Ja, der neue Chromium-Edge hat auch ein paar Vorteile

Ich bin zwar nach wie vor kein Fan von Microsofts Entscheidung, den eigenen Browser mit Google-Technologie auszustatten. Aber ein paar positive Seiten kann ich dieser Sache abgewinnen.

Im Beitrag Microsoft hat den Edge-Browser über die Kante geschubst habe ich mich wenig begeistert von der jüngsten Wendung gezeigt, die Microsoft beim Edge-Browser eingeschlagen hat.

Denn auch wenn dieser bislang nicht die Strahlkraft des Internet Explorers erreicht hat (hüstel, hüstel), so war er doch eine Alternative zu Google Chrome und zu Firefox. Und es ist einfach so: Drei Auswahlmöglichkeiten sind besser als zwei. (Das erkennt man übrigens sofort, wenn man sich die Situation bei den Smartphone-Betriebssystemen anschaut.)

Doch Microsoft hat die Entwicklung der eigenen Browser-Engine aufgegeben. Edge basiert nun auf dem Chromium-Projekt: Das ist der Open-Source-Anteil des Chrome-Browsers von Google. Das hat zur Folge, dass sich Edge und Chrome nun sehr ähnlich sehen. Die Verwandtschaft ist unverkennbar, selbst wenn Microsoft Anpassungen vorgenommen hat.

Derzeit ist Microsoft dabei, den Browser via Windows Update zu verteilen. Das habe ich zum Anlass genommen, ein Video zum Chromium-Edge zu machen. „Ja, der neue Chromium-Edge hat auch ein paar Vorteile“ weiterlesen

Aus einem Mauerblümchen wird eine richtige Foto-App

Heute widerfährt der Fotos-App von Windows 10 endlich Gerechtigkeit: Ich habe sie nämlich in den letzten Beiträgen nicht mit dem gebührenden Respekt behandelt.

Beitragsbild: Zugegeben – ein Mauerblümchen ist nicht das gleiche wie ein Blümchen vor einer Mauer (虞や虞や汝を如何せん, isado/Flickr.com, CC BY-ND 2.0).

Ich habe seinerzeit die Fotos-App von Windows getestet und sie als banal bezeichnet. Das war vielleicht etwas gar schnoddrig. Denn auch wenn die App lange Zeit nicht sehr viel hergemacht hat, ist sie mit den letzten Updates immer besser geworden. Und jetzt sind wir an einem Punkt, an dem man sie sehr gut verwenden kann.

Das ist mir aufgefallen, als ich neulich ein Video zurechtstutzen wollte. Ich habe es, wie hier beschrieben, erst mit VLC probiert. Das war aber wirklich umständlich. In einem zweiten Anlauf probierte ich es mit der Fotos-App, die ihrem Namen zum Trotz auch mit Bewegtbildern umgehen kann. Und siehe da: Diese App hat die Aufgabe umgehend und absolut unkompliziert gemeistert.

Darum bin ich zum Schluss gekommen, dass es nun an der Zeit ist, die App nicht mehr nur als mehr oder weniger nutzlose Dreingabe zu betrachten, sondern als brauchbares Werkzeug. Darum habe ich ihr eine Ausgabe in meiner Videoreihe «Digitale Patentrezepte» gewidmet: „Aus einem Mauerblümchen wird eine richtige Foto-App“ weiterlesen

Eine artistische Windows-App für Ordnungsfanatiker

Eine heisse Empfehlung für einen aufgeräumten Download-Ordner: File Juggler verschiebt heruntergeladenen Dateien automatisch in den Ordner, wo sie hingehören.

Kennt ihr das Problem mit dem Download-Ordner? Dieser Ordner kann gemäss meiner Beobachtung zwei Zustände aufweisen:

  1. Total zugemüllt. Es finden sich Hunderte oder Tausende Dateien darin, die ihr Besitzer heruntergeladen, aber nie vernünftig verräumt hat.
  2. Leer, beziehungsweise penibel aufgeräumt. Wenn das der Fall ist, kann man davon ausgehen, dass der Besitzer des fraglichen Downloadordners ein Sauberkeitsfanatiker ist, der sogleich nach dem Herunterladen hingeht und jede einzelne Datei in den dafür vorgesehenen Ordner verschiebt. Das verhindert das Chaos – aber es braucht leider auch viel Zeit.

Ich gehöre zur zweiten Sorte: Ich räume alle die Dateien, die in meinen Downloadordner wandern, sogleich an die richtige Stelle: PDF-Dateien in mein Artikel-Archiv oder in den Ordner mit dem Recherchematerial. Sicherheitskopien der Nerdfunk-Manuskripte aus Google Docs werden in meinen Nerdfunk-Ordner gesteckt. Backups meiner WordPress-Blogs gehören ins Backup-Verzeichnis. Und so weiter.

