Bei Windows ist immer etwas los

Der Windows-Taskmanager ist eines der Systemprogramme, die man am iPhone vermisst – einfach, weil es einem das Gefühl gibt, selbst Herr und Meister seines Recheninstruments zu sein. (Ja, ich weiss, es gibt den Task Switcher. Aber der ist zwar hübsch, aber auch allzu banal. Und Programme von Drittherstellern wie das hier sind in der Funktionsweise zu eingeschränkt.)

Wer den Taskmanager à la Microsoft nicht kennt, ist wahrscheinlich kein Kind der klassischen PC-Ära. Oder jemand, der nie die Neugierde verspürt hat, in jeden Winkel des Betriebssystems zu schauen. Für mich gehörte das Herumspielen mit diesem Programm genauso dazu wie das Durchstöbern der Systemverzeichnisse und das Anklicken jeder einzelnen Exe-Datei, die es irgendwo zu finden gab. Darum ist tatsächlich auch ein bisschen Nostalgie damit verbunden, wenn ich heute über das Programm schreibe, dass man heute hoffentlich nicht mehr braucht, weil sich das Betriebssystem selbst ganz gut managt. „Bei Windows ist immer etwas los“ weiterlesen

Skype, Facebook und Instagram auf Irrwegen

Skype scheint in einer Art Identitätskrise zu stecken. Letztes Jahr wollte Microsoft den altehrwürdigen Videotelefoniedienst in eine Art Social-Media-Netzwerk umbauen. Man konnte sogar eine Art Story über seinen Tag anfertigen. Ja, Microsoft hat bei Skype tatsächlich eines der Features von Facebook (oder ursprünglich von Snapchat) kopiert, die uns schon bei Snapchat kaltgelassen haben und bei Facebook auf den Wecker gegangen sind. Ob das eine vielversprechende Strategie ist?

Nein, natürlich nicht. Man hat auf diesem Weg keine neuen Nutzer dazugewonnen. Denn wieso sollte jemand, der auf Snapchat (oder meinetwegen bei Facebook oder Instagram) mit Leidenschaft jeden Tag seine Story veröffentlicht, das gleiche nochmals bei Skype tun? Und wer es bei Snapchat, Facebook und Instagram nicht tut, der tut es auch bei Skype nicht.

Das hätte Microsoft schon erkennen können, bevor sie mit viel Aufwand ein bewährtes Produkt in einen sinnlosen Snapchat-Klon umgebaut haben. „Skype, Facebook und Instagram auf Irrwegen“ weiterlesen

Bevormundung am Arbeitsplatz

Ich verstehe, dass es in Unternehmen gewisse Einschränkungen gibt, was die Nutzung des Arbeitsgeräts angeht. Man muss die Nutzer daran hindern, aus Unkenntnis oder Frustration dieses Arbeitsgerät oder gleich das ganze Unternehmen lahmzulegen. Denn anders als bei Motorsägen, Schaufelbaggern, Teigmischmaschinen, Bolzenschussgeräten sind viele Arbeitnehmer in der Nutzung ihrer PCs nur oberflächlich oder gar nicht geschult.

Das hat damit zu tun, dass dieser PC nicht zentrales Werkzeug, sondern bloss Mittel zum Zweck angesehen wird. Ein Goldschmied betrachtet Hammer, Amboss, Zangen, Feilen, Sägen, Schleifen, Lupen und Lehren als integrale Bestandteile seiner Kunst. Der Computer dagegen – der steht halt auf dem Schreibtisch, weil er zufälligerweise die Schreibmaschine verdrängt hat.  „Bevormundung am Arbeitsplatz“ weiterlesen

Etwas für die Sicherheit tun

Es ist eine kleine Tradition, dass ich mit bei den Patentrezept-Videos mit einem Sicherheitstipp ins neue Jahr starte. 2018 mit Tipps zum Schutz vor Sicherheitslücken, 2017 mit der Frage, ob man denn gehackt worden sei. 2016 hatte sich dieser Brauch noch nicht etabliert. Da hiess das Video Lustgewinn beim Surfen und bot immerhin u.a. einen Tipp zu mehr Datensicherheit im Browser.

2019 hat es sich angeboten, die Tradition weiterzuführen. Denn es gab in der ersten Januarwoche den grossen Doxing-Fall, bei dem persönliche Informationen von Politiker und prominenten Internetnutzern in die Öffentlichkeit geraten sind.

