Wie man Internet-Lektüre aufs E-Book-Lesegerät bringt

Im Beitrag Das E-Book-Lesegerät zweckentfremden ging ich der Frage nach, wie man sein Lesegerät für E-Books möglichst unkompliziert auch zum Konsum von Artikeln aus dem Netz und für eigene Dokumente verwenden kann.

Das Fazit: Es geht – aber so richtig toll ist es nur, wenn man die Inhalte im passenden Format bereitstellt. Das ist im Fall des Tolino das Epub-Format. Mit dem wird das Dokument angenehm lesbar angezeigt und man kann auch die Schriftgrösse passend zur Bildschirmdiagonalen wählen. Wenn man seine Dokumente wie her beschrieben als PDF sammelt, dann ist es nicht ganz so komfortabel. Dann orientiert sich die Schriftgrösse an einem Dokumente im A4-Format, was sie auf dem kleinen Display eines E-Book-Readers sehr schlecht lesbar macht.

Darum die Frage: Lassen sich Inhalte aus dem Web einfach im Epub-Format sammeln, sodass man sie ohne viel Aufwand an sein Lesegerät schicken kann? Die Antwort ist, natürlich: Ja. Ich beschreibe hier sogar zwei recht simple Methoden. „Wie man Internet-Lektüre aufs E-Book-Lesegerät bringt“ weiterlesen

Das E-Book-Lesegerät für News zweckentfremden

Neulich ist mir der Tolino in die Finger geraten, den ich als Testgerät erhalten und besprochen habe. Anscheinend habe ich damals eine Dauerleihgabe ausgehandelt. «Dauerleihgabe» ist übrigens ein Euphemismus für Testgeräte, die wir Gadget-Journis im Einsatz haben, bis sie auseinanderfallen. Üblicherweise ist es so, dass solche Geräte nach ein, zwei Wochen (Monaten) zurückgeschickt werden. Das unterscheidet uns, wie hier ausgeführt, von den sog. Influencern. Aber manche Dinge möchte man gerne länger ausprobieren, damit man sieht, wie sie sich über die Zeit bewähren.

Unter uns gesagt: Den Tolino hätte natürlich zurückschicken müssen, weil er ausgetestet war. Das ist das nicht gemacht habe, rückt mich verdächtig in die Nähe eines Influencers, der seinen Instagram-Post nicht mit dem Hashtag #Werbung versieht. Aber noch ein Geständnis: Diese administrativen Aufgaben kommen im Redaktionsalltag prioritätsmässig ganz hinten. Und gelegentlich gehen sie auch vergessen.

Darum mache ich an dieser Stelle aus der Not eine Tugend, indem ich den Test einfach noch einmal verlängere und mich frage: Kann man einen älteren Tolino nicht nur für Bücher, sondern auch für gesammelte Artikel und eigene Dokumente nutzen? „Das E-Book-Lesegerät für News zweckentfremden“ weiterlesen

Ein guter Begleiter für Text-Odysseen

In meiner kleinen Reihe zu Markdown-Editoren habe ich mit Drafts 5 (Ein mit allen Wassern gewaschener Editor) schon einen ziemlich heissen Favoriten gefunden. Aber natürlich komme ich um Ulysses nicht herum. Das ist eine App fürs iPhone und iPad und den Mac, die ich 2016 zu einem meiner App-Lieblinge erkoren habe. Und auch im direkten Vergleich von Drafts und Ulysses ziehen manche Ulysses vor – zum Beispiel er hier, der die beiden Apps im Detail verglichen hat.

Seit meinem Test hat sich ein kleines, wesentliches Detail verändert. Es gibt Ulysses nicht mehr kostenlos. Man benötigt zwingend ein Abo, das 7 Franken im Monat oder 49 Franken im Jahr kostet – siehe Beitrag Immer mehr Apps wollen abonniert werden vom August 2017.

Das wirft zwei Fragen auf, nämlich erstens, ob man grundsätzlich gewillt ist, eine App zu abonnieren. Und zweitens, ob 7 Franken pro Monat nicht etwas hoch angesetzt ist.