So herrscht jene Ordnung, die mir als leicht neurotisch veranlagtem Dateien-Mikromanagers zusagt. Der Nachteil ist, dass ich viel Zeit darauf verwende, Dateien aus diesem Download-Ordner an die richtige Stelle zu verschieben. „Eine artistische Windows-App für Ordnungsfanatiker“ weiterlesen

Eine PDF-App, die nur wenige Wünsche offen lässt

I love PDF ist eine App, die als das Ei des Kolumbus in Sachen PDF gelten darf. Mit einer Einschränkung, allerdings.

Habe ich nun endlich die PDF-Anwendung gefunden, die mir alle Wünsche erfüllt? Diese Hoffnung ist neulich bei mir aufgekeimt, nachdem ich I love PDF entdeckt hatte. Das ist ein Webdienst, der ganz ähnlich funktioniert wie die diversen Dienste, die an dieser Stelle bereits vorgestellt wurden.

Das Alleinstellungsmerkmal besonderes Merkmal¹ besteht nun darin, dass I love PDF nicht nur online zur Verfügung steht, sondern für den Offline-Gebrauch auch für den Desktop, also Windows und Mac und für die mobilen Plattformen: Für Android und fürs iPhone und iPad.

Einem ersten, kritischen Blick hält die App stand: Es gibt vier Bereiche, die alles abzudecken scheinen, was man braucht: „Eine PDF-App, die nur wenige Wünsche offen lässt“ weiterlesen

Die bizarre Zahlenmystik, die Microsoft mit Windows 10 betreibt

Versionsnummer, Builds, Code- und Marketingnamen: Wenn man versucht, die Bezeichnungen für das neue Windows-Update zu verstehen, dann tut sich ein Abgrund auf.

Ich habe es mir zur Gewohnheit gemacht, die grossen Funktions-Updates jeweils in einem Patentrezept-Video zu besprechen. Zum Beispiel 1709, 1809, 1903 und im letzten Herbst 1909. Ein solches Video gibt es nun auch für das jüngste Update mit der Version 2004, das Ende Mai veröffentlicht wurde.

Bevor ich darauf kurz eingehe, muss ich mir ein bisschen Luft verschaffen: Es geht um das beliebte Thema, dass Microsoft es schafft, Dinge zu verkomplizieren – und zwar massiv. Egal, ob es nun ursprünglich einfach, mittelschwierig oder schon undurchsichtig war – nachdem sich Microsoft darum gekümmert hat, ist das Thema für Laien kaum mehr zu durchdringen. Nicht nur das: Menschen, die sich vorgenommen haben, mit ihrer Lebenszeit etwas Vernünftiges anzufangen, kommen nicht umhin, sich frustriert abzuwenden.

Also, da gibt es die Frage, wie diese Updates nennt. Bei Apple und dem Mac ist die Sache einigermassen trivial: „Die bizarre Zahlenmystik, die Microsoft mit Windows 10 betreibt“ weiterlesen

Ein sinnvolles Hobby für unsere PCs und Macs

Bei den Ausserirdischen fängt es an – und mit der Bekämpfung von Covid-19 hört es hoffentlich noch längst nicht auf: Das Potenzial des vernetzten Rechnens.

Das Prinzip des verteilten Rechnens ist euch sicher bekannt: Statt eines einzigen gigantomanischen Supercomputers verwendet man viele normale Computer, die sich parallel an einer Teilaufgabe zu schaffen machen. Der Clou dabei: Diese Computer erledigen diese Aufgabe nebenbei; quasi als Hobby.

Dieses Prinzip ist nicht neu. Das bekannteste Projekt ist Seti@home. Das läuft bzw. lief seit Mai 1999. Ich bin irgendwann anfangs 2001 dazugestossen. Am 19. Februar 2001 habe ich im Artikel «Von Freund zu Freund tauschen» Folgendes geschrieben: „Ein sinnvolles Hobby für unsere PCs und Macs“ weiterlesen

Bei einem Videoclip schnell mal die Schere ansetzen

Drei einfache Methoden, um bei Windows bzw. via Web einen Clip am Anfang und Ende zurechtzustutzen.

Neulich wollte ich ein Video auf Twitter hochladen (Video hier, Kontext da). Da das vorne und hinten etwas zu lang war, habe ich mich gefragt: Welches ist die einfachste Methode, ein Video zu kürzen, ohne sich erst irgend ein Sharewareprogramm installieren zu müssen – und auch ohne die Notwendigkeit, eine ausgewachsene Videoschnittsoftware wie Premiere zur Hand zu haben.

Ich habe es als erstes mit VLC probiert. Denn wie seinerzeit festgehalten: VLC ist auf allen Plattformen unverzichtbar. Und VLC ist zwar eigentlich ein Programm für die Wiedergabe. Doch das Programm hat viele versteckte Talente und kann Video- und Audiodateien auch transcodieren (umwandeln) und bearbeiten.

Und tatsächlich: VLC kann Ausschnitte nehmen – wenngleich das Prozedere ungewohnt und nicht sonderlich präzise ist: „Bei einem Videoclip schnell mal die Schere ansetzen“ weiterlesen

Microsoft hat den Edge-Browser über die Kante geschubst

Microsoft hätte seinen Edge-Browser besser in Frieden sterben lassen, anstatt ihn zu diesem lahmen Abklatsch von Google Chrome umzubauen.

