Mit Studio-Link klingt Radio besser

Die Qualitätsoffensive beim Nerdfunk war ein voller Erfolg: Wir haben Skype in die Wüste geschickt und auf Studio-Link umgestellt.

Derzeit ist vieles anders. Auch bei Radio Stadtfilter. Dort ist der Sendebetrieb eingeschränkt, weil … naja, ihr könnt es euch ausmalen. Der Nerdfunk soll aber weitergehen. Das ist uns wichtig. Erstens, weil der digitale Aufklärungsbedarf in Zeiten von Homeoffice und Videoconferencing hoch ist. Und zweitens, weil wir der Ansicht sind, dass man so ein Projekt durchziehen muss, so lange es nur geht.

Und dieser Tage ist es zum Glück gar keine so grosse Sache, eine Sendung in sendefähiger Qualität von zu Hause aus zu produzieren. Ich habe vor gut vier Jahren im Btwareüro eine Studioecke eingerichtet, die den etwas grossspurigen Namen Bruehlgarden Studios trägt.

Mit einer Sache war ich aber unzufrieden. Die Verbindung zu meinen beiden Mitstreitern Kevin Rechsteiner und Digichris habe ich bisher mittels Skype aufgebaut. Das funktioniert unkompliziert. Aber es ist nicht der Weisheit letzter Schluss. Erstens ist die Audioqualität mässig. Und zweitens gibt es eine recht grosse Latenz (Verzögerung). „Mit Studio-Link klingt Radio besser“ weiterlesen

Immer Ärger mit Soundaufnahmen bei Windows

Wieder einmal eines dieser Themen, das ausser mich niemanden interessiert: Die Wahl der Audio-Schnittstelle bei Windows.

Bei jeder meiner Voiceover-Aufnahmen für ein Patentrezept-Video habe ich mit einem lästigen Problem herumgeschlagen. Der Pegel aus meinem Mischpult kam leise oder viel zu leise in meinem Aufnahmeprogramm an. Der Grund war mir nicht klar – ebenso wenig, warum der Pegel so wenig konstant war.

Nun habe ich kürzlich die Ursache entdeckt. Ich nehme an, ich wäre schon früher draufgestossen, hätte ich nicht eine uralte Version von Audacity verwendet (ja, ich verwende tatsächlich dieses Programm, mit dem verwegene Kerle ihr Audio schneiden). Vielleicht hat auch ein Windows-Update weitergeholfen. Aber jedenfalls ist die Sache nun so viel einfacher, dass ich die Lösung hier für die Nachwelt festhalten will – und für mich selbst, weil mir solche Dinge gelegentlich auch wieder entfallen.

Also, es ist so: „Immer Ärger mit Soundaufnahmen bei Windows“ weiterlesen

Ein Lektor direkt im Browser

Es gibt in den gängigen Browsern eine eingebaute Rechtschreibkorrektur (hier die für Firefox). Das ist für die meisten Nutzer ganz okay. Doch wenn man, wie ich, ständig lange Mails, noch längere Blogbeiträge und Newsartikel von vernünftigem Umfang verfasst, dann wünscht man sich ein bisschen mehr als eine simple Rechtschreibkorrektur.

Zum Beispiel ein Synonymen-Wörterbuch. Ich brauche gerne openthesaurus.de (siehe Der freundliche Korrektor im Netz). Diesen Dienst gibt es eben nicht direkt im Browser eingebaut. Ich habe mich seinerzeit nach Alternativen umgeschaut und auch einige Erweiterungen gefunden (siehe Die schnelle Wörterbuchrecherche). Die damals vorgestellte Erweiterung Korpus lexical ist zwar leistungsfähig, aber für meinen Geschmack etwas zu kompliziert in der Nutzung.

Darum habe ich mich gefreut, dass ich neulich auf die Erweiterung von Language Tool gestossen bin. „Ein Lektor direkt im Browser“ weiterlesen

Die Pro-Version von Windows 10 ist Unsinn

Die Windows-Sandbox habe ich neulich hier im Blog vorgestellt (Jederzeit ein frisches Windows). Vor längerer Zeit ist hier auch der Windows Defender Application Guard (Edge, auf Sicherheit getrimmt) zum Zug gekommen.

