So ordentlich war Windows noch nie

Seit sieben Jahren, also mit Erscheinen von Windows 8, ist Microsoft dabei, das Betriebssystem neu zu erfinden. Dabei haben sich viele Dinge verändert; vor allem der Look und das Startmenü mit seinen Kacheln. Mir scheint es Microsoft ein wirkliches Anliegen zu sein, das System moderner und benutzerfreundlicher zu machen.

Das zeigt sich daran, dass die schwer zu durchschauende und für viele Nutzer überfordernde Systemsteuerung durch die deutlich zugänglichere Einstellungen-App ersetzt wird. Es gibt die Systemsteuerung zwar noch, aber man braucht sie nur noch selten. Und irgendwann wird sie entweder entfernt werden oder aber einfach in Vergessenheit geraten.

Die Einstellungen-App nimmt nicht nur die Aufgaben der Systemsteuerung wahr, sondern kümmert sich auch um Dinge, für die man früher separate Programme benutzt hat. Ein gutes Beispiel dafür ist die Entsorgung von Datei-Altlasten. Dafür gab es früher (und gibt es noch) ein eher banales Progrämmchen namens Datenträgerbereinigung.

Das hat die Aufgabe mehr schlecht als recht erfüllt. „So ordentlich war Windows noch nie“ weiterlesen

Pseudo-Fortschritt bei Windows

Microsoft ergänzt das altbewährte Snipping Tool durch ein Ding namens Ausschneiden und skizzieren, das es bislang als separate App im Windows Store gab. Das soll den Umgang mit Bildschirmfotos (Denglisch: Screenshots) verbessern. Zum Schicksal des Snipping Tools gibt es widersprüchliche Angaben. Erst hiess es, es würde verschwinden. Hier heisst es folgendes:

Currently, we are not planning to remove the Snipping Tool in the next update to Windows 10 and the consolidation work underway will be a feedback and data-driven decision.

Das Snipping Tool wird nicht sofort verschwinden. Ob es erhalten bleiben wird, hängt von den Rückmeldungen der Leute ab. Und davon, ob die Telemetrie-Daten zeigen, dass die Leute es weiterhin benutzen.

Für die allermeisten Windows-Nutzer dürfte die Frage annähernd irrelevant sein. Für mich ist sie es nicht, weil ich es sehr häufig mit Screenshots zu tun habe, Ich fabriziere sie als Tech-Journalist und als Blogger. Ich bin von der Neuerung somit persönlich betroffen – und ich nehme sie auch ein bisschen persönlich.

Darum hier das gewünschte Feedback zu Handen von Microsoft. In einem Satz: Die neue App ist ein Rohrkrepierer. „Pseudo-Fortschritt bei Windows“ weiterlesen

Unterschriften auf digitale Dokumente krakeln

Für viele Aufgaben ist ein «richtiger» Computer das bessere Werkzeug als ein Smartphone oder Tablet – davon bin ich weiterhin überzeugt. Doch es gibt Ausnahmen: Digitale Dokumente, die man mit Unterschrift versehen retournieren sollte, nimmt man sich besser am Smartphone vor.

Das iPhone hat eine praktische Funktion, mit der man PDFs unterschreiben kann, sogar direkt in der Mail-App. Darum kommt dieser Tipp auch im Video vor, das im Beitrag Für Leute mit und ohne Sockenhalter vorzufinden ist. Apple beschreibt die Sache im Beitrag Markierungen auf dem iPhone, iPad oder iPod touch verwenden.

Wenn man sich fragt, wie das bei den Desktop-Betriebssystemen aussieht, dann kommt man zu einem zwiespältigen Bild. Apple jedenfalls will sich nicht lumpen lassen. „Unterschriften auf digitale Dokumente krakeln“ weiterlesen

So muss Chrome!

Statt Google Chrome sollte man Firefox verwenden. Diese Empfehlung schreibe ich hier nicht zum ersten Mal. Die Begründung ist einfach: Man sollte nicht alle seine Eier in ein Körbchen legen, wie der Engländer sagt. Wenn man googelt, gmailt, googledoct, googlefotografiert, und googleDNSt, dann schadet es nicht, wenigstens beim Browser für etwas Abwechslung zu sorgen. Abgesehen davon ist Firefox auch einfach der bessere Browser als Google Chrome.

