Trackt die Smartwatch eigentlich auch den Sex?

Eigentlich eine Frage des Datenschutzes. Doch in Zeiten wie diesen fragt man sich eher: Ist das eine probate Methode, diese Ringe zu schliessen?

Wenn man eine Smartwatch oder irgend ein Fitness-Gadget trägt, dann fällt einem irgendwann einmal ein dicker, fetter Elefant auf, der plötzlich im Raum steht. Ich will nun nicht behaupten, dass dieser Elefant ein aphrodisierendes Parfüm aufgelegt hat und Strapse trägt. Aber er ein bisschen aufreizend ist er schon. Denn es geht an dieser Stelle um den guten alten Geschlechtsverkehr.

Dieser Elefant im Raum – oder für Leute, die mit der Metapher aus dem angelsächsischen Sprachraum nicht vertraut sind – die nie gestellte, aber offensichtliche Frage zu den Smartwatches lautet: «Merkt das Ding eigentlich, wenn ich Sex habe?»

Diese Frage stellt sich für Leute, die sie für sich bejahen können  – aber auch für die Asexuellen und Enthaltsamen.

Denn ob aktiv oder nicht, es gibt in beiden Fällen Gründe, dass man das Wann und Wann-nicht und das Wie-oft oder Wie-oft-nicht für sich behalten möchte. „Trackt die Smartwatch eigentlich auch den Sex?“ weiterlesen

Hansdampfinnen in der Podcastgasse

Ich habe unlängst einen Ausflug in die Gefilde der Sex-Podcasts unternommen und bin reichlich unbefriedigt zurückgekehrt. Daraufhin hat Kafi Freitag mir einen eindeutigen Vorschlag gemacht:

Hör besser unseren. Wir haben eine voll ehrliche, extrem aufregende Sexrubrik.

Kafi Freitag ist ihres Zeichens Schweizer Erfolgsbloggerin und Hansdampfin in diversen Gassen  (oder heisst es «Hänsinnendampf in diversen Gassen»?). Sie war auch schon bei mir im Nerdfunk, und zwar als der noch Digital hiess. Anno dozumal ging es zwar nur um vergleichsweise unheikle Themen, aber interessant war es trotzdem.

Und es kommt noch etwas dazu: Mir ist nämlich aufgefallen, dass ich hier Podcasts aus aller Welt bespreche, doch noch nie einheimisches Schaffen gewürdigt habe. Das hat auch damit zu tun, dass Podcasts aus der Schweiz ziemlichen Seltenheitswert haben. Warum das so ist, wäre ein anderes Thema – das wir dann vielleicht demnächst im Nerdfunk erörtern werden, wo wir einen Gast zu Besuch haben werden, der zu der raren Spezies der Schweizer Podcaster zählt.

Also, darum heute eine Empfehlung zu einem Schweizer Podcast, dem ihr eine Chance geben solltet. Kafi am Freitag heisst er und man kann ihn via Spotify hören. Oder (so, wie es Gott gewollt hat) als RSS-Feed in seinem Podcatcher abonnieren. „Hansdampfinnen in der Podcastgasse“ weiterlesen

Ein literarischer Klimax ist das nicht

Sorgen Sex-Podcasts für ein Prickeln in den Ohren? Eine weltbewegende Frage, die ich neulich in diesem Blog hier in Grund und Boden recherchiert habe. Die Erkenntnisse waren nicht so erhebend wie erhofft – aber lest bitte selbst.

Die Frage bleibt somit bestehen: Welches ist die anregendste Medienform, wenn die Plattformen mit den expliziten visuellen Reizen einmal ausgeklammert bleiben? Mindestens ebenso naheliegend wie Podcasts sind Hörbücher in der entsprechenden Kategorie. Audible hat in Englisch im einschlägigen Regal immerhin gut 15’000 Titel zu bieten. In Deutsch gibt es keine eigene Kategorie dafür, was im Vergleich zu den sonst als prüde verschrienen Amerikanern etwas seltsam wirkt. Aber gut, vielleicht gibt es in Deutschland irgend ein Jugendschutzgesetz, das derlei verbietet.

Sucht man nach «erotische Romane», erhält man 445 Ergebnisse. Doch sowohl die Titel als auch die Coverbilder lassen ungeniessbaren Schrott vermuten, sodass einem sogleich jegliche Lust vergeht und man sich zu seinem eigenen Schutz besser sofort den gesammelten Werken von Johannes Mario Simmel zuwendet. Apropos: „Ein literarischer Klimax ist das nicht“ weiterlesen

Sex-Podcasts: Ein Prickeln in den Ohren?

Die beiden gelegentlich Pimmelwitze erzählenden Podcaster Böhmermann und Schulz (Fest und flauschig, siehe auch hier, hier und hier) haben neulich einen gewissen Neid auf das offenbar aufstrebende Genre der Sex-Podcasts erkennen lassen. Ich glaube, es war in der Folge Leipziger Einerlei.

