Die Viren sind schon vorinstalliert

Eine Parodie auf die Windows-Versionen des letzten Jahrtausends. Plus einige weitere Scherzprogramme – und die Möglichkeit, sich daran zurückzuerinnern, wie wir in den 1990er-Jahren ferngeschaut haben.

Wer findet, Microsoft sei mit Windows 10 auf dem falschen Dampfer, der kann mit Windows 93 in Nostalgie schwelgen. Unter windows93.net findet sich eine Parodie auf die alten Versionen von Microsofts Betriebssystem. Zwischen Windows 3.11 und Windows 95 angesiedelt, ist dieses System schreiend bunt, annähernd unbrauchbar, und es wird schon von Haus aus mit diversen vorinstallierten Viren ausgeliefert.

Viren und Schmuddelprogramme – so hat Windows unsere Erinnerung geprägt.

Anklicken sollte man Castle Gafa 3D, wobei es sich um eine (spielbare) Veräppelung von Wolfenstein 3D handelt. Virtual Girl ist eine animierte Frau, die auf der Taskleiste herumstrawanzt – sowas gab es damals tatsächlich. Ich habe am 2. November 2002 ein solches Programm vorgestellt:
„Die Viren sind schon vorinstalliert“ weiterlesen

Eine Latte von schlechten Filmen

Mist. Alle Engländer sind Hooligans. (In «Eurotrip».)

Das Schöne an Netflix ist, dass man ungehemmt den ganzen Trash ansehen kann, den man niemals auf Bluray kaufen oder als Stream mieten würde. Meine lässliche Sünde (oder lässige Sünde, wie es beim Tagi heisst), sind… und ja, das ist jetzt schon etwas peinlich: Teenie-Komödien. Das laienpsychologisch zu analysieren, überlasse ich denen, die nichts Besseres zu tun haben. Mir selbst reicht es aus, das auf mein Nerdtum zu schieben. Einen Nerd gibt es in diesen Shows immer. Und meistens ist er sogar halbwegs sympathisch.

Darum hier eine Latte (pun intended) von zehn Teenie-Komödien, mit denen man sich wunderbar unter seinem Niveau amüsieren kann – womit ich bekanntlich keine Probleme habe. Ich habe versucht, die Filme absteigend zu sortieren. Je weiter hinten in der Liste, desto schlechter wirds.
„Eine Latte von schlechten Filmen“ weiterlesen

Den kalten Krieg zum Verschwinden gebracht

«Lightning» von Dean Koontz ist eine untypische Zeitreise-Geschichte, in der sich die Heldin Laura von einem Schutzengel mit deutschem Akzent beschützen lassen muss.

In meiner kleinen Reihe der Nerd-Literatur steht heute wieder einmal¹ ein Zeitreise-Abenteuer an. Es geht um Lightning von Dean Koontz (hier der Affiliate-Link zu Amazon). Die deutsche Fassung heisst Der Schutzengel und ist bei Amazon hier zu haben.

Wo zeitgereist wird, da blitzt und donnert es.

Laura Shane ist die Hauptfigur der Geschichte. Schon bei ihrer Geburt ist sie in grosser Gefahr: Der Arzt, der sie entbinden sollte, ist nämlich Alkoholiker. Er hat schon ziemlich getankt, als ihn der Notruf aus der Klinik erreicht. Er wird wegen Komplikationen aufgeboten. Doch ein geheimnisvoller Fremder tritt auf den Plan und hält den volltrunkenen Arzt davon ab, dem Anruf Folge zu leisten. Er bringt ihn dazu, die Aufgabe an einen nüchternen Kollegen zu übertragen, worauf Laura ohne Schaden zu nehmen auf die Welt kommen kann. Ihre Mutter kann nicht gerettet werden.

Ein blonder Schutzengel mit deutschen Akzent

Nun begleiten wir Laura durch ihre Kindheit. Ihr Vater kümmert sich rührend um sie. Doch ihre Kindheit bleibt nicht lange so behütet. Zwar überleben Laura und ihr Vater, wiederum dank der Intervention des geheimnisvollen Fremden, den brutalen Überfall eines Drogensüchtigen. „Den kalten Krieg zum Verschwinden gebracht“ weiterlesen

Wider die Adressbuch-Verwahrlosung

In meiner digitalen Welt habe ich gerne Ordnung. Es erfüllt mich daher mit Sorge, dass in meinem Adressbuch am iPhone in letzter Zeit die Anarchie um sich greift. Mit wachsender Verzweiflung muss ich beobachten, wie sich die Adresseinträge vermehren. Manche Leute sind nicht nur doppelt, sondern sogar drei-, viermal vertreten. Es gibt Namen, die mir völlig unbekannt sind. Andere kenne ich zwar – bin aber nicht so eng mit ihnen, dass ich sie als Kontakt im Adressbuch brauchen würde.

