Autoplay ist des Teufels!

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Der Play-Knopf ist unverzichtbar. (Bild: Pexels.com, CC0)

Wer selbststartende Videos erfunden hat, soll in der Hölle schmoren! Und dann wiedergeboren werden, um nochmals in der Hölle schmoren zu können.

Ich meine, eigentlich wäre es so einfach: Jedem ist klar, dass niemand es toll findet, in seinem Browser auf einen Link zu klicken, um sich dann unvermittelt in einer infernalischen Soundkulisse wiederzufinden: Ein Musikteppich aus dem Discountmarkt, marktschreierisches Werbegeprolle oder auch nur stumpfsinniges Gequassel. Das ist unhöflich, genauso, wie wenn man jemanden ruppig an der Schulter packt, um seine Aufmwerksamkeit zu wecken. Es ist, als ob man jemandem zum Wecken einen kalten, feuchten Lappen ins Gesicht schlägt, während man ihm seine Decke klaut. Es ist ein Affront und es ignoriert die Tatsache, wie leicht Leute dadurch in Verlegenheit gebracht werden können:

Vielleicht sitzt das Opfer des Video-Überfalls gerade in einem mucksmäuschenstillen Grossraumbüro, wo intensiv gearbeitet wird – und wird zum gehassten Ruhestörer. Oder: „Autoplay ist des Teufels!“ weiterlesen

Was kreucht und fleucht da in meinem Netz?

Braucht man als nerdischer Betreiber seines eigenen Heimnetzwerks einen Netzwerkscanner? Auf diese Frage gibt es zwei Antworten. Die vernünftige lautet: Nein, wozu? Und die richtige Antwort fällt wie folgt aus: Selbstverständlich. Wie käme ich dazu, ein Nerd zu sein, wenn ich nicht weiss, was in diesen vier Wänden netzwerktechnisch so läuft?

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Show me what you’ve got!

Scherz beiseite: Es gibt tatsächlich Gründe, ein solches Programm einzusetzen. Einen habe ich im Beitrag Lokale IP-Adressen schnüffeln geschildert, wo es um die iOS-App Fing ging: Es kann vorkommen, dass man in seinem Netz gewisse Ressourcen wie Netzwerkdrucker, -festplatten, -scanner, Raspberry Pis oder WLAN-Lautsprecher nicht mehr findet. Und dann eben mal eine Übersicht aller Geräte braucht. Und ja, vielleicht möchte man wissen, ob der Nachbar schon wieder wardrivt.

Nebst besagter Fing-App verwende ich auch Network Scanner von Softperfect. Dieses Programm hat aus unerfindlichen Gründen einen Fussball als Icon. „Was kreucht und fleucht da in meinem Netz?“ weiterlesen

Wikipedia ergo sum

Teure Autos und ähnlich teure Uhren gelten in der Nerdwelt als Prestigeobjekte nichts. Bei uns zählt womöglich ein hoher Klout-Score, ein verifizierter Twitter-Account und natürlich die eigene Wikipedia-Seite. Nur schade, dass ein erfolgreiches Blog einen nicht relevant für Wikipedia macht. Und Youtube ist noch nicht einmal als Relevanzkriterium aufgeführt.

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Und was macht man nun mit so einem Abschluss in Altphilologie? Klar, man schreibt Beiträge bei Vicipædia Latina. (Bild: ACC Spring Commencement 2017 von Austin Community College/Flickr.com, CC BY 2.0)

Egal. Denn wirklich geschafft hat man es sowieso erst dann, wenn man einen Eintrag nicht in der deutschen und nicht in der englischen, sondern in der lateinischen Ausgabe von Wikipedia vorweisen kann. Nein, die Vicipædia Latina ist kein Witz. Die gibt es. Und sie hat ihren eigenen deutschsprachigen Wikipedia-Artikel.

125′000 Artikel gibt es, zum Beispiel zu Donaldus Trump oder Vladimirus Putin. Und ja, ich scherze nicht: „Wikipedia ergo sum“ weiterlesen

Das Handy disziplinieren. Und dessen Besitzer


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Hassliebe wäre ein zu starkes Wort – aber ungesund ist die Beziehung des typischen Heavy-Users zu seinem Smartphone allemal. Weglegen ist schwierig. Doch es ständig in den Fingern halten, auch nicht immer okay. (Und ich spreche nicht vom Daddeln auf dem WC.) Darum dreht sich das neue Patentrezept um die Frage, wie man es anstellt, dass das iPhone weniger nervt – einen selbst und auch die Umgebung.

