Tippen auf Mechanisch mit Logitech

Die Pop Keys Machanical ist eine mechanische Tastatur von Logitech und eine Zierde für jeden Schreibtisch. Ihren Zweck als Eingabegerät erfüllt sie akzeptabel. Die dazu passende Pop-Mouse überzeugt hingegen nicht.

Mechanische Tastaturen sind ein Ding. Naja, zumindest für eine kleine, eingeschworene Fangruppe, die gross genug ist, dass das Phänomen inzwischen den Massenmarkt erreicht hat. Als Beleg dafür nehme ich die Pop Keys Mechanical, die Logitech mit der dazu passenden Pop Mouse dieser Tage lanciert. Die Tastatur kostet um die 120 Euro bei Amazon, die Maus etwa dreissig Euro.

Um diese beiden Eingabegeräte soll es in diesem Blogposts hier zur Hauptsache gehen. Doch erst müssen wir erst dem Phänomen auf den Grund gehen und herausfinden, warum es überhaupt eines ist. Also, was finden wir über die Motivation der Exponenten aus dem Mechanik-Lager heraus? „Tippen auf Mechanisch mit Logitech“ weiterlesen

Wundersame Auferstehung zweier totgeglaubter Podcasts

Endlich ist unser Archiv auf nerdfunk.ch komplett: Auch die alten Folgen des Digital­ma­ga­zins sind dort wieder ver­füg­bar und sogar der legen­däre «Digitalk» wurde auf­er­weckt: Wie das Wunder von­statten­ging.

Im Internet ist nichts für ewig, haben wir schon vor einiger Zeit festgestellt. Viele Websites verschwinden aus dem Netz, weil der Betreiber das Zeitliche segnet und der Hoster den Server abschaltet, wenn niemand mehr die Rechnung begleicht.

Todesfälle sind nicht der einzige Grund, wenn Inhalte aus dem Web verschwinden. Eine häufige Ursache besteht auch darin, dass die Leute nicht mehr gewillt sind, den Aufwand zu betreiben, der notwendig ist, um eine Site technisch und in Sachen Sicherheit auf der Höhe der Zeit zu halten. Gerade Content-Management-Systeme sind diesbezüglich türkisch. Wenn man sich für ein Produkt entschieden hat, dass nicht mehr aktualisiert wird, bleiben oft nur zwei Optionen: Entweder mit viel Aufwand eine Migration zu einem neuen System durchzuführen oder aber die Site vom Netz zu nehmen.

Ich stand vor einiger Zeit wegen dieses Blogs hier genau vor dieser Frage: „Wundersame Auferstehung zweier totgeglaubter Podcasts“ weiterlesen

Acht Perlen aus dem ARD-Archiv

In der Media­thek von WDR, RBB, SWR, SR, NDR und BR gibt es die «Retro»-Beiträge, die den da­mali­gen Zeitgeist, die Be­geiste­rung über den Fort­schritt und das Unver­ständ­nis über neue kulturelle Strö­mungen ein­drück­lich vermit­teln.

Ich bin ein Fan von digitalen Archiven jeder Art, egal, ob darin nun Fotos zu finden sind oder Bücher. Ich finde es toll, dass SRF alte Beiträge und Sendungen auf Youtube veröffentlicht (Schweizweite Zeitreisen).

Computerraum in den 1960er-Jahren.

Ich stöbere auch gerne in der ARD-Mediathek, wo es seit einiger Zeit auch die sogenannten Retro-Inhalte gibt. Und wenn ich meine Laudatio mit der Kritik anfangen darf: Die Erschliessung der Inhalte ist schlecht.

Das fängt damit an, dass die Inhalte nach Sendeanstalt gegliedert ist. Es gibt Einstiegsseite für die Archive der einzelnen Sender, nämlich WDR Retro, RBB Retro, SWR Retro, SR Retro, NDR Retro, MDR Retro und BR Retro.

Eine übergeordnete Seite habe ich nicht erst durch Zufall, als ich mit diesem Beitrag hier fast fertig war, gefunden. Es gibt sie unter ardmediathek.de/retro, und sie ist eine gute Einstiegshilfe. Bleibt nur die Frage, warum man sie via Google und nicht über die Mediathek-eigene Suche findet. Generell fällt mir die Orientierung in der ARD-Mediathek schwer: „Acht Perlen aus dem ARD-Archiv“ weiterlesen

Eigentlich passt sie nicht zu mir – ausser vom Gefühl her

Sind klassischen Modellen nachempfundene Kameras nur der Versuch, auf der Retro-Welle zu reiten – oder steckt mehr dahinter? Ich hatte die Nikon Z fc in den Fingern und verstehe die Faszination.

Ich habe derzeit das Vergnügen, eine Nikon Z fc zu testen. Das ist eine Systemkamera mit APS-C-Sensor, die das Z-Bajonett benutzt, 20,9 Megapixel aufweist, in 4k filmt, im Serienmodus elf Bilder pro Sekunde aufnimmt, ein ausklapp- und drehbares Display hat und mit WLAN und Bluetooth ausgestattet ist. Sie kostet derzeit reduzierte 949 Euro bei Amazon, inklusive Kit-Objektiv.

So weit, so normal. Was diese Kamera speziell macht, ist ihr Design. Sie hat keinen Griffwulst an der rechten Seite und kein rotes Dreieck unterhalb des Auslösers – beides übrigens Attribute, die von Designer Giorgetto Giugiaro stammen, 198o mit der F3 eingeführt wurden und sich seitdem zwar verändert, aber trotzdem zu den ikonischen Erkennungsmerkmalen von Nikons Spiegelreflex- und Systemkameras gehören.

Die Z fc macht Anleihen bei einem Kameramodell, dass ebenfalls in den 1980er-Jahre auf den Markt kam, aber sich optisch von der F3 unterschied: „Eigentlich passt sie nicht zu mir – ausser vom Gefühl her“ weiterlesen

Wundertechnik aus der analogen Mottenkiste

Die Facebook-Seite «Cassette Futurism» führt vor Augen, wie schräg, genial, überraschend und herzerwärmend die Heimelektronik-Erfindungen der letzten Jahrzehnte vor dem Internet und Smartphone waren.

Meine Vorliebe für Retrofuturismus habe ich im Beitrag So schön wird die Retrozukunft gewesen sein kundgetan, in dem ich eine Würdigung auf die nach wie vor tolle Facebook-Seite The Vault of the Atomic Space Age.

Spotify von anno domini.

Eine Seite, die die gleiche Sai­te zum Schwin­gen bringt, ist Cas­sette Futur­ism. Sie zele­briert ana­loge High-Tech-Höhen­flüge, die sich häufig um jenen Kult­gegen­stand drehen, der anfangs der 1960er-Jahre von Lou Ottens erfunden worden war. Ottens, der kürzlich verstorben ist, war  Produktentwickler für den niederländischen Elektronikkonzern Philips. Sie hat dem Walkman den Weg geebnet und das Lebensgefühl mehrerer Jugendgenerationen bestimmt: „Wundertechnik aus der analogen Mottenkiste“ weiterlesen

Zwischen Twitter-Nostalgie und Offline-Realität

Ich wünsche mir eine Zeitmaschine für Twitter. Und generell für mein digitales Leben.

Sosehr meine Abneigung gegen Facebook tagtäglich wächst – und so gross meine Scham auch ist, dass ich noch immer zu viel Zeit auf Zuckerbergs Plattform verbringe –: Eine Funktion gibt es, für die ich Facebook liebe.

Das ist die Erinnerungen-Seite: Dort findet man die Posts, die man am selben Tag vor einem, zwei, fünf oder zehn Jahren veröffentlicht hat. Das ermöglicht eine Zeitreise in die Vergangenheit, die oft spannend ist: Man sieht, womit man sich vor x Jahren beschäftigt hat. Das weckt meistens Erinnerungen und bringt oft alte Gefühle zurück.

Manchmal ist die Reaktion auch Unverständnis. Denn es gibt Posts, die ich nach Jahren schlicht nicht mehr verstehe. Es ist anzunehmen, dass sie sich auf ein tagesaktuelles Ereignis beziehen, das dann doch nicht so wichtig war.

Diese Rückblicke sind in einem Jahr wie diesem besonders aufschlussreich – und vermutlich auch etwas schmerzhafter als in einem normalen Jahr. Sie führen uns vor Augen, wie beherrschend Corona ist und welche Auswirkungen die Pandemie im ganz normalen Alltag hat. Und das finde ich, trotz der negativen Note, letztlich bereichernd.

Twitter-Rückblicke wären interessant

Diese Rückblicke gibt es auch in der Foto-App von Apple (siehe hier) und in der Fotos-App von Windows (hier). Spass würden sie sicherlich auch bei Twitter machen. Einen Beleg für diese Vermutung gibt es: „Zwischen Twitter-Nostalgie und Offline-Realität“ weiterlesen

Ein Windows-Helfer mit Superhelden-Allüren

Die altehrwürdigen Powertoys von Microsoft gibt es auch für Windows 10. Und die sind für uns alte PC-Hasen ein Muss.

Ein Flashback in die dunkle Windows-Vergangenheit: Der heutige Blogpost beschwört eine Zeit herauf, in der uns nicht Smartphones und Tablets unsere informationellen Glücksmomente beschert haben, sondern unsere persönlichen Rechenmaschinen.

Die wurden damals Personal Computer (PC) genannt und liefen mit einem Betriebssystem, das die heutige Jugend nur noch vom Hörensagen kennt. Und wir PC-Freaks von damals haben einen grossen Teil unserer Computerzeit darauf verwendet, das Betriebssystem, den Computer, die Anwendungen und das ganze Darumherum zu verstehen, zu managen, zu optimieren und auf unsere Ansprüche masszuschneidern.

Das tut man heute kaum mehr. Erstens, weil es keinen sonderlich grossen Spass mehr macht. Die Smartphones haben abgeschottete Systeme, bei denen man zwar ein paar Einstellungen nach seinen Wünschen treffen darf. Aber es gibt keine Möglichkeiten, in die Untiefen herabzusteigen, an Konfigurationsdateien zu basteln, Systemkomponenten zu inspizieren und zu manipulieren und mit Hilfsprogrammen von Drittherstellern die Funktionsweise des Systems zu beeinflussen oder komplett zu verändern. „Ein Windows-Helfer mit Superhelden-Allüren“ weiterlesen

Apple Music ist ein bisschen wie TKKG

Der zweite Teil meines grossen Vergleichs von Spotify und Apple Music: Was haben die Streamingdienste abseits der Musik, bei Hörspielen und Hörbüchern zu bieten?

Letzte Woche habe ich einen knallharten Vergleich von Spotify und Apple Music durchgeführt. Das Fazit ist eindeutig: Apple Music ist brauchbar; und vor allem dann überlegen, wenn man Songs aus der Mediathek mit dem Streaming-Angebot kombinieren möchte.

Nun gibt es bei beiden Streaming-Anbietern nebst der Musik auch ein Zusatzprogramm. Spotify hat eine regelrechte Podcast-Offensive lanciert. Es gibt bei Spotify auch Hörbücher, was ich sehr schätze, aber trotzdem wenig nutze – einfach, weil ich mit Audible trotz aller Kritik (hier, hier, hier oder hier) nach wie vor gut bedient bin.

Apple Music hat seinerseits Beats 1 an Bord. Das ist ein Radiosender, der rund um die Uhr sendet (wobei das Programm der ersten zwölf Stunden während den zweiten zwölf Stunden wiederholt wird). Mit dem kann ich gar nichts anfangen: Jedes Mal, wenn ich mich eingeschaltet habe, kam Hip Hop – worauf ich auch gleich wieder weg war. „Apple Music ist ein bisschen wie TKKG“ weiterlesen

Nostalgie in App-Form

Sechs Nostalgie-Apps, mit denen man Videos, Fotos und Audiomedien auf Retro trimmt: VHS Camcorder, 8mm Vintage Camera, Gudak Cam, Huji Cam, RNI Films und Magnetola.

Manchmal führt eins zum anderen. Nachdem ich neulich über die lustige App VHS Camcorder gestolpert bin und die mit einemigem Spass im Beitrag Per App in die Achtzigerjahre bebloggt habe, drängte sich 8mm Vintage Camera auf. Die simuliert keinen Videocamcorder, sondern eine Schmalfilmkameria – Grund genug für mich, im Beitrag Nur das Rattern des Projektors muss man sich dazudenken ausführlich über diese Technik zu schwadronieren philosophieren.

Da lag es auf der Hand, ein Patentrezept-Video zu Retro-Apps zu machen. Denn nebst den Apps fürs Bewegtbild gibt es sie in Hülle und Fülle für die Fotografie. Bilder auf alt zu trimmen, ist ein simples ästhetisches Mittel – über dessen Sinn und Unsinn man sich natürlich streiten kann. Sollte eine Aufnahmen nicht die Zeit reflektieren, in der sie entstanden ist? Zumal wenn sie dokuentarischen Charakter hat, sollte sie das.

Eine Wunschfantasie über sich selbst

Allerdings haben Smartphone-Fotos – gerade auch, wenn sie über soziale Medien und Plattformen wie Instagram verbreitet werden – weniger einen dokumentarischen Anspruch. Sie sind näher an einer Wunschfantasie dran, die man über sich selbst vermitteln will. „Nostalgie in App-Form“ weiterlesen

Instagrams verkrachter Halbbruder ist zurück

Hipstamatic ist wieder da. Oder vielleicht war die Foto-App auch gar nie wirklich verschwunden. Jedenfalls gibt es sie in der klassischen und in einer neu aufgelegten Variante – und beide haben ihren Reiz.

Meine Liebe zu Instagram ist abgekühlt; letzte Woche habe ich darüber gebloggt. Darum habe ich mir die Foto-App Hipstamatic vorgenommen – um sie hier zu besprechen und wieder mehr zu benutzen.

Ich habe Hipstamatic hier im Blog einige Male erwähnt (hier oder hier), aber immer nur en passant. Ich habe die App als Halbbruder von Instagram wahrgenommen, der es nie aus dem Schatten dieses Überfliegers geschafft hat – und dessen Schicksal es ist, immer nur in Nebensätzen vorzukommen.

Nun habe ich im Beitrag Remember Hipstamatic? It’s Still Alive von vice.com– der ironischerweise auch schon wieder mehr als zwei Jahre alt ist – gelesen, dass die Sache sogar noch dramatischer ist. Hipstamatic ist in der Tat in gewisser Weise der Bruder von Instagram. „Instagrams verkrachter Halbbruder ist zurück“ weiterlesen