Es geht noch schlimmer als Facebook und Google

Marc Elsberg malt sich in «Zero» aus, wie es wäre, wenn wir uns nicht nur in den sozialen Medien von Algorithmen würden bevormunden lassen, sondern auch bei all unseren Handlungen im Alltag. Und klar, das führt zu Mord und Manipulation.

Nach Blackout, Helix und Der Fall des Präsidenten komme ich nicht umhin, noch ein Buch von Marc Elsberg zu besprechen.

Sie wissen nicht nur, was du tust, sondern auch, was du vorhast.

Denn Zero be­schäf­tigt sich auf erdich­tete Weise mit Themen, die ich hier im Blog die ganze Zeit non-fik­tional behand­le: Im Zentrum stehen die grosse Daten­samme­lei im Netz, die daraus resultie­renden Manipu­lations­möglich­keiten durch die Tech-Konzerne, der Verlust der Privatsphäre – und nicht zuletzt kriegen die Medien eins auf den Deckel, weil sie in Zeiten von Livestreaming und Clickbaiting ihre journalistische Verantwortung nicht wahrnehmen.

Das Buch stammt von 2014, und das merkt man ihm deutlich an. Es ist geprägt von den Themen, die damals in der digitalen Welt ganz gross waren: Die Protagonisten sehen die Welt nur durch ihre Datenbrillen, streamen konstant live, verwenden Hashtags, als ob es kein Morgen gäbe und geben die allerpersönlichsten Daten preis, wenn dafür bloss ihr virtueller Wert bei der Internetplattform «Freemee» steigt.

Die Einflüsse sind deutlich zu erkennen: „Es geht noch schlimmer als Facebook und Google“ weiterlesen

Mister Präsident, Sie sind verhaftet!

Wenn die USA den Präsidenten nicht des Amtes entheben wollen, könnte nicht die Justiz nachhelfen? Im Thriller «Der Fall des Präsidenten» exerziert Marc Elsberg diese Möglichkeit durch.

Unter uns gesagt: Das Cover des Buchs hätte mich fast davon abgehalten, es zu kaufen…

Also, wie versprochen folgt nach Blackout und Helix hier der dritte Streich zu Marc Elsberg. Ich habe das neue Werk, Der Fall des Präsidenten durchgeackert. Und zwar als Hörbuch, sodass ich als Erstes gleich die diesbezügliche Kritik loswerden muss.

Der Erzähler, Dietmar Wunder, hat mich auf Dauer ziemlich genervt. Nicht, dass er eine unangenehme Stimme oder eine fragwürdige Aussprache hätte – nein, er wäre dem Job, eine Lesung von 14 Stunden und 42 Minuten abzuhalten, durchaus gewachsen. Aber er hat die Marotte, gegen Ende jedes Satzes eine Betonung zu setzen, was gepresst und affektiert klingt. Der Regisseur – falls es so etwas bei Hörbuchaufnahmen gibt – hätte ihn dazu anhalten sollen, seinen Hals etwas zu entspannen.

Aber gut, die Geschichte selbst ist atemlos und auf Spannung getrimmt: „Mister Präsident, Sie sind verhaftet!“ weiterlesen

Superhelden wider Willen

In «Helix – Sie werden uns ersetzen» spekuliert Marc Elsberg, wie es sein wird, wenn die ersten genetisch optimierten Menschen über ihre Existenz nach­denken und sich nicht damit abfinden können, etwas so Beson­deres zu sein.

Nach meiner Lektüre von «Blackout» (Zappenduster und eiskalt) war mir sofort klar, dass ich von diesem Autor noch mehr würde lesen wollen. Ich habe mich also sogleich dem nächsten Werk von Marc Elsberg zugewandt. Das ist das Buch von 2016. Und ich verrate nicht zu viel, wenn ich sage, dass der dritte Elsberg, nämlich das brandneue Buch Der Fall des Präsidenten bereits in der Pipeline steckt.

Ein bisschen am Erbgut herumzubasteln, wird demnächst ganz normal sein.

Aber das Buch, um das es jetzt geht, stammt von 2016 und heisst Helix – Sie werden uns ersetzen. Wenn man davon absieht, dass das Buch eigentlich Doppelhelix heissen müsste, bringt der Titel die Geschichte auf den Punkt: Die Helix bezieht sich auf unser Erbgut, das bekanntlich als Doppelstrang angelegt ist …

… und es tut mir leid, dass ich an dieser Stelle ein Detail einflechten muss, das ich mir nicht verkneifen kann, wenn von der Desoxy­ribonuklein­säure die Rede ist, seit ich beim Surfen im Netz (hier, PDF) zufällig darübergestolpert bin. Also, Zitat: „Superhelden wider Willen“ weiterlesen

Zappenduster und eiskalt

In «Blackout» malt sich Marc Elsberg aus, wie Europa von einem gross­flächi­gen, lang­an­dauern­den Strom­ausfall betrof­fen ist: Glaub­würdig – und gleich­wohl spannend und unter­halt­sam.

Ein beliebter Buchtitel. Auch Andreas Eschbach hat ihn schon benutzt.

Was würde passieren, wenn uns von einem Moment auf den nächsten das Internet abhandenkäme? Dieses Szenario führt die westliche Gesellschaft innert kürzester Zeit an den Rand des Abgrunds. Zumindest hat sich das Wolf Harlander im Buch «Systemfehler» so ausgemalt.

Dieses Buch habe ich kürzlich besprochen, und es hat mich auf den Geschmack gebracht. Was wäre die nächste Katastrophe, mit der ich mich auseinandersetzen könnte? Natürlich sollte sie noch verheerender sein als die vorherige. Denn man will sich schliesslich menschlich und als Leser weiterentwickeln.

Die Wahl lag auf der Hand: Es ist das Buch Blackout von Marc Elsberg.

Der Name des Autors war mir bislang nicht geläufig, was nur mit einem massiven Versagen zu erklären ist: „Zappenduster und eiskalt“ weiterlesen