Nun fand ich, die beiden Beiträge würden zusammen sehr schön in ein Video passen. Es sind zwei Sicherheitsinstrumente, die in Windows 10 von Haus aus eingebaut sind – zumindest bei der Pro- und der Enterprise-Edition, aber darauf komme ich gleich noch zu sprechen. Und sie sind einfach zu aktivieren und zu benutzen. Mit den beiden Werkzeugen kommen auch Leute zurecht, die sich nicht berufen fühlen, eine virtuelle Maschine in Betrieb zu nehmen. (Obwohl es natürlich auch dafür hier im Blog eine schöne Anleitung gibt.)

Also, hier das Video, das eine kurze Einführung liefert und erklärt, was man mit der Windows-Sandbox und dem Windows Defender Application Guard so anstellen kann: „Die Pro-Version von Windows 10 ist Unsinn“ weiterlesen

Jederzeit ein frisches Windows

Mit dem Windows-Update vom Mai 2019 (Build 1903) hat Microsoft eine Sandbox in Windows eingebaut. Ich habe sie im Video (siehe Baby steps oder Riesenschritte?) erwähnt – aber nicht ausführlich vorgestellt. Sie hatte damals ein Problem, das ich nicht übersehen konnte: Sie hat nämlich nicht funktioniert. Bei deutschsprachigen Windows-Installationen hat sie eine Fehlermeldung angezeigt.

Neulich hielt ich die Zeit für gekommen, um nachzusehen, ob diese Sandbox inzwischen funktioniert. Und in der Tat: Sie startet brav auf.

Das ist eine gute Sache. Die Sandbox erhöht die Sicherheit beträchtlich – gerade für Leute, die ab und zu fragwürdige Dinge tun. In den Bereich fällt das Anklicken seltsamer Links, das Installieren fragwürdiger Programme oder das Öffnen von Dokumenten aus unbekannter Quelle.

Solcherlei Dinge tut man am besten nicht in seiner angestammten Arbeitsumgebung, sondern in einer Art Quarantäne. Ich empfehle für solche Zwecke auch gerne eine virtuelle Maschine (siehe Virtuell ist essenziell oder, für den Browser, Das Gegenteil vom Internet Explorer). Aber dieser Weg hat zwei Nachteile: Erstens ist die Installation anspruchsvoll. Und zweitens muss man auch die virtuelle Maschine pflegen und zum Beispiel Updates einspielen.

Die Sandbox ist pflegeleichter. „Jederzeit ein frisches Windows“ weiterlesen

Vermeintlich einfache Dinge, die in der Realität unglaublich kompliziert sind

Die allgemeine Einstellung beim Mac.

Bei Mac kann man bekanntlich einstellen, ob nach einem Neustart die zuvor geöffneten Apps wieder erscheinen sollen. Die Option findet sich in den Systemeinstellungen im Reiter Allgemein und heisst Fenster beim Beenden eines Programms schliessen.

Wieso nicht bei jedem Herunterfahren fragen, was der Nutzer möchte?

Und man kann bei jedem Herunterfahren im Dialog Möchtest du den Computer jetzt ausschalten? angeben, ob man seine Apps wieder öffnen will oder nicht (Beim nächsten Anmelden alle Fenster wieder öffnen).

So einfach und unkompliziert. Bei Windows ist die Sache wie nicht anders zu erwarten ein bisschen vertrackter.

Windows-Anwender sind sich eigentlich gewohnt, dass das Betriebssystem keine Anwendungen wiederherstellt. Beim Start werden nur die Programme automatisch ausgeführt, die als Selbststarter definiert sind (dazu übrigens mehr weiter unten).

Doch seit einiger stellt Windows ebenfalls Programme wieder her – aber nicht konsequent, sondern nur manchmal. Diese Verhaltensweise scheint auf das Fall Creators Update zurückzuführen zu sein. Dort hat Microsoft dem Betriebssystem beigebracht, beim Warmstart Anwendungen wiederherzustellen. „Vermeintlich einfache Dinge, die in der Realität unglaublich kompliziert sind“ weiterlesen

Sind wir verkannte Software-Genies?

Patriotistische Gefühle sind mir reichlich fremd. Ich halte es nicht für notwendig, dass man auf etwas stolz ist, für das man nichts kann. Da kann ich auch stolz aufs Matterhorn oder den Bodensee sein.

Trotzdem habe ich ein Video gemacht, das ein leicht patriotisches Gerüchlein hat. Es stellt nämlich drei Apps vor, die aus diesem Land hier stammen, die mir gut gefallen – und die nicht so bekannt sind, wie sie sein könnten. Es geht mir nicht darum, uns Schweizer zu verkannten Software-Entwickler-Genies zu deklarieren. Das sind wir mutmasslich nicht.