Also: Extreme Ausgewogenheit war die Prämisse dieses Videos. Und deswegen sind es auch zwei Videos geworden. Das oben richtet sich an iPhone-Nutzer, das nachfolgend an die armen Teufel, die mit Android arbeiten müssen:
„Das Handy disziplinieren. Und dessen Besitzer“ weiterlesen

Falschgeld, staatliche Komplizenschaft, Sklaverei

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Ein Flugzeug landen? Piece of cale! (Bild: Pexels.com, CC0)

Die neue Publisher-Ausgabe liefert wie gewohnt jede Menge Tipps & Tricks: Ist doch klar! – Der nützliche Regler «Klarheit», den man zur Verfügung hat, wenn man mit dem Camera-Raw-Modul arbeitet. Ferner: Lösungen für den Fall, dass die Creative Cloud streikt. Die Funktion maximale Dateikompatibilität in Photoshop analysiert. Das Ausgleichsleerzeichen in Photoshop erklärt. Der Trick 77 für Schachtelformate, der es ermöglicht, einen verschachtelten Stil zu nutzen, selbst wenn es kein eindeutiges Separationsmerkmal gibt. Plus: In InDesign nach Tabellen suchen und in Photoshop Freisteller perfektionieren!

Die Tricks im Web erklären, wo es Lightroom-Entwicklungs-Settings von gestandenen Profis gibt, wie man an InDesign-Vorlagen herankommt, wozu Googles Vektorgrafikprogramm taugt, bei welcher Adresse man online InDesign-Satzdateien nach IDML konvertieren kann. Plus: Die einfach geniale Sonderzeichensuchmaschine und die definitive Schriftreferenz.

Joely Tafanalo führt im Beitrag Ein Logo (fast) in Echtzeit vor, wie er mittels Creative Cloud bei der Gestaltung eines Logos einzelne Puzzleteile speditiv zusammenführt. Ein kritikloser Anhänger der kreativen Cloud ist er deswegen trotzdem nicht.

Und ein Füllhorn an tollen Downloadtipps ist auch Fälschungssicher gestalten: „Falschgeld, staatliche Komplizenschaft, Sklaverei“ weiterlesen

Photoshop kann einpacken

Polarr (fürs iPhone und iPad, aber auch für Android, Mac und Windows) ist die Lieblings-Foto-App von Kollega Peter Wolf, weswegen ich sie mir unbedingt mal ansehen musste.

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Links: Diverse Funktionen zur Verschönerung dieses eigentlich nicht mehr verschönerungsfähigen Antlitzes.
Rechts: Eine Photoshop-würdige Gradationskurve.

Und wie immer hat Wolf recht: Die App ist ausgezeichnet. Sie bietet Funktionen, die man vom grossen Photoshop her kennt, zum Beispiel den Befehl zum Verflüssigen. Er gehört zu den wirklich gefährlichen Bildbearbeitungsfunktionen: Richtig eingesetzt ist er äusserst wirksam und enorm manipulativ. Er wird vor allem bei Portraits benutzt, um manche Dinge grösser und andere kleiner zu machen. Typischerweise will man die Lippen etwas voller, Augen bambihaft und Busen ausladender haben. Umgekehrt dürfen Nasen gerne dezenter und Ohren weniger segelohrenhaft werden. Auch die Kantigkeit von Kinnladen wird gerne etwas entschärft.

Das Verformen verändert Proportionen, indem ein Näschen stubsiger und Wangenknochen prononcierter werden. Man kann mit dieser Funktion dem Schönheitsideal auf die Sprünge helfen, aber auch cartoonhafte Resultate erzielen. Dieser Filter braucht Expertise, aber wie gesagt: Er verfehlt seine Wirkung nicht und ist schwer zu erkennen.

