Plagiatoren, aufgepasst!


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Von Copy-Paste hört man oft, wenn jemand einen Medienschaffenden beleidigen will. Dann spricht die Person, wenn sie nicht gleich die Lügenpresse oder den Schummelfunk bemüht, von Copy-Paste-Journalismus. Will sagen: Jemand hat sich die Recherche ein bisschen zu einfach gemacht. Das kommt natürlich vor, aber ist in dieser generellen Form eine Gemeinheit der Zwischenablage gegenüber. Was kann die dafür, wenn sie von unfähigen Plagiatoren genutzt wird?

Ein kompetenter Plagiator weiss natürlich, dass man eben nicht ganze Passagen klaut. „Plagiatoren, aufgepasst!“ weiterlesen

Rohmaterial für Audio-Experimente

Ich wünschte, ich hätte mal wieder Zeit, ein Projekt wie die grosse Computer-Zeitreise in Angriff zu nehmen. Das war eine Art Feature mit Geräuschen und Musik – aufwändig und ein spannendes Experiment, was Radio auch sein kann.

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Die Radio-Tech-Zeitreise müsste in die Gegenwart fortgeschrieben werden… (Bild: Your gadgets, Serge Seva/Flickr.com, CC BY 2.0)

Für den Fall einer solchen Produktion, in der Geräusche, Musik und Atmo zum Einsatz kommen, halte ich hier schon mal die passenden Webarchive bereit.

Jamendo.com bietet Musik mit Creative Commons-Lizenzen an – ist also das für Musik, was Flickr für Bilder ist. Man findet Tracks, die man unter Namensnennung, nichtkommerziell oder als Share-Alike verwenden darf. Ich habe das schon ein paar Mal für meine Tagi-Videos gemacht. Nachteil: Es ist (meines Wissens) nicht möglich, bei der Suche die Resultate auf Tracks mit einer bestimmten Lizenz einzugrenzen. Das macht die Sache etwas umständlich.

Es gibt bei Jamendo auch vergleichsweise günstig lizenzierbare Musik.

Soundbible.com hat ein Archiv von Soundeffekten und Geräuschen, die mit Creative-Commons-Lizenzen ausgestattet oder sogar gemeinfrei sind. Da findet man die üblichen Verdächtigen wie den rauschenden Bach, den heulenden Wind und den kläffenden Hund. Und man kann die Sounds direkt im Browser anhören und sogar ohne Anmeldung herunterladen – auch als unkomprimiertes WAV. Nett wäre ein strukturierter Zugang, d.h. eine hierarchische Katalogisierung – aber es geht auch ohne.

Zwei Tipps: „Rohmaterial für Audio-Experimente“ weiterlesen

Frühlingsgefühle, Schminktipps, Fakenews

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Die Säfte schiessen auch schon wieder ins Kraut… oder so ähnlich. (Bild: Love is in the air 80/366, Dennis Skley/Flickr.com, CC BY-ND 2.0)

Vor kurzem ist der Publisher mit der ersten Ausgabe – übrigens neu gelayoutet – ins Jahr 2017 gestartet:

  • Balken mit einer vorgegebenen Breite: Der Auftakt-Beitrag bei den Tipps erklärt, wie man in InDesign einen Balken mit einer bestimmten Breite als Absatzschattierung einrichtet. Das geht nämlich nur mit einem faulen Trick. Plus: Ein netter Trick für die Bridge, wie man mehrere Bilder aufs Mal mit den gleichen Camera-Raw-Einstellungen ausstattet, wie man in InDesign einen Text mit einem Bild füllt, den Text aber bearbeitbar bleibt, wie man in Photoshop eigene Farben der Farbton/Sättigungs-Korrekturpalette hinzufügt und was man mit dem Solarisationseffekt tun könnte.
  • Eine Viertelmillion Vektoricons zur Wahl verweist auf eine Datenbank mit kostenlosen Icons. Wir kümmern uns auch um Wortwolken, fragen uns, wie sich psychische Probleme typografisch äussern könnten und wo man im Web gratis OCR-Dienste in Anspruch nehmen kann.
  • Wir spüren den Frühling jetzt schon ist die Sammlung mit den neuen Download-Tipps. Eine äusserst simple Aktion hat in Illustrator florale Resultate zur Folge – die sehr hübsch anzusehen sind. Plus Downloads, die InDesign beschleunigen, in Photoshop automatisch Schwarzweiss-Varianten generieren, den Hintergrund eines Dokuments (in voller Absicht) verunstalten und zwecks Weitergabe einer Satzdatei in unbefugte Hände die Texte zensurieren. Mein Lieblings-Download ist Parametric Curves. Das erzeugt Gradationskurven mittels mathematischer Formeln, was lustige Interferenzen zur Folge hat, wenn man beispielsweise Verläufe im Bild platziert.

