Mal eben schnell das eigene Fernsehprogramm starten

Manycam ist ein kleines Fernsehstudio im Software-Format: Mit der App verwendet man in Videokonferenzen oder im Live-Streaming mehrere Kameras und blendet Videos, Bilder und Text ein.

Fürs Streaming und für Videokonferenzen kann man nicht nur die eingebaute Webcam, sondern auch eine Spiegelreflex-, Videokamera oder aber das Smartphone verwenden: Diese Möglichkeiten habe ich in den beiden Beiträgen Eine richtige Kamera für Videokonferenzen und fürs Streaming und Das Smartphone als Webcam behandelt.

Damit diese Sache nun richtig rund wird, braucht es noch ein Puzzleteilchen: Nämlich die Möglichkeit, zwischen all den Video-Inputs zu wechseln. Eine Bildregie wie beim Fernsehen, mit der Möglichkeit, dem Publikum unterschiedliche Perspektiven zu liefern. Diese machen den Vortrag per Videokonferenz oder die Übertragung im Live-Stream deutlich abwechslungsreicher. Es besteht die Chance, dass man sich einen Profi-Bonus einhandelt. Und je nach Situation ergibt sich auch ein echter Vorteil, indem man über eine zweite Kamera Gegenstände oder Notizen zeigen oder Bilder, Videos und Präsentationen zuspielen kann.

Stellt sich die Frage: Wie geht dieser Zaubertrick? „Mal eben schnell das eigene Fernsehprogramm starten“ weiterlesen

Eine App, bei der es mir in den Fingern juckt

Eine geheime, unerfüllte Leidenschaft meinerseits ist die Produktion eines Animationsfilms. Das Equipment und Ideen sind vorhanden und auch die passende App ist auserkoren. Jetzt fehlt nur noch etwas.

Kinder wecken Erwartungen bei ihren Eltern: Manche wünschen sich, dass ihre Söhne und Töchter zu irgendwelchen Höhenflügen ansetzt: Akademische Grade erringt, in der Armee mindestens den Rang des Korpskommandanten erreichen, in eine adlige Familie einheiraten oder in Hollywood durchstarten – irgendetwas in der Art.

Ich bin in dieser Sache weniger spezifisch. Ich bin zufrieden, wenn der Nachwuchs keine arschlochhaften Charakterzüge entwickelt, sondern sich als senkrechtes menschliches Wesen entpuppt. Was, bei Licht betrachtet, auch kein kleiner Wunsch ist. Nebenbei hoffe ich ausserdem noch, dass ich meine Tochter irgendwann dafür begeistern kann, mit mir einen Stop-Motion-Film zu drehen.

Wie beschrieben habe ich in meiner Jugend noch das Medium des Super-8-Films miterlebt. Bei dem waren die künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten im Vergleich zur heutigen Handykamera  primitiv. Doch mit manchen Kameras konnte man einzelne Frames belichten. Das fand ich extrem faszinierend: „Eine App, bei der es mir in den Fingern juckt“ weiterlesen

Etwas mehr Google’scher Digitalsierungswillen, bitte!

Es gibt hierzulande viele schöne Archive für Fotos, Videos und Tonaufnahmen. Die Präsentation dieser Schätze lässt aber leider sehr zu wünschen übrig.

Wenn mich die Nostalgie überkommt, dann neige ich dazu, in alten Fotoarchiven zu stöbern. Da ist zum Beispiel das Bildarchiv der ETH-Bibliothek oder, speziell für Winterthurer Belange, das Bildarchiv der Winterthurer Bibliotheken.

Die Bildersammlung der ETH Zürich: Hier hat man die Möglichkeit, die Fotosuche nach Zeitperiode einzugrenzen.

So toll es ist, dass es diese Archive gibt, so wenig beglückt bin ich über die Präsentation der Bilder. Zum Beispiel die Weboberfläche des Winterthurer Bildarchivs: Dass sie nicht für Mobilgeräte und kleine Bildschirme optimiert ist, lässt sich noch verschmerzen.

Doch ich würde mir wünschen, dass sich die Grösse der Vorschaubilder anpassen liesse. Die Thumbnails mit einer langen Kante von um die 200 Pixeln sind etwas gar klein, sodass ständig zwischen der Bildliste und der Einzelansicht hin und her wechselt: Wenn man wenigstens die Escape-Taste drücken könnte, um die Voransicht zu schliessen.

Besonders unbefriedigend ist die Suchfunktion. „Etwas mehr Google’scher Digitalsierungswillen, bitte!“ weiterlesen

Für die etwas Fleissigeren und Begabteren unter uns

Falls ich doch noch zum Ukulenen-Virtuosen heranreifen sollte, wird die Yousician-App daran schuld gewesen sein.

