Keine App für Elektrosmogparanoiker

Bluetooth Smart Scanner (kostenlos fürs iPhone) listet die Bluetooth-Geräte in der Umgebung auf; und zwar auch solche, die man nicht verbunden (gepairt) hat. Das gleiche tut auch BLE Scanner, den es fürs iPhone/iPad und für Android gibt.

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BLE Scanner: Der Samsung-Fernseher (UE40J6370) muss irgendwo durch ein offenes Fenster senden – gesehen habe ich den selbst nicht.

Eine solche App richtet sich an zwei Zielgruppe. Die erste Gruppe besteht aus Entwicklern und Herstellern, die Bluetooth-Apps und -Geräte in die Welt setzen wollen. Die können diese Apps zu Testzwecken und Fehlersuche benutzen. Die zweite Gruppe sind natürlich die Neugierigen und die Spielkinder, die gerne wissen würden, was funkmässig um sie herum so läuft. Wenn man durch die Stadt spaziert, zeigt einem eine solche Scanner-App auf, dass man von einer verblüffend hohen Zahl an Bluetooth-Geräten umgeben ist. „Keine App für Elektrosmogparanoiker“ weiterlesen

Die App für Knoten im Hirn

Aus unerfindlichen Gründen bin ich ein Fan von Droste. Nein, nicht von Droste-Hülshoff. Die hat mich nicht geflasht, obwohl ich seinerzeit natürlich «Die Judenbuche» lesen musste. Nein, ich meine den Droste-Effekt. Bei dem sieht in einem Bild das gleiche Bild noch einmal. Und dort noch einmal. Und noch einmal, bis in alle Ewigkeit, bzw. bis zu den Grenzen der Auflösung. Das ist eine charmante Form des Selbstbezugs und eine Demonstration davon, wie das Konzept der Ewigkeit nicht in einen menschlichen Kopf hineinpassen will. Ich kann mich erinnern, dass ich als kleiner Junge gerne im Badezimmer die beiden Flügel des Spiegelschranks aufgeklappt habe, sodass ich mich dazwischen auf beiden Seiten gespiegelt habe: Es überstieg damals (und es übersteigt noch heute) mein Fassungsvermögen, dass sich Unendlichkeit so einfach herstellen lässt. Und das nicht nur einmal, sondern sogar gleich zweimal, nämlich rechts und links von meinem Kopf.

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Zwei Droste-Variante: Links mein selbstgebasteltes Selfie, rechts eines der mitgelieferten Beispiele, die unendliche Schachpartie.

Der Droste-Effekt macht genau das, aber mit einem künstlerischen Dreh. Wenn man Wikipedia glauben darf, haben die Holländer ihn erfunden. „Die App für Knoten im Hirn“ weiterlesen

Bild. Punkt.

Es passiert mir ab und zu, dass ich Programme auf meiner Festplatte finde, ohne zu wissen, wie die dorthin gekommen sind. Vielleicht wurden sie mir von einem Hacker untergejubelt. Womöglich habe ich sie aber auch selbst heruntergeladen, mit der Absicht, einen Softwaretest abzuhalten. Doch wie es so geht – es kommt etwas dazwischen, der Softwaretest findet nicht statt, aber das Programm bleibt an Ort und Stelle liegen.

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Bitte ohne Blinzeln 30 Sekunden lang in dieses Auge schauen. (Originalbild: Skitterphoto/pexels.com, CC0)

Das ist mir neulich mit dem Programm Vectoraster 6 so gegangen. Nach einer zufälligen Wiederentdeckung habe ich mich entschlossen, das Programm hier zu besprechen. Es befriedigt zwar ein ziemlich spezielles Bedürfnis. Aber es tut es auf eine so befriedigende Weise, dass sich eine Besprechung allemal lohnt. Nachdem ich also diverse Screenshots angefertigt und einen ausführlichen Test abgehalten hatte, stellte ich durch Googeln fest, dass die Version 6 nicht mehr aktuell ist und man nun die Version 7 benutzen müsse. Tja, Künstlerpech.

Also, Vectoraster 7 gibt es für den Mac. Die Vollversion kostet 42 US-Dollar. Und die Aufgabe des Programms ist es, Pixelbilder in Vektorraster umzuwandeln. Das klingt ein bisschen so, als ob es dem hier besprochenen Webdienst Konkurrenz machen würde. Dem ist aber nicht so. „Bild. Punkt.“ weiterlesen

Für Entdecker und Herdentiere

Bei der Recherche zu meinem Video zur kostenlosen Ferienlektüre bin ich auch der Website scribl.com begegnet. Das ist, etwas nüchtern ausgedrückt, eine Handelsplattform für digitale Inhalte: E-Books, Hörbücher, Podcasts. Als Leser bezieht man Lesestoff und als Autor publiziert man seine Werke. Das Versprechen an Autoren lautet: «You write. We do the rest. While we can’t guarantee your work will become a bestseller, Scribl is the place that can make it happen automatically.»

