Android: Mehr als klebrig süsser Schaumzucker


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Obwohl als Schleckmäulchen bekannt, gibt es doch einige Süssigkeiten, die ich jederzeit gegen eine vegetarische Bratwurst oder einen Kanten trockenes Brot eintauschen würde. Diese Marshmallows gehören dazu – obwohl meine Beurteilung dieses Naschwerks ehrlich gesagt nach dem Prinzip «Was der Bauernsohn nicht kennt, frisst er nicht» erfolgt ist. Plus, ich habe einmal durch eine Tüte hindurch an ein paar dieser schaumgummihaften Dingern herumgedrückt: Auch kein besonders aamächeliges Erlebnis.
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Youtube als Freund und Helfer für uns Interviewer

Neulich hat mich mal wieder ein Kollege gefragt, ob es nicht die Möglichkeit gebe, Interviews per Spracherkennung zu behandeln. Das Anliegen ist nahe liegend: Denn selbst mit technischen Hilfsmitteln wie der hier besprochenen Software ist die Transkription eines Interviews von einer halben oder einer ganzen Stunde eine mühselige Angelegenheit. Wie schön wäre es, die Aufnahme in ein Programm einzuspeisen und nach ein paar Sekunden die Abschrift entgegenzunehmen…?


Weil Richard Stallman gut verständliches Englisch spricht, sind die automatischen Untertitel von Youtube bei diesem Video hier einigermassen brauchbar.

Die Patentlösung dafür habe ich bislang nicht. Die typischen Spracherkennungsprogramme und -Apps, z.B. Dragon Dictation, sind darauf ausgelegt, dass man in sie hineinspricht. „Youtube als Freund und Helfer für uns Interviewer“ weiterlesen

Game of Thrones in der Farbe des Bernsteins

Ich bin im Moment wieder einmal einem Buchtrip, der mich zu Zeitreisen und alternativen Universen führt. Im Beitrag Wir sind die Anomalie habe ich Rewinder von Brett Battles besprochen. Ich habe hinterher gleich mit Destroyer nachgedoppelt. Das ist der zweite Band der Serie, bei dem die Menschheitsgeschichte total aus den Fugen gerät: Die wildgewordene Gegenspielerin von Denny Younger macht sich rückwärts in Zeit auf den Weg, um so viele historische Ereignisse zu verändern, dass nur eine komplette Zerstörung der Gegenwart, so wie wir sie kennen und (meistens) schätzen, die Folge sein kann. Sie sorgt dafür, dass die Nazis an der Macht bleiben und dass die Hunnen Europa überrennen. Wie soll Denny das alles jemals wieder rückgängig machen? Die Antwort erfährt man in diesem Teil leider nicht. Nachdem alles immer schlimmer wurde, endet das Buch mit einem Cliffhanger. Offensichtlich muss man für ein befriedigendes Ende auf Teil drei der Reihe warten. Das ist eine Geduldsprobe, der sich viele Käufer des Buchs nur unter Absonderungen gehässiger Kommentare bei Amazon unterwerfen – und auch ich finde dieser Trick zur Verkaufsförderung nicht sonderlich toll. Mehrteiler sind okay, aber jeder Teil sollte in sich geschlossen sein.

Jedenfalls war mein Bedarf an Geschichten dieser Art nicht gedeckt. Ich habe mich an Nine Princes in Amber (Amazon) – Deutsch Corwin von Amber (Amazon) von Roger Zelazny herangewagt, weil das zum Stichwort «Multiversum» häufig empfohlen wird.

Die Geschichte von beginnt vergleichsweise harmlos mit einem Mann, der ohne Erinnerung in einem Krankenhaus erwacht und versucht, sich seiner Rolle im Leben bewusst zu werden. Er besucht seine Schwester, wo spätestens beim Auftauchen eines von dämonenartigen Gestalten verfolgten Bruders klar wird, dass hier nicht alles so ist, wie es scheint. Carl Corey wird als Corwin angesprochen und seine Schwester Evelyn nennt sich Flora. Er findet ein Kartenset, das seine weitverzweigte Verwandtschaft zeigt.

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Eine Sippschaft, die sich nicht sonderlich mag. Wo gab es das neulich schon einmal? (Bild: Donato Giancola)

Carl alias Corwin und sein Bruder Random machen sich auf den Weg nach Amber auf, das für Corwin und den Leser zu diesem Zeitpunkt nicht viel mehr als ein Name ist. „Game of Thrones in der Farbe des Bernsteins“ weiterlesen

Heilige und unheilige Schriften fürs iPad

Am Montag ging es hier um eine tolle Schriften-App fürs iPad. iFontMaker führt nebenbei vor, dass es bei iOS möglich ist, eigene Schriften zu installieren. Das wirft natürlich sofort eine Frage auf. Nämlich: Wie kann man beliebige andere Schriften, also nicht selbst gezeichnete, bei iOS installieren?

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Schriften können vor der Installation in der Vorschau betrachtet werden.

