Krze Lnks

Bei einem meiner Videos ging es letzthin um nützliche Sicherheitsinstrumente im Web. Auch Kurz-URLs waren ein Thema: Man kann mit ihnen bekanntlich gefährliche Links kaschieren. Das geht so weit, dass Forbes neulich fünf Gründe aufgezählt hat, weswegen man ganz auf Kurzlinks verzichten müsse. Nebst dem Verschleierungseffekt werden die Kurzlinks oft auch fürs Tracking eingesetzt. Bit.ly zum Beispiel sagt Nutzern genau, wie die Kurzlinks genutzt werden. Das ist das eigentliche Geschäftsmodell: Gratisnutzer bekommen nur eingeschränkte Daten. Wer vollständig von der Datensammelei profitieren möchte, der muss zahlen. Wieviel, schreibt bit.ly nicht; das muss man offensichtlich je nach Branche und Unternehmensgrösse aushandeln.

Das riecht in der Tat nach einem etwas dubiosen Geschäftsmodell. Die Links sind der Kitt, der das Internet zusammenhält. Diesen Kitt zu strecken, respektive zu melken … okay, ihr merkt, dass mir die Metapher gerade um die Ohren fliegt. Was ich eigentlich sagen will:  „Krze Lnks“ weiterlesen

Sehenden Auges ins Malware-Verderben

Im heutige Patentrezept-Video stelle ich einige nützliche Dienste im Web vor, die bei Sicherheitsfragen weiterhelfen. Ist diese Datei gefährlich? virustotal.com gibt Auskunft – oder alternativ auch virscan.org. Wenn der ganze Computer überprüft werden soll, gibt es bei eset.com eine Sponti-Möglichkeit. Dieser Scanner muss zwar heruntergeladen werden, ist aber unkompliziert genug für einen Sponti-Check.

Und erwähnen darf man an dieser Stelle natürlich auch immer clamwin.com: Das ist ein Open-Source-Programm, der unter Windows und Mac keine Echtzeitüberprüfung durchführt, sondern als On-Demand-Scanner fungiert. Das heisst, man startet ihn bei Bedarf, worauf er die Festplatte durchklopft. Aber er braucht nicht permanent Systemressourcen und sollte (theoretisch) auch zusätzlich zu einem konstant arbeitenden Scanner benutzt werden.

Wobei ich für diese Aussage meine Hand nicht ins Feuer lege: „Sehenden Auges ins Malware-Verderben“ weiterlesen

Eine Investition in die Podcast-Zukunft

Im Beitrag Spotify, das ist undurchsichtig! habe ich seinerzeit Spotifys Aufnahmeverfahren für Podcasts kritisiert: Der Streamingdienst hat zwar Podcasts aufgenommen. Die Kriterien dafür waren aber unklar – und anscheinend von seltsamen Bedingungen wie dem Hoster abhängig.

Nun hat mich Kevin neulich auf podcasters.spotify.com hingewiesen: Dort trägt man seinen Podcast ein, worauf er sogleich in der App erscheint. Er hat das mit den Nerdfunk-Sendungen getan, die nun hier zu finden sind.

Es ist hocherfreulich, dass Spotify auf mich gehört hat (hüstel, hüstel). Und ich bin gespannt, ob uns das helfen wird. Denn wie im erwähnten Beitrag und auch hier ausgeführt, finde ich es nach wie vor wichtig, dass ein Podcast nicht auf einer grossen Plattform steckt, sondern seine Unabhängigkeit wahrt. Doch dass er auch über einen Streamingdienst wie Spotify empfangbar ist, hilft enorm: Denn da ist das Publikum und die Aufmerksamkeit.

Es ist verblüffend, was für einen Effekt das hat: Meine Verschwörungstheorie der Woche ist bei Soundcloud untergebracht – unter Missachtung meines im letzten Abschnitt postulierten Grundsatzes, dass man seine Podcasts am besten unter Kontrolle hat, wenn man sie selbst hostet. Zu meiner Verteidigung ist zu sagen, dass diese Reihe nie als wirklich ernsthafter Podcast gedacht war, sondern quasi ein Abfallprodukt meiner Arbeit für den Morgomat bei Radio Stadtfilter war.