Also: «Du schreibst, wir publizieren. Ohne Garantie auf einen Bestseller, aber mit der Aussicht, dass es passieren könnte.» Das ist nun per se noch nicht wahnsinnig spektakulär. Es gibt andere Self-Publishing-Plattformen im Netz. Die wichtigste ist sicher Kindle Direct Publishing, wo man seine Bücher direkt auf Amazon veröffentlicht. (Wie ich es mit dem getan habe.)

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Das ist die Ausbeute, wenn man gern ein bisschen Sex, aber nicht allzu viel Realismus hätte.

Aber es macht nichts, eine Alternative zu haben. Besonders, wenn hinter dem Platzhirsch ein Koloss wie Amazon steckt. Und Scribl hat mehrere Eigenschaften, die die Plattform interessant machen.

Es gibt erstens das Crowd Pricing, das den Bücherpreis bestimmt. „Für Entdecker und Herdentiere“ weiterlesen

Wo die weiblichen Nerds das Sagen haben

Fanfic ist wie ein Tütchen Bertie Bott’s Every Flavour Beans.

Fan-Fiction ist mir natürlich ein Begriff. Aber bis vor Kurzem war mir nicht klar, was für Ausmasse diese Sache annimmt. Für den Tagi habe ich einen Artikel über Quora im Speziellen und über User-generated content gemacht (irgendwie inspiriert durch diesen Blogpost hier). Und dabei bin ich fanfiction.net begegnet. Das ist eine Plattform, die es seit 18 Jahren gibt und die eine enorme Menge an Material bereithält.

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Abartig, was die Fanfic-Fans für einen Output haben! (Bild: Pexels.com, CC0)

Wie viele Geschichten es sind, lässt sich anscheinend nur schwer abschätzen. Ich habe auf der Site selbst keine Angaben dazu gefunden und auch Wikipedia gibt sich einigermassen vage. Die Rede ist von 2,2 Millionen Usern (2009). Die Anzahl der Geschichten wird nirgends ausgewiesen, doch dieser Blogpost deutet an, dass die Storys forlaufend nummeriert werden. Demnach wären es um die 12’543’000 Geschichten. Unglaublich! Das ist ein knappes Drittel der Bücher, die es in der Library of Congress gibt.
„Wo die weiblichen Nerds das Sagen haben“ weiterlesen

Girlietaugliches Storytelling

Bekanntlich habe ich eine gute Beziehung zu dem 16-jährigen Mädchen in mir. Aus diesem Grund ist es nicht verwerflich, hier die App Episode (für Android und iPhone/iPad) zu besprechen in Teenie-Nöten und -Freuden zu schwelgen. Ich könnte nun die Ausrede bemühen, dass ich mich nur aus journalistischen Zwecken in diese rosaroten und plüschigen Gefilde begebe. Und deswegen, weil Episode eine potenziell interessante Storytelling-Methode pflegt. Aber das wäre geschwindelt. Es geht um den Thrill, ums Herzklopfen und die Gänsehaut, und darum, Stunden damit zu verbringen, an Anfang des Spiels seine Figur mit der perfekten Frisur, Haarfarbe und -länge auszustatten, die geilsten Klamotten aus dem virtuellen Kleiderschrank zu picken und sich mit den Accessoires auszustatten, die die Schönheit der eigenen Seele besonders hell leuchten lassen. Oder so ähnlich.

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Links: Mein Alter Ego.
Rechts: Von Schmacht über Sperschmacht bis zu Schmachtschmachtschmacht…

Denn zum Ritual am Anfang einer Episode-Episode gehört das Aufdonnern der Spielfigur. Die political correctness ist nicht zu übersehen, indem nicht nur die Hautfarbe der Spielfigur variabel ist, sondern der ganze Genotyp. Das ermöglicht sämtlichen Mädchen von Nord bis Süd und von Asien bis Europa eine maximale Identifikation mit ihrer Figur. Es ist erzählerisch jedoch ein massives Handicap. „Girlietaugliches Storytelling“ weiterlesen

Lasst uns den Pinsel schwingen!

Autodesk ist diese Softwareklitsche, die Software macht, die kaum einer braucht. (Ausser diejenigen die auf CAD abfahren.) So lautet zumindest the common wisdom. Längst macht Autodesk auch lustige Apps wie die hier.

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Ja, das habe ich gemacht! (Ich habe ganz allein ein Bild aus dem Tutorial in den Hintergrund geladen!)