Aus Gründen, die hier nicht näher erläutert werden sollen, gibt es in unserem Haushalt neuerdings eine Ukulele. Ja, so ein Ding, mit dem man in Handarbeit Töne herstellt, die im Idealfall nicht allzu grässlich klingen. Es soll sogar Leute geben, die sogar Wohlklingendes zustande bringen. Für mich völlig unvorstellbar. Aber in musikalischen Belangen bin ich leider kein Massstab.

Ich bin sosehr kein Massstab, dass ich generell eher davon abrate, die mit Musik getaggten Beiträge hier im Blog überhaupt zu lesen. Sie sind wahrscheinlich von einer derartigen Naivität und einem Unwissen geprägt, dass man die Zeit, die man fürs Lesen bräuchte, auf alle Fälle für etwas Sinnvolleres einsetzen könnte. Ich halte mir aber zugute, dass ich mir meiner diesbezüglichen Unfähigkeit ansatzweise bewusst bin und daher wenigstens nicht dem Dunning-Kruger-Effekt zum Opfer gefallen bin.

Wie auch immer: wider besseres Wissen schreibe ich heute über eine App, die in den Bereich gehört, von dem ich keine Ahnung habe: „Für die etwas Fleissigeren und Begabteren unter uns“ weiterlesen

Musiker und der Schlagzeuger bitte auf die Bühne

Jetzt ist die Zeit, den Drummer in uns zu wecken (möglichst mit einem lauten Wirbel): Die Zenbeats-App gibt es im Moment mit vielen kostenlosen Dreingaben.

Immer mal wieder stelle ich hier in meinem Blog Apps aus Bereichen vor, von denen ich keine Ahnung habe. Und juhuu!, heute ist es wieder so weit.

Es geht um Zenbeats von Roland. Das ist ein Drum-Computer in App-Form. Es gibt ihn fürs iPhone und iPad, für Android, den Mac und Windows.

Zu diesem Drum-Computer in App-Form macht Roland derzeit ein interessantes Angebot. Die App selbst ist (wie immer) kostenlos. Darüber hinaus bekommt man im Moment auch jede Menge jener Ressourcen gratis, mit denen man seine musikalischen Kreationen füttert. Denn im Moment hätten wir alle ja genügend Zeit, uns kreativ auszutoben, heisst es im Mail.

Natürlich sind diese «Wir helfen dir durch die Corona-Zeit»-Angebote nie selbstlos, sondern immer auch Marketing in eigener Sache. Aber das ist okay, finde ich. Niemand erwartet, dass wegen des Virus gleich der Kapitalismus abgeschafft wird.

Also, laut Roland umfasst das derzeit kostenlose Angebot die folgenden Dinge: „Musiker und der Schlagzeuger bitte auf die Bühne“ weiterlesen

Vielleicht werde ich irgendwann doch noch zum Listenfreak

Neun Vertreter aus dem Bereich des «Social Catalogings»: Websites und Apps, mit denen man seinen Medienkonsum dokumentiert und Wunschlisten führt.

Es gibt hier im Blog die schöne Rubrik Wenn ich einmal Zeit habe. Dort liste ich die Dinge auf, die ich gern tun würde – dann aber doch bleiben lasse, weil die Freizeit zu knapp bzw. bereits anderweitig verplant ist.

Eine weitere Folge in dieser Rubrik sei an dieser Stelle dem Social Cataloging gewidmet. Falls euch das kein Begriff ist: Das sind Apps bzw. Webdienste, mit denen man seinen Medienkonsum organisiert. Es gibt sie für Bücher, Musik, Filme und Serien.

Sie kümmern sich typischerweise um zwei Dinge: Nämlich um jene Werke, die man schon hinter sich hat. Und um diejenigen, die man sich noch vornehmen möchte. Titel, die man schon rezipiert hat, werden mit einer Bewertung und/oder einer Kurzkritik versehen. „Vielleicht werde ich irgendwann doch noch zum Listenfreak“ weiterlesen

Ein kleines Reverse-Engineering-Projekt

Lässt sich der Jooki-Kinderlautsprecher mit eigenen Figürchen verwenden? Ich wage ein Experiment mit RFID-Chips.

Neulich habe ich den Jooki-Kinderlautsprecher vorgestellt. Er funktioniert wie ein normaler WLAN-Lautsprecher – nur mit der Besonderheit, dass das Programm über kleine Figürchen ausgewählt wird, die man auf das Gerät stellt.

Da ist eine Idee nahe liegend: Nämlich selbst Figürchen zu basteln, die mit Wiedergabelisten verbunden werden können. Klar, man kann auch mehr Figürchen kaufen. Aber eine interessante Herausforderung ist natürlich die Frage, ob man die auch selbst hinbekommt.

Das Geist-Figürchen gibt diesen Link zurück.

Dafür muss man als erstes herausfinden, wie die Figürchen mit dem Lautsprecher kommunizieren. Man tippt auf RFID und hält daher probehalber die EC-Karte an den Jooki. Und tatsächlich: Er reagiert darauf.

