Ueli, der Windows-Knecht

… den es auch für Mac OS gibt.

Als ich vor Kurzem einem Programm namens Ueli begegnet bin, konnte ich gar nicht anders, als es auszuprobieren. Obwohl es sich um eine Programmsorte handelt, die ich normalerweise ignoriere. Es handelt sich um Alternativen zum Startmenü. Klar, ich bin auch der Meinung, dass das nicht der Weisheit letzter Schluss ist. Aber meistens sind die Alternativen auch nicht über alle Zweifel erhaben.

Ausserdem tritt man sich (bei Windows) häufig unnötige Probleme ein. Drittprogramme, die Systemfunktionen ersetzen, beeinträchtigen oft die Systemstabilität und verursachen Softwarekonflikte. Darum ist meine Empfehlung, sich mit der Standard-Shell abzufinden – falls das irgendwie möglich ist.

Aber Ueli klingt derartig nach einer Schweizer Kreation, dass mein Lokalpatriotismus geweckt wurde – obwohl ich bekanntlich komplett unpatriotisch bin. Doch den einheimischen Software-Erzeugern bloggenderweise einen Stein in den Garten zu werfen, macht einen auch nicht sofort zu einen glühenden Vaterlandsvertreter.

Also, Ueli. „Ueli, der Windows-Knecht“ weiterlesen

Die drei Kinder von Firefox

Pale Moon: Firefox, in der Zeit stehen geblieben.

Neulich bin ich einem Browser namens Pale Moon begegnet. Er verspricht ein eigenständiges Browsererlebnis («A browsing experience in a browser completely built from its own») und eine gute Balance zwischen breiter Anwendbarkeit, Leistung und technischer Förderung des Webs.

Das klang spannend genug, um den Browser auszuprobieren. Nach dem Start stellte sich bei mir allerdings Ernüchterung ein. Pale Moon sieht aus wie Firefox vor sieben, acht Jahren. Es gibt das Menü in der linken, oberen Ecke, das bei Firefox vor Jahren verschwunden ist. Und die Reiterlaschen sitzen direkt auf dem oberen Fensterrand – nicht wie bei Firefox jetzt über der Adressleiste.

Wenn man bei Wikipedia nachliest, dann erfährt man, dass Pale Moon eine Code-Abspaltung (Fork) von Firefox ist. 2009 wurde sie ins Leben gerufen und seit Firefox-Version 12 (April 2012) wird sie unabhängig gepflegt.

Dieser eigenständige Weg hat gewisse Vorteile: „Die drei Kinder von Firefox“ weiterlesen

Ihr habt mich bekehrt

Ich habe neulich zweimal über Editoren geschrieben: Über Sublime Text und dann über Notepad++, mit speziellem Augenmerk auf Markdown. Beide Male haben mir insgesamt mindestens fünf LeserInnen geschrieben, ich solle mir doch Visual Studio Code (VSC) ansehen (hier etwa die Empfehlung von Manuel). Dieser Editor stammt von Microsoft, ist quelloffen und nicht nur für Windows, sondern auch für Mac und Linux zu haben.

Da kann ich natürlich gar nicht anders, als diese Empfehlung aufzugreifen. Erstens ist es per se bemerkenswert, wenn sich Microsoft für Open-Source und Linux einsetzt. (Für mich wirkt es noch immer kontraintuitiv, ein solches Programm vor der Nase zu haben – auch wenn ich natürlich weiss, dass Microsofts Engangement inzwischen Jahre zurückreicht. Schon vor zehn Jahren war es Thema in Digitalk 84. Und hier habe ich die Linux-Möglichkeiten in Windows vorgestellt.)

Zweitens wäre das Programm eine interessante Wahl, weil es für alle wichtigen Plattformen zur Verfügung steht – und obendrein einen ansprechenden Eindruck erweckt. Stellt sich also die Frage: Löst Microsoft alle meine Probleme? „Ihr habt mich bekehrt“ weiterlesen

Ein alter Editor-Hase lernt einen neuen Markdown-Trick

Neulich habe ich einen hübschen Editor namens Sublime Text vorgestellt. Der beherrscht, nebst vielen anderen Dingen, auch Markdown. Da ist mir ein Gedanke gekommen, der eigentlich hätte naheliegend sein müssen. Nämlich: Kann ich mit dem Windows-Editor meiner Wahl auch Markdown-Dokumente verfassen?

Der Windows-Editor meiner Wahl ist das Textmonster, auch bekannt unter seinem offiziellen Namen Notepad++. Ich schätze den nicht wegen der Oberfläche. Aber unter anderem wegen der Open-Source-Lizenz (GPL), wegen der Split-View-Ansicht (Ansicht > Zur anderen Ansicht wechsen) und wegen den Erweiterungen wie Python Script (siehe z.B. hier oder hier).

