Das Nonplusultra für RSS-Fans

Es ist wieder einmal Zeit, eine Lanze für RSS zu brechen. Hinter Rich Site Summary steht eine klevere Webtechnologie, mit der man die Inhalte seiner Lieblings-Websites in einer App vorfindet – oder zusammengeführt auf einer Website.

RSS macht, nebenbei erwähnt, auch Podcasts möglich: Die abonnierten Sendungen werden per RSS verteilt und landen so in der App, mit der man sie hört – ohne dass man als Hörer die einzelnen Anbieter abklappern und nach neuen Folgen sehen müsste. Ich bin immer wieder erstaunt, wie wenig Leute unsere Website nerdfunk.ch besuchen – auch wenn die Hörerzahlen unseres Podcasts stabil und (für Schweizer Verhältnisse) ganz in Ordnung sind.

Ich würde schätzen, dass über 90 Prozent der Hörer den Podcast abonniert haben. Es gibt vermutlich Leute im Publikum, die niemals je auf unserer Website waren.  „Das Nonplusultra für RSS-Fans“ weiterlesen

Was Sportler sich so streamen könnten

Wie findet man die passende Musik für sportliche Aktivitäten? Eine scheinbar banale Frage, die keine so richtig befriedigende Antwort hat. Man kann es mit einer App wie Rock my Run probieren, doch die ist nicht wirklich das Gelbe vom Ei. Man könnte auch eine der Apps verwenden, die ich im Beitrag Die Schnellen ins Töpfchen und die Langsamen ins Kröpfchen vorgestellt habe. Die analysieren das Tempo der Titel in der Mediathek und erstellen Wiedergabelisten anhand des BPM-Werts. Das ist aber umständlich und nicht sehr charmant.

Zeitgemäss wäre natürlich die Spotify Running-Funktion, die Musik vom Streamingdienst anhand des Lauftempos auswählt. Nur leider hat Spotify dieses schöne Feature aus dem Verkehr gezogen, noch bevor ich es testen konnte. Spotify selbst schlägt als Alternative Runkeeper vor, doch das scheint den Zweck, Musik mit dem passenden Tempo aufzustöbern, auch nicht zu erfüllen. Hier wird Weav Run vorgestellt, doch diese App gibt es hierzulande offensichtlich noch nicht. Also alles einigermassen unbefriedigend.

Eine Lückenbüsser-Methode eröffnet immerhin eine Website mit einem schönen und etwas umständlichen Namen. „Was Sportler sich so streamen könnten“ weiterlesen

Etwas Kulanz, VTX?

Ich bekunde gewisse Mühe, Kündigungsfristen einzuhalten – was schon früher Anlass zu Kummer gab. Neulich ist es mir wieder passiert. Ich habe es verpasst, rechtzeitig ein ausgedrucktes und unterschriebenes Dokument auf den Weg zu bringen, das anzeigt, dass ich nach meinem Wechsel zu Hostpoint die Dienste meines Hosters VTX nicht mehr in Anspruch zu nehmen gedenke.

Ich habe um Kulanz gebeten, zumal ich fast zwanzig Jahre Kunde war und meine Rechnungen immer bezahlt habe. Was allein genügend Grund für ein Entgegenkommen sein sollte, wie ich finde. Zufriedenen Kunden sind gemäss VTX-CEO Yves Pitton zwar seit 30 Jahren das Anliegen des Telekom- und Hosting-Unternehmens. Trotzdem hat man mir bis jetzt kein Entgegenkommen signalisiert. Ich hoffe, dass sich das noch ändern wird, und ich nicht wegen ein paar verpasster Tage eine ganze Jahresrechnung bezahlen muss. Wenn das so sein sollte, werde ich das hier sehr gerne wohlwollend vermerken. Das ist aber leider nur ein schales Lippenbekenntnis – siehe Follow-Up zu dieser Geschichte: VTX: Schwacher Support, noch schwächerer Kundendienst.

Ob man einvernehmlich oder mit bürokratischer Prinzipienreiterei auseinandergeht, prägt natürlich auch das Bild, das man von einem Unternehmen hat (und das ich als Blogger hier wiedergebe). Natürlich kann man sich als Unternehmen darauf versteifen, dass Vereinbarungen gelten und Verträge einzuhalten sind.  „Etwas Kulanz, VTX?“ weiterlesen

Bloatware-Feind Nummer eins

Im letzten Jahr habe ich mit einer kleinen Serie zu Markdown-Editoren begonnen. Die Idee, wie im Beitrag Wir schicken Word in Rente ausgeführt, ist einfach: Wieso sollte man nicht einen simplen Editor anstelle eines aufgeblähten Textverarbeitungsprogramms nutzen? Die Markdown-Codes kann man selbst in einem normalen Texteditor benutzen. Man bräuchte somit noch nicht mal ein spezielles Programm.