Polarr beherrscht diverse Verflüssigen-Methoden: „Photoshop kann einpacken“ weiterlesen

Ein hübscher kleiner PDF-Viewer fürs iPad

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Foxit macht PDFs (wieder) radiotauglich.

Im Beitrag Das papierlose Studio habe ich beschrieben, weswegen ich gerne eine PDF-App hätte, mit der man sehr leicht Links öffnen kann. Ich habe die iBooks-App von Apple lobend erwähnt, weil die das ermöglicht.

Nun waren diese anerkennenden Worte Apple offenbar peinlich. Denn wie anders ist es zu erklären, dass kaum obiger Beitrag veröffentlicht war, ein Dialog zwischengeschaltet wurde, der beim Antippen eines Links die folgende Warnung anzeigt: «Möchtest du iBooks beenden und diesen Link öffnen?»

Da liegt einem eine Replik im Stil von «Ja, du Trottel, sonst hätte ich nicht auf den Link getippt» auf der Zunge. „Ein hübscher kleiner PDF-Viewer fürs iPad“ weiterlesen

Netz, mach mal!

Was kann man nicht alles in und mit der Crowd tun: Geld sammeln (Crowdfunding), Leute für sich arbeiten lassen (Crowdsourcing oder auch Crowdworking), sie zum Erzeugen von Inhalten benutzen (Crowd Content oder User-generated content), sich von Fremden herumfahren lassen (Crowddriving a.k.a. Uber) und ihr Sofa benutzen (Crowdsleeping a.k.a Airbnb), dem Schwarm Dinge zum Testen vorwerfen (Crowdtesting) oder ihn Kontrollen ausführen lassen… nein halt, Crowd control ist was anderes. Aber ihr versteht, was ich meine. Das Netz ist so egalitär und die Sharing Economy so omnipräsent, dass Marx vor Freude hüpfen müsste. Oder auch nicht.

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So wird es sein, wenn ich mal Unternehmer bin. (Bild: picjumbo.com)

Jedenfalls geht es hier um ein Ding, das man «Crowd Innovation» nennen könnte. Klar, auch das ist nicht neu. Es gibt die Schweizer Plattform Atizo.com, die ich hier und hier vorgestellt habe. Aber Atizo entwickelt Produktideen und -verbesserungen. Aber wie krass wäre denn ein Marktplatz, wo Geschäftsideen und Business-Pläne für Startups getauscht werden? Eine Website, auf der man seine Idee präsentiert und dann im Idealfall Leute findet, die sie mit einem (oder für sich allein) realisieren.
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Gegen zu wenig Wechselwäsche

… und andere Reisepannen wie Sonnenbrand, verpasstes Checkin am Flughafen und fehlherhafte Lokalwahl vor Ort. Denn was gibt es schlimmeres, als das Menu touristico herunterwürgen zu müssen? Im Patentrezepte-Video vom letzten Sonntag gibt es acht hübsche App-Tipps:


Falls das Video nicht erscheint, bitte hier klicken.
„Gegen zu wenig Wechselwäsche“ weiterlesen

Digitale Dekadenz?

Ich wohne nicht in einem Schloss. Und besitze weder eine berufliche Zweigniederlassung noch ein Ferienhäuschen am Meer. Darum könnte die heute bebloggte Angelegenheit leicht als Anzeichen digitaler Dekandenz verstanden wissen: Da meint einer, mehrere Computer verwenden zu müssen. Obwohl er zu faul ist, die paar Schritte von Computer A zu Computer B zu gehen.

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Dank Retina-Display am Mac kann man auch bei verkleinertem Bildschirm des Remote-Computers noch sehr gut arbeiten.

Ja, es ist tatsächlich so: Ich nutze neuerdings meinen Windows-Computer recht häufig von meinem Macbook aus. Und das, obwohl die räumliche Distanz zwischen beiden nicht mehr als knapp zwei Dutzend Schritte beträgt. Das Macbook wird häufig am Küchentisch verwendet. Der Windows-PC (ein Tower) ist im Büro installiert. Und zum Zugriff verwende ich die wunderbare Teamviewer-Software, die für derlei Unfug kostenlos verwendet werden darf.

Teamviewer ist bei mir schon seit Jahren in Betrieb. „Digitale Dekadenz?“ weiterlesen