Ymmv, was das angeht. Für mich war der Wechsel vom Bezahl-Modell – die 25 Franken habe ich seinerzeit gern aufgeworfen – zum Abo ein Grund, abzuspringen.  „Ein guter Begleiter für Text-Odysseen“ weiterlesen

Ein neuer Markdown-Liebling mit schlimmen Marotten

Das ist der zweite Teil der epischen Saga. Zur Erinnerung: Wir sind mit der Mission aufgebrochen, hier zusammen den schönsten aller Markdown-Editoren zu finden. Heute ist Typora dran. Dieses Programm gibt es kostenlos für Windows, Mac und Linux.

Typora präsentiert sich so minimalistisch, dass man diesen Editor leicht mit dem Windows-Editor (Notepad) verwechseln könnte. Aber nur auf den ersten Blick. Man merkt schnell, dass bei Typora eine Design-Absicht hinter der kargen Erscheinung steckt und nicht bloss Feature-Armut. Es gibt zum Beispiel einen angenehmen Abstand zwischen Fensterrand und Text. Bei Notepad kleben die Buchstaben direkt am Menü und an den Kanten, was nicht schön aussieht. Und die Bildlaufleiste am rechten Rand ist hübscher als der typische Windows-Scrollbalken: Bloss eine dezente, schmale Fläche im Verhältnis des sichtbaren zum ganzen Text.

Oberfläche

Typora hat, anders als die meisten Markdown-Programme, keine zweigeteilte Oberfläche.  „Ein neuer Markdown-Liebling mit schlimmen Marotten“ weiterlesen

Verlags-Idioten

Ein Ärgernis der digitalen Welt sind die Geoblockaden. Bei Ebooks und Hörbüchern existiert es in einer speziellen Ausprägung. Im Beitrag Audible macht gar keine gute Figur habe ich beschrieben, wie man mir nicht erlaubt hat, die Harry Potter-Hörbücher in der von Stephen Fry gelesenen Fassung zu hören.

151202-headphones.jpg
Häh? (Bild: JD Hancock/Flickr.com, CC BY 2.0)

Diesem Problem bin ich wieder begegnet. Ich habe hier und hier die Krimireihe von Michael Ridpath erwähnt, in der Kommissar Magnus Jonson in Island Verbrechen aufklärt und seinem eigenen isländischen Erbe auf die Spur kommt.

Neulich ist mir eingefallen, nach weiteren Folgen dieser Reihe zu suchen. „Verlags-Idioten“ weiterlesen

So muss das moderne Buch

Neulich habe ich hier einen Podcast gehört, der die Krise des Lesens postulierte. Auch der (kostenpflichte Abo+-Artikel aus dem Tagesanzeiger Jeder Zweite kauft keine Bücher mehr stösst ins gleiche Horn:

180604-audiobook-3106986.jpg
Medienmetamorphose. (Bild: sik-life/Pixabay, CC0)

Der deutsche Buchhandel habe sechs Millionen Käufer verloren. Die Gründe würden auf der Hand liegen: Das gute alte Buch erfährt immer mehr Konkurrenz. Zum Beispiel durch Streaming von Serien und Musik. Und durch die vielen Zerstreuungsmöglichkeiten, die das Smartphone so bietet. Ausserdem finden wir gehetzten Zeitgenossen immer weniger Zeit, uns mit einem Buch aufs Sofa zu setzen. Schuld hier natürlich die ausbeuterischen Arbeitgeber, die in trickreicher Art und Weise es schaffen, die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit aufzuweichen (höre dazu auch Tag der Arbeits-Apps).

Im Artikel äussern sich Fokusgruppen wie folgt:
„So muss das moderne Buch“ weiterlesen

Für Entdecker und Herdentiere

Bei der Recherche zu meinem Video zur kostenlosen Ferienlektüre bin ich auch der Website scribl.com begegnet. Das ist, etwas nüchtern ausgedrückt, eine Handelsplattform für digitale Inhalte: E-Books, Hörbücher, Podcasts. Als Leser bezieht man Lesestoff und als Autor publiziert man seine Werke. Das Versprechen an Autoren lautet: «You write. We do the rest. While we can’t guarantee your work will become a bestseller, Scribl is the place that can make it happen automatically.»