Zumindest theoretisch. Praktisch möchte man trotzdem gerne eines nutzen, weil man auf ein bisschen Komfort trotz aller Askese nicht verzichten mag. Und die Zusatzfunktionen sind auch nützlich, einerseits fürs kreative Schreiben, andererseits fürs Gestalten: Da ist die Vorschaufunktion fürs formatierte Dokument, Exportmöglichkeiten für Formate wie PDF oder HTML oder Wort- und Zeichenzählung. Der im Beitrag Ein neuer Markdown-Liebling mit schlimmen Marotten vorgestellte Editor Typora hat viele solcher Komfortfunktionen zu bieten.

Die Software, um die es heute geht, ist hingegen auf der spartanischen Seite angesiedelt. Es gibt nur die nötigsten Funktionen. Die kann man dafür aber ohne jegliche Installation direkt im Browser verwenden.  „Bloatware-Feind Nummer eins“ weiterlesen

Die Tücken eines Männerschädels

Neulich habe ich im Beitrag Da weinen Bildbearbeiter vor Glück! eine raffinierte Methode vorgestellt, um Bilder vom Hintergrund zu befreien. Das Freistellen ist bekanntlich eine häufige und ungeliebte Tätigkeit bei der Bildbearbeitung. Häufig, weil man nicht um sie herumkommt, sobald man ein fotografiertes Objekt isoliert verwenden oder bearbeiten möchte. Und ungeliebt, weil es aufwändig und schwierig ist, Objekte mit feinen Strukturen sauber vom Hintergrund zu trennen.

Die vorgestellte App Depth Background Eraser erledigt die Aufgabe selbsttätig, aber nicht ganz perfekt. Und sie ist eben nur bei Bildern mit Tiefeninformationen einsetzbar, nicht bei beliebigen Fotos. Das schmälert den Praxisnutzen gewaltig. Denn natürlich haben die 99,9 Prozent der Fotos, bei denen man irgend etwas freistellen müsste, keine Tiefeninformationen.

Aber es gibt Alternativen. Der Befehl Auswahl > Motiv in Photoshop, der automatisch nach dem Motiv sucht und es maskiert. Funktioniert mittelprächtig. Oder aber die Website remove.bg, die kostenlos und in 5 Sekunden den Hintergrund entfernt. Klingt toll – aber taugt es etwas? „Die Tücken eines Männerschädels“ weiterlesen

Die App für gewachsene Schnäbel

Die Dialäkt-Äpp (kostenlos fürs iPhone und im Web unter dialaektaepp.ch) führt vor Augen Ohren, dass wir aller Globalisierung zum Trotz verwurzelte Wesen sind. Zumindest, was die Sprache von Leuten wie mir angeht, die nie ausgewandert oder weggezogen sind. Die App stellt einem 16 Fragen zur Aussprache von Dialektbegriffen wie Abend, Apfelkerngehäuse, Augen, Bett und Donnerstag – beziehungsweise zu einzelnen Laute aus diesen Worten. Daraus ergibt sich der wahrscheinlichste Wohnort, der in meinem Fall mit Winterthur hundertprozentig genau ermittelt wurde.

Ist das nun eine erstaunliche Leistung? Oder ist es im Grund banal, und einfach nur systematisiert, was ein geübter Zuhörer und Dialektkenner nach zwei, drei Sätzen sowieso herausgehört hätte? Ich finde, es ist beides. Einerseits natürlich tatsächlich banal:  „Die App für gewachsene Schnäbel“ weiterlesen

Mark ist ein Depp

Mit einem ziemlichen Erstaunen musste ich als erklärter Trendbanause zur Kenntnis nehmen, dass das Popup wieder in Mode ist. Das Popup! Genau das Ding, was uns vor zehn, fünfzehn Jahren das Surfen verleidet hat.

Damals war es eine aufdringliche Form der Werbung, die mit der amerikanischen Redewendung in your face recht gut beschrieben ist: Man bekommt etwas vor den Latz geballert, um das man nicht gebeten hat. Man könnte das auch als Form des Aufmerksamkeitsdiebstahls bezeichnen.