Egal, das ist nicht der Punkt:  „Eine Investition in die Podcast-Zukunft“ weiterlesen

Von wegen «Man ist so alt wie man sich fühlt»

Es gibt stehende Redewendungen, die einfach nur dumm sind. Ein gutes Beispiel dafür ist Man ist so alt, wie man sich fühlt. Nein, man ist nicht so alt, wie man sich fühlt. Man ist so alt, wie man ist. Wenn ich als Hundertjähriger aus Demenzgründen einen Flashback in meine Teeniejahre habe, heisst das nicht, dass ich mit den 16-Jährigen zum Fez gehen sollte. Es heisst, dass ich in meinem Zimmerchen im Altersheim zu bleiben und damit abzufinden habe, dass die Jugend verflossen ist.

Natürlich soll die Redewendung eine Aufmunterung sein und besagen, dass man sich nicht vorzeitig abschreiben sollte – und vor allem, dass man nicht gezwungen ist, die gesellschaftlichen Erwartungen an einen bestimmten Lebensabschnitt zu erfüllen. Klar, auch diese Haltung hat ihre Berechtigung. Andererseits beweisen die Heerscharen von Berufsjugendlichen, die auf die Fünfzig zugehen und noch immer so tun, als ob sie höchstens halb so alt wären, dass es keine wahnsinnige Leistung ist, sich dieser sozialen Anspruchhaltung zu verweigern. Wer keine altersgerechte Verantwortung für sein Leben übernimmt, kommt damit durch – es sei denn, er verstösst in krasser Weise gegen die Konventionen. „Von wegen «Man ist so alt wie man sich fühlt»“ weiterlesen

Da geht es lang im Internet

Die .htaccess-Datei: Eine jener Erfindungen, die man im selben Atemzug lobpreist und verflucht. Sie macht Dinge möglich. Und gleichzeitig treibt sie einem den Angstschweiss auf die Stirn.

Also, um die Sache etwas einzugrenzen: Die Datei wird von Webservern verwendet, um die Adressen zu konfektionieren. Standardmässig entspricht der Pfad einer URL der Verzeichnis- und Dateistruktur auf dem Server. Beispiel clickomania.ch/click/indexD.html: Das ist eine Datei indexD.html, die im Ordner click im Rootverzeichnis des Webservers liegt.

Nun ist es aber nicht immer so einfach: Wenn man seine Seiten mit PHP aufbereitet oder mittels einer Datenbank mit Inhalten füllt, dann gibt es keine Struktur im Dateisystem des Webservers, die man als URL abbilden könnte. Es werden vielmehr Parameter an Scriptdateien übergeben. Bei vielen dynamischen Websites wird nur eine einzige Seite aufgerufen, auch wenn die Site selbst aus Dutzenden, Hunderten oder Tausenden von Unterseiten besteht. Parameter in der Adresse zeigen an, welcher Beitrag aus der Datenbank geholt werden soll. Diese Parameter werden typischwerweise mit Fragezeichen übergeben. Das könnte etwa so aussehen: Example.com/Main.php?page=1020

Das ist nun nicht sonderlich hübsch und auch nicht sehr praktisch. „Da geht es lang im Internet“ weiterlesen

Hübsch, aber…

Auf meiner Suche nach einem Ersatz-CMS wurde mir zweimal Grav empfohlen (hier und hier): Das ist ein CMS, das auf flat files setzt. Und wenn man sich fragt, wie Dateien denn «flach» sein können – und ob sie das nicht immer sind, da die Bits auf dem Datenträger meist ausgelegt und nicht geschichtet werden –, dann gelangt man zu dem Wikipedia-Artikel Flat-file database: Die Daten werden nicht in einer speziellen Datenbank, sondern in normalen Textdateien abgelegt. Flatpress, mein altes CMS, macht das so. Die Vorteile liegen auf der Hand: Die Anforderungen sind niederschwellig. Man benötigt nicht wie bei WordPress und anderen datenbankgestützten Content-Management-Systemen zusätzliche Software wie MySQL oder dergleichen. Und man die Struktur und die Komplexität unter Kontrolle: Man kann die Sache so simpel wie möglich halten.

