Von hier nach da und wieder zurück

File Synchronization erledigt unter Mac OS X die alltäglichen Synchronisationsaufgaben.

Notebook und Desktop-PC, Netzwerkfestplatte, USB-Laufwerke – man kann sich mit seinen Daten-Depots durchaus verzetteln. Die Cloud und Dienste wie Dropbox oder iTunes Match erleichtern die Sache zwar. Aber wer mehrere Computer nutzt und nicht seinen ganzen Dokumentbestand ins Internet schieben will, der muss oft genug Daten hin und her schieben. Ich benutzte zur Synchronisation der Netzwerkfestplatte und dem Mac lange Zeit die hervorragende Synchronisationssoftware Synk, die mit 40 US-Dollar aber etwas teuer ist – und leider war meine ältere Version nicht mehr kompatibel zu «Lion» (Mac OS X 10.7).

Deshalb bin ich auf File Synchronization umgestiegen. Diese Software ist für 8 Franken im Mac App Store erhältlich. Für 15 US-Dollar ist sie direkt beim Hersteller zu haben.

Ordner paarweise abgleichen
File Synchronization gleicht Daten nach Ordnerpaaren ab. Selbstverständlich werden auch die jeweiligen Unterordner berücksichtigt.

Zum Einrichten einer Synchronisationsaufgabe klickt man im so genannten Inspektor auf die Schaltfläche Paar hinzufügen. Es erscheint ein Panel, in dem zur Hauptsache drei Schaltflächen vorhanden sind: Zwei Schaltflächen, über die man die beiden zu vergleichenden Ordner auswählt, und dazwischen eine Taste für die Synchronisationsrichtung, die einen grossen blauen Pfeil zeigt.

120305-file-synchronization.jpg
File Synchronization.png: Der Datenabgleich ist im vollen Gang.

Bei der Synchronisationsrichtung stehen drei Möglichkeiten zur Wahl: Von A nach B, von B nach A und bidirektional.

Die ersten beiden Methoden werden durch einen Pfeil nach links bzw. nach rechts gekennzeichnet. Sie eignen sich für die Datensicherung: Dokumente werden vom Arbeitsrechner auf ein Backup-Medium kopiert. Auf dem Backup-Medium findet typischerweise keine Modifikation statt, daher kann der Abgleich in eine Richtung erfolgen.

Wo Synchronisationsfallen lauern
Die dritte Methode, also die Synchronisation in beide Richtungen, ist dann angezeigt, wenn Daten in beiden Ordnern bearbeitet werden. Das könnte der Fall sein, wenn man sein Benutzerverzeichnis vom Desktop-Computer mit dem Laptop abgleicht, um unterwegs an Dokumenten zu arbeiten – dann sollen natürlich die mobil vorgenommenen Änderungen ihren Weg zurück auf den Desktop-Rechner finden. Diese Synchronisationsmethode birgt ein Risiko: Wenn das gleiche Dokument gleichzeitig an beiden Orten bearbeitet wird, führt der Synchronisationsvorgang dazu, dass eine der beiden Varianten verloren geht – kopiert wird die mit dem neueren Änderungsdatum. Dieser Gefahr sollte man sich bewusst sein und die Synchronisation entsprechend immer ausführen, wenn man mit seinem Notebook unterwegs war und an Dokumenten gearbeitet hat. File Synchronization bietet zur Absicherung gegen entsprechende Probleme die Option Warnung ignorieren und neueste Datei erhalten, falls beide passenden Dateien seit der letzten Synchronisation verändert wurden.

Bei Synchronisationsart ist standardmässig manuelle Synchronisation eingestellt. Sie muss explizit initiiert werden. Mit der Option Automatisch beginnt das Programm den Abgleich direkt beim Start, und mit der Option Alle X Minuten wird die Synchronisation im vorgegebenen Intervall automatisch durchgeführt. Das Intervall wird über File Synchronization > Einstellungen bei Wiederh. Sync. festgelegt.

Optionen richtig setzen
Ferner kann man im Inspektor eine Zeitdifferenz einstellen. Sie ist dann sinnvoll, wenn man eine Netzwerkfestplatte oder einen Dateiserver mit eigener Zeiteinstellung verwendet. In solchen Fällen kommt es oft zu kleineren zeitlichen Abweichungen, die dazu führen, dass identische Dateien als unterschiedlich angesehen werden. Die Option Verwaiste Dateien löschen führt dazu, dass Dateien, die im Quellverzeichnis nicht mehr vorhanden sind, auch im Zielverzeichnis gelöscht werden. Die Option Unsichtbare Objekte berücksichtigen ist selbsterklärend; sie muss in den meisten Fällen nicht aktiviert werden.

Sind die Synchronisationspärchen eingerichtet (es ist auch eine grössere Zahl von Pärchen möglich), zeigt ein Klick auf die Schaltfläche Scannen eine Vorschau an, welche Veränderungen vorgenommen werden. Man kann per Klick auf Synchronisieren den Vorgang aber auch ohne Kontrolle starten.

Falls ein Protokoll oder ein Fehlerprotokoll gewünscht wird, lässt sich das über File Synchronisation > Einstellungen einrichten.

Etwas mehr Tempo wäre angenehm
Fazit: File Synchronization ist ein kleines, nützliches Programm, das die 8 Franken allemal wert ist. Vermissen mögen manche die Möglichkeit, Synchronisationsvorgänge per Scheduler zu planen. Ein Minuspunkt ist ausserdem die eher langsame Ausführungsgeschwindigkeit bei der Synchronisation.

PS: Unter Windows verwende ich seit Jahren Synchronizer von Aborange.de (29 Euro in der Vollversion).

Autor: Matthias

Diese Website gibt es seit 1999. Gebloggt wird hier seit 2007.

Kommentar verfassen