Schafkacke am antizyklischen Strand

Ich weiss, meine Elaborate zum Thema Endless Runner-Games interessieren euch nicht sonderlich. Aber einerseits finde ich, dass man als Blogger seinem Herzen und nicht den Einschaltquoten folgen muss. Und andererseits habe ich die heimliche Sehnsucht, wenigstens im deutschsprachigen Raum zum alleranerkanntesten Endless-Runner-Game-Experten zu werden (damit ich immerhin irgendwo ein Experte bin). Zu diesem Zwecke habe ich vor Kurzem eine ausführliche Abhandlung zum Thema geschrieben, und greife es an dieser Stelle mit den breaking news auf, dass es in Minion Rush (siehe hier) eine neue Welt gibt. Also einen vierten Schauplatz, den man wechselweise durchquert.

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Links: Im schottischen Hochland ist immer Nebel.
Rechts: Metaphysische Schafhinterlassenschaften?

Es handelt sich um den Minion beach, bei dem man seine Punkte nicht sammelt, indem man die Spielfigur am Strand liegen lässt, sondern genauso wie in den anderen Leveln rennt, bis man gegen einen Grill, einen Strandkorb oder eine Hängematte kracht. „Schafkacke am antizyklischen Strand“ weiterlesen

Diese Revolution frass ihre Kinder nicht

Gestern hatte ich das Vergnügen, an den Swiss Publishing Days ein Interview mit Hans-Georg Wenke zu führen. Er ist nicht nur mit Adobe-Gründer John Warnock per Du. Er verfolgt auch die Geschehnisse in der Publishing-Branche mit Argusaugen und berichtet, kommentiert und bloggt auf wenke.net mit spitzer Feder.


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Liebesgrüsse aus den muffigen Siebzigern

In Berlin hat es uns ins Kulturkaufhaus verschlagen. Ein ganzer Shopping-Palast nur mit Musik, Film, Büchern und digitalen Medien – das konnte nicht gut gehen. Beim Herausgehen hatten wir u.a. Marx & Engels intim, gelesen von Harry Rowohlt und Gregor Gysi und On se left you see se Siegessäule von Tilman Birr im Gepäck. Ausserdem das Hörbuch Diamantenfieber, gelesen von Oliver Siebeck.

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Kulturelle Ausbeute.

Dabei handelt es sich um den vierten Fall des berühmtesten Geheimagenten der Welt, den man vor allem aus der Verfilmung von 1971 kennt. Der Roman seinerseits ist schon 1960 erschienen und in der Lesung gut doppelt so lang (281 Minuten) wie der Film (120 Minuten). „Liebesgrüsse aus den muffigen Siebzigern“ weiterlesen

Die Zeit in schön

Die goldene Zeit der Windows-Freeware scheint vorbei. Die Programme, die man kennt und braucht, wurden allesamt schon vor Jahren entwickelt und werden nun noch in inkrementellen Updates verbessert. Dass ein wirklich neues, hübsches und empfehlenswertes Programm auftaucht, hat Seltenheitswert.

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Hübscher als grumpy cat.

Nun ist es mit Dexclock aber wieder einmal passiert (gut, die Software gibt es schon seit 2010 – aber mir ist sie erst dieser Tage zum ersten Mal begegnet). Dieses kostenlose Programm zeigt unter Windows eine Uhr auf dem Desktop an. „Die Zeit in schön“ weiterlesen

Du kannst mich mal bingen!

Beim US-amerikanischen Wirtschaftsmagazin Forbes bin ich neulich auf den Beitrag ‘Just Bing It?’ Besides Google, What If Other Tech Companies Became Verbs? (humor) gestossen.

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Ein ordentlicher Webdienst funktioniert auch als Verb.

Ich finde es zwar etwas peinlich, wenn man humorvolle Beiträge mit dem Zusatz «Humor» versieht. Hält man die Leser für doof oder den eigenen Artikel dann doch nicht für so lustig? Doch abgesehen davon scheint es mir wichtig zu sein, dass man Webdienste auch als Verb nutzen kann. Das müsste jedem klar sein, der schon etwas gegoogelt hat. Mir stösst es jedes Mal sauer auf, dass man in Deutsch nicht vernünftig wikipediaen oder wikien kann. „Du kannst mich mal bingen!“ weiterlesen

Ich, quantifiziert

Ich bin seit einigen Wochen stolzer Träger eines Jawbone Up (siehe auch Der Coach am Handgelenk). Und zwar gewissermassen unabsichtlich. Als ich in den Winterthurer Letec-Laden marschiert war, wollte ich mir ein Fitbit kaufen. Aber der Verkäufer hat mich erfolgreich beschwatzt, zum Jawbone umzuschwenken – weil das doch besser aussieht (und 20 Franken teurer ist).

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Ein Band, sie zu knechten… bzw. zum Sport anzuhalten.

Die Prämisse hinter der Quantified Self-Bewegung ist, dass man sich mehr bewegt, wenn man seine Daten aufzeichnet. Es wird gesagt, dass das Selbst-Monitoring zu mehr Bewegung und einer besseren Fitness führt. Ob dem wirklich so ist, müsste man auf breiter Basis erhärten. „Ich, quantifiziert“ weiterlesen

Nicht sichern ist nicht sicher

Ich gebe zu, manchmal fällt es mir schwer, nicht «Ich habe es doch gesagt» zu sagen. Ich rede von den Mails, die an die Kummerbox gerichtet sind und von herbem Datenverlust künden. Bei Gabriel ist Outlook abgeraucht. Norbert kann seinen USB-Stick nicht mehr lesen. Patricias iTunes-Mediathek ist plötzlich leer. Paul hat das gleiche Problem, nur mit iPhoto. Angela vermisst alle ihre Doks, weil der Computer nach den Ferien den Start verweigert. Und so weiter – das sind übrigens alles reale Beispiele aus den letzten paar Wochen, bei denen mir nur die (oft nicht erfolgversprechenden) Hinweise auf die Datenrettung blieb.

Solche herzerreissenden Dramen auszumerzen, ist mir in 13 Jahren als Kummerbox-Betreuer nämlich noch nicht gelungen. Trotz rund 40 Artikeln, die das Thema in der einen oder anderen Form gestreift haben. Doch stur wie ich bin, gebe ich nicht auf und gebe hier einen frischen Aufwasch meiner Empfehlungen zur Datensicherung, neudeutsch auch Backup genannt. Die eigentliche Empfehlung ist indes ja simpel: Alle Daten, die man nicht verlieren möchte, sollten mindestens doppelt gespeichert sein. Auf einem externen Speichermedium, einem USB-Stick oder einer virtuellen Festplatte im Netz. Fotos, Word-Doks, Musik, die selbstgedrehten Videos. Wenn die nicht nur auf der internen Festplatte lagern, sondern auf einem zweiten Datenträger, dann ist schon viel gewonnen.

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Oh, hätte er doch datengesichert! (Bild: striatic/Flickr.com)

Wie man diese Strategie verfeinert, das soll nachfolgend beschrieben werden:
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Nicht nur Falco hat ihn gerockt

Der Mann war ein Wunderkind und kein Kostverächter. Der unsterbliche Falco hat ihn 1985 gerockt, und als ob dieses Denkmal nicht hoch genug gewesen wäre, hat sich Starregisseur Miloš Forman in einem Oskar-gekrönten Werk seinem Leben und Sterben angenommen. Um letzteres – den Tod – ranken sich denn auch viele Legenden, Theorien und konspirative Hypothesen. Hat der künstlerische Rivale zur Giftflasche gegriffen? War ein gehörnter Ehemann der Täter? Oder war es doch eine Geheimorganisation, die ihm, Wolfgang Amadeus Mozart, ein qualvolles Ende bereitet hat?

Das GPS für Literatur

Lesern dieses Blogs dürfte nicht entgangen sein, dass ich bezüglich Literatur auf ausgetretenen Pfaden wandle. Nach der Lektüre eines Romans von Stephen King greife ich zu einem Buch von – schon wieder – Stephen King. Man hat halt so seine Vorlieben.

Warum so monogam?
Ab und zu beschleicht mich das Gefühl, dass man in dieser Beziehung nun nicht unbedingt monogam leben müsste. Nicht, weil ich mir die verbleibenden King-Bücher einteilen müsste – es müssen nämlich noch immer mehr als dreissig sein. Aber vielseitige Stimuli sind nun einmal wichtig. Und es will sich schliesslich auch niemand nur von Pizza ernähren… (naja, manche wollen das vielleicht doch).

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Den Horizont erweitern.
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Die inneren Werte eines Mac erkunden

Wenn man bei Mac OS X aufs Apfelmenü und dann auf Über diesen Mac klickt, erscheint ein Dialogfeld, in dem die Systemversion, plus einige Hardware-Angaben zu finden sind. Das ist allgemein bekannt. Nun ist mir neulich aufgefallen, dass es dort auch die Schaltfläche Weitere Informationen gibt – es kann nun sein, dass die schon seit Jahrzehnten dort zu finden ist und nur ich sie noch nie gesehen habe und das alles gar nicht neu ist. In diesem Fall verzeiht einem armen Mann, der nach Kräften versucht, mit der Entwicklung Schritt zu halten!

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Jetzt ist dieser Mac auch schon wieder zweieinhalb Jahre alt!

Jedenfalls führt diese Schaltfläche zu einer informativeren Variante des Dialogs, mit der man einiges über sein System herausfinden kann. Die Informationen sind nicht ganz so ausführlich wie beim Programm Systeminformationen (früher System profiler), das in vielen Fällen aber einfach zu viel des Guten liefert.
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