Im Tagi habe ich mich mit folgenden Themen beschäftigt: „Frühlingsgefühle, Schminktipps, Fakenews“ weiterlesen

Neues von der Spamfront

Mal unter uns gefragt: Was sind das eigentlich für Honks, die Kommentarspam verbreiten? Es ist unhöflich, na klar, aber es ist auch annähernd nutzlos. Die meisten Blogbetreiber moderieren Kommentare inzwischen. Das führt dazu, dass der Quatsch gar nie zu sehen sein wird – so wie drüben beim Nerdfunk, wo im Moment recht viel von diesem Müll aufschlägt. Das Publikum wird damit nicht behelligt, aber mir macht das Durchsehen der Beiträge komplett unnötige Arbeit.

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Latrice und Dillanger scheinen sich einen Computer zu teilen. (Und zwar in Sankt Petersburg.)

Also, warum? Wenn es nur darum geht, den Moderator mit dem Spam zu behelligen, dann ist das auch kein sonderlich guter Plan. Leute, die ein eigenes Blog betreiben, sind internetaffin genug, um nicht auf Spam hereinzufallen. Und sie stehen dem Spammer besonders ungnädig gegenüber, weil er ihr Blog für seine nichtsnutzigen Zwecke missbrauchen will. Ich denke daher nicht, dass je ein Blogger seine Viagrapillen bei einem gekauft hat, der sie über einen Spamkommentar beworben hat.

Es drängt sich daher die Vermutung auf, dass Kommentarspammer besonders dumme Menschen sind, die es niemals schaffen würden, eine vernünftige Phishing-Aktion auf die Beine zu stellen. Denn das ist, wie man immer wieder liest, nach wie vor erstaunlich wirkungsvoll.
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DIVs, so weit das Auge reicht

Neulich hatte ich eine nette Diskussion mit Herrn Mumprecht vom SMD. SMD ist die Schweizer Mediendatenbank, die Artikel von den grossen Schweizer Medien durchsuchbar bereithält. Es ging um HTML.

Ich gebe ja zu, ich diesbezüglich etwas exzentrisch gestrickt. Ein Chaos in der Wohnung lässt mich kalt. So lange man sich einen Weg zum Kühlschrank bahnen kann, ist alles okay. Aber aufgeblähter HTML-Code geht mir gegen den Strich.

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So kann man HTML natürlich auch machen.

Nun ist es so, dass ich seit Jahren ein Archiv meiner Artikel unterhalte. Einerseits als Datenbank, andererseits als Text und PDF. Das tue ich aus diversen Gründen: Zur Pflege meines Portfolios, für die ProLitteris und vermutlich auch aus einem womöglich fehlgeleiteten Berufsstolz heraus. Aber man will ja jederzeit in der Lage sein herauszufinden, was man vor x Jahren zu diesem oder jenem Thema für einen Unfug verbreitet hat.

Schliesslich vereinfacht ein schönes Archiv auch Zweitverwertungen, zum Beispiel in Buchform. Die (inzwischen leider vom Fortschritt überholten) Kummerbox-Bücher haben sich so mit vergleichsweise geringem Aufwand produzieren lassen. Es braucht im Wesentlichen nämlich nur einen Copy-Befehl:
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Die Office-Westentaschenrevolution


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Microsofts Office hat sich in den letzten Jahren nicht durch besonders grosse Innovationskraft hervorgetan. Kein Wunder bei einer Software, deren Vorläufer bis tief in die 1980er-Jahre zurückreichen. Die ist erfunden – und das einzige, was man Revolutionäres noch tun könnte, wäre, sie in die Mülltonne zu werfen und von vorn anzufangen. Mit der Vorgabe, eine Bürosoftware zu entwickeln, die im mobilen Zeitalter erdacht worden ist.

Doch ein, zwei Westentaschenrevolutiönchen sind zu verzeichnen. Zum einen die mobilen Apps und die Webapps – die nutze ich gerne und sie sind auch auf kleinen Bildschirmen und mit der virtuellen Tastatur gut zu benutzen. „Die Office-Westentaschenrevolution“ weiterlesen

Ein Fitnesstracker in Zäpfchenform

Ich benutze seit dreieinhalb Jahren Fitnesstracker. Ich habe mit dem Up von Jawbone begonen und bin Ende 2015 auf die Activité von Withings umgestiegen. Die Withings-Uhr ist nach wie vor eine gute Sache. Ich habe sie nun trotzdem abgelöst, weil die Batterie leer war. Die hält laut Hersteller um die acht Monate, was meiner Erfahrung nach nur der Fall ist, wenn man den Vibrationsalarm nicht benutzt. Dann muss man die Batterie tauschen lassen, was man theoretisch selber machen könnte, aber wahrscheinlich besser vom Uhrmacher erledigen lässt.

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Dieses Bild erklärt den Titel…

Und das war mein Problem mit der Withings. Ich habe die Batterie einmal tauschen lassen. Das war ein grösseres Unterfangen. In den meisten Uhrgeschäften wurde ich erst ungläubig angeschaut und dann mehr oder weniger freundlich weggeschickt. Man tauschte nur Batterien von Uhrenmarken, die man selbst verkaufe, lautete der Bescheid. Und da die meisten Uhrengeschäfte von Leuten betrieben werden, die noch nie etwas von Smartwatches gehört haben, wird die Withings eben nicht gewartet. Ich habe nach einigem Suchen ein Geschäft gefunden, wo man gewillt war, mir zu helfen. Das ist inzwischen zu – und nochmals suchen wollte ich nicht. Erkenntnis: Die nicht aufladbare Batterie der Withings ist nicht der Weisheit letzter Schluss.

Ich bin darum auf das Fitbit Flex 2 eingeschwenkt (89 Franken bei Digitec, 75 Euro bei Amazon): Ein klassischer Fitnesstracker, den man am Handgelenk trägt.
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Andere Internetze

Neulich haben wir im Büro darüber gesprochen, wann uns aufgegangen ist, dass das Internet keine Neuerung wie irgendeine ist, sondern das, was man auf Neudeutsch einen «Gamechanger» nennt. (Altdeutsch würde man wohl von Bahnbrecher sprechen.) Es kam heraus, dass uns allen nicht beim ersten Kontakt aufgegangen war. Ich fand das Internet damals spannend, und ich habe mich durchs Yahoo-Verzeichnis geklickt, Erfahrungen mit dem Chatten gesammelt und Mails durch die Gegend geschickt. (Auch wenn ich nicht mehr weiss, wie man damals Leute aufgespürt hat, denen man überhaupt hätte ein Mail schicken können.)

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Wenn das Internet im 19. Jahrhundert erfunden worden wäre. (Bild: Au Cyber Café, after Jean Béraud, Mike Licht/Flickr.com, CC BY 2.0)

Dieser Gedanke ist mir noch ein paar Mal durch den Kopf gekullert. Und irgendwann habe ich mir die Frage gestellt: Ist es eigentlich zwingend, dass das Internet herausgekommen ist, wie wir es heute kennen? Das heisst: Offen, aber in seiner Offenheit bedroht?

Die Antwort ist natürlich: Nein, das ist überhaupt nicht zwingend. „Andere Internetze“ weiterlesen

Promptes Audio

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Nicht wirklich eine Audio-Hüllkurve. Dafür schön aunzusehen. (Bild: colour light painting von Creativity103/Flickr.com, CC BY 2.0)

Neulich habe ich (hier) von Sox erfahren. Das ist ein Audio-Bearbeitungsprogramm für die Befehlszeile.

Erster Gedanke: WTF?

Zweiter Gedanke: Genial! Denn wer die Befehlszeile unterschätzt, hat sie nicht verdient. Sox ist, wie man das in Computerjournalisten gerne nennt, ein «mächtiges Tool». Es kann filtern, Effekte hinzufügen, die Dynamik verändern, Kanäle modifizieren und die Geschwindigkeit bzw. den Pitch verändern, die Sampling-Rate anpassen, Dateien zusammenfügen oder mixen und Formate konvertieren. Auch das Trimmen, d.h. «ausschneiden» eines Teils einer Audiodatei ist möglich. Eine Übersicht der Funktionen gibt es hier. Die Dokumentation ist, an einem Stück, hier zu finden.

Mit einem Programm für die Befehlszeile tut man zwei Dinge, die mit einem Programm mit Benutzeroberfläche nicht oder nicht ohne weiteres möglich sind: „Promptes Audio“ weiterlesen

Wenn schon global, dann richtig global


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Mit der Globalisierung ist es so eine Sache. Die meisten sind dann dafür, wenn es ihnen nützt. In allen anderen Fällen findet man sie nicht so toll. Da baut man lieber Mauern quer durch einen ganzen Kontinent oder zieht sie virtuell im Netz um Länder und deren Benutzer hoch. Beides ist Unfug. Klar, die realen Mauern sind schlimmer als die im Netz. Dennoch geht es in meinem Video um letztere: Um die Geosperren, die einen daran hindern, manche Clips auf Youtube, Filme und Serien auf Netflix und Dokus auf Arte zu sehen.

Das ist doch ein Schmarren: Die Unterhaltungsindustrie profitiert extrem von der Globalisierung: Hypes pflanzen sich rund um den Globus fort und sparen (in positiven Fällen) atemberaubende Summen an Marketinggeldern. Da müsste es einleuchten, dass wir hier abseits von Hollywood nicht nur die Hypes, sondern auch die behypten Erzeugnisse sehen wollen. „Wenn schon global, dann richtig global“ weiterlesen