Markdown ist perfekt fürs Tablet

Ich bin ein erklärter Fan der Markdown-Auszeichnungssprache. Sie ist dazu da, Texte mit einfachen Steuerungszeichen zu formatieren. Diese lassen sich auch von Nicht-Nerds sehr einfach verinnerlichen:

Für kursiven Text setzt man seinen Text zwischen Sternchen. Zwei Sternchen am Anfang und am Ende ergeben fetten Text. Und fett-kursiv benötigt, man ahnt es schon, je drei Sternchen. Für eine Überschrift der ersten Stufe setzt man am Anfang der Zeile eine Raute. Zwei Rauten ergeben, natürlich, eine Überschrift der Ebene zwei. Wenn man eine geordnete Liste haben möchte, setzt man irgend eine Zahl und einen Punkt an den Anfang der Zeile, und die Software übernimmt es dann, diese richtig zu nummerieren (wenn man einen Punkt dazwischenschiebt, muss man nicht alle nachfolgenden Punkte neu nummerieren).

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Alles, was man fürs Texten braucht.

Für Aufzählungen setzt man einen Punkt, ein Plus oder ein Divis an den Anfang. Und Unterpunkte rückt man durch Leerzeichen ein. Auch Blockquotes, Code und Links sind möglich, die Details stehen bei Wikipedia.

Eine Symbolleiste? Wozu?
Gegenüber einer Wysiwyg-Textverarbeitung kommt ein Markdown-Editor mit einer extrem rudimentären Oberfläche aus. Die Dateien sind klein, die Formatierung und Strukturierung der Dokumente sauber, und wie maege und ich in Digital 203 besprochen haben, kann man seine Dokumente auch wunderbar mit einem Tool zur Versionskontrolle verwalten, weil man simple Textdateien nutzt. Die fertigen Dateien werden als PDF oder HTML exportiert, und fertig ist die Laube. Für Windows gibt es mit MarkdownPad obendrein einen tollen Editor.

Ein weiterer Pluspunkt der Markdown-Auszeichnungsprache besteht darin, dass sie sich ausgezeichnet fürs iPad und iPhone eignet. Natürlich, es gibt für die mobilen Plattformen auch Editoren wie Pages oder Google Drive. Doch die Arbeit mit den Icons auf vollgestopften Symbolleisten mag am Tablet ja noch angehen, doch am Smartphone ist sie kaum praktikabel – vor allem, wenn man im Zug noch kurz einen Text verfassen möchte. Per Markdown spart man sich diese Symbolleisten komplett. Man braucht nur die Tastatur und ein simples Menü mit einer Handvoll Befehlen, um seine Texte inklusive den Formatierungen zu erfassen. Und wenn man sich noch eine Bluetooth-Tastatur gönnt, steht auch der Arbeit mit längeren Texten nichts im Weg.

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Die formatierte Darstellung, wie sie sich als PDF oder HTML exportieren lässt.

Elements mit Dropbox-Sync
Die App, die ich auf dem iPhone und iPad nutze, heisst Elements. Sie ist für 5 Franken im App Store erhältlich (Alternative für Android: MarkDrop). Sie hat eine Oberfläche, die nur als spartanisch bezeichnet werden kann: Oben steht der Titel des Dokuments, darunter das Eingabefeld, eine Zeile mit der Angabe der Wort- und Zeichenanzahl, und darunter die Tastatur. Hat man sein Dokument fertig bearbeitet, gibt es vier Befehle:

Die Taste links mit den beiden A steuert die Darstellung der Schrift (Schriftart und -grösse, und man kann zwischen den beiden Designs Dark und Light hin und her wechseln). Und es gibt die beiden Optionen Rechtschreibung prüfen und TextExpander.

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Links: Selbst per iPhone schreibt es sich ordentlich.
Rechts: Die Funktionen fürs Exportieren, Drucken und Versenden.

Die Sterntaste zeigt eine Voransicht und erlaubt es, das Dokument als HTML zu kopieren. Die Taste daneben ruft den Notizblock hervor. In den trägt man Ideen und Gedankenstüzen ein oder lagert Textfragmente zwischen, bis man sie ins Dokument einsetzt. Und über die Menütaste exportiert man das Dokument als HTML oder PDF. Man kann es auch drucken oder als E-Mail senden.

Die Elements-App speichert standardmässig via Dropbox – man sollte daher ein Dropbox-Konto sein eigen nennen. Die Dropbox-Integration war bei meinem Test der einzige Knackpunkt. Beim Bearbeiten eines Dokuments ausserhalb der App (d.h. am Windows-Computer via Notepad++) hat Elements oft das Update nicht mitbekommen und auch nach dem Neustart der App noch den alten Zustand angezeigt. Dieses Problem sollte noch nachgebessert werden.

In den Einstellungne findet man einige nützliche Optionen, beispielsweise die Sortiermethode der Dateiliste, der Standard-Ordner in der Dropbox und die von Elements verwendete Dateierweiterung (sie ist von Haus aus .md, aber man kann auch .txt, .markdown, .text und ein paar andere Varianten verwenden).

Der Text ist unser Ein und Alles
Fazit: Textverarbeitung kann wunderbar einfach sein. Natürlich; der Funktionsumfang ist rudimentär. Es gibt keine Tabellen in Markdown, man muss auf Suchen-Ersetzen verzichten und Bilder zu platzieren, liegt auch nicht drin. Aber es ist auch nicht die Meinung, in der App sein Dokument gleich druckfertig zu produzieren. Für uns Schreiberlinge ist der Text das Ein und Alles. In welcher Anwendung wir ihm am Schluss den Feinschliff verpassen, spielt kaum eine Rolle.

Autor: Matthias

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