Und ernsthafte Softwareerzeugnisse wie Sketchbook. Das ist eine «digitale Zeichen-App für ein echtes Zeichenerlebnis», wie es die Marketingbehauptung ausdrückt. Es gibt die App kostenlos für Windows und Mac, aber auch für Android und fürs iPhone und iPad. Man verwendet sie am Touchscreen am besten mit einem Stift und PC mit einem Grafiktablett. Aber es geht zur Not auch mit Maus und Finger.

Der Arbeitsbereich macht einen aufgeräumten Eindruck: „Lasst uns den Pinsel schwingen!“ weiterlesen

Kreativ ist jeder


Falls das Video nicht erscheint, bitte hier klicken.

Das Content Creator-Update für Windows 10 ist schon seit ein paar Wochen draussen. Doch viele Leute haben es entweder noch nicht erhalten oder es zwar schon installiert, aber gar nicht gemerkt, was neu ist. Darum ist es an der Zeit, das Update einmal detailliert vorzustellen.

(Klammerbemerkung: Ich habe etwa sechs Anläufe gebraucht, bis ich es erfolgreich installieren konnte. Bei meinem PC hat es zweimal nicht geklappt, weil der die Marotte entwickelt hat, manchmal mehrere Anläufe für den Start oder Neustart zu brauchen. Am Surface hat es zweimal nicht geklappt, weil dort ein Firmware-Update ausstehend war. Und in der VirtualBox hat es aus unerfindlichen Gründen auch einmal nicht geklappt. „Kreativ ist jeder“ weiterlesen

Die Nummer 1 für die Hitparade ist fast schon komponiert

In der letzten Zeit kamen einige interessante Apps von Apple. Clips habe ich hier vorgestellt. Eine andere ist Musikmemos. Zu deren Zielpublikum gehöre ich nicht, weil in den Nutzungsbedingungen steht, dass man sie nur verwenden darf, wenn man ein Minimum an Rhythmusgefühl und einen Ansatz von Musikalität in die Wiege gelegt bekommen hat. Bei mir ist das leider nicht der Fall – ich habe ein recht gutes Gefühl für sprachlichen Rhythmus, doch wenn es ums Taktgefühl geht, dann ist bedauerlicherweise mit mir gar nichts zu wollen.

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So, und wo kann ich das nun bei Spotify hochladen?

Diese Unbegabung schliesst dann nicht nur eine Karriere als Schlagzeuger aus, sondern auch eine als Tänzer oder Dirigent. Ja, es ist sogar so schlimm, dass man mir (wie jedem richtigen Nerd) das Tanzen in der Öffentlichkeit verbieten müsste. Wobei Öffentlichkeit auch Orte wie Discos oder Clubs umfasst, wo nur Leute verkehren, die nicht tanzen können. Man hätte mir eigentlich sogar das Tanzen an meiner eigenen Hochzeit untersagen müssen. Weil das keiner getan hat, gibt es nun ein Video, das… aber lassen wir das, sonst kommt ihr noch auf die Idee, das Internet danach abzusuchen.

Doch das Schöne an der Meinungs-, Medien- und Bloggingfreiheit ist, dass Kompetenz keine Voraussetzung ist, damit einer seine Meinung ins Internet schreiben darf. „Die Nummer 1 für die Hitparade ist fast schon komponiert“ weiterlesen

Zwei Tipps für ein verregnetes Wochenende

Die Woche fängt ja gut an! Nämlich mit zwei Einträgen von meiner To-Do-Liste, die direkt in diesen Beitrag gewandert sind – ohne, dass ich sie hätte testen können. Doch weil die Gefahr besteht, dass ich innert nützlicher Frist nicht zum Testen komme, gebe ich hier lieber Empfehlungen vom Hörensagen weiter, anstatt die schönen Tipps verkommen zu lassen:

Da ist zum einen odrive.com: Dieser Tipp hat mir ein Arbeitskollege bei der Teepause im Newsroom gegeben. Odrive ist ein Client, der diverse Speicherdienste im Netz bündelt. Er kombiniert Dropbox, Onedrive, Google Drive, Amazon S3, FTP, DAV und sogar Slack, Gmail, Instagram und einige weitere Dienste, deren Icon ich auf der Website hier noch nicht einmal erkannt habe.

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Der Client werkelt im Hintergrund…

Das klingt grossartig, denn erstens ist es nicht sehr effizient, diverse solcher Sync-Clients laufen zu haben. Jeder frisst Ressourcen und womöglich kommen sie sich auch in die Quere. Nicht nur das: Odrive beherrscht auch die Platzhalter. „Zwei Tipps für ein verregnetes Wochenende“ weiterlesen