Mein erster Versuch, die neue Version des Edge-Browsers herunterzuladen, ist leider an einer Nebensächlichkeit gescheitert. Immerhin hat es uns allen einen Extra-Blogbeitrag beschert.

Willkommen beim neuen Browser. Ähnlichkeiten zum Browser eines Mitbewerbers sind nicht zufällig.

Ich habe mich jedoch nicht dauerhaft ablenken lassen. In einem zweiten Anlauf habe ich es geschafft, das ursprüngliche Vorhaben in die Tat umzusetzen, das Update auszuführen und die neue Version des Edge-Browsers zu installieren. Daher ist es an dieser Stelle unvermeidlich, sie einer kritischen Würdigung zu unterziehen.

Eine kleine Vorbemerkung: Der direkte Vergleich wird erschwert, weil die alte Version komplett ersetzt wird. Ich habe zwar versucht, auf meine Windows-10-Installation in der virtuellen Box zurückzugreifen. Doch die verweigert sich leider mit der Fehlermeldung «Raw-mode is unavailable courtesy of Hyper-V.» Man müsste zur Lösung des Problems Microsoft Hyper-V entfernen. Aber das war mir für diesen kleinen Test zu aufwändig.

Als erstes fällt das neue, buntere und abstraktere Icon auf. Das alte Programmsymbol hatte eine gewisse Ähnlichkeit zum E des Internet Explorer aufgewiesen. Das ist nun (weitestgehend) weg. Stattdessen gibt es eine Art blaugrüne Schnecke. Ich hoffe, dass darin kein diskreter Hinweis auf die Ausführungsgeschwindigkeit des Programms verborgen ist. „Microsoft hat den Edge-Browser über die Kante geschubst“ weiterlesen

Gimp ist noch immer keine Schönheit – aber ein echter Schwerarbeiter

Wie hat sich Gimp mit den letzten Versionen entwickelt? Über die Funktionen müssen wir nicht diskutieren – das Programm kann alles, was man braucht. Darum geht es hier um Performance, Oberfläche und Bedienung.

Ich habe mir erlaubt, diesen Beitrag hier mit Lesertipp zu taggen. Und das, obwohl der Tipp nicht an mich persönlich gerichtet war und Gabi Salvisberg meines Wissens auch nicht zu den regelmässigen Leserinnen dieses Blogs gehört. Aber vielleicht lässt sich das mit dezenten Erwähnung hier ändern.

Unzweifelhaft ist, dass ihr Tipp bei mir auf fruchtbaren Boden gefallen ist. Ich gehöre zu den Leuten, die sich Gimp unbedingt wieder einmal ansehen sollten. Mein letzter Stand, was diese Software angeht, stammt ungefähr aus dem Jahr 2014, wo ich ein Video mit Peter Jäger von Pre2media zu alternativen Bildbearbeitungsprogrammen mit professionellem Anspruch gemacht habe. 2012 habe ich es im Rahmen unserer damaligen «Daily Digital»-Rubrik für die iPad-App des Tagesanzeigers, selbst vorgestellt.

Die Quintessenz war für mich immer die gleiche: „Gimp ist noch immer keine Schönheit – aber ein echter Schwerarbeiter“ weiterlesen

Jetzt endlich schlägt Karl Klammers Stunde

Die künstlich intelligenten Funktionen in Office sind mehr als eine Spielerei. Und sie deuten an, was wir von der nächsten Software-Generation erwarten dürfen.

Erst vor Kurzem habe ich die neue Office-App lobend erwähnt. Und bereits komme ich wieder in die Verlegenheit, über Microsoft berichten und den Konzern sogar loben zu müssen. Da fragt man sich schon: Was ist aus der guten alten Zeit geworden, wo eine solche Kadenz nur wegen ständiger Missetaten zu erklären gewesen wäre?

Aber es ist tatsächlich so: Microsoft macht dieser Tage nicht mit Sicherheitslücken, Wettbewerbsverzerrung oder Steueroptimierung zu reden. Wobei, kurzer Einschub, ich nicht sicher bin, ob Microsoft dieser Tage wirklich mehr Steuern zahlt als noch 2016. Aber das müssen die wirtschaftskundigen Kollegen klären.

An dieser Stelle geht es um die Produkte. Und um die überraschende Beobachtung, dass sich Microsoft innovativ zeigt. Der Konzern legt eine fast schon unheimliche Lust an den Tag, angestaubte Produkte neu zu erfinden. Und er macht das bei einem Produkt, das nicht mehr viel angestaubter sein könnte.

Nämlich Office. Wann war diese Bürosoftware zu Ende entwickelt? Ich würde sagen, noch im letzten Jahrtausend. Zu Office XP jedenfalls habe ich seinerzeit geschrieben: „Jetzt endlich schlägt Karl Klammers Stunde“ weiterlesen