Gadget-Hilfe für Bio-Nilpen

Für den Tagi habe ich den Pflanzensensor von Koubachi.com angeschaut, den mir Digitec freundlicherweise zum Testen zur Verfügung gestellt hat.

Der Sensor ist wie geschaffen für Nerds, in denen der Wunsch gereift ist, sich nicht nur mit Pizzaschachteln, sondern auch mit etwas Grünzeug zu umgeben. Für Leute wie mich, die zwar ein digitales Händchen, aber keinen grünen Daumen haben. Sprich: Sie in einer Programmiersession oder während eines Rekord-Laufs mit Temple Run 2 auch mal das Giessen vergessen. Oder gleich für sechs Monate auf Vorrat giessen und dann erstaunt sind, dass es in der Wohnung moderig riecht.

130430-sensor.jpg
Sensor und Drago mit Aussicht.

Im Kern ist die Koubachi-App (kostenlos im App Store dazu da, einen ans Giessen, Besprühen und Düngen zu erinnern. Und da Nerds und andere biosphärenunaffine Zeitgenossen keinen blassen Schimmer von den Bedürfnissen eines botanischen Mitbewohners haben, gibt es in der App die Plant Care Engine. „Gadget-Hilfe für Bio-Nilpen“ weiterlesen

Nieder mit den Software-Bundles

Ich wundere mich immer wieder darüber, dass Microsoft es zulässt, dass die Hardwarehersteller Windows mit ihrer nutzlosen Crapware verunstalten. Sie tun es. Aber als ob das nicht schon genug digitalen Müll auf die Computer spülen wurde, greift eine neue Unsitte um sich: Die Software-Bundles.

Das heisst: Man will sich eine Software laden, und erhält nicht nur die eigentliche Software, sondern obendrein eine fancy Browser-Toolbar, einen total hippen Sicherheitsscanner, und die Standard-Suchmaschine wird einem verdankenswerterweise auch gleich noch umgestellt. Das ist, um es ganz direkt zu sagen, schlechter Anstand und eine Sauerei.

130429-softwarebundle-flash-player.jpg
Muss das sein, Adobe?

Adobe geht mit schlechtem Beispiel voran
Apple hat phasenweise Safari mit iTunes gebündelt. Als ob der Flash-Player für sich selbst nicht schon genügend Stabilitätsprobleme verursachen würde, will einem Adobe noch ein Teil namens McAfee Security Scan Plus unterjubeln. Das macht nichts, ausser anzuzeigen, ob eine Firewall oder eine Sicherheitssoftware vorhanden ist. Das kann Windows auch von Haus aus. Es ist, natürlich, eine reine Promo-Software, und Adobe verdient sich damit ein kleines Taschengeld dazu. Sie haben es offenbar nötig.
„Nieder mit den Software-Bundles“ weiterlesen

So schön kann schlechtes Wetter sein

Vier Wetter-Apps, die meteorologische Prognosen auf innovative, sehenswerte oder attraktive Weise anzeigen.

«Es ist ratsam, erst die Wettervorhersage zu lesen, bevor wir um Regen beten», sagte schon Mark Twain, und darum gehört die Wetter-App mit zu der wichtigsten Informationsquelle am Smartphone überhaupt. Die Standard-App tut ihren Dienst – doch das weder auf besonders akkurate noch auf ausgesprochen ansprechende Weise. Doch es gibt Alternativen.

Partly Cloudy stellt das Wetter als Uhr dar. Es gibt ein Ziffernblatt mit einem Zeiger, der auf der aktuellen Uhrzeit steht. Die Temperatur der nächsten Stunden erscheint als Farbverlauf im äussersten Ring des Ziffernblatts. Perioden mit Niederschlägen werden im Innern des Ziffernblatts angezeigt. Obendrüber gibt es die Angabe von Temperatur, Niederschlagsmenge, Windstärke und Prognose, die man auch für die kommenden Stunden anzeigen lassen kann, wenn man den Zeiger an die gewünschte Stelle dreht. In den Einstellungen der App kann man als Datenquelle zwischen dem norwegischen Meteorologischen Institut und der Open-Weather-Map wählen.