Da ich weiss, dass ihr nicht auf mich hört, empfehle ich heute trotzdem eine Erweiterung für Chrome. Sie heisst Cato, ist kostenlos und fügt dem Browser eine Befehlszeile hinzu. Klingt schräg, ist aber gar nicht so absurd: Statt mit Menübefehlen zu hantieren, tippt man close ins Suchfenster, drückt einmal die Pfeiltaste nach unten, um zum Befehl Close all tabs except current zu gelangen und betätigt Enter. Und schon werden alle Reiter geschlossen, ausser derjenige, den man gerade im Vordergrund hat.

Würde man das gleiche auf herkömmlichem Weg tun wollen, müsste man zur Maus greifen, mit der rechten Maustaste auf den aktuellen Reiter klicken und den Befehl Andere Tabs schliessen aus dem Kontextmenü auswählen. „So muss Chrome!“ weiterlesen

Velofahren und Pascal verlernt man nicht

Neulich habe ich eine alte Leidenschaft wieder aufflammen lassen. Die Gründe, das zu erläutern, würden diesen Blogpost hier sprengen. Abgesehen davon habe ich sie bereits in diesem Blogpost in extenso erklärt. Die alte Leidenschaft ist das Programmieren in Pascal – übrigens nachträglich noch alles Gute an Niklaus Wirth zum 85. Geburtstag. Er hat Pascal erfunden und einen nicht unwesentlichen Anteil dazu beigetragen, dass ich Spass am Programmieren entwickelt habe.

Nun, man muss keine Professur in Informatik haben, um zu erkennen, dass die Bedeutung von Pascal in den letzten Jahren abgenommen hat. Wenn man sich heute entscheidet, die Karriere eines Code monkeys einzuschlagen, dann tut man gut daran, andere Sprachen zu lernen. Die Empfehlungen hier sind Java, Python, Javascript, C#, PHP und Perl. Und aus unerfindlichen Gründen C++, immer noch! Spannend fände ich auch Apples Programmiersprache Swift. Siehe dazu hier: Es gibt dümmere Freizeitbeschäftigungen

Doch ganz obsolet ist Pascal nicht. Erstens, weil Programmiersprachen langsam sterben. „Velofahren und Pascal verlernt man nicht“ weiterlesen

Das allzu patente Aufräumrezept

Mir war die Dame nicht bekannt, bevor die Gattin neulich auf dem Sofa ihre Netflix-Show angemacht hat. Eine zierliche Japanerin, die immer mit ihrer Übersetzerin unterwegs ist und Leute aufsucht, die mit dem Puff in ihrer Wohnung nicht mehr zurande kommen.

Die Frau fährt in einem Van bei ihren Klienten vor, der seinerseits alles andere als zierlich ist. Sie übernimmt sogleich das Kommando und erklärt, dass nun ein neuer Lebensabschnitt beginnen werde. Sie begrüsst in einem seltsamen esoterischen Ritual die Wohnung. Dann instruiert sie ihre Klienten erst einmal alle Klamotten auf einen Haufen zu werfen. Die müssen nun jedes einzelne in die Hand nehmen. Wenn es «Freude entfacht», dann darf es bleiben. Wenn nicht, dann nicht.

Und so banal die Show auch ist – und so einfallslos produziert –, so einleuchtend ist ihr Potenzial: Leute, die sich beim Aufräumen helfen lassen müssen, wecken ein bisschen Mitleid und viel, viel Häme. Die Show gibt einem ein wohliges Überlegenheitsgefühl, weil man selbst in der Lage ist, ab und zu mal ein bisschen für Ordnung zu sorgen. „Das allzu patente Aufräumrezept“ weiterlesen

Microsoft, so kann ich immer noch nicht arbeiten

Neulich habe ich mich über Mietsoftware aufgeregt. Beileibe nicht zum ersten Mal – siehe Microsoft, so kann ich nicht arbeiten, Adobe, so kann ich nicht arbeiten und I love you, you pay my rent. Der Grund dieses Mal: Ich habe bei meinem Microsoft-Konto auf die Zwei-Faktor-Authentifizierung umgeschaltet. Bei Microsoft heisst das zweistufige Überprüfung. Hier gibt es eine kurze Beschreibung und im Video hier führe ich es vor.

Diese Änderung hatte eine unerwartete Nebenwirkung. Als ich das nächste Mal mit Word etwas schreiben wollte, war das nicht möglich. Office war nicht einsatzbereit. Nicht nur das: Das Programm war überhaupt nicht mehr da. Ich würde vermuten, dass Office 365 nicht komplett gelöscht, sondern versteckt worden ist. Aber egal – das Resultat war, dass ich noch nicht mal mehr ein vorhandenes Dokument öffnen konnte.

