz praktischen Ebene abgehandelt werden. Und zwar mit einigen Tipps für Leute, die zumindest Teile ihres Alltags damit zubringen, solche Screenshots anzufertigen. Also, los gehts!

Screenshots von Webseiten in ganzer Länge

Safari speichert Websites in ganzer Länge.

Eine praktische Neuerung in Safari am iPhone und iPad besteht darin, dass man wie bei Firefox nun Webseiten in voller Länge screenshotten kann (siehe auch hier).

Dazu lädt man die frag­liche Seite und drückt die Tasten­kom­bination für das Bild­schirm­foto (Lauter und die Seiten­taste bei Model­len ohne Home­knopf, bzw. Seiten­taste und Home­knopf bei Model­len mit).

Nun braucht man bloss noch in der Voransicht des Screenshots von Bildschirm auf Ganze Seite umzuschalten.

Beliebige Screens in Überformat zusammenbasteln

Bei manchen Websites funktioniert das Fotografieren der ganzen Seite nicht. Ich begegne diesem Problem immer mal wieder, zum letzten Mal auf Googles Website mit den Einstellungen zur personalisierten Werbung (siehe Alibiübungen und Fehleinschätzungen von Google).

In solchen und ähnlichen Fällen gibt natürlich auch eine Lösung: „Drei heisse Tipps für Bildschirmfotografen“ weiterlesen

Zeitvertreib für Wortmenschen

«Words of Wonders» ist ein Scrabble-artiges Buchstabenrätsel, bei dem der Spieler aus einer Handvoll Buchstaben möglichst viele sinnvolle Wörter heraustüfteln muss.

Mit meiner Mutter spiele ich gelegentlich Scrabble. Und obwohl ich der Journalist der Familie bin, weiss sie mit ihren Buchstaben meist mehr anzufangen als ich. Das hat mit Training zu tun – denn wer oft scrabbelt, der hat für manche ungünstige Kombination aus seltsamen Konsonanten und raren Vokalen eine erfolgversprechende Strategie parat.

Vielleicht haben ihre regelmässigen Siege auch damit zu tun, dass mir Worte vor allem innerhalb eines Kontexts einfallen und nicht einfach so, nur anhand ihrer buchstäblichen Erscheinung. Das wiederum hat sicherlich damit zu tun, dass ich Journalist bin – denn das vordringliche Ziel meiner Berufsgattung ist es nicht, ansprechendes Schriftbild zu erzielen, sondern wichtige Inhalte auf die passende Weise zu transportieren. Das rede ich mir zumindest ein.

Als neulich jemand auf Twitter die App Words of Wonders (Wortkreuz) erwähnt hat, bin ich sogleich auf die angesprungen. Die scheint mir ideal für jemanden wie ich, der unbotmässige Scrabble-Lücken aufweist. Sie ist mit dem bekannten Worträtselspiel verwandt, eignet sich aber bestens fürs Solo-Spiel und dürfte bei regelmässiger Anwendung auch die Punktzahl beim Scrabbeln verbessern.

Ein paar Buchstaben – und was daraus wird

Das Spielprinzip ist einfach: „Zeitvertreib für Wortmenschen“ weiterlesen