130425-partlycloudy.jpg
Links: Die Partly Cloudy-App zeigt das Wetter als Uhr, mit Aussichten und Regenwahrscheinlichkeit.
Rechts: In den Einstellungen von Partly Cloudy-App wählt man die gewünschte Datenquelle.
„So schön kann schlechtes Wetter sein“ weiterlesen

Markdown ist perfekt fürs Tablet

Ich bin ein erklärter Fan der Markdown-Auszeichnungssprache. Sie ist dazu da, Texte mit einfachen Steuerungszeichen zu formatieren. Diese lassen sich auch von Nicht-Nerds sehr einfach verinnerlichen:

Für kursiven Text setzt man seinen Text zwischen Sternchen. Zwei Sternchen am Anfang und am Ende ergeben fetten Text. Und fett-kursiv benötigt, man ahnt es schon, je drei Sternchen. Für eine Überschrift der ersten Stufe setzt man am Anfang der Zeile eine Raute. Zwei Rauten ergeben, natürlich, eine Überschrift der Ebene zwei. Wenn man eine geordnete Liste haben möchte, setzt man irgend eine Zahl und einen Punkt an den Anfang der Zeile, und die Software übernimmt es dann, diese richtig zu nummerieren (wenn man einen Punkt dazwischenschiebt, muss man nicht alle nachfolgenden Punkte neu nummerieren).

130424-elements-01.jpg
Alles, was man fürs Texten braucht.

Für Aufzählungen setzt man einen Punkt, ein Plus oder ein Divis an den Anfang. Und Unterpunkte rückt man durch Leerzeichen ein. Auch Blockquotes, Code und Links sind möglich, die Details stehen bei Wikipedia.
„Markdown ist perfekt fürs Tablet“ weiterlesen

Codecs, bis die Ohren bluten

Man kann es nicht schönreden: Die Sache mit den Multimedia-Codecs ist eine Plage. Wenn man eine Audio- oder Videodatei erhält, kann die zwar eine bekannte Endung aufweisen. Doch die garantiert einem längstens nicht, dass denn auch die Wiedergabe klappt. Das liegt daran, dass man es in dem Bereich sehr oft mit den so genannten Containerdateien zu tun erhält. Wie der Name sagt, handelt es sich um ein digitales Behältnis, in das irgendwelche Datenströme gekippt wurden.

Ein besonders berüchtigter Fall ist .avi. Dateien dieses Typs müssten von Windows eigentlich problemlos abgespielt werden können. In der freien Wildbahn trifft man oft genug auf Dateien, bei denen das nicht der Fall ist. Beispielsweise kann eine .avi-Datei auch als Container für DivX-Videos herhalten. Mit denen gibt sich Windows jedoch nicht ab. Kein Wunder, denn DivX entstammt einem Hack von Microsofts MP4-Codec.

Das heisst mit anderen Worten, dass man es einer .avi-, .mov-, .wmv, .m2ts– oder .ts-Datei nicht ansieht, was sie genau enthält und wie man sie am besten wiedergeben, oder – und da wird es dann womöglich richtig haarig – in ein anderes Format transcodieren könnte. Man wünscht sich eine Methode, mit der man herausfinden könnte, was für Daten in so einer Datei stecken und welchen Codec Audio und Video verwenden. Ach ja, ein Codec bezeichnet das eigentliche Verfahren, mit der ein Signal digital gespeichert wurde.
„Codecs, bis die Ohren bluten“ weiterlesen

Die Filmindustrie ist doof

Die Filmindustrie wundert sich, warum die Leute ihr audiovisuelles Entertainment lieber per Torrent herunterladen oder über Streaming-Sites konsumieren, als auf Scheiben zu kaufen? Vielleicht deswegen?

Ich lege eine DVD ein und freue mich auf den Film. Doch was sehe ich als erstes? Das hier:

130522-bluray-bullshit-01.jpg

Okay, gut, nett, danke, dass man als Käufer eines Produkts als erstes eine Warnung vor den Latz kriegt und als potenzieller Schwerverbrecher hingestellt wird. Das gibt einem doch gleich ein gutes Gefühl.