Das ist genauso überraschend wie ärgerlich. Ich war der Meinung, dass Office in den reduced functionality mode wechselt, wenn die Gültigkeit des Abos nicht überprüft werden kann. So steht es hier kurz und bündig für die Home- und Personal-Versionen und hier ausführlich für die Business-Varianten.

Ausserdem gab es keine Gnadenfrist oder Warnung. „Microsoft, so kann ich immer noch nicht arbeiten“ weiterlesen

Apps gegen das Organisations-Chaos

Ich bin nun nicht gerade ein leuchtendes Vorbild an Selbstorganisation und planhafter Arbeit. Ich bin eher ein Single-Tasker als einer, der gleichzeitig mehrere Fäden in der Hand hält (Aber wieso auch nicht? Siehe Multitasking ist produktiv? Ein fataler Irrtum). Darum bin ich nur bedingt berufen, den Leuten Tipps zu geben, wie sie ihren Alltag organisieren sollen.

Ich tue es trotzdem – denn beurteilen, welche Apps und Webdienste etwas taugen, kann ich. Und da ich meine diversen Deadlines immer einhalte, funktioniert meine Methode (anstehende Aufgabe mit Vollgas erledigen, dann den Kopf für die nächste befreien) ganz gut.

Also, es geht im neuesten Patentrezept-Video um Apps und Webdienste, mit denen man seine Aufgaben plant, die Übersicht über Projekte behält und für sich oder zusammen mit Mitstreitern am gleichen Strick zieht (möglichst auch in die gleiche Richtung). Es gibt drei unterschiedliche Ansätze: Die klassische Pendenzenliste in digitaler Form, die Pomodoro-Methode und die Kanban-Tafeln.

Die ergeben zusammen eine breite Palette an Möglichkeiten, wie man sich organisieren und mit anderen abstimmen könnte. „Apps gegen das Organisations-Chaos“ weiterlesen

Wie ich in zwanzig Jahren die Welt retten werde

Als Journalist hat man seine Lieblingsthemen. Auf denen arbeitet man sich immer mal wieder ab. Es kann unterschiedliche Gründe geben, wenn man nicht loslassen kann. Da sind die unerfreulichen Motive: Wenn man das Gefühl hat, dem Thema nicht gerecht geworden zu sein oder es nicht erschöpfend behandelt zu haben. Oder wenn es einem es bitzeli an Ideen mangelt.

Selbstverständlich gibt es auch hehrere Motive für widerkehrende Motive: Zum Beispiel eine Unzahl von Facetten, die man aus allen möglichen und unmöglichen Blickwinkeln beleuchten könnte. Das gilt dann genauso fürs literarische wie fürs journalistische Fach: Manche Schriftsteller beschäftigen sich ihr ganzes Leben lang mit der Liebe, dem Tod, ihrer Mutter oder der ignoranten Gesellschaft. Oder mit der Frage, welches die schleimigste Gattung Aliens sind, die man sich ausdenken könnte. „Wie ich in zwanzig Jahren die Welt retten werde“ weiterlesen

Windows 7 ist auf dem Weg nach draussen

Microsoft unterstützt die meisten Produkte während fünf Jahren, manche sogar zehn Jahre. Windows 7 gehört zu der zweiten Kategorie: Da das Betriebssystem am 22. Oktober 2009 auf den Markt gekommen ist, nähert sich nun das des Supportlebenszyklus’, wie das in Deutsch heisst. (In Englisch: End of Life.) Mit einer leichten Nachspielzeit wird es ab dem 14. Januar 2020 keine Sicherheitsupdates mehr geben.

Was das heisst, ist eigentlich klar: Man kann dieses Betriebssystem nicht mehr sicher betreiben. Es führt kein Weg an einem Update vorbei. Microsoft empfiehlt, wenig überraschend, den Umstieg auf Windows 10: «Es ist wichtig, zu einem modernen Betriebssystem wie Windows 10 zu wechseln, für das die neuesten Sicherheitsupdates geliefert werden, um sich und Ihre Daten zu schützen», schreibt der Konzern in einem Supportdokument.

Der Wechsel zu Windows 10 ist naheliegend. Natürlich kann man seinen Computer auch auf Linux umrüsten oder ihn ausrangieren und dafür einen Mac anschaffen. Nur eines sollte man nicht nun:  „Windows 7 ist auf dem Weg nach draussen“ weiterlesen