Der erste Schritt wäre herauszufinden, wie die Figürchen erkannt werden. Dazu benutze ich die App NfcActions, die es kostenlos fürs iPhone gibt. Da tippt man auf den Scnan-Knopf, hält ein Figürchen ans iPhone und voilà; entdeckt wird ein Link, der beim Antippen die Begrüssung «Hello 鬼 Ghost» zurückgibt. „Ein kleines Reverse-Engineering-Projekt“ weiterlesen

In Echtzeit auf den Mond

Mit «Apollo 11 in real time» lässt sich die Mondmission der Nasa in eindrücklicher, multimedialer Form und in originaler Länge nacherleben.

Es gibt diese Webseiten im Netz, auf denen man Stunden oder Tage verbringen könnte (wenn man Zeit hätte). Zu dieser Sorte gehört ohne Zweifel Apollo 11 in real time. Es geht um die erste Landung auf dem Mond. Die Nasa hat diese Mission vom 16. Juli 1969 bis zum 20. Juli 1969 durchgeführt. Und auch wenn sie noch in einer Zeit stattgefunden hat, wo nicht jede Sekunde digital festgehalten wurde, so ist doch erstaunlich viel Material erhalten geblieben.

Zum Beispiel Tausende von Fotos, Fernsehübertragungen und Missions-Filmmaterial. Und jede Menge Funkübertragungen. Nicht nur die Kommunikation zwischen den Astronauten im All und der Bodenstation wurde aufgezeichnet, sondern auch die Gespräche des Mission Control, also des Missionskontrollzentrums. (Übrigens ganz schön viel dokumentarisches Material, das man alles hätte fälschen müssen – falls noch irgend einer die Verschwörungstheorie der erfundenen Mondlandung glaubt.)

Gebündelt und chronologisch sortiert

Die Website bündelt diese Datenmenge und stellt sie chronologisch sortiert zur Verfügung. Raumfahrt- und Mondlandungsfans können die ganze Mission in Echtzeit miterleben. „In Echtzeit auf den Mond“ weiterlesen

Fotokunst auf die faule Tour

Doppel- oder Mehrfachbelichtungen sind eine kreative Spielerei, die man schon im analogen Zeitalter äusserst kreativ anwenden konnte. Damals im Zelluloidzeitalter musste man seine Kamera dazu bringen, den Film nicht zu transportieren, bevor man erneut auslöst. Die meisten Kameras haben das automatisch verhindert, indem der Spannhebel den Film um ein Bild weiterbefördert, während er den Verschluss wieder schussbereit macht. Es gibt bei manchen Kameras aber einen Knopf, der den Filmtransport abschaltet.

Auch viele Digitalkameras haben eine Option für Doppelbelichtungen. Die bei meiner Nikon D700 ist allerdings nicht das, was man erwarten würde. Sie fügt nämlich nachträglich Bilder zusammen (im Menü bei Bildbearbeitung gibt es die Option Bildmontage). Wenn man die Doppelbelichtung hinterher zusammenfügt, kann man das auch gleich in der Bildbearbeitungssoftware tun.

Wenn man Doppelbelichtungen mit der Kamera machen will, dann natürlich gleich bei der Aufnahme. Erstens kommt es dann auf die fotografischen Fähigkeiten und das sorgfältige Arbeiten an. Und zweitens kommen gewisse Vorteile nur bei der Aufnahme überhaupt zum Tragen.

Man kann die Mehrfachbelichtungen nämlich nicht nur kreativ, sondern auch handwerklich nutzen. „Fotokunst auf die faule Tour“ weiterlesen

Löcher im Web

Tote Links sind eine mühsame Angelegenheit. Sie führen dazu, dass bei einem Klick nicht der gewünschte Webinhalt, sondern bloss eine Fehlermeldung erscheint. Denn entgegen der oft gehörten Behauptung, dass das Internet angeblich nichts vergisst, verschwinden ganz schön viele Inhalte.

Ich habe nach einer Statistik gesucht, die diesen Prozess veranschaulichen würde. Zum Beispiel: Wie viele Websites verschwinden jedes Jahr? Auch aufschlussreich wäre eine ungefähre Antwort auf die Frage, welcher Anteil des bei der Wayback Machine archivierten Inhalts unter der Originaladresse nicht mehr zu finden ist.

Was diese Website hier angeht, habe ich mit den hier beschriebenen Methoden herausgefunden, dass inzwischen mindestens auf jeder zehnten Seite ein toter Link zu finden ist. (Die kostenlose Variante des Dienstes überprüft maximal 3000 Seiten und hat darauf 319 tote Links entdeckt.) Dieser Anteil nimmt natürlich zu, je älter die Beiträge werden. Einige Stichproben bei den Beiträgen von 2007 zeigen, dass über den Daumen gepeilt die Hälfte der Links nicht mehr funktionieren. „Löcher im Web“ weiterlesen