Also: Ist Notepad++ auch eine gute Wahl, wenn man Markdown-Texte schreiben will?

Die einfache Antwort ist: „Ein alter Editor-Hase lernt einen neuen Markdown-Trick“ weiterlesen

Sublime Text: Viele Stärke und eine unverzeihliche Schwäche

Wenn man Mac OS 10.15 alias Catalina installiert, müssen die Programme mit 32-bit-Architektur über die Klippe springen. Auf meinem Macbook hat es einige altgediente Programme erwischt, die ich jetzt ersetzen muss – was immerhin einige Beiträge hier im Blog abwirft.

Eines der auf der Strecke gebliebenen Programme ist Text Wrangler. Das ist der Texteditor, den ich auf dem Mac seit Jahren benutze. Ich schätze ihn, weil er mit Apple Script kooperiert und deswegen gut für Automatisierungsaufgaben geeignet ist. Im Beitrag  Wegen Dingen wie AppleScript habe ich Apple noch nicht abgeschrieben habe ich ein solches Projekt beschrieben: Ich exportiere die Textelemente aus meinen Final-Cut-Projekten, damit sie im Korrektorat gegengelesen werden können.

Wenn man nach einer 64-bit-Variante sucht, dann wird einem vom Hersteller beschieden, es gebe das Programm nicht mehr. Man solle stattdessen auf BBEdit umsteigen. Was ich nicht getan habe. Mir gefällt die Optik nicht sonderlich gut und mir ist der Preis von 50 US-Dollar zu hoch.

Darum benötige ich eine Alternative. Am liebsten wäre mir, es gäbe Notepad++ für den Mac. Doch dieser Wunsch wurde bislang nicht erhört. Darum ist an dieser Stelle der Moment gekommen, Sublime Text anzusehen. Das ist einer der populärsten Editoren überhaupt. Und den gibt es für Windows und Mac. „Sublime Text: Viele Stärke und eine unverzeihliche Schwäche“ weiterlesen

Den Datensammlern eine lange Nase!

Ich hatte letzthin eine Cookie-Erfahrung, die mich nachhaltig traumatisiert hat. Um mich zu therapieren, habe ich die Erkenntnisse zum Thema auf den neuesten Stand gebracht: Was den Trackingschutz angeht, gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht.

Die gute Nachricht: Wer mit einem Desktop-Computer im Netz unterwegs ist, hat inzwischen sehr gute Instrumente zur Verfügung. Das gilt selbst für die Leute, die keine Lust haben, Browser-Erweiterungen (wie zum Beispiel Ghostery) zu installieren. Man muss allerdings gewillt sein, Firefox zu benutzen. Denn während sich die Browser in vielen Bereichen nicht gross unterscheiden, sind die Funktionen zum Datenschutz bei Firefox ein echtes Unterscheidungsmerkmal.

Das ist auch kein Wunder: Denn die Mozilla-Stiftung ist in der idealen Position, eine harte Linie zu fahren. Anders als zum Beispiel Google, wo das Datensammeln zum Kern der Geschäftstätigkeit gehört. Und auch Apple kann es sich leisten, Haltung zu zeigen.

Firefox jedenfalls hat die Schutzfunktionen in der letzten Zeit kontinuierlich ausgebaut. Die Version 70 von Safari Firefox bringt noch einmal einen wichtigen Schritt. „Den Datensammlern eine lange Nase!“ weiterlesen

Fröhliche PDF-Vereinigung

Das PDF-Format ist, behaupte ich, etwas vom Besten, was Adobe je gemacht hat. Daran halte ich fest – auch wenn ich ein Format vorziehen würde, das komplett frei von Patenten ist.

Das papierlose Büro ist ohne PDF nicht denkbar. Und ich archiviere mein Recherchematerial aus dem Internet in PDF-Form. Denn so habe ich alle meine Informationen noch greifbar, selbst wenn die Originalquellen nicht mehr verfügbar sein sollte. Was bekanntlich häufiger vorkommt, als einem lieb sein kann.

Leider unterstützt Windows das PDF-Format nach wie vor nur unzureichend. Man bekommt seine PDF-Dateien zwar inzwischen auch ohne den Adobe Reader zu Gesicht. Microsoft Edge zeigt sie an und bietet auch rudimentäre Bearbeitungsmöglichkeiten: Textmarkierung und Kommentar. Doch andere Funktionen wie Seiten hinzufügen, löschen, umstellen, etc., gibt es nach wie vor nicht.