Hier drin herrscht wenigstens Ordnung. (Bild: Generation Bass/Flickr.com)

Wenn ich in der Kontakte-App oben links auf Gruppen tippe, dann zeigt sich ein Grund für dieses Tohuwabohu: Das Adressbuch bezieht Daten aus vier Quellen: Es treffen dort Daten von der iCloud, von Facebook, Google Mail und von meinem Tagi-Exchange-Konto ein. Das ist etwas viel des Guten. Manche Leute sind in mehreren Verzeichnissen vertreten, was zu Dubletten führt. Gewisse Datenquellen (Facebook, Exchange) enthalten viele Kontakte, die ich selten bis nie benötige.

Wie der Unordnung begegnen? „Wider die Adressbuch-Verwahrlosung“ weiterlesen

Apple, nimm dir mal Microsoft als Vorbild!

Um weiterzukommen, muss man auch alte Zöpfe abschneiden. Das ist eine Binsenweisheit, die ich oft gepredigt habe. Wenn sich Leute an ihren Gewohnheiten und den alt gedienten Produkten festklammern, dann geht nichts vorwärts¹. Windows XP ist so ein Beispiel. Wenn es nach mir gegangen wäre, hätte das Microsoft schon zum Erscheinen von Windows 7 einstellen können. Also Ende 2009 und nicht erst im April 2014.

Kooperiert bestens mit seinem Desktop-Gegenstück.

Es kommt allerdings auch vor, dass in Sachen Fortschritt übers Ziel hinausgeschossen wird. Als Steven Sinofsky mit seinem «Touch first»-Ansatz in Windows 8 die «User Experience» von Windows komplett umgekrempelt hat, da hat er den Nutzern ganz offensichtlich zu viel zugemutet. Adobe hat den Creative Suite-Nutzern mit der Creative Cloud ein Mietmodell um die Ohren gehauen, dass denen Hören und Sehen verging.
„Apple, nimm dir mal Microsoft als Vorbild!“ weiterlesen

Snowboarden im Tibet

«Alto’s Adventure» ist eines der schönsten Spiele überhaupt – und mit dem verblüffenden Ansatz, ein Jump ’n’ Run-Game in eine zenmässige Entspannungsübung zu verwandeln.

Über Alto’s Adventure hat bereits Krethi und Plethi berichtet. Ich könnte mir eine Besprechung an dieser Stelle also locker schenken. Nur: Ich bin weiterhin wild entschlossen, die unangefochtene Koryphäe in Sachen Endless-Runnern zu werden (respektive zu bleiben). Darum ist dieses Game (2 Franken im Apple App Store) hier Pflichtprogramm.

Ab durchs Dorf.

«Alto’s Adventure» verwendet die klassische Seitenperspektive und nicht die Third-Person-Perspektive, die man aus «Temple Run» oder «Minion Rush» kennt. Die Spielfigur ist ein Snowboarder, der Lamas zu jagen und Powerups einzusammeln hat. „Snowboarden im Tibet“ weiterlesen

Viel Marketing und Kalorien, etwas wenig Geschmack

Am Bahnhof Winterthur habe ich neulich ein Warenmuster in die Hand gedrückt bekommen: Einen Becher in Form eines umgekehrten Kegelstumpfs, der unter einem blauen Deckel Emmis neue Kreation enthält: Den Chai Latte Vanilla Breeze. Emmi als Milchverarbeiter ist seit ein paar Jahren erfolgreich mit diesen fancy Getränkekreationen, die die gute alte, müde Männer munter machende Milch in ein Produkt für junge Menschen verwandelt. Da gibt es die vielen Kaffeekreationen, die für dieses Blog nicht relevant sind. Die Schnittmenge der Milch zu dem hier gerne besprochenen Tee drängt sich für eine Besprechung allerdings geradezu auf.

Das «Breeze» im Namen hat mich dazu inspiriert, den Emmi Chai Latte mit dem Lensbaby-Objektiv zu fotografieren.