Aber Schwamm drüber, denn jetzt gehts los. Oder doch nicht?
„Die Filmindustrie ist doof“ weiterlesen

Weil jedes Schrittchen zählt

Die Moves-App verrät mehr über körperliche Aktivitäten und soll den Nutzer animieren, grössere Strecken zu Fuss und per Velo zurückzulegen.

Die Moves-App zählt jeden Schritt, den man zurücklegt, und jede Minute, die man velofährt – und das, ohne dass man ein Extra-Gadget wie das Fuelband oder Fitbit mit sich tragen müsste. Über den Bewegungssensor des iPhone registriert die App Bewegungen, zeichnet sie auf, um sie dann auszuwerten, und am Abend ein ausführliches Bewegungsprofil anzuzeigen. Man sieht nicht nur wie viel man sich bewegt hat, sondern auch wo man unterwegs war.

130418-moves01.jpg
Links: Je dicker die Blase, desto grösser die Bewegungsfreude.
Rechts: Im Bewegungsprofil sieht man nicht nur, wie viel man sich bewegt hat, sondern auch, wo man unterwegs war.

Die App kann sogar unterscheiden, ob man zu Fuss, per Velo oder rennend unterwegs war. Die einzelnen Bewegungsarten werden separat ausgewiesen, sodass man am Abend in Form von farbigen Blasen sieht, wie viele Schritte man zurückgelegt hat und wie lange man auf dem Velo sass – je grösser die Blase, desto bewegungsfreudiger war man. „Weil jedes Schrittchen zählt“ weiterlesen

Das Schiff, das vielleicht gar nie unterging

Oder: Ein kleiner Taschenspielertrick mit einem grossen Schiff

Am 14. April 1912 ging es unter – das grösste Schiff aller Zeiten, Symbol der Unfehlbarkeit und Ausdruck von menschlichem Hochmut.
Oder vielleicht auch Symbol für den menschlichen Einfallsreichtum, wenn es darum geht, einen Verlust in der Bilanz in einen Gewinn umzumünzen? Wir forschen den Verschwörungstheorien hinterher, die nach dem Untergang der «Titanic» noch heute aus Büchern und den verschrobenen Geistern der Verschwörungstheoretiker auftauchen…

Klandestine Kommunikation

Die Steganografie fasziniert mich schon seit längerem. Schon 2001 habe ich in einem Tagi-Artikel ein entsprechendes Produkt vorgestellt:

Die Steganografie ist die Wissenschaft der versteckten Kommunikation: Informationsübermittlung, die möglichst unentdeckt bleibt. Der Trick der Steganografen ist die Tarnung. Eine brisante Botschaft wird in einer harmlosen versteckt, sodass ein mitlauschender Feind nicht einmal merkt, welch hoch explosive Nachrichten an ihm vorbeiziehen.
Die Methoden der Tarnung sind überaus vielfältig. Längst nicht nur digitale Botschaften lassen sich mit der Steganografie verstecken. Ganz im Gegenteil – die Geschichte des «verborgenen Schreibens» ist mehrere Tausend Jahre alt, und seither haben findige Kriegsherren und Spione ebenso wie listige Thriller-Autoren unzählige Tricks ausgedacht. Der griechische Geschichtsschreiber Herodot erwähnt bereits im Jahr vierhundert vor Christus die verblüffende Idee, die Botschaft dem Boten auf den kahlen Schädel zu tätowieren und sie dann von den spriessenden Haaren kaschieren zu lassen. Den Römern dauerte diese Methode vermutlich zu lange, deshalb benutzten sie unsichtbare Tinte, beispielsweise Essig oder Fruchtsäfte: Der Text erscheint, wenn das Papier erhitzt wird. (Tagi vom 12.3.2001, Seite 59)

Bild- und Tondateien als Versteck
Ein Steganografie-Programm verpackt eine Datei in einer Bild- oder Tondatei – und zwar so, dass man sie nur dann findet, wenn man weiss, dass sie da ist. Für einen uneingeweihten Betrachter scheint das Bild oder die Audiodatei komplett harmlos. Das ist zum einen technisch faszinierend. Aber es regt auch die Fantasie an, weil man sich allerhand Verschwörungs-, Spionage oder Partisanen-Szenarien ausdenken kann, bei denen Steganografie eine Rolle spielt. „Klandestine Kommunikation“ weiterlesen