Mit Google schneller zu den Resultaten kommt

Google hat einen Hang zur Besserwisserei – und die Suche ist im Lauf der Zeit nicht besser, sondern deutlich schlechter geworden.

Google bastelt immer mal wieder am Layout, doch an der grundsätzlichen Funktionsweise hat sich in den letzten Jahren wenig verändert. Die grösste Neuerung der letzten Jahre war (falls mich meine Erinnerung nicht trügt) die Suchfilter-Leiste.

Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich kein grosser Fan dieser Leiste bin. Sie bleibt zwar dezent im Hintergrund, wenn man sie nicht braucht. Doch wenn man sie häufig verwendet, dann muss man sie immer erst einblenden. Es gibt keine (mir bekannte) Möglichkeit, sie dauerhaft anzeigen zu lassen.

Um die Leiste zum Vorschein zu bringen, braucht es einen Klick. Dann sieht man die Optionen, aber um eine auszuwählen, muss man noch zwei weitere Klicks leisten: Erst auf den Titel der Kategorie, dann auf den gewünschten Punkt. Und da die wie Menüs funktionieren, sieht man nicht alle Filter aufs Mal und muss sich daher nach jedem Klick erst neu orientieren. Ich bin kein Usability-Experte; aber ich halte das nicht für das Gelbe vom Ei.

Das ist nicht alles, was mich nervt. „Mit Google schneller zu den Resultaten kommt“ weiterlesen

Die grosse Identitätskrise beim SRF

Eigentlich wollte ich an dieser Stelle Playsuisse, die neue Streamingplattform der SRG, besprechen. Doch ich bin vom rechten Pfad abgekommen und habe mich stattdessen darüber ausgelassen, dass SRF bei seiner Digitalstrategie offenbar nicht weiss, was digital bedeutet.

Das Schweizer Radio und Fernsehen SRF orientiert sich unter der 2018 gewählten Chefin Nathalie Wappler um: Das Projekt heisst «SRF 2024» und sei ein «Aufbruch in die digitale Zukunft», liest man in Medienportal.

Das klingt auf den ersten Blick ausgezeichnet: SRF stärke den Investigativjournalismus und die Informationen über die digitalen Kanäle. Wappler verspricht mehr Livestreams im Sport, Podcasts, Storytelling.

Auf den zweiten Blick beginnt man sich vielleicht über die vielen Schlagworte zu wundern: Da wird das «digital first»-Prizip hochgehalten und von «smarteren» Produktionsmethoden geschrieben. Und auf den dritten Blick – wenn man bis zum Ende liest –, erfährt man, dass der «Ausbau im Digitalen Verzichte im Linearen» erforderlich mache.

An dieser Stelle muss ich mich erst einmal über ein Detail aufregen: Es handelt sich um den unsinnigen Gebrauch des Wortes Begriffs digital. Dieser Begriff ergibt im Kontext von «SRF 2024» absolut gar keinen Sinn. Denn es ist doch so: „Die grosse Identitätskrise beim SRF“ weiterlesen

Crowdfunding ohne leere Versprechen

Den Misserfolgen und den Stänkerern zum Trotz: Das Crowdfunding ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen – wie Beispiele und Gegenbeispiele zeigen.

Im Beitrag Das stille Sterben bei Crowdfunding-Kampagnen mit meinen Crowdfunding-Investments beschäftigt, die auch nach Jahren noch keine Früchte getragen habe. Und da seither schon ein weiteres Jahr in die Lande gezogen ist, dachte ich,  ich könnte wieder einmal den Stand der Dinge in Erfahrung bringen.

Und, wenig überraschend: Es ist noch alles beim alten. Der Film «Wires for Empathy» ist ebenso wenig fertig geworden wie «Gbanga Famiglia Rise and Fall Game». Zum Film «Grabowski – Alles für die Familie» ist im Verlauf der letzten zwölf Monate auf Facebook ein dürres Statement veröffentlicht worden. Am 15. Mai hiess es, wegen Corona könne momentan nicht gedreht werden. Klar, das wäre derzeit auch meine Ausrede.