Das geht mit der App AnyFont von Florian Schimanke, die für 2 Franken erhältlich ist. Sie bringt Truetype– und Opentype-Schriften ins System (Endung .ttf, .ttc und .otf), sogar wenn sie gezippt sind. Dazu leitet man die entsprechende Datei aus Mail, Dropbox, Onenote oder iCloud Drive, etc. über den Öffnen in-Dialog an die AnyFont-App weiter.
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Ein Blogbeitrag, der auch rückwärts funktioniert

In meinen Kinderjahren gab es ein Schlüsselerlebnis. Wann genau das stattgefunden hat, kann ich nicht mehr sagen. Aber ich weiss noch, wie mich die Erkenntnis fasziniert hat, dass Zeit mit technischen Mitteln verändert werden kann. Das Hilfsmittel damals war ein Super-8-Projektor, der den Film schneller, langsamer und sogar rückwärts laufen lassen konnte. Seitdem habe ich eine kleine Schwäche für Zeitraffer und Zeitlupen-Filme (Es sonnenfinstert nicht so richtig, 1000 Jahre in dreieinhalb Minuten, Warum selbst auslösen, wenns dafür eine App gibt?, Die Zeit im Flug vergehen lassen, Die Zeit im Schnelldurchgang). Und was er im Video oben anstellt, ist nicht mehr brandneu – aber wahrlich kreativ.

Im Bereich der Filme, die Schabernack mit der Zeit treiben, gibt es aber noch mehr Perlen. „Ein Blogbeitrag, der auch rückwärts funktioniert“ weiterlesen

So wird Facebook ein bisschen weniger böse


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Das Patentrezept vom letzten Sonntag beschäftigt sich mit Facebook: Es gibt Tipps, wie man die Privatsphäre optimiert, Tracking verhindert, obsolete Dritt-Apps abkoppelt und das soziale Netzwerk auf seine Bedürfnisse anpasst. Besonders nett: Mit Socialfixer.com kann man sogar die Optik anpassen und Postings zu unliebsamen Stichworten ausblenden.
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Ich bin jetzt auch mein eigener Font

Wieder einmal eine App, die in mir eine nahezu kindliche Spielfreude geweckt hat: Sie heisst iFontMaker, stammt von Eiji Nishidai, kostet 8 Franken und ist dazu da, einem beim Zeichnen einer digitalen Schrift zu helfen.

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Links: Von Hand über die Vorlage gemalt.
Rechts: Die Strich- bzw. Buchstabendicke lässt sich nachträglich für alle Buchstaben verändern.

Digitale Schriften faszinieren mich schon seit ich es Ende der 1980-er zum ersten Mal mit dem Mac zu tun bekommen hatte: Die Gestaltungsmöglichkeiten des Desktop-Publishing, damals mit Aldus Pagemaker, waren einfach grossartig. Die Schriften, die man frei skalieren und in perfekter Laserdruckqualität ausgeben konnten, trugen einen wesentlichen Teil zur Begeisterung bei. Ein Schlüsselmoment: Mit Computern hat man das technische Rüstzeug für Publikationen, die sich vor den professionellen Magazinen und Zeitungen nicht zu verstecken brauchen. Dass dieses Gefühl, hier etwas ganz Grosses zum ersten Mal zu erleben, nicht getäuscht hat, brauche ich hier nicht zu erklären.

Man kann nun nicht nur selbst Schriften benutzen. Mit dem passenden Programm kann man sie auch selbst zeichnen. „Ich bin jetzt auch mein eigener Font“ weiterlesen

Wie ihr eure soziopodische Neigung bedient

Die Inhaltsangabe (Neudeutsch: «tagline») des Soziopod ist nun nicht gerade geeignet, Euphorie auszulösen: «Audiophilotechnosoziokulturellepädagnostische Diskurse» würden sie anbieten, versprechen Doktor Köbel aka Dr. Nils Köbel und Herr Breitenbach aka Patrick Breitenbach.


Einzelne Folgen des Podcasts gibt es auch als Video, z.B. hier.

Das Adjektiv muss man erst einmal geparst kriegen. Falls das geschafft ist, kommen manche Leute vielleicht auf die Idee, das Wort «Pädagnostik» bei Wikipedia erfolglos nachzuschlagen. Ofmg, denkt man sich und fühlt sich zu dumm für diese Veranstaltung. Weil nun aber Holgi neulich den Podcast nachdrücklich empfohlen hat und ich mich bei Holgi nie zu dumm fühle (was nun keine Beleidigung ist, auch wenn es so klingen könnte), habe ich mir die Folge Die offene Gesellschaft und ihre Freunde in Hamburg angehört.
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Was Mutter und die Scientologen schon immer sagten…

Zu viel Fernsehen gibt viereckige Augen, haben unsere Eltern behauptet. Direkt nach dem Essen schwimmen zu gehen, sei lebensgefährlich, hat man uns gesagt. Meine Grossmutter war der Meinung, dass übereinandergeschlagene Beine die Gesundheit schädigen… Und da gibt es auch noch unseren Körper, der sich just bei Ferienbeginn gegen uns verschwört und Krankheiten ausbrechen lässt. Plus die Scientologen, die uns weismachen wollten, dass wir nur zehn Prozent des Hirns benutzen….
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Die schlaue Titelleiste von OS X

Eine der kleinen Funktionen von OS X, die ich mir für Windows wünsche, seit sie mit Mountain Lion Einzug gehalten hat, ist die intelligente Titelleiste. Am oberen Rand der Programm- bzw. Dokumentfenster erscheint der Name der geöffneten Datei.

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Kein Reinfall: Dateioperationen direkt aus dem Anwendungsprogramm.

Aber nicht nur das: Klickt man auf den nach unten zeigenden Winkel, erscheint ein Menü mit einem Eingabefeld für den Namen, den Tags und dem Speicherungsort. Das heisst: „Die schlaue Titelleiste von OS X“ weiterlesen