Einige Reflexionen über Spiegelungen

Ich trage seit einigen Tagen das iPad Air 2 mit mir herum, das ich von Apple zum Testen bekommen habe. Da ich privat ein iPad der vierten Generation besitze und nutze, liegt es nahe, es damit zu vergleichen.

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Bei direkter Lichteinstrahlung sieht man so oder so nicht viel. (Links das iPad Air 2, rechts das iPad 4. Auf dem Bildschirm: Jericho, Folge 2)

Das iPad Air 2 ist ein Vertreter sechste Generation, der im direkten Vergleich angenehmer in der Hand liegt. Das geringere Gewicht (444 Gramm anstelle von 650 Gramm) macht sich angenehm bemerkbar. Das neue Gerät ist an der schmalen Seite gut 16 Millimeter kürzer (169,5 anstelle von 186 Millimetern), bei gleich grossem Display (sowohl bezüglich Abmessung als auch Auflösung; das sind je 9,7 Zoll und 2048 × 1536 Pixel). Die reduzierte Breite geht somit voll auf Kosten des Randes, was das Air 2 auch ein Stückchen eleganter wirken lässt. Apple ist ausserdem stolz auf die reduzierte Tiefe (6,1 anstelle von 9,4 Millimetern), die bei der Verwendung allerdings weniger bringt. Fürs angenehme Halten in allen Positionen und Lebenslagen sind ein paar Millimeter mehr oder weniger bei der Dicke annähernd egal.

Das iPad Air 2 ist auch schneller geworden, was sich bei meiner Anwendung bis jetzt nicht so richtig bemerkbar gemacht hat. Ich nutze mein Tablet nämlich vor allem fürs Streaming (Spotify, Netflix und Horizon Go fürs Live-Fernsehen). Diese Aufgaben bewältigt auch das Modell von 2012 mit Bravour.

Damit man beim Netflixen auch etwas erkennt
Bei der Präsentation des neuen iPad hat Apple auf die neue Verarbeitung des Displays hingewiesen, die die Reflexionen verringert. Das ist für mich ein stichhaltiges Argument. Wir nutzen das Tablet gerne am Tisch im Wohnzimmer, um nach dem Essen zu fernsehen oder netzuflixen. Da das Tablet dabei schräg zum Fenster steht, fällt je nach Sitzposition das Licht von draussen direkt auf die Frontseite, sodass man nicht mehr viel erkennt. Was dann wirklich stört.

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Hier der Vergleich ohne Licht im Rücken.

DisplayMate stellt dem neuen iPad bezüglich Reflexionsarmut ein sehr gutes Zeugnis aus und erwähnt, die Reflexionen seien sogar noch stärker reduziert worden, als Apple angibt (62 Prozent; Apple vermeldet 56 Prozent). Das iPad Air 2 sei damit nur etwa halb so spiegelnd wie die Konkurrenz. Das klingt gut, besagt in der Praxis jedoch nichts. Denn ausschlaggebend ist für den Benutzer einzig und allein, ob die Spiegelungen für seinen Verwendungszweck stören oder nicht.

Bei dieser Betrachtungsweise relativieren sich die lobenden Aussagen. Wenn eine Lichtquelle direkt aufs Display knallt, dann sind die Spiegelungen beim Air 2 etwas weniger hell und leicht bläulicher – man erkennt aber trotzdem nichts. Gegen normales Umgebungslicht ist das iPad Air 2 meinem subjektiven Empfinden nach graduell resistenter, aber nicht revolutionär besser.

On Air mit dem Air
Etwas irritierend finde ich, dass die Rückseite nun sehr stark zum Audio vibriert, wenn die Lautstärke nur ein bisschen aufgedreht ist. Aber daran gewöhnt man sich. Beim Testen habe ich den Fingerabdruck-Sensor zu schätzen gelernt – vor allem bei meinem zweiten Einsatzgebiet. Ich nutze die iPads gern beim Senden auf Radio Stadtfilter. Bei der Folge Tech-Prediger vom Dienstag habe ich die Skype-Session mit Jean-Claude Frick auf dem iPad laufen lassen. Ausserdem spiele ich via Pacemaker-App (Sich am Spotify-Repertoire vergreifen) gerne Spotify-Musik im Morgomat. Falls das Gerät in einer Moderationspause in den Ruhezustand gehen sollte, dann ist es sehr angenehm, wenn man nicht den Sperrcode tippen, sondern nur mit dem richtigen Finger den Home-Button drücken muss.

Fazit: Das iPad Air 2 ist eine gute Weiterentwicklung, die eingefleischten Tablet-Fans Spass macht. Die Neuerungen sind aber unter dem Strich nicht so gewichtig, dass ich privat keine Veranlassung sehen würde, das «alte» Vierer auszumustern. Das braucht es mindestens nochmals zwei Generationen.

Autor: Matthias

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