Nun zeichnet sich dieser Fall dadurch aus, dass sehr viele Dinge nicht bekannt sind. Beispielsweise, woher die Daten eigentlich stammen, die über den Twitter-Account @_0rbit in Umlauf gebracht worden sind. Es wurden offenbar viele Quellen ausgewertet: Solche aus älteren Hacks und öffentlich zugängliche. Ausserdem sollen Methoden des Social Engineerings zum Einsatz gelangt sein. „Etwas für die Sicherheit tun“ weiterlesen

Ein neuer Markdown-Liebling mit schlimmen Marotten

Das ist der zweite Teil der epischen Saga. Zur Erinnerung: Wir sind mit der Mission aufgebrochen, hier zusammen den schönsten aller Markdown-Editoren zu finden. Heute ist Typora dran. Dieses Programm gibt es kostenlos für Windows, Mac und Linux.

Typora präsentiert sich so minimalistisch, dass man diesen Editor leicht mit dem Windows-Editor (Notepad) verwechseln könnte. Aber nur auf den ersten Blick. Man merkt schnell, dass bei Typora eine Design-Absicht hinter der kargen Erscheinung steckt und nicht bloss Feature-Armut. Es gibt zum Beispiel einen angenehmen Abstand zwischen Fensterrand und Text. Bei Notepad kleben die Buchstaben direkt am Menü und an den Kanten, was nicht schön aussieht. Und die Bildlaufleiste am rechten Rand ist hübscher als der typische Windows-Scrollbalken: Bloss eine dezente, schmale Fläche im Verhältnis des sichtbaren zum ganzen Text.

Oberfläche

Typora hat, anders als die meisten Markdown-Programme, keine zweigeteilte Oberfläche.  „Ein neuer Markdown-Liebling mit schlimmen Marotten“ weiterlesen

7-Zip sollte jeder kennen

Ich bespreche hier nicht immer nur brandneue Programme, sondern manchmal auch die Klassiker – die es schon seit (fast) immer gibt und die nicht wegzudenken sind. Weil sie so selbstverständlich sind, könnte man meinen, sie seien nicht der Rede wert. Doch wenn man sie einmal nicht zur Verfügung hat, sieht man, wie falsch diese Annahme ist.

Eines dieser unverzichtbaren Programme ist 7-Zip. Das gibt es (laut Wikipedia) seit 1999, und es sieht aus, als sei seit der erste Version an der Oberfläche rein gar nichts mehr verändert worden: Es ist optisch ein ziemlich dröges Programm – so, wie es sich für ein Open-Source-Produkt gehört. Was dieses Programm ausmacht, sind die inneren Stärken: Es beherrscht viele der gängigen Formaten für die Datenkompression.

Wem dieser Begriff nichts sagt: Die Datenkompression verringert die Grösse von Dateien, indem wiederkehrende Datenmuster verkürzt abgespeichert werden.  „7-Zip sollte jeder kennen“ weiterlesen

Microsoft hat es komplett versemmelt

Microsoft hat es beim letzten Update für Windows 10 komplett versemmelt. (Manchen wären an dieser Stelle sicher auch noch drastischere Vokabeln eingefallen, aber ich wollte keine entsprechende Visualisierung als Beitragsbild haben.) Ein Update fürs Betriebssystem hat Datenverlust verursacht und bei manchen Benutzern die Ordner Dokumente und Bilder zum Verschwinden gebracht. Von wegen «Ihre Dateien befinden sich dort, wo Sie sie zuletzt abgelegt haben»! Microsoft war gezwungen, die Auslieferung zu stoppen, nachzubessern und das Update erneut zu veröffentlichen. Wie Heise schreibt, war es kein völliges Desaster, weil die Verteilung noch nicht ans breite Publikum erfolgte, sondern erst an Leute, die explizit danach gesucht haben.

Es gab noch andere Probleme mit der Build 1809, nämlich Bluescreens und Probleme mit den Audio-Treibern, die zum Beispiel hier aufgedröselt werden – plus weitere, siehe Kommentar. Da stellt sich natürlich die Frage, ob Microsoft den eigenen Ansprüchen mit zwei grossen Funktionsupdates im Jahr noch gewachsen ist.