Aber ein anderer Aspekt hat mich dazu gebracht, das Video zu machen. Nämlich, weil ich es doch schön finde, dass es doch ein paar Leute gibt, die sich mit der Herstellung von Software auskennen und nicht für eine Bank, Versicherung oder für einen internationalen IT-Riesen wie Google oder Apple arbeiten. Das scheint mir nämlich die Ausnahme zu sein. Es ist zwar nur meine subjektive Beobachtung: „Sind wir verkannte Software-Genies?“ weiterlesen

Ziemlich mittelmässige Freunde

Bei Windows gibt es eine App namens Ihr Smartphone. Die macht etwas Einleuchtendes: Sie verbindet den Desktop mit dem Smartphone. Und da gäbe es einiges, was sie tun könnte: Datenaustausch, Fernsteuerung und Verbinden der Desktop- und Smartphone-Varianten der gleichen Apps.

Doch bevor nun Euphorie aufkommt: Leider tut die App nur wenig von dem, was sie tun könnte. Zum Beispiel gibt es keinerlei Synchronisationsmöglichkeiten. Denn der direkte Datenabgleich ist bei den Unternehmen bekanntlich nicht mehr en vogue. Die wollen stattdessen, dass wir ihre Clouddienste benutzen. Klar: Da hocken sie an einer Schlüsselstelle.

Besonders wenig nützlich ist die App im Zusammenspiel mit einem iPhone. Da geht nicht mehr, als dass man einen Link, den man in Edge am iPhone geöffnet hat, an Edge am Desktop schicken kann. Mit Android sind die Möglichkeiten etwas grösser. Doch trotzdem würde ich diese Ihr-Smartphone-App nun nicht als ein Meisterwerk bezeichnen.

Aber es gibt Alternativen. „Ziemlich mittelmässige Freunde“ weiterlesen

Es geschehen Zeichen und Usability-Wunder

Keine Angst, dieser Beitrag hier artet nicht in einen verfrühten Jahresrückblick aus. Den machen wir jeweils beim Nerdfunk, und damit ist der Sache auch Genüge getan.

Aber eine kleine Sache wäre doch: Mir ist aufgefallen, wie oft ich hier im Blog dieses Jahr über Markdown geschrieben habe. Es waren knapp ein Dutzend Artikel.

Das liegt daran, dass mich das Thema auf zwei Ebenen fasziniert. Erstens natürlich auf der sachlichen Ebene: Es gibt diverse Apps, Dienste und Möglichkeiten, die man ausprobieren, vorstellen und erklären kann.

Zweitens auf der Meta-Ebene: Markdown ist ein spannendes Beispiel für eine untypische Entwicklung. Es gibt sicher Leute (zum Beispiel bei Microsoft), die sie als Rückschritt ansehen würden. Denn wer eine klassische Textverarbeitung wie Word gegen einen Markdown-Editor eintauscht, der ersetzt ein hochgezüchtetes Produkt durch ein viel einfacheres. Der Markdown-Editor hat im Vergleich viel weniger Funktionen. Er ist geradezu primitiv – zumindest oberflächlich betrachtet.

Ich teile die Ansicht nicht. „Es geschehen Zeichen und Usability-Wunder“ weiterlesen

So rein und dumm wie weisses Papier

Ein Leser hat mir neulich den Tipp gegeben, ich solle mir doch einmal iA Writer ansehen. Und damit hat er natürlich recht: Dass ich die in meiner Reihe zu den modernen Text-Edioren bislang ausgelassen habe, grenzt an eine Unterlassungssünde.

Die App gehört nämlich zu den ersten ihrer Art. Sie kam 2010 fürs iPhone und iPad auf den Markt. Inzwischen ist sie auf fast allen Plattformen zu Hause: Auf Windows, Mac und Android. Sie ist auch insofern ein Kind unserer Zeit, als dass die Windows-Version mittels Crowdfunding lanciert worden ist. 823 Leute haben auf Kickstarter 23’575 Franken für die Entwicklung gesprochen.

Und ja, iA Writer ist eine Schweizer Entwicklung. Die NZZ am Sonntag hat am 22. Mai 2011 die App und den Entwickler Oliver Reichenstein vorgestellt: „So rein und dumm wie weisses Papier“ weiterlesen