Man kann sich dafür mit Webdiensten behelfen. Ich habe in letzter Zeit einige vorgestellt: pdfbob.com (Wenn Bob über eure PDFs herfällt), Pdfshrink.com (Der Shrink fürs PDF), SmallPDF (Etwas vom Besten, was Adobe je gemacht hat) und pdfcandy.com (Ein Zückerchen für PDF-Nutzer).

Aber eben: Es kommt immer wieder vor, dass eine PDF-Datei vertraulich ist, sodass man sie nicht einfach ins Web hochladen will. Dann braucht man ein Programm, mit dem man die Aufgabe offline erledigt.

Und für diesen Zweck wäre eine App aus dem Microsoft Store die beste Wahl: „Fröhliche PDF-Vereinigung“ weiterlesen

Mailprogramme, die nicht so schlimm stinken

Meine ausführliche Testaktion von Desktop-Mailanwendungen hat zu einem banalen Resultat geführt. Ich setze nun hauptsächlich das Programm ein, das ich nebenbei schon immer im Einsatz hatte. Es ist, Achtung Antiklimax!, Mozilla Thunderbird. Die Details zu diesem halben Umstieg gibt es im Beitrag So donnert das Mail!.

Völlig sinnlos war die kleine Testreihe aber nicht. Ich hatte mehr als genug Material, um die Erkenntnisse zu einem Patentrezept-Video zu verarbeiten. Wer nun nicht die knapp zehntausend Worte lesen möchte, die ich hier im Blog zu den modernen Mail-Apps zum besten gegeben habe, kann sich auch einfach das etwa dreiminütige Video reinziehen.


Sie brauchen ein neues Mailprogramm!

Wer nun trotzdem an den Detail interessiert ist, findet die in dieser Übersicht: „Mailprogramme, die nicht so schlimm stinken“ weiterlesen

Die Oldtimer im Softwarebereich

Das war mal eine Büchse der Pandora, die ich mit einem Facebook-Beitrag und einem Tweet geöffnet habe! Ich habe nämlich die Frage gestellt, welche Uralt-Programme in meiner Blase noch so benutzt werden. Das Resultat war eine Flut von Nennungen, die ich versucht habe, in einem Artikel für den Tagi zu kanalisieren – und in einem Video, in dem ich drei der Programme näher vorstelle.

Es sind (nicht ganz) zufälligerweise drei Programme, die nicht ganz so bekannt sind wie Word, Excel, Outlook oder Filemaker. Der Datenbank-Opa ist übrigens der geheime Gewinner dieser Umfrage, wie ich finde. Er stammt von 1985 und ist 34. Das ist in Softwarejahren mindestens fünfstellig – so steinalt wie Methusalix.

Und trotzdem hat das Programm noch viele Fans. Ich habe es nicht im Detail ausgezählt, aber es war sonnenklar, dass Filemaker die meisten Nennungen hatte. Was nach einem Nachfolge-Video zu diesem Produkt schreit, das dann auch schon in der Pipeline ist.

Im aktuellen Video ging es um drei Shareware-Programme, die drei Gemeinsamkeiten haben: Sie haben alle eine angestaubte Oberfläche, stammen bezüglich Bedienung aus einem anderen Jahrhundert – und wenn man sie beherrscht, ist man mit ihnen unglaublich effizient. „Die Oldtimer im Softwarebereich“ weiterlesen

So donnert das Mail!

Nach meiner ausführlichen Aktion mit dem Test von vier Mailprogrammen (Mailbird, Em Client, Mailspring und The Bat!) bin ich zum Schluss gekommen, dass die naheliegende Alternative zum Handkuss kommt: Mozilla Thunderbird.

Das ist leider überhaupt nicht originell. Aber manchmal bringt es nichts, auf Teufel komm raus originell sein zu wollen. Denn auch die Schwarmintelligenz sagt, dass Thunderbird die beste Wahl ist. Bei Alternativeto.net hat Mozillas Mailprogramm mit Abstand die meisten Likes (1912).

Beim Wechsel des Mailprogramms stellt sich üblicherweise ein Problem. Nämlich das der Datenübernahme. Es gibt zwar gewisse Standards für die Mailablage (Mbox, Maildir bzw. Eml). Aber typischerweise betreibt jedes Programm seinen proprietären Wildwuchs. Man kann auf eine Import- oder Exportfunktion hoffen oder ein Übersetzungsprogramm nutzen (ich empfehle jeweils Mailstore, siehe Vier Tricks fürs altehrwürdige E-Mail). „So donnert das Mail!“ weiterlesen