Immerhin: Die Belästigung ist weitgehend gebannt. Einerseits dank Technik: Die modernen Browser unterdrücken Fenster, die sich automatisch öffnen. Was zur Folge hat, dass legitime Popup-Fenster verhindert werden. Aber gut, diese Art von Kollateralschaden ist man sich im Internet gewohnt.

Noch wirksamer als die Blockade im Browser dürfte aber die offizielle Ächtung gewesen sein.  „Mark ist ein Depp“ weiterlesen

Tastenakrobatik fürs Web

Es ist mir etwas peinlich, aber diese Erkenntnis hier habe ich Facebook zu verdanken. Das soziale Netzwerk, das in vielen Leute unsoziale Neigungen fördert, hat mich auf eine nützliche Funktion aufmerksam gemacht. Ich wusste, dass die bei vielen Websites da ist – aber ich habe die Nutzung noch nicht so richtig verinnerlicht. Dabei spart man mit ihr Zeit und kommt als echter Power-User rüber. (Auch wenn echte Power-User ihre Zeit wahrscheinlich nicht auf Facebook verplempern.)

Es geht um die Tastaturkürzel. Sie sind bei «richtigen» Anwendungen nützlich, und es gibt sie immer öfters auch bei Webseiten. Facebook zeigt in einer (nicht immer sichtbaren) Fussleiste ein kleines Symbol an, über das man eine Übersicht der vorhandenen Kürzel abrufen kann. Es geht aber auch per Tastaturkürzel: Das ? bringt (meistens, aber jetzt, wo ich den Beitrag schreibe, gerade nicht) ein Overlay mit allen Kürzeln zum Vorschein. Die Kürzel funktionieren aber trotzdem: j springt zum nächsten Post, k zum vorherigen. Mit Enter öffnet man die Meldung. Mit p schreibt man einen neuen Erguss Beitrag. Mit l fügt man ein Like hinzu, mit c einen Kommentar. Und das s ist für Share.

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Tricks fürs Jagen und Sammeln im Web

Die Browser wandeln sich. Wenn wir uns zurück erinnern, wie sie früher ausgesehen haben, dann packt uns das nackte Grauen. Naja, mich wenigstens. Andere werden vielleicht sentimental – denn es gibt Leute, die Anstrengungen unternehmen, damit «Windows 10 im XP-Look erstrahlt» (echt jetzt, «PC-Tippp»?!)

Allerdings bleiben gewisse Funktionen unangetastet. Zum Beispiel die Lesezeichen, neudeutsch Bookmarks. Die gibt es, seit es Browser gibt. Doch meine Theorie ist, dass sie selten genutzt werden – zugegeben, die Theorie basiert auf anekdotische Evidenz, wobei ich mich auf mich selbst berufe.

Mit anderen Worten: Ich nutze kaum mehr Lesezeichen; und ich erkläre im Video hier auch, weshalb das so ist: „Tricks fürs Jagen und Sammeln im Web“ weiterlesen

Weil Fernsehen noch nicht ganz passé ist

Ist fernsehen noch ein Ding? Ich habe neulich mit Digichris eine Nerdfunk-Sendung zu dieser Frage gemacht: Der Strassenfeger wurde weggefegt. Während der Vorbereitungen für die Sendung habe ich zum Nein tendiert. Netflix hat unser Sehverhalten nachhaltig verändert. Live schalten wir noch zum Tatort ein und einmal im Jahr zum Concours eurovision de la chanson. (Ja, ich bin so alt, dass ich den nicht Eurovision Song Contest nenne.)

Doch während der Sendung habe ich gemerkt, dass meine Meinung nicht in Stein gemeisselt ist: Der Ereignischarakter der «Strassenfeger», die es heute kaum mehr gibt – die haben etwas für sich. Sie haben etwas Verbindendes für die Fernsehnation. Und diese Klammerfunktion ist etwas, das die Kreise mit dem No-Billag-Vernichtungswunsch nicht erkannt haben oder geringschätzen. Aber es geht ja nicht nur ihnen so: In meiner Jugend herrschte in meiner Familie die (nicht ganz einhellige) Meinung, das Fernsehen sei ein Verdummungsmedium.

Ausdruck dieses Zeitgeistes war Neil Postmans Buch Wir amüsieren uns zu Tode, das ich seinerzeit in der Schule gelesen habe. Ich erinnere mich, dass mich mein Lehrer explizit aufgefordert hat, es kritisch zu lesen und die Aussagen zu hinterfragen. „Weil Fernsehen noch nicht ganz passé ist“ weiterlesen