Musiker und der Schlagzeuger bitte auf die Bühne

Jetzt ist die Zeit, den Drummer in uns zu wecken (möglichst mit einem lauten Wirbel): Die Zenbeats-App gibt es im Moment mit vielen kostenlosen Dreingaben.

Immer mal wieder stelle ich hier in meinem Blog Apps aus Bereichen vor, von denen ich keine Ahnung habe. Und juhuu!, heute ist es wieder so weit.

Es geht um Zenbeats von Roland. Das ist ein Drum-Computer in App-Form. Es gibt ihn fürs iPhone und iPad, für Android, den Mac und Windows.

Zu diesem Drum-Computer in App-Form macht Roland derzeit ein interessantes Angebot. Die App selbst ist (wie immer) kostenlos. Darüber hinaus bekommt man im Moment auch jede Menge jener Ressourcen gratis, mit denen man seine musikalischen Kreationen füttert. Denn im Moment hätten wir alle ja genügend Zeit, uns kreativ auszutoben, heisst es im Mail.

Natürlich sind diese «Wir helfen dir durch die Corona-Zeit»-Angebote nie selbstlos, sondern immer auch Marketing in eigener Sache. Aber das ist okay, finde ich. Niemand erwartet, dass wegen des Virus gleich der Kapitalismus abgeschafft wird.

Also, laut Roland umfasst das derzeit kostenlose Angebot die folgenden Dinge: „Musiker und der Schlagzeuger bitte auf die Bühne“ weiterlesen

Vielleicht werde ich irgendwann doch noch zum Listenfreak

Neun Vertreter aus dem Bereich des «Social Catalogings»: Websites und Apps, mit denen man seinen Medienkonsum dokumentiert und Wunschlisten führt.

Es gibt hier im Blog die schöne Rubrik Wenn ich einmal Zeit habe. Dort liste ich die Dinge auf, die ich gern tun würde – dann aber doch bleiben lasse, weil die Freizeit zu knapp bzw. bereits anderweitig verplant ist.

Eine weitere Folge in dieser Rubrik sei an dieser Stelle dem Social Cataloging gewidmet. Falls euch das kein Begriff ist: Das sind Apps bzw. Webdienste, mit denen man seinen Medienkonsum organisiert. Es gibt sie für Bücher, Musik, Filme und Serien.

Sie kümmern sich typischerweise um zwei Dinge: Nämlich um jene Werke, die man schon hinter sich hat. Und um diejenigen, die man sich noch vornehmen möchte. Titel, die man schon rezipiert hat, werden mit einer Bewertung und/oder einer Kurzkritik versehen. „Vielleicht werde ich irgendwann doch noch zum Listenfreak“ weiterlesen

Ein kleines Reverse-Engineering-Projekt

Neulich habe ich den Jooki-Kinderlautsprecher vorgestellt. Er funktioniert wie ein normaler WLAN-Lautsprecher – nur mit der Besonderheit, dass das Programm über kleine Figürchen ausgewählt wird, die man auf das Gerät stellt.

Da ist eine Idee nahe liegend: Nämlich selbst Figürchen zu basteln, die mit Wiedergabelisten verbunden werden können. Klar, man kann auch mehr Figürchen kaufen. Aber eine interessante Herausforderung ist natürlich die Frage, ob man die auch selbst hinbekommt.

Das Geist-Figürchen gibt diesen Link zurück.

Dafür muss man als erstes herausfinden, wie die Figürchen mit dem Lautsprecher kommunizieren. Man tippt auf RFID und hält daher probehalber die EC-Karte an den Jooki. Und tatsächlich: Er reagiert darauf.

Der erste Schritt wäre herauszufinden, wie die Figürchen erkannt werden. Dazu benutze ich die App NfcActions, die es kostenlos fürs iPhone gibt. Da tippt man auf den Scnan-Knopf, hält ein Figürchen ans iPhone und voilà; entdeckt wird ein Link, der beim Antippen die Begrüssung «Hello 鬼 Ghost» zurückgibt. „Ein kleines Reverse-Engineering-Projekt“ weiterlesen

In Echtzeit auf den Mond

Es gibt diese Webseiten im Netz, auf denen man Stunden oder Tage verbringen könnte (wenn man Zeit hätte). Zu dieser Sorte gehört ohne Zweifel Apollo 11 in real time. Es geht um die erste Landung auf dem Mond. Die Nasa hat diese Mission vom 16. Juli 1969 bis zum 20. Juli 1969 durchgeführt. Und auch wenn sie noch in einer Zeit stattgefunden hat, wo nicht jede Sekunde digital festgehalten wurde, so ist doch erstaunlich viel Material erhalten geblieben.

