Das ist das langsamste Programm der Welt

Raw Therapee konnte mich leider überhaupt nicht überzeugen: Das Programm arbeitet – zumindest auf meinem Windows-Testrechner – so träge, dass es annähernd unbrauchbar war.

Meine epische RAW-Konverter-Testreihe gipfelte neulich im Tagi-Artikel So einfach werden Ferienfotos verbessert. Man könnte annehmen, dass die Sache nun gut ist. Doch nein. Raw Therapee muss nun auch noch sein.

«Keine Rückmeldung» – das ist bei diesem Programm quasi der Normalzustand.

Raw Therapee ist ein Programm aus der Open-Source-Welt. Es zeichnet sich dadurch aus, dass es während und nach dem Start meinen Computer für einige Zeit fast komplett blockiert. Wer mich kennt, weiss, dass mich das nicht für eine Software einnimmt. Ich verstehe, dass ein Programm dieser Art zwangsläufig einen beträchtlichen Leistungshunger an den Tag legt. Aber ich mag es trotzdem nicht, wenn ich während des Starts noch nicht einmal ein paar Wörter in den Texteditor (Notepad!!!) eintippen kann.

Auch bei simplen Interaktionen mit der Oberfläche wird der Rechner sogleich träge und reagiert nurmehr schlecht. Der Taskmanager zeigt keine übertriebene Auslastung. Es könnte damit zu tun haben, dass in der Dateiverwaltung auch die Ordner der Laufwerke im lokalen Netz abgesucht werden und das den Computer bremst. Ich also tunlichst darauf, bei Dateiverwaltung nichts anzuklicken.

Die Benutzeroberfläche wirkt vertraut

Die Oberfläche ist schwarz und dreigeteilt, wie es sich gehört. „Das ist das langsamste Programm der Welt“ weiterlesen

Scribus hat es voll drauf

Christoph Schäfer stellt im Video Scribus ausführlich vor: Er erzählt, wo die offene Layoutsoftware dem Platzhirsch InDesign das Wasser reichen kann und in welchen Bereichen er noch zurückstecken muss.

Ein Programm, das zu Unrecht ein Schattendasein führt, ist das im Beitrag Desktop-Publishing auf die offene Art vorgestellte freie Layoutprogramm Scribus (hier für Windows, Mac und Linux erhältlich).

Nun habe ich für die Publisher-Insiders-Reihe eine Einführung zu der Software gedreht. Christoph Schäfer kennt sie aus dem Effeff, weil er seit Jahren zu der Community gehört und die Dokumentation sowie die Übersetzung betreut. „Scribus hat es voll drauf“ weiterlesen

Word wird Open-Source

Microsoft veröffentlicht den Quellcode von frühen Versionen seiner Textverarbeitung für DOS und Windows; zusammen mit den Quellen für DOS 1.1 und 2.0: interessant für Neugierige und für Fans von Spaghetti-Code.

Zugegeben, das ist einer der Fälle, wo der Titel deutlich mehr verspricht, als der nachfolgende Beitrag dann hält. Die Überschrift ist zwar nicht ganz falsch – aber weckt falsche Erwartungen. Es geht nämlich nicht um Word 2013, sondern um Word for Windows 1.1a aus dem Jahr 1989. Windows-Experte Paul Thurrott (Microsoft Releases Source Code for Early MS-DOS and Word Versions) hat die Software auf computerhistory.org entdeckt – zusammen mit dem Quellcode für MS-DOS Version 1.1 und 2.0.

Wir sind Götter – findige Code-Analysten haben lustige Code-Kommentare gefunden.

«This is really cool», sagt Thurrott, aber man fragt sich doch, wozu es gut sein soll. „Word wird Open-Source“ weiterlesen

Die Fundis aus der Linux-Lager

Zu den Leuten, denen man es nicht recht machen kann, gehören die Anhänger des freien Betriebssystems – die, egal was man schreibt, finden, man habe keine Ahnung: Linux ist kein OS, Linux ist eine Geisteshaltung.

Wenn es ums Geliebtwerden geht, hat Apple die Nase vorn. Die Fanboys von iPhone, iPad und MacBook sind Legion. Auch der grosse Softwarekonzern aus Redmond, der in der Öffentlichkeit als unpopulär und schnarchlangweilig wahrgenommen wird, hat eine militante Anhängerschaft: Wenn ich in einem Artikel zu den Tablets das iPad und das Nexus 7 erwähne, aber das Wort Surface unerwähnt bleibt, dann hagelt es giftige Kommentare. Man wirft mir dann Inkompetenz vor und stellt die Vermutung auf, ich sei von Apple gekauft.

Ein Pinguin ist noch lange kein Tux. (Bild: Martin Fisch)

Verblüfft bin ich aber immer wieder über die Fundis aus dem Linux-Lager. Sie haben einen ausgeprägten Verteidigungsreflex. Selbst wenn man das Wort «Linux» nur in einem Nebensatz erwähnt, gibt es mindestens ein fünfseitiges Mail, das einem en détail ausführt, was daran alles falsch war.

Eine differenzierte Empfehlung ist den Linux-Fanboys zu wenig euphorisch

Da habe ich gestern in der Kummerbox im Beitrag Windows 8 – oder vielleicht doch Ubuntu? darüber diskutiert, unter welchen Umständen man das auslaufende Windows XP mit Linux ersetzen könnte. Mein Fazit ist positiv ausgefallen: Man soll das Abenteuer wagen, wenn man sich die Sache gut überlegt hat und mit den Nachteilen leben kann.
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Hand an seine Schriften legen

FontForge ist ein Open-Source-Editor für Schriften. Mit seiner Hilfe kann man eigene Schriftdateien kreieren oder vorhandene Fonts editieren.

Zugegeben – die Herstellung von Schriften ist nicht jedermanns Sache. Es braucht viel Talent und Erfahrung, um eine Schrift zu gestalten, die nicht nur ästhetisch, sondern auch funktional überzeugt. Ein Fonteditor ist aber dennoch mitunter äusserst nützlich – nämlich dann, wenn es darum geht, eine Schrift anzupassen oder in ein anderes Format zu überführen.

FontForge ist ein Schriftbearbeitungsprogramm aus der Open-Source-Welt. Mit seiner Hilfe wurden die «Linux Libertine» und die «DejaVu» entworfen.

Die Benutzeroberfläche wirkt verzettelt und die Benutzung ist nicht das, was man selbsterklärend nennen würde. Doch was den Funktionsumfang angeht, gibt es an Font Forge nichts zu mäkeln.

Man kann mit ihm auch bestehende Fonts in diversen Formaten (u.a. Bitmap-, Postscript-, Truetype-, Opentype-Fonts) laden, verändern und nachbearbeiten. „Hand an seine Schriften legen“ weiterlesen

Desktop-Publishing auf die offene Art

Das Scribus ist eine Layoutsoftware mit Open-Source-Lizenz und einer mehr als zehnjährigen Historie, die mit vielen Profi-Funktionen und einer relativ einfache Bedienung aufwartet.

Im Bereich der Layoutprogramme ist Adobe InDesign der grosse Dominator. Das Programm, das 1999 den guten, alten PageMaker abgelöst hatte, konnte in den nachfolgenden Jahren dem grossen Konkurrenten QuarkXPress erfolgreich das Wasser abgraben. Heute werden die allermeisten professionellen Drucksachen mit InDesign erstellt.

Weil Scribus Rahmen-orientiert arbeitet, kann man die Elemente seines Layouts frei auf der Seite anordnen.

Das bedeutet nicht, dass es nicht Platz für Alternativen gäbe. Scribus ist ein Layoutprogramm aus der Open-Source-Welt. Seit bald zwölf Jahren behauptet es seine Nische. Anwender von Linux und Gelegenheitsgestalter setzen auf die Software, die sich durch einen soliden Funktionsumfang und Zuverlässigkeit auszeichnet. Und auch ausserhalb seiner Community kann Scribus Achtungserfolge feiern. So wird die französische Zeitschrift «Le Tigre» mit Scribus gesetzt. Die deutsche Piratenpartei empfiehlt Scribus für die Produktion ihres Kampagnenmaterials.
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Vektoren kostenlos zurechtbiegen

Inkscape ist ein Programm für die Bearbeitung von Illustrationen und Zeichnungen. Es ist gratis, hat in der Benutzung aber einige Tücken.

Die Welt der digitalen Grafiken ist zweigespalten. Auf der einen Seite gibt es die Pixelbilder. Sie zerlegen ihr Sujet rasterförmig in einzelne Bildpunkte. Diese Methode eignet sich bestens für Fotos und fotorealistische Motive mit vielen feinen Details.

Auf der anderen Seite gibt es die Vektorgrafiken. Sie bestehen aus geometrisch konstruierten Einzelteilen: Aus Kreisen, Linien und den Bézier-Kurven.

Eine simple Aufgabe fürs Vektorbearbeitungsprogramm: In der Karte ein Land umzufärben.

Diese Kurven verdanken ihren Namen dem französischen Ingenieur Pierre Bézier, der in den 1960er-Jahren für Renault arbeitete und eine Methode erdachte, um die geschwungenen Karosseriekurven in der CAD-Software zu erfassen. Die Bézierkurven weisen Knotenpunkte auf, die den Verlauf der Kurve vorgeben. „Vektoren kostenlos zurechtbiegen“ weiterlesen

Ein Leben ohne Photoshop

Gimp (oder The Gimp, wie es früher hiess) ist ein freies Bildbearbeitungsprogramm, in dem mehr als 14 Jahre Erfahrung stecken und das für seinen Funktionsumfang hohes Lob verdient – jedoch nicht für die Benutzerführung.

Das Bildbearbeitungsprogramm Gimp gilt in der Open-Source-Welt als Vorzeigeprojekt. Seit mehr als 14 Jahren wird es vorangetrieben (die erste Version ist sogar schon 1995) erschienen. Es bietet heute einen Umfang an Funktionen, den man sonst nur bei teurer Profi-Software findet. Und es gibt eine eingeschworene Nutzer-Community, die Anleitungen, bereitstellt, Wettbewerbe organisiert oder Podcasts produziert. (Auf gimpusers.de oder meetthegimp.org).

Gimp ist nichts für Gimpel – sondern nur für ernsthafte Bildbearbeiter.

Gimp teilt jedoch auch die Nachteile einer klassischen Open-Source-Anwendung. Mit der Benutzerfreundlichkeit ist es nicht weit her. Die Benutzeroberfläche empfinden Windows- und Mac-Benutzer gelinde gesagt gewöhnungsbedürftig – und darum existieren inzwischen auch so genannte «Forks», die das Erscheinungsbild an bekannte Programme angleichen. „Ein Leben ohne Photoshop“ weiterlesen

Wie verwegene Kerle ihr Audio schneiden

Audacity ist ein Editor für Audiodateien. Von der angestaubten Oberfläche sollte man sich nicht abschrecken lassen, denn das Open-Source-Programm ist auch Profi-Ansprüchen absolut gewachsen.

Audacity ist ein typisches Open-Source-Projekt: Optisch bieder bis langweilig, bezