Stinkwurz im Sozial-Media-Gewächshaus

Mir geht es in diesen Tagen wie vielen in der Netzgemeinde. Mich treibt die Frage um: Zahlen oder nicht?

Die Frage dreht sich natürlich um die neue, fabulöse Plattform app.net. Sie ist so eine Art Ersatz-Twitter. Aber nicht nur. Es handelt sich laut Erfinder Dalton Caldwell um eine Echtzeit-Plattform. Eine Art Internet-Gewächshaus, in der Entwickler ihre eigenen Sozial-Media-Gewächse anpflanzen, egal, ob es sich nun um Bohnen, Stangensellerie oder Stinkwurz handelt.

… wie zum Geier bin ich jetzt auf die Gärtnermetapher gekommen? Egal, in der schönen Welt von SM (Social Media, nicht das, was ihr meint) ist eine Metapher so gut wie die andere. Und niemand hätte gewollt, dass ich eine Metapher aus dem Bereich nehme, den ihr gerade gemeint habt.

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Alles parat für die leckere Suppe! Bild mhaller1979/Flickr.com

Die Idee, kein Gemüse, sondern Treibhausklima, Dünger, Wasser und Humus bereitzustellen, hat was. „Stinkwurz im Sozial-Media-Gewächshaus“ weiterlesen

F5 hilft, wenn es ums Abtippen geht

Wissenschaftler, Aktuare, Journalisten, Sekretäre und Dokumentalisten kommen immer wieder in die Situation, den Mitschnitt eines Gesprächs in die schriftliche Form bringen zu müssen. Bei diesem Vorgang hilft ein kostenloses Programm namens F5.

Das Transkribieren einer Gesprächsaufzeichnung ist eine mühselige Angelegenheit. Da kaum jemand so schnell schreibt, wie gesprochen wird, muss die Aufnahme immer wieder angehalten und zurückgespult werden. Die normalen Wiedergabegeräte oder -programme sind dafür denkbar schlecht geeignet – und unpraktisch ist auch, wenn man ständig von der Textverarbeitung zum Player wechselt, und wieder zurück.

Ein kostenloses Programm für Windows und Mac macht das Abtippen leichter. Die Version für Windows heisst F4, diejenige für den Mac, die wir nachfolgend getestet haben, trägt den Namen F5.

Die Software integriert die Steuerknöpfe für die Wiedergabe von Audio oder Video und das Fenster zur Texterfassung in einer Oberfläche.
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Das DABakel

Zufällig bin ich über eine knapp einjährige Pressemeldung der SRG gestolpert, in der es heisst:

Digitalradio (DAB/DAB+) ist auf Erfolgskurs und wird den UKW-Empfang längerfristig ablösen. (Quelle)

Also, mit Verlaub, wenn Digitalradio etwas nicht ist, dann auf Erfolgskurs. Im Grund ist DAB den Konsumenten komplett schnurz. Die bessere Qualität? Hört man bei den kleinen Rundfunkempfängern eh nicht. Die grössere Senderauswahl? Fäkalegal, da auf allen Sendern eh das genau gleiche Musikprogramm läuft. Zusatzdienste mit Texten oder Bildern? Habe ich noch nicht gesehen und mein DAB-Radio kann das sowieso nicht.

DAB scheint mir im Gegenteil sogar ein Paradebeispiel für die komplett missglückte Einführung einer Technologiewende. Ich habe vor einiger Zeit ein DAB-Radio von Pure gekauft. Nämlich das Chronos CD, das heute gut drei Jahre auf dem Buckel hat und schon als komplett veraltet gelten muss. Es versteht sich nämlich nur auf DAB und nicht auf DAB+. Firmewareupdate? Pustekuchen!

Das heisst, dass ich mit dem Gerät die ganzen Privatprogramme aus dem zweiten Ensemble nicht hören kann. Nicht, dass ich mich ernsthaft Radio Energy oder Radio Top aussetzen würde – auf gar keinen Fall.

Und der eigentliche Clou kommt jetzt:
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Drei wirklich komplett nutzlose Apps

Die Apps aus der Kategorie «Unterhaltung» sind weder produktivitätssteigernd noch hilfreich – aber sie bringen einen zum Schmunzeln und sie liefern Konversationsstoff für die nächste Cocktailparty.

Der Name der ersten App verrät es schon: Ein nennenswerter Nutzen ist von ihr nicht zu erwarten. Neon Unnützes Wissen liefert denn auch nichts als Fakten, die man sich nicht zu merken braucht (und womöglich gerade deswegen so leicht im Kopf behält): Angela Merkel sass gerade in der Sauna, als in Berlin die Mauer fiel. «Allan Smithee» ist das Pseudonym für Drehbuchautoren, die mit dem Film unzufrieden sind, und ihren Namen aus der Sache heraushalten wollen. Die Queen (von England) ist gelernte Lastwagenmechanikerin. Das einzige Mitglied der Band ZZ Top, das keinen Vollbart trägt, heisst Frank Beard.

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Links: Neon Unnützes Wissen liefert Fakten, die sich jederzeit in jede Konversation einstreuen lassen.
Rechts: Beim Quiz kann man beweisen, dass man einen Sinn für nutzloses Wissen hat.
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Dateikopieren im Schnellzugstempo

Teracopy führt Dateioperationen schneller aus als Windows. Das kostenlose Programm kann Aktionen auch pausieren und überspringt problematische Dateien.

Beim Kopieren und Verschieben geht der Windows-Explorer eher gemächlich ans Werk. Das stört nicht, so lange nur wenige und kleine Dateien zu verschieben sind. Bei grösseren Datenmengen wünscht man sich mehr Tempo – und das erhält man von einem Gratisprogramm namens TeraCopy (codesector.com/teracopy).

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Grosse Datenmengen kopiert Teracopy nicht nur schneller, sondern auch sicherer als Windows.
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Wie man Digitalfotos händisch sortiert

Digitalfotos von Haus aus nach dem Aufnahmedatum sortiert. Eine individuelle Reihenfolge festzulegen, ist gar nicht so einfach – mit dem Gratisprogramm IrfanView jedoch schon.

Eine der häufigsten Fragen, die der Kummerbox unterbreitet werden, dreht sich um die Sortierung von Digitalfotos. Üblich sind Sortierungen nach Dateiname oder nach Aufnahmedatum. Daraus ergibt sich eine chronologische Abfolge, die die Fotos in der Reihenfolge zeigt, in der sie aufgenommen wurden.

Die chronologische Reihenfolge ist nun aber nicht in jedem Fall gefragt. Oft möchte man Bilder thematisch oder nach Dramaturgie sortieren – oder, bei Familienfesten, nach Personen oder «Fraktionen». Die manuelle Sortierung ist allerdings eine Krux für sich. Die Bilder lassen sich zwar in manchen Programmen oder bei Windows auf dem Desktop entsprechend in die richtige Reihenfolge bringen. Doch diese Anordnung ist nicht dauerhaft. Sobald die Bilder verschoben werden, ist sie verloren.
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No Streetcar, no desire

Der Niedergang des öffentlichen Schienenverkehrs in den USA, die Automobilisierung der Nation und der Vormarsch von Verbrennungsmotoren, Smog und Stau – alles kein Zufall, sondern das Werk der Verschwörer rund um General Motors.
Wie die Autoindustrie die gelben Trams in Los Angeles und den umweltschonenden, elektrischen Nahverkehr in vielen Städten beseitigte, um Busse und Autos zu verkaufen, das ist das Thema der heutigen Verschwörungstheorie der Woche.

Der Winkelschleifer für Digitalfotos

Unkomplizierte Bildbearbeitung im Browser – das bietet kostenlos der Webdienst fotoflexer.com.

Auf Neudeutsch spricht man beim «Flexen» von der Arbeit mit einem Winkelschleifer der Flex-Elektrowerkzeuge GmbH. Im Englischen steht das Wort für beugen oder biegen. Ob deutsch oder englisch – von einer Website mit dem Namen fotoflexer.com erwartet man sich Werkzeuge, mit denen man seine Fotos zurechtbiegt.

Zu Recht – das Entwicklerteam aus Berkeley, Kalifornien stellt eine kostenlos zu benutzende, gut bestückte Werkstatt für die Fotoretusche bereit. Das Äquivalent zum Winkelschleifer ist natürlich das Crop-Instrument, mit denen man Fotos beschneidet. Es steckt in der Rubrik Basic, in der auch die Befehle zum Drehen, Spiegeln, Vergrössern und Verkleinern, zur automatischen Reparatur und zur Anpassung von Belichtung und Kontrast zu finden sind. Auch die offenbar unverzichtbare Funktion zur Korrektur der roten Augen bei Blitzaufnahmen ist vorhanden.
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Ein Bild besteht aus 1000 Worten

ASCII-Art ist die Kunst, Bildliches nur durch geschicktes Anordnen von Buchstaben und Zeichen zu repräsentieren. Solche Buchstabenbilder können von Hand «geschrieben» oder mit Software generiert werden.

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Mit der Real World ASCII-App aufgenommener Schnappschuss des Arbeitsplatzes. Links ist das Pult mit Computermonitor zu erkennen, rechts der Bürostuhl.

Die Kunstform der ASCII-Art stammt aus der Ära der Schreib- und Telexmaschinen. Gross geworden ist sie mit dem Computer und dem Ur-Internet. Als die Heimcomputer erst sehr rudimentäre Grafikfähigkeiten hatten, in Usenet-Foren noch keine Bilder gepostet werden konnten und E-Mails nur Text enthalten durften, behalf man sich mit dieser raffinierten Technik, die allein aus Buchstaben und Satzzeichen bildliche Darstellungen erzeugt. Mit dem so genannten ASCII-Zeichensatz, der 95 druckbare Zeichen enthält, wurden kleine Symbole und Piktogramme zusammengepuzzelt. Beliebt waren auch kleine Ornamente, mit denen man die Mailsignatur einfassen konnte. Es gab aber auch umfangreichere Werke, bei denen Szenen aus Science-Fiction- oder Fantasy-Geschichten nachgebildet wurden. Selbstverständlich erfreute sich auch ASCII-Erotik beträchtlicher Beliebtheit. „Ein Bild besteht aus 1000 Worten“ weiterlesen

Fotopioniere vor!

Ich hatte letzte Woche Gelegenheit, eine Lichtfeldkamera zu testen. Sie ist offiziell nach wie vor nur in den USA erhältlich, aber die findigen Einkäufer bei Digitec haben Mittel und Wege gefunden, die famose Kamera von Lytro in die Schweiz zu bringen (hier erhältlich). Meine Besprechung ist heute im Tagi erschienen.

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Schärfe ist relativ.

Ich hatte beim Spielen mit der Kamera eine Art Erleuchtungserlebnis. Dass der Fokuspunkt nicht im Bild festgefroren ist, sondern nachträglich verändert werden kann, widerspricht jeglicher fotografischer Erfahrung. Doch schon auf dem winzig kleinen Bildschirm, das am einen quadratischen Ende der würfelförmigen Kamera sitzt, kann man mit einem Tippen des Fingers den Fokuspunkt verstellen. „Fotopioniere vor!“ weiterlesen