Wie bei einem Trendprodukt nicht anders zu erwarten, setzt Emmi auf ganz viel Marketing-Blabla: Der Latte verspricht, mich in eine inspirierende Welt einzutauchen (dive into the inspiring world) und mich den ganzen Tag in Fahrt halten würde (keeps you going all day long). Ersteres weckt hohe Erwartungen, zweiteres Skepsis: ist die Formulierung «Energie für den ganzen Tag» nicht Marketing-Sprech für «Wir haben groteske Mengen an Zucker in das Teil hineingekippt?». „Viel Marketing und Kalorien, etwas wenig Geschmack“ weiterlesen

Mit der PR geht es bergab

Kollege Lüscher hat vor einiger Zeit im Off-the-records-Blog über PR-Leute hergezogen. Wir Journis (siehe auch: Das nervt an Journalisten) haben bekanntlich eine Hassliebe zu den Leuten aus der Öffentlichkeitsarbeit. Im Idealfall machen sie unsere Arbeit einfacher, indem sie uns nützliche Informationen liefern, in grossen Unternehmen Verbindung zu den richtigen Kontaktpersonen herstellen und ein Gespür für die wichtigen Themen und die Tonalität des Mediums haben, für das man arbeitet.

Hold the line. Oder: «Haben Sie unsere schöne Pressemeldung schon gesehen…?» (Originalbild: Chris Dlugosz)

Der Idealfall ist eine partnerschaftliche Beziehung, bei dem für den Journalisten interessante Fakten für seinen Artikel herausspringen und der PR-Mensch Medienaufmerksamkeit für seinen Klienten verbuchen darf. Selbstverständlich ist auch in diesem Fall klar, dass PR-Leute ihre Arbeit nicht aus reiner Herzensgüte oder als Wohltätigkeit betreiben, sondern den Auftrag haben, ihren Mandanten ins Gespräch zu bringen und möglichst in einem guten Licht erscheinen zu lassen. Trotzdem anerkennen gute PR-Leute das Recht der Öffentlichkeit auf eine kritische Berichterstattung, die den Anspruch haben muss, der Wahrheit, den Fakten und den Interessen der Leserinnen und Leser verpflichtet zu sein. Ferner wissen gute PR-Leute, dass Kontroversen die Würze des Mediengeschäfts sind und dass die positiven Aspekte in einem Bericht glaubwürdiger sind, wenn auch Kritik zugelassen wird. Das vermittelt der Leserschaft den berechtigten Eindruck, einen objektiven Bericht vor der Nase zu haben.
„Mit der PR geht es bergab“ weiterlesen

Als Attentat getarnte Theatershows

Ein Verschwörungstheoretiker-Reflex ist, wen wundert es?, überall Verschwörungen zu vermuten. Bei jedem Anschlag, aber auch bei Naturkatastrophen und Unglücken, steckt mehr dahinter, als die Medien berichten und die Öffentlichkeit glauben sollte. Die Urheber der Attentate sind in den eigenen Reihen zu suchen, wurden von der Regierung oder Geheimdiensten geschickt, False-Flag-Operationen überall und am Ende ist alles nur dazu da, die geheime Weltregierung zu befördern.

Nun ist es schwer zu verstehen, weswegen die Regierung in Sandy Hook, beim Kino-Attentat in Aurora oder beim Boston-Bombing die eigene Bevölkerung dezimieren sollte. Doch auch dafür hat Universitätsprofessor James Tracy eine einleuchtende Erklärung: Es ist alles nur gespielt. Die Überlebenden sind «Crisis Actors», die dem medialen Drama Leben einhauchen…
„Als Attentat getarnte Theatershows“ weiterlesen

Geistertöne und Phantombilder

Wie der Titel schon sagt: Ein Geisterbild. (Original: Max Braun/Flickr.com)

Bei futurezone.at habe ich über das Kunstprojekt The Ghost in the MP3 gelesen. Es macht die Verluste der MP3-Komprimierung hörbar. Es gibt auch ein Video, das vorführt, was bei der verlustbehafteten Videokompression auf der Strecke bleibt. Das Demonstrationsobjekt ist Tom’s Diner von Suzanne Vega. Es gilt als «Die Mutter von MP3», weil der Vater von MP3, Karl-Heinz Brandenburg, es für die Feinabstimmung des MP3-Codecs benutzt hat. Der Beitrag Karriere eines Formats erzählt diese Geschichte nach.
„Geistertöne und Phantombilder“ weiterlesen