Also: «Du schreibst, wir publizieren. Ohne Garantie auf einen Bestseller, aber mit der Aussicht, dass es passieren könnte.» Das ist nun per se noch nicht wahnsinnig spektakulär. Es gibt andere Self-Publishing-Plattformen im Netz. Die wichtigste ist sicher Kindle Direct Publishing, wo man seine Bücher direkt auf Amazon veröffentlicht. (Wie ich es mit dem getan habe.)

170804-scribl-01.jpg
Das ist die Ausbeute, wenn man gern ein bisschen Sex, aber nicht allzu viel Realismus hätte.

Aber es macht nichts, eine Alternative zu haben. Besonders, wenn hinter dem Platzhirsch ein Koloss wie Amazon steckt. Und Scribl hat mehrere Eigenschaften, die die Plattform interessant machen.

Es gibt erstens das Crowd Pricing, das den Bücherpreis bestimmt. „Für Entdecker und Herdentiere“ weiterlesen

Ein Zückerchen für PDF-Nutzer

Hier und hier mich mit der Erstellung und dem Bearbeiten von PDF-Dateien beschäftigt und auch smallpdf.com vorgestellt. Dort kann man ohne Extra-Software Dateien verkleinern, umwandeln, Seiten drehen und herauslösen, und vieles mehr.

170525-pdf-candy-01.png
Zwei Dutzend PDF-Werkzeuge.

Da es immer gut ist, notfalls eine Alternative in der Hinterhand zu haben, hier der Hinweis auf pdfcandy.com: Ein Webdienst, der ähnliches tut und noch ein paar Funktionen bereithält, die es bei SmallPDF nicht gibt: Man kann auch das ODT-Format von OpenOffice/LibreOffice umwandeln (ideal, wenn man ein solches Dokument erhalten hat, das man nur lesen, nicht aber bearbeiten möchte, und gerade kein Open-Office zur Hand hat). „Ein Zückerchen für PDF-Nutzer“ weiterlesen

Projekt Schlechtenberg?

Projekt Gutenberg kennt ihr sicherlich. Seit 1994 gibt es dort kostenlos Bücher zu lesen, deren Urheberrecht abgelaufen ist. Der Name lehnt sich laut Wikipedia ans englischsprachige Project Gutenberg an, wo es ebenfalls digitale Bücher aus der Public Domain gibt. Die Texte beim deutschen Schwesterprojekt werden von der Gaga-Community gescannt, korrekturgelesen und online gestellt. Eine gute Möglichkeit, um sich mit kostenlosem Lesestoff zu versorgen.

170405-epub2go.png
Es werde Epub!

Nur kann man bei Gutenberg DE die Texte leider nur im Browser lesen und nicht für ein Lesegerät oder für andere Zwecke herunterladen. (Ich verwende in meinen Videos gerne Texte für Demo-Dokumente, zum Beispiel hier). Das schmälert den Nutzen sehr stark und rückt das Projekt in eine seltsame Ecke. Wikipedia schreibt dazu:
„Projekt Schlechtenberg?“ weiterlesen

Öffnung im digitalen Büchermarkt?

Der Anteil an E-Books wächst langsam – aber er wächst. Für die Schweiz habe ich keine schlüssigen Zahlen gefunden, aber für Deutschland ist er laut dieser Grafik von 0,5 Prozent 2010 auf 4,3 Prozent angestiegen. Der E-Book-Markt habe sich «vom Nischen- zum Massenmarkt entwickelt», heisst es auch im GfK-Bericht zum Buchhandel.

150723-ebook-anteil.png
Ohne DRM ginge es schneller aufwärts.

Einer der grössten Hemmschuhe in diesem Markt ist IMHO das DRM. Es macht die E-Books schwer zu benutzen und macht aus aus ihnen ein sehr zukunfts-unsicheres Medium. Denn ob man seine digital gekauften Bücher in fünf, geschweige denn 20 Jahren noch wird öffnen können, garantiert einem niemand.

Darum habe ich mich sehr über die Meldung von heise.de gefreut, dass Piper, Ullstein und Carlsen das harte DRM abgeschafft haben und stattdessen auf ein Wasserzeichen setzen. „Öffnung im digitalen Büchermarkt?“ weiterlesen