Bei der Gelegenheit ist mir eingefallen, dass mein Leistungsauftrag als Blogger es mir gebietet, diesem Phänomen auf den Grund zu gehen. Ungeachtet persönlicher Opfer gilt es die Frage zu klären: Sind Sex-Podcasts ein Ding?

Geht man unvoreingenommen (und unbelastet von tatsächlichen Hör-Erlebnissen) an die Sache heran, kommt man zum Schluss, dass Sex-Podcasts ein tolles Ding sein müssen: Der Podcast ist ein intimes Medium, das eine so persönliche Beziehung zwischen Hörer und Macher entstehen lässt, wie das bei kaum einer anderen medialen Form der Fall ist. Der Podcast – und ich spreche hier vom Audio-Podcast, nicht von Videoproduktionen – ist optimal geeignet, das Kopfkino in Gang zu setzen. „Sex-Podcasts: Ein Prickeln in den Ohren?“ weiterlesen

Breaking News in Sachen Internetporn

«Don Jon» (IMDB, Wikipedia, Amazon Affiliate) ist ein Film aus dem Jahr 2013, der sich mit der Internetpornografie beschäftigt.

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Sie erklärt ihm, wie der Hase hoppelt.

Pornografie gehört zum Internet wie ein Popel unter eine Kindernase. Das rechtfertigt einen Film zum Thema, und Leute wie ich, die sich beruflich mit dem Internet beschäftigen, haben entsprechend eine professionelle Verpflichtung zur Rezeption des Films. Als pflichtbewusster Mensch habe ich mich also hingesetzt und in der Hoffnung auf neue, interessante Erkenntnisse Netflix angeworfen.

Und auch wenn es mir etwas widerstrebt, hier schon gleich am Anfang – als Antiklimax und Lustkiller quasi – die Katze aus dem Sack zu lassen, so gebietet es mir mein professioneller Impetus, nicht weiter um den heissen Brei herumzureden:
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Mehr Mut zur Nacktheit

Kevin und ich haben in der letzten Kummerbox-Live-Sendung der Prüderie den Kampf angesagt. Auslöser war Blogger. Googles Blog-Plattform verbietet sexuelle Inhalte; spiegel.de und viele andere haben berichtet. Künstlerische Nacktheit ist irgendwie noch okay, aber wo Kunst anfängt und das Leben aufhört (oder umgekehrt), liegt im Auge des Betrachters. Oder bei den Geschmacksknospen des Konsumenten.

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Macht mehr Nacktfotos! (Original: Detlef Herting/fotocommunity.de)

Nicht nur das: Tumblr hat mit einem eigenen Sexverbot nachgezogen. Skype verbietet das Versenden von Nacktbildern. Und Snapchat will die Kinder vom Sexting abhalten. Da ist ungefähr gleich intelligent, wie wenn Autohersteller ihre Produkte künftig als Zierde für die Hauseinfahrt anpreisen würden, weil der Strassenverkehr ja so gefährlich ist.
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Samichlaus, du alte Grüsel

Diese Meldung… also wenn nicht noch was Grandioses passiert, ist das meine IT-Meldung des Jahres:

Der automatisierte Santa Claus wurde von Microsoft bereits im vergangenen Jahr als Chat-Partner eingerichtet. Das Unternehmen lud dazu ein, die Adresse northpole@live.com in die Kontaktliste des Messenger-Programms zu übernehmen und dann mit dem Weihnachtsmann zu plaudern. Das haben auch die minderjährigen Nichten eines Lesers des britischen IT-Portals «The Register» getan. Sie fingen mit dem künstlichen Chat-Wesen ein Gespräch über Pizza an, wunderten sich dann aber, als der Weihnachtsmann daraufhin das Thema wechselte und von Oralsex sprach.

Ich halte Samichlaus seit jeher für eine höchst dubiose Figur. Er wohnt im Wald, hat eine grosse Rute, gibt den Kindern Süssigkeiten oder macht ihnen Angst – also bitte, da kann es doch nicht wundern, wenn der Kerl von Oralsex anfängt. Entsprechend scheint mir das nur ein Hinweis, wie ausgereift die künstliche Intelligenz in Microsofts Chatbot sein muss. «Bad Santa» in «Futurama» zeigt, wo das hinführen wird. Und ich stelle mir die Frage, was passiert, wenn Microsofts Sex-Santa auf Microsofts MS. Dewey trifft. Da würde dann wohl die Bedeutung von «Cybersex» neu definiert.
Bleibt mir noch, mein Samichlaussprüchli aufzusagen:

Bill Gates, du liebe Maa
chani nid en Chatroboter haa?
Mit dem chani dänn obergruusig schnore
Vill besser als mit de Leonore

Ok, das ist ein schwacher Reim, aber Samichlausversli waren nie meine Stärke. Wie wärs damit:

… das isch dänn voll de verbale Hardcore

Auch nicht? Na gut. Frohe Adventszeit!