Denn schon früher war Kritik laut geworden. Im Beitrag Apples Behauptungen zum Trotz: Der PC hat noch viele Fans wird Susan Bradley erwähnt, die zusammen mit anderen Windows-Experten den Microsoft-Chef Satya Nadella aufgefordert hatte, mehr für die Zuverlässigkeit der Updates zu tun. Eine Umfrage zur Kundenzufriedenheit hatte erschütternde Resultate ergeben.  „Microsoft hat es komplett versemmelt“ weiterlesen

Einen fotografischen Anfängerfehler korrigieren

Neulich habe ich die Nikon Z6 getestet. Dabei ist mir ein peinlicher Anfängerfehler unterlaufen. Ich habe bei der Inbetriebnahme nämlich die Datums- und Zeiteinstellung nicht überprüft. Allerdings hat mich die Kamera auch nicht dazu aufgefordert, wie wohlerzogene Kameras das tun sollten. Vielleicht war sie als Journi-Testgerät schon vorkonfiguriert (bzw. verkonfiguriert). Oder sie verzichtete darauf, weil sie per GPS oder über die App automatisch mit der richtigen Zeiteinstellung versorgt werden könnte.

Wie auch immer: Wegen meines Versäumnisses behaupteten nun einige meiner Testbilder in den Metadaten, sie seien schon im Februar dieses Jahres aufgenommen worden. Das bringt jegliche Sortierung in irgend einer App durcheinander und ist allein deswegen inakzeptabel. Aber natürlich fordert ein Metadaten-Pedant wie ich schon aus Prinzip, dass Fotos ein korrektes Aufnahmedatum aufweisen.

In Lightroom kann man das Aufnahmedatum bekanntlich einfach korrigieren. „Einen fotografischen Anfängerfehler korrigieren“ weiterlesen

Tricks fürs Jagen und Sammeln im Web

Die Browser wandeln sich. Wenn wir uns zurück erinnern, wie sie früher ausgesehen haben, dann packt uns das nackte Grauen. Naja, mich wenigstens. Andere werden vielleicht sentimental – denn es gibt Leute, die Anstrengungen unternehmen, damit «Windows 10 im XP-Look erstrahlt» (echt jetzt, «PC-Tippp»?!)

Allerdings bleiben gewisse Funktionen unangetastet. Zum Beispiel die Lesezeichen, neudeutsch Bookmarks. Die gibt es, seit es Browser gibt. Doch meine Theorie ist, dass sie selten genutzt werden – zugegeben, die Theorie basiert auf anekdotische Evidenz, wobei ich mich auf mich selbst berufe.

Mit anderen Worten: Ich nutze kaum mehr Lesezeichen; und ich erkläre im Video hier auch, weshalb das so ist: „Tricks fürs Jagen und Sammeln im Web“ weiterlesen

Verhungere nicht. (Und zünde dich nicht an.)

«Don’t starve, bitte nicht verhungern», ist ein guter Ratschlag für viele Regionen dieser Erde. Bei uns müsste er mutmasslich eher «Überfriss dich nicht» heissen. Aber das ist eine moralische Betrachtungsweise, die für das Thema nicht angebracht ist. Denn wenn man mit Moral ans Werk gehen möchte, wäre die Empfehlung wahrscheinlich: «Willst du nicht lieber an die frische Luft gehen, statt schon wieder am Smartphone/Computer abzuhängen?»

Da ich ein Stubenhocker bin, wäre die Antwort auf diese Frage sowieso ein klares Nein. Es geht um ein Spiel, das man auf allen möglichen und unmöglichen Plattformen spielen kann. Windows, Mac und Windows bei Steam, iPhone und iPad und Android, um nur einige zu nennen. Der Preis variiert je nach Plattform und Darreichungsform (Bundles) und beläuft sich irgendwo zwischen 10.50 Franken und 99 Rappen. Ich glaube, ich habe 4.50 dafür bezahlt.

In «Don’t starve» regnet es häufig, und die Hauptfigur hat dementsprechend schlechte Laune. Sie irrt durch eine karge Welt und muss sehen, wie sie nicht vom Fleisch fällt. Dazu sammelt sie Beeren, Blütenblätter und andere Dinge. Manche lassen sich direkt vertilgen, doch wer mit der menschlichen Natur (oder Minecraft) vertraut ist, der weiss natürlich, dass es damit nicht getan ist. Man möchte die Welt um einen herum verändern, gemütlicher machen und seine Existenz vom nackten Überlebenskampf in ein angenehmes Dasein verlagern.

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