Wie lange dauert es, bis die Schweizer Medien von einem digitalen Phänomen Wind bekommen? Und gelingt es ihnen, dessen Bedeutung richtig einzuordnen? Zwei gegensätzliche Beispiele.
Schlagwort: Sommerserie

Vor 14 Jahren hat Apple den App Store fürs iPhone eröffnet. Meine Reaktion damals war unterkühlt – trotzdem ist bemerkenswert, was daraus geworden ist und welche Apps aus den Anfängen bis heute überlebt haben.

Auch wenn man es sich als Smartphone-Besitzerin kaum mehr vorstellen kann: Die ersten Digitalkameras boten keine Mega-, sondern bloss Kilopixel-Auflösung, hatten Kapazität für wenige Dutzend Fotos und kosteten ein kleines Vermögen.

Ich stelle mich ungeniert in die Reihe der «New York Times»-Kolumnisten, die neulich öffentlich einen eigenen Fehler eingestanden haben. Und ich erkläre: Ich lag falsch, als ich 2010 behauptet habe: «Apps sammeln Daten – na und?».

Moritz Leuenberger war einmal Blogger, und er eines schönen Tages hat er sich unter seinesgleichen gemischt. Heute komme ich nicht umhin zu bemerken, dass diese Karriere weniger lang gedauerte als seine Amtszeit im Bundesrat.

Das Internet hat die Partnersuche nicht einmal, sondern mehrfach verändert. In der Anfangsphase, bevor es Messenger und Videochat gab, hat es sogar für eine Renaissance des Liebesbriefs geführt.

In meinem Archiv habe ich einen Text entdeckt, der heute ein Garant für einen Shitstorm wäre. Was beweist, dass die gesellschaftliche Entwicklung manchmal noch schneller verläuft als die technologische.

Sommerserie, Teil 2: Beim Blättern im Archiv bin ich auf einen Text gestossen, über man nur schmunzeln kann – weil er von einer aus heutiger Sicht rührenden Naivität zeugt.

In meiner Sommerserie grabe ich im Archiv und stelle mir Noten aus. Hatte ich recht mit den Dingen, die ich vor zehn oder zwanzig Jahren behauptet habe? Heute: Musiktauschbörsen und Napster.