Es bleibt wohl dabei: „Crowdfunding ohne leere Versprechen“ weiterlesen

Eine Internettelefonie-Software nicht nur für Buddisten

Da heute jeder seinen eigenen Podcast hat, brauchen auch alle Leute eine Software, um Gespräche via Internet zu führen und sie in perfekter Qualität aufzuzeichnen. Und dafür habe ich heute einen Tipp, nämlich Zencastr.

Ich hatte das Vergnügen, neulich bei Martin Rechsteiner alias Pokipsie in einer Folge seines Podcasts Geektalk zu Gast zu sein. Die werde ich an dieser Stelle verlinken, sobald sie online ist – und natürlich ist das eine echte Hörempfehlung, weil das Gespräch, so glaube ich, kurzweilig geworden ist und auch ein paar Einsichten bereithält. Jedenfalls ging es mir so.

In diesem Blogpost hier soll es aber um die Software gehen, die Martin unser Gespräch verwendet hat. Wir sassen nicht im gleichen Raum, was derzeit sowieso nicht opportun ist, sondern haben uns via Internet unterhalten. Dafür kam Zencastr zum Einsatz.

Die Software hat gewisse Gemeinsamkeiten mit StudioLink, jenem Produkt, das wir vom Nerdfunk für die Aufzeichnung unserer Folgen aus dem Homestudio einsetzen. Ich habe sie im Beitrag Mit Studio-Link klingt Radio besser vorgestellt.

Doch Zencastr weist einige Merkmale auf, die es von StudioLink abheben und die mich dazu bringen, auf das Thema zurückzukommen: „Eine Internettelefonie-Software nicht nur für Buddisten“ weiterlesen

Zwei heisse Tipps für fehlerfreie Texte

Language Tool ist eine hervorragende Rechtschreibprüfung, die es für Android und den Browser gibt. Im Browser macht sie gelegentlich Ärger – was sich aber vermeiden lässt.

Die Browsererweiterung Language Tool verwende ich seit bald einem Jahr in Firefox, und in dieser Zeit hat sie sich bestens bewährt. Es handelt sich um eine Rechtschreib- und Grammatikkorrektur, mit der zusätzlichen Möglichkeit, sich Synonyme anzeigen zu lassen – die Details erkläre ich  im Beitrag Ein Lektor direkt im Browser.

Also, wer wie ich regelmässig Texte im Browser schreibt, der wird Language Tool schnell schätzen lernen. Die Fehlererkennung ist um Welten besser als die der in Firefox eingebauten Rechtschreibkorrektur. Mein persönlicher Lektor, dessen Lohn in Form einer Flasche mit hochprozentigem Inhalt noch immer auf die Übergabe wartet, wurde jedoch nicht komplett überflüssig.

Ich komme auf Language Tool zurück, weil ich zwei Tipps ergänzen möchte. Erstens einen kurzen und unkomplizierten: „Zwei heisse Tipps für fehlerfreie Texte“ weiterlesen

Das grosse Twitterer-Assessment, Folge 2: @PrettyDamnSwiss

Ich bewerte ungefragt, völlig subjektiv und teilweise hochgradig unfair die Twitter-Nutzer aus meinem Dunstkreis. Heute: Rea.

Name und Twitter-Handle

Rea is staying the fk home alias @PrettyDamnSwiss. Diese Twittererin hat ein natürliches, leicht anarchistisches Talent für Twitter und ein wohl angeborenes Gespür für die neuen digitalen Medien. Das ist allein an den beiden Eckdaten ihres Accounts, dem Namen und dem Twitter-Handle, zu erkennen.

Was macht die Kröte da?

Einerseits verrät uns die heutige Probandin in der Angabe beim Namensfeld nichts mehr als ihren Vornamen, Rea. Andererseits verwendet sie ihn für die unmissverständliche Feststellung, dass sie the fuck zu Hause bleibt.

