Die Fehler bei den Fehlermeldungen

Gestern habe ich über die sprachlichen Herausforderungen geschrieben, die sich bei Texten über Tech-Themen oft stellen. Die gleichen Ursachen führen dazu, dass sich unsere Artikel oft sehr schwer bebildern lassen. Abstrakte Konzepte werden typischerweise in Symbolbildern ausgedrückt, die manchmal passen. Oft passen sie nicht, häufig sind sie ausgelutscht.

051003-fehlermeldung.jpg
Etwas schöner ausschneiden hätte man die auf Papier ausgedruckte Fehlermeldung ja können…

Beim Tagi unterstützt uns die Bildredaktion heute nach Kräften. Früher mussten wir uns oft selbst behelfen. So ist auch obiges Foto entstanden. Es wurde gewissermassen aus der Not geboren, um den Artikel «Tipps zur Absturzbekämpfung» vom 3. Oktober 2005 zu illustrieren. Auf dieses Meisterwerk bin ich noch heute stolz. „Die Fehler bei den Fehlermeldungen“ weiterlesen

Unser tägliches Empowerment gib uns heute

Themen aus der digitalen Welt sind sperrig, unhandlich und aus mehreren Aspekten eine Herausforderung: Unsere Aufhänger sind in aller Regel abstrakt. Im Zentrum stehen Produkte, bzw. deren Anwendung im Alltag und die daraus entstehenden Veränderungen für die Gesellschaft als ganzes. Zwar werden diese Produkte von Menschen für Menschen gemacht und die technologische Revolution muss von den Menschen verkraftet werden.

150212-abc.jpg
Wer über Promis schreibt, hats einfacher. (Foto: Cast aus How to Get Away with Murder von Disney | ABC Television Group/Flickr.com)

Trotzdem kommen alle diese Menschen als anonyme Masse vor. Benennbare Akteure wie im Sport, in der Politik oder im Showbiz gibt es selten. Denn wann hat man schon mal Gelegenheit, mit Satya Nadella über Windows zu plaudern, Larry Page ein paar Vorwürfe zu Googles Datenwürgegriff zu machen, Tim Cook über die Apple Watch auszuquetschen oder Jeff Bezos bzw. Mark Zuckerberg zu seinen Weltbeherrschungsplänen zu befragen?
„Unser tägliches Empowerment gib uns heute“ weiterlesen

Schöner Busen

150211-tastatur-der-remette.jpg
Umschalter drücken oder nicht? (Auf dem Bild zu sehen ist meine Remette.)

Ich habe neulich die Cold Cases der Kummerbox ausgebreitet. Eine ungelöste Frage ist mir für diesen Artikel entgangen – und zwar obwohl sie schon mehrfach gestellt wurde. Zum letzten Mal im September 2013 von Doris. Pardon: von doris:

ich schreibe meine texte alle ohne Grossbuchstaben. seit einiger zeit korrigiert bluewin meine texte automatisch aber unvollständig, wie sie selber sehen können.

doris scheint eine Anhängerin der konsequenten Kleinschreibung zu sein. „Schöner Busen“ weiterlesen

Thyminanig. Oder doch majoranig?

Zitronenschnitz hat mir als Reaktion auf den Beitrag Ein Tee für Abenteurer eine stattliche Portion griechischen Bergtee zukommen lassen. Sie mag den selbst nämlich nicht besonders. Meinerseits finde ich den Tee gefällig genug, um ihn regelmässig als Tagsüber-Tee einzusetzen.

150210-griechischer-bergtee.jpg
Heuig in der Farbe. Kräutrig im Abgang.

Nun verrät Wikipedia, dass der griechische Bergtee keine einheitliche Rezeptur beschreibt oder sogar ein Markenname wäre. Vereinfacht gesagt, kommt rein, was an Gliedkräutern gerade da ist. (Make the obvious joke now, please.) „Thyminanig. Oder doch majoranig?“ weiterlesen

Hinlinken, ohne hinzulinken

Die Website donotlink.com wirft ein interessantes Problem auf: Wie verfährt man in seinen Online-Publikationen mit Quellen, die man nicht mag – aber auf die man zwecks Dokumentation trotzdem verweisen will?

150206-donotlink02.png
«Achtung: Diese Informationen können Ihre Gehirnwindungen beschädigen.»

Skeptiker, Blogger, Journalisten und Freunde auf den sozialen Medien verwenden Donotlink, um auf Inhalte mit Betrugsabsichten, Pseudowissenschaft, Fehlinformationen, Alternativmedizin, Verschwörungstheorien, rassistischen oder sexistischen Veröffentlichungen zu verweisen, ohne die Suchmaschinen-Positionierung der Sites zu verbessern, die sie diskutieren.

Der Einwand ist berechtigt: Wenn man einen Link zu einer Website setzt, dann nützt das der verlinkten Website in zweierlei Hinsicht: Zum einen führt man die eigenen Besucher dorthin. Zum anderen verbessern diese Links die Position bei Google. „Hinlinken, ohne hinzulinken“ weiterlesen

Oh Etaoin! Ach shrdlu!

Neulich bin ich, warum weiss ich nicht einmal mehr, über den Wikipedia-Artikel Etaoin shrdlu gestolpert – und habe mir von dem mein Nerd-Herz erwärmen lassen. Es handelt sich bei Etaoin shrdlu gewissermassen um einen entfernten Vorfahren von Lorem ipsum: Es ist Pseudotext, der manchmal in fertigen Publikationen erscheint, obwohl das nicht vorgesehen war.

Etaoin shrdlu geht auf die Linotype-Setzmaschinen zurück. Dort waren die Buchstaben nach der ungefähren Häufigkeit in der englischen Sprache vertikal angeordnet. Wenn sich ein Setzer vertippt hatte, fuhr er mit dem Finger nach unten, um die fehlerhafte Zeile aufzufüllen und anzuzeigen, dass sie neu gesetzt werden muss – eine Rücktaste gab es nämlich nicht. „Oh Etaoin! Ach shrdlu!“ weiterlesen

Jetzt muss Bill dran glauben

Er ist eine Ikone unserer Zeit. Ein Superkapitalist und reichster Mann der Welt. Und ein Manager, der die Dominanz seines Unternehmens schamlos ausgenutzt hat, um die Konkurrenz an die Wand zu drücken. «DOS Ain’t Done till Lotus Won’t Run» ist die vielzitierte, vielleicht sogar wahre Phrase zu Microsofts wettbewerbsfeindlichen Praktiken.

Nun ist Bill Gates gleichzeitig auch der grösste Philanthrop der USA, der mit Milliarden gegen Krankheiten in der dritten Welt ankämpft, Stipendien auslobt und Frauen in afrikanischen Ländern fördert. In den Köpfen der Verschwörungstheoretiker geht das nicht zusammen. Und darum vermuten sie, dass hinter diesen Impfprogrammen ein infamer Plan steckt, die Menschheit zu dezimieren.
„Jetzt muss Bill dran glauben“ weiterlesen

Wie sollten Dateien richtig heissen?

Wurden eigentlich schon psychologische Abhandlungen zur Frage geschrieben, was die Gewohnheiten bei der Dateibenennung über die Persönlichkeit eines Menschen aussagen? Falls nicht, wäre das ein vielversprechendes Tätigkeitsfeld. Ich wundere mich immer wieder, wenn ich Mails mit Anhängen bekomme, die zum Beispiel mit «Brief.docx» angeschrieben sind. Wie finden solche Leute ihre Daten wieder? Vielleicht gar nicht, weil sie keine notorischen Dateiarchivierungsneurotiker sind wie ich? Andererseits staune ich, wenn Leute ihre Digitalfotos im Dateisystem beschriften, indem sie ihre Bildlegenden als Name erfassen. Aber gut: Jeder wie er mag1.

150203-umbenennen.jpg
Yosemite kann es nun auch mit mehreren Dateien.

Ich verwende kurze, simple Dateinamen, was natürlich damit zu tun hat, dass ich noch mit Windows 3.x gearbeitet habe, bei dem 8+3-Dateinamen gebräuchlich waren: Maximal acht Zeichen für den Namen, wobei Leerschläge, Umlaute und solche Dinge nicht zulässig waren, plus eine Dateiendung von drei Buchstaben. Ein paar solcher Dateien liegen tatsächlich noch auf meiner Festplatte rum. „Wie sollten Dateien richtig heissen?“ weiterlesen

Elements statt Photoshop?

Für die Publisher-Insiders-Reihe habe ich gestern mit Sven Fischer gesprochen. Er ist der Ansicht, dass viele Anwender Photoshop links liegen lassen und sich problemlos mit dem kleinen Bruder behelfen könnten. Photoshop Elements lässt sich vom Funktionsumfang nämlich absolut nicht lumpen, sodass auch professionelles Arbeiten absolut möglich ist – ohne dass man sich auf ein Mietmodell einlassen müsste.

Ich finde Sven Fischers Argumente recht überzeugend – und er sagt auch klar, wo die Grenzen von Elements liegen und das Hoheitsgebiet des ausgewachsenen Photoshop beginnt. Und für die Leute, die sich schon entschieden haben, gibt es einige nette Arbeitstechniken zu begutachten: Elemente freistellen, inhaltsbasiertes Verschieben, Arbeiten mit RAW-Dateien, nichtdestruktive Editiertechniken oder die Auffrischung alter Aufnahmen sind nur einige der Tricks aus diesem knapp 40-minütigen Tutorial.
„Elements statt Photoshop?“ weiterlesen

Zum Jubeljahr gibt es Schelte

Podcasts feiern dieses Jahr ihren zehnjährigen Geburtstag1. Podcasts sind im Lauf von 2004 ins Bewusstsein vieler Leute getreten. Den meisten ging es wohl wie mir: Sie wurden auf das neue Medienformat aufmerksam, weil mit iTunes 4.9 plötzlich ein Programm auf ihrem Computer vorhanden war, mit dem man selbiges nutzen konnte. Ich war damals mit dem ersten iPod Shuffle unterwegs. Das war das lange Ding, das aussah, wie ein USB-Stick und auch genauso an den Computer angeschlossen wurde. Und der für Podcasts denkbar ungeeignet war. Ich bin mir nicht sicher, ob er sie überhaupt abspielte. Ich hatte darum einen Ausweich-Player. Ich glaube, von Creative – aber auf eine verbindliche Aussage versteife ich mich nicht.

150202-podcasts.jpg
So hat sich das Apple mit den Podcasts ausgemalt. (Aus der ersten Version der iOS-Podcast-App von 2012.)

Ernsthaft ging es für mich 2006 mit den Podcasts los – Happy Shooting und This Week in Tech waren ab da Pflichtprogramm und im Herbst 2006 ging unser eigener Podcast an den Start, der Digitalk. Seit da hat sich mein Spektrum stark erweitert. Podcasts sind zu einem wichtigen Bestandteil meiner Informationsversorgung geworden. Und folgendes sage ich jetzt in der Hoffnung, dass mein Arbeitgeber nicht mitliest: „Zum Jubeljahr gibt es Schelte“ weiterlesen