Zum Beispiel Tausende von Fotos, Fernsehübertragungen und Missions-Filmmaterial. Und jede Menge Funkübertragungen. Nicht nur die Kommunikation zwischen den Astronauten im All und der Bodenstation wurde aufgezeichnet, sondern auch die Gespräche des Mission Control, also des Missionskontrollzentrums. (Übrigens ganz schön viel dokumentarisches Material, das man alles hätte fälschen müssen – falls noch irgend einer die Verschwörungstheorie der erfundenen Mondlandung glaubt.)

Die Website bündelt diese Datenmenge und stellt sie chronologisch sortiert zur Verfügung. Raumfahrt- und Mondlandungsfans können die ganze Mission in Echtzeit miterleben. „In Echtzeit auf den Mond“ weiterlesen

Fotokunst auf die faule Tour

Doppel- oder Mehrfachbelichtungen sind eine kreative Spielerei, die man schon im analogen Zeitalter äusserst kreativ anwenden konnte. Damals im Zelluloidzeitalter musste man seine Kamera dazu bringen, den Film nicht zu transportieren, bevor man erneut auslöst. Die meisten Kameras haben das automatisch verhindert, indem der Spannhebel den Film um ein Bild weiterbefördert, während er den Verschluss wieder schussbereit macht. Es gibt bei manchen Kameras aber einen Knopf, der den Filmtransport abschaltet.

Auch viele Digitalkameras haben eine Option für Doppelbelichtungen. Die bei meiner Nikon D700 ist allerdings nicht das, was man erwarten würde. Sie fügt nämlich nachträglich Bilder zusammen (im Menü bei Bildbearbeitung gibt es die Option Bildmontage). Wenn man die Doppelbelichtung hinterher zusammenfügt, kann man das auch gleich in der Bildbearbeitungssoftware tun.

Wenn man Doppelbelichtungen mit der Kamera machen will, dann natürlich gleich bei der Aufnahme. Erstens kommt es dann auf die fotografischen Fähigkeiten und das sorgfältige Arbeiten an. Und zweitens kommen gewisse Vorteile nur bei der Aufnahme überhaupt zum Tragen.

Man kann die Mehrfachbelichtungen nämlich nicht nur kreativ, sondern auch handwerklich nutzen. „Fotokunst auf die faule Tour“ weiterlesen

Löcher im Web

Tote Links sind eine mühsame Angelegenheit. Sie führen dazu, dass bei einem Klick nicht der gewünschte Webinhalt, sondern bloss eine Fehlermeldung erscheint. Denn entgegen der oft gehörten Behauptung, dass das Internet angeblich nichts vergisst, verschwinden ganz schön viele Inhalte.

Ich habe nach einer Statistik gesucht, die diesen Prozess veranschaulichen würde. Zum Beispiel: Wie viele Websites verschwinden jedes Jahr? Auch aufschlussreich wäre eine ungefähre Antwort auf die Frage, welcher Anteil des bei der Wayback Machine archivierten Inhalts unter der Originaladresse nicht mehr zu finden ist.

Was diese Website hier angeht, habe ich mit den hier beschriebenen Methoden herausgefunden, dass inzwischen mindestens auf jeder zehnten Seite ein toter Link zu finden ist. (Die kostenlose Variante des Dienstes überprüft maximal 3000 Seiten und hat darauf 319 tote Links entdeckt.) Dieser Anteil nimmt natürlich zu, je älter die Beiträge werden. Einige Stichproben bei den Beiträgen von 2007 zeigen, dass über den Daumen gepeilt die Hälfte der Links nicht mehr funktionieren. „Löcher im Web“ weiterlesen

Hallo Bot!

Wie vor einiger Zeit nebenbei erwähnt hat mir die WordPress-Statistik vor Augen geführt, dass mein Blog weniger gelesen wird als gedacht. Mein altes CMS hat für jeden Beitrag die Views, also Anzahl Aufrufe gezählt. Nur ist die diese Zahl leider nicht sonderlich aussagekräftig. Nicht jeder Aufruf stammt von einem interessierten Leser. Ganz im Gegenteil.

Was mir theoretisch klar war, haben mir diese Zahlen deutlich ins Bewusstsein gerufen: Ein grosser Teil des Internetverkehrs stammt nicht von Menschen, sondern von Bots. The Internet Is Mostly Bots, hat «The Atlantic» neulich geschrieben. Der Bot Traffic Report gibt an, dass 48,2 Prozent menschliche Nutzer sind. 22,9 Prozent seien gute Bots und 28,9 Prozent böse Bots.

Etwas fällt bei dieser Studie sofort auf: Nämlich die Unterscheidung in gute und böse Bots. Die guten überwachen die Website, holen legitimerweise Daten, erstellen Indizes für Suchmaschinen wie Google und Bing oder halten Feed-Verzeichnisse und andere Dinge am Laufen. Die bösen Bots versuchen Sicherheitslücken zu finden und in die Website einzubrechen, Spam-Kommentare abzusetzen, Daten zu stehlen, Viren zu infiltrieren oder Informationen abzuziehen.

Viele der Bots haben mit Suchmaschinenoptimierung (search engine optimization, SEO) zu tun – und da kann man sich streiten, ob das nun gut oder böse ist. Ich tendiere eher zum letzteren.

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Wie das Internet deine Arbeit macht

Es gibt viele tolle Webdienste. Doch die verrichten ihr Werk meist isoliert, ohne mit anderen tollen Services im Web zu kooperieren. Schuld an diesem Zustand ist wahrscheinlich der alte Charles Darwin. Er, bzw. Herbert Spencer, hat beschlossen, dass der Tüchtige und nicht der Kooperative überlebt. Und seitdem scheint das eine gemachte Sache zu sein. So gibt es denn viele Datensilos im Web, aber nur wenige Schnittstellen, mit denen man die Anwendungen zu harmonischer Zusammenarbeit bewegen könnte.

Nun, es gibt Versuche, diese Dienste zum Zusammenwirken zu zwingen. Respektive einen Austausch von aussen herbeizuführen. Mit der Hilfe von Dritten werden Web-Anwendungen zusammengestrickt, selbst wenn sie von Haus aus keine Verbindungsaufnahme ermöglichen. Ein Beispiel, das ich in diesem Blog öfters angeführt habe, ist If this then that. Nach dem Prinzip Wenn (am einen Ort) das passiert, mache (am anderen Ort) jenes richtet man Automatisierungen ein: Wenn Iftt, dann Zeitersparnis, habe ich die Sache seinerzeit auf den Punkt gebracht. Ich nutze beispielsweise einen persönlichen Twitter-Bot. Und logge auch Arbeitszeiten mittels Ifttt.

Eine interessante Anwendung ist auch Ellp, die, wie hier beschrieben, das Ifttt-Prinzip auf Windows überträgt. Wobei man das im Präteritum formulieren müsste: Im Oktober 2018 hat das Unternehmen aufgegeben. Man kann die Software noch weiter benutzen, doch sie wird nicht mehr fortgeführt.

Im Netz feiert das Ifttt-Prinzip allerdings fröhliche Urständ.  „Wie das Internet deine Arbeit macht“ weiterlesen

Keine App für Elektrosmogparanoiker

Bluetooth Smart Scanner (kostenlos fürs iPhone) listet die Bluetooth-Geräte in der Umgebung auf; und zwar auch solche, die man nicht verbunden (gepairt) hat. Das gleiche tut auch BLE Scanner, den es fürs iPhone/iPad und für Android gibt.

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BLE Scanner: Der Samsung-Fernseher (UE40J6370) muss irgendwo durch ein offenes Fenster senden – gesehen habe ich den selbst nicht.

Eine solche App richtet sich an zwei Zielgruppe. Die erste Gruppe besteht aus Entwicklern und Herstellern, die Bluetooth-Apps und -Geräte in die Welt setzen wollen. Die können diese Apps zu Testzwecken und Fehlersuche benutzen. Die zweite Gruppe sind natürlich die Neugierigen und die Spielkinder, die gerne wissen würden, was funkmässig um sie herum so läuft. Wenn man durch die Stadt spaziert, zeigt einem eine solche Scanner-App auf, dass man von einer verblüffend hohen Zahl an Bluetooth-Geräten umgeben ist. „Keine App für Elektrosmogparanoiker“ weiterlesen

Die App für Knoten im Hirn

Aus unerfindlichen Gründen bin ich ein Fan von Droste. Nein, nicht von Droste-Hülshoff. Die hat mich nicht geflasht, obwohl ich seinerzeit natürlich «Die Judenbuche» lesen musste. Nein, ich meine den Droste-Effekt. Bei dem sieht in einem Bild das gleiche Bild noch einmal. Und dort noch einmal. Und noch einmal, bis in alle Ewigkeit, bzw. bis zu den Grenzen der Auflösung. Das ist eine charmante Form des Selbstbezugs und eine Demonstration davon, wie das Konzept der Ewigkeit nicht in einen menschlichen Kopf hineinpassen will. Ich kann mich erinnern, dass ich als kleiner Junge gerne im Badezimmer die beiden Flügel des Spiegelschranks aufgeklappt habe, sodass ich mich dazwischen auf beiden Seiten gespiegelt habe: Es überstieg damals (und es übersteigt noch heute) mein Fassungsvermögen, dass sich Unendlichkeit so einfach herstellen lässt. Und das nicht nur einmal, sondern sogar gleich zweimal, nämlich rechts und links von meinem Kopf.

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Zwei Droste-Variante: Links mein selbstgebasteltes Selfie, rechts eines der mitgelieferten Beispiele, die unendliche Schachpartie.

Der Droste-Effekt macht genau das, aber mit einem künstlerischen Dreh. Wenn man Wikipedia glauben darf, haben die Holländer ihn erfunden. „Die App für Knoten im Hirn“ weiterlesen