Mit diesem Zusatz positioniert sie sich klar als Unterstützerin der Covid-19-Schutzmassnahmen – und da sie das bereits beim Namen tut, darf die Twitter-Gefolgschaft auch davon ausgehen, dass diese Twittererin auch bei ihren Tweets mit Meinungsäusserungen nicht sparsam sein wird.

Man könnte auch den Eindruck bekommen, dass diese Twittererin direkt und schnörkellos kommuniziert. Doch dieser Annahme wird bereits durch das Twitter-Handle infrage gestellt. Das lautet @PrettyDamnSwiss.

Dieses Alias ist – zumindest für Leute, die die Probandin nicht persönlich kennen – nicht eindeutig zu interpretieren. „Das grosse Twitterer-Assessment, Folge 2: @PrettyDamnSwiss“ weiterlesen

Ein Zauberer mit einem etwas dünnen Repertoire an Tricks

Designwizard.com im Test: Erspart einem diese Webanwendung tatsächlich den teuren Gestaltungsprofi oder zumindest die Layoutsoftware?

Es ist schon länger her, dass ich hier im Blog ein Online-Werkzeug für gestalterische Zwecke vorgestellt habe. Dabei habe ich das phasenweise recht intensiv getan: Hier und hier ging es darum, wie man sich möglichst billig ein Logo aus dem Boden, pardon: dem Internet stampft. In diesem Beitrag habe ich die Online-Layout-Software Canva vorgestelt, hier Piktochart und hier Venngage. Mit den letzten beiden Webdiensten bastelt man aus grösseren oder kleineren Datenmengen mehr oder minder ansprechende Infografiken.

Um diese schöne Tradition nach längerer Zeit aufzugreifen und endlich wieder einem kreativen Webdienst zu huldigen, beschäftige ich mich heute mit designwizard.com: Das ist eine Website, die behauptet, man könne mit ihrer Hilfe innert Minuten eindrückliche Gestaltungsarbeit leisten – und das selbst dann, wenn man selbst nur eine mässige Begabung oder überhaupt kein entsprechendes Talent mitbringt.

Der Trick, wie das erreicht werden soll, ist immer der gleiche: Man bekommt ansprechend gestaltete Vorlagen vorgesetzt, die man für seine Zwecke anpasst: Man fügt hier ein Element hinzu, lässt da etwas weg und tauscht dort drüben ein Bild gegen ein anderes aus.

Und ja, diese Methode setzt der Kreativität enge Grenzen. Sie bringt nichts überraschend Neues hervor, sondern reproduziert bewährte Muster. Aber das ist okay, wenn man die Dienste richtig einsetzt. Das heisst: „Ein Zauberer mit einem etwas dünnen Repertoire an Tricks“ weiterlesen

Das grosse Twitterer-Assessment, Folge 1: @redder66

Hurra, endlich eine neue Rubrik in meinem Blog: Ich bewerte ungefragt, völlig subjektiv und teilweise hochgradig unfair die Twitter-Nutzer aus meinem Dunstkreis.

Name und Twitter-Handle

Réda el Arbi, alias @redder66. Das Twitter-Handle könnte sich vom Vornamen des Twitter-Nutzers ableiten. Eine Anspielung auf den Redder – «einen Weg zwischen zwei mit Hecken besetzten Gräben» – ist zwar denkbar, aber wenig plausibel; da es sich nicht um einen im Bereich der Naturpflege oder des Gartenbaus angesiedelten Account handelt.

Explizit zu kritisieren ist die Nummer im Handle. In aller Regel sind es wenig erfahrene Internetnutzer, die ihren bevorzugten Aliasnamen mit einer Nummer, beispielsweise dem Jahrgang, ergänzen, wenn der gewünschte Name bereits vergeben ist.

Originalität der Twitter-Bio
«Fick dich!»

Die Selbstcharakterisierung unseres heutigen Probanden lautet wie folgt: «Privat hier – Consultant Communication, brutaler Blogger @ fadegrad.co, freier Journalist, Campaigner, PR-Profi, Autor – allergisch auf Bullshit».

Der Proband wählt eine betont sachliche Form, um sich selbst zu charakterisieren. Er gibt Hinweise auf seine berufliche Tätigkeit, erklärt aber gleichzeitig, dass er Twitter zu privaten Zwecken nutzt. Wir erkennen hier einen gewissen Widerspruch: „Das grosse Twitterer-Assessment, Folge 1: @redder66“ weiterlesen

Mein Corona-«skeptischer» Freund hat mal wieder auf Facebook gepostet

Wer Unsinn in den sozialen Medien postet, muss sich hier öffentlich Kritik gefallen lassen. Ebenso die Medien, die hanebüchenen Unsinn verbreiten. Heute: «Linth24».

Was muss man eigentlich von linth24.ch halten? Das habe ich mich letzte Woche gefragt, nachdem einer meiner Facebook-Freunde einen Link gepostet hat, der Zweifel an der redaktionellen Kompetenz dieses Online-Mediums aufwirft.

Ein Leserbrief, den die Redaktion sogar mit einer Illustration gewürdigt hat.

Der Beitrag «Aus Angst vor dem Tod aufs Leben verzichten» stammt von einem Leser. Er wird in der Spitzmarke als Leserbrief gekennzeichnet und im Lead entsprechend eingeführt.

Darüber hinaus gibt es keinerlei Einbettung. Das widerspricht meiner Erwartung als Mediennutzer. Denn bei einem klassischen Medium erscheinen Leserbriefe in einem eigenen redaktionellen Gefäss. Sie werden mit anderen Einsendungen gebündelt veröffentlicht und decken im Idealfall das ganze Spektrum der Lesermeinungen ab.

Die Einsendung von Leser Jürg Rückmar steht aber für sich und liest sich wie ein normaler redaktioneller Beitrag. Das lässt nur den Schluss zu, dass die Redaktion von «Linth24» voll und ganz hinter den Aussagen steht. Würde sie es nicht tun, hätte sie am Ende die für Gastbeiträge gerne verwendete Floskel angehängt: «Die Meinung des Autors muss sich nicht mit derjenigen der Redaktion decken.»

Darum lässt sich an dieser Stelle schon eine Feststellung treffen: Entweder beherrschen die Redaktoren bei «Linth24» ihr Handwerk nicht. „Mein Corona-«skeptischer» Freund hat mal wieder auf Facebook gepostet“ weiterlesen

Dieser Nachrichtenwächter hat einen fatalen Fehler

Newsguard ist eine Initiative gegen Fakenews, die inzwischen auch deutschsprachige Informationsquellen auf ihre Glaubwürdigkeit hin abklopft. Das wäre verdienstvoll – doch leider habe ich etwas Grundsätzliches auszusetzen.

Im Beitrag Wie der Browser vor Fakenews warnt habe ich vor gut anderthalb Jahren auf Newsguard hingewiesen. Das ist eine Initiative gegen Falschnachrichten im Internet.

Das Kernstück ist eine Erweiterung, die es für Firefox, für Google Chrome, Edge, Safari und für andere Browser gibt. Sie zeigt via Adressleiste zu der geöffneten Website eine Bewertung an. Ein grünes Schild bedeutet, dass die Quelle verlässlich ist. Bei Websites, die gelegentlich oder regelmässig Desinformation verbreiten, erscheint hingegen eine rote Warnung.

Diese Einstufung ist auf vielen Websites auch bei Links ersichtlich: Newsguard zeichnet Resultate in Google aus und klinkt sich auch in Facebook ein. Man sieht sofort, ob eine Quelle als verlässlich beurteilt wird oder ob man ihr mit Vorsicht begegnen sollte.

Ich habe in meinem Beitrag ein ausführliches Urteil abgegeben: „Dieser Nachrichtenwächter hat einen fatalen Fehler“ weiterlesen