Die Vorteile einer «richtigen» Datenbank, die im Jargon auch «relationales Datenbankmanagementsystem», (einigermassen) kurz RDBMS genannt wird, sind hingegen, dass auch mehrere Leute mit den Daten arbeiten können, ohne ihre Eingaben gegenseitig zu überschreiben. Es gibt organisatorisches Drumherum wie Transaktionen und Zugriffsberechtigungen. Und es ist der Anspruch, dass eine Datenbank besser skaliert und auch bei grossen Datenmengen noch eine gute Leistung zeigt. Allerdings dürfte es so sein, dass die Datenbank erst ab einer gewissen Datenmenge die Performance-Vorteile ausspielt. Bei wenigen Daten ist mutmasslich flat file im Vorteil – auch wenn es schwierig ist abzuschätzen, wo die Trennlinie verläuft. „Hübsch, aber…“ weiterlesen

Kann man sich bookmarken

photopea.com ist eine Bildbearbeitungssoftware direkt im Browser. Man kann ohne Installation – und sogar ohne Registrierung – Bilder hochladen, bearbeiten und das fertige Resultat herunterladen. Bemerkenswert ist, dass Photopea auch die Dateiformate von Photoshop (.psd), Gimp (.xcf) und von Sketch öffnet. Letzteres ist ein Vektor-Editor für den Mac, den ich nicht näher kenne – die beiden anderen Formate sind aber weit verbreitet bzw. im Fall von Photoshop geradezu dominant.

Das allein macht Photopea schon wertvoll: Sollte man in die Verlegenheit kommen, eine Photoshop-Datei öffnen zu müssen, ohne eine Photoshop-oder Photoshop-Elements-Installation in Griffnähe zu haben, dann hilft einem dieser Webdienst weiter: Man kann die Datei öffnen, in ein anderes Format überführen und in einem passenden Format herunterladen. Zur Verfügung stehen nicht nur PNG, JPG, SVG, Gif und PDF, sondern auch Exoten wie EMF, BMP, Tiff und (warum auch immer) BMP. Und man kann eine Komposition auch im PSD-Format speichern.

Für einen Test habe ich in Photoshop mein halboffizielles Testbild (Diese Aufnahme hier von David Bartus bei Pexels mit einer CC0-Lizenz) mit einer Text- und einer Korrekturebene mit Ebenenmaske angereichert, einige Ebeneneffekte hinzugefügt (Kontur und Schein nach aussen) und das Meisterwerk in voller Auflösung gespeichert. „Kann man sich bookmarken“ weiterlesen

Suchmaschinen? Miese Versager sind sie alle!

Ich predige immer mal wieder die angewandte Google-Skepsis. Und die Berichte von Googles Aktivitäten in China machen meine Vorbehalte nicht eben kleiner: «The Intercept» hat über den Prototypen einer chinesischen Suchmaschine berichtet, die ziemlich evil klingt: Dragonfly würde zensurierte Resultate ausliefern und gleichzeitig die Suchanfragen mit der Telefonnummer des Suchenden koppeln. Was das bedeuten könnte, wird von Menschenrechtsgruppen im Beitrag so gesagt:

It could result in the company “directly contributing to, or [becoming] complicit in, human rights violations.”

Aus dem Grund halte ich immer ein Auge nach Suchmaschinen offen, die man anstelle von Google nutzen könnte. Zum Beispiel Bing (Wieso nicht mal ein bisschen bingen?), Duck Duck Go oder Startpage.com – bei dieser Suchmaschine sucht man via Google, aber anonymisiert.

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Die verwanden Begriffe, die Swisscows bereithält, sind eine charmante Idee – aber mehrheitlich unbrauchbar.

Da gibt es auch qwant.com – eine Suchmaschine, die den Nachteil hat, dass man sich nach kurzer Zeit nicht mehr an die korrekte Schreibweise erinnern kann. Quant? Quwant? Qwuant? Vielleicht ist das in Frankreich weniger ein Problem, wo die Suchmaschine beheimatet ist. Jedenfalls legt sie mehr Wert auf den Datenschutz und durchsucht auch News, soziale Kanäle wie Twitter, sowie Musik. Und das neue Design ist recht hübsch, wie ich finde.

Und erinnert sich noch jemand an die Schweizer Suchmaschine? „Suchmaschinen? Miese Versager sind sie alle!“ weiterlesen

Weil ich mir das wert bin

Ich habe zwar mehrere Jobs, bin aber bei allen festangestellt bzw. fester Freier. Nun kommt es aber trotzdem vor, dass man gelegentlich wissen möchte, wie viel diese oder jene Arbeit eigentlich wert wäre, wenn man sie verrechnen würde. Was müsste man verlangen, wenn man zwei, drei Stunden für jemand etwas tut?

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In vier Schritten erfährt man seinen optimalen Stundenansatz.

Die Antwort auf diese Frage ist schwierig. Gerade wenn man festangestellt ist, fällt es einem schwer, den Wert seiner Arbeit in Form einer Zahl auszudrücken. Persönlich hält man sich vielleicht für so genial, dass der Betrag auch mit fünf Stellen noch zu gering erscheint. Umgekehrt möchte man sich die Peinlichkeit ersparen, eine so hohe Zahl zu nennen, dass der andere unwillkürlich zusammenzuckt. Was also tun? Eine gute Möglichkeit ist, nach empfohlenen Tagessätzen zu googeln. Als Journalist findet man dann vielleicht das PDF Der Leitfaden für den Arbeitsalltag von Freien JournalistInnen von Syndicom, in dem es Folgendes heisst:
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Jeder ein Podcaster

Podcasts: Sie waren 2006 ein Ding, sind dann ausser bei ein paar Freaks in Vergessenheit geraten. Seit 2015 sind sie wieder ein Ding. Das liegt an bemerkenswert neuen und andersartigen Podcasts, die seitdem erschienen sind. Es liegt daran, dass das Podcasten einfacher geworden ist: Das technische Equipment, das man für einen gut klingenden Podcast braucht, ist erschwinglich und es gibt praktische Produktions- und Veröffentlichungshilfsmittel, zum Beispiel dank Auphonic und dem Podlove Player. Spotify und andere sind auf den Zug aufgesprungen, was die Verbreitung und Rezeption für Nicht-Tech-Freaks vereinfacht. Und Google hat eine Podcast-App gebracht.

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Direkt ab Smartphone podcasten: Jetzt braucht man nur noch eine Idee, worüber man denn reden könnte.

Aber natürlich ist der entscheidende Faktor das liebe Geld. Und da scheint sich Bemerkenswertes zu tun: Die US-Podcaster haben 2017 einen Umsatz von 314 Millionen US-Dollar erzielt. Das ist eine Steigerung um 86 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Und die Marktauguren behaupten, es gehe so weiter. Das lockt Investoren an und dürfte dem Genre noch weiter Auftrieb verleihen. Im deutschsprachigen Raum sind offenbar die Lebenshilfe-Podcasts auf dem Vormarsch oder «Spiritualität als Hype-Thema», wie es hier heisst: Eine Expertin für «Mindful Empowerment» erzielt millionenfache Downloads, was mich beeindruckt, da ich selbst niemals etwas anhören würde, was derartig dummdenglisch daherkommt.

Jedenfalls scheint der Podcast für diese neuen Podcaster mit dem Hang zum Influencertum vor allem ein Marketingverhikel zu sein. „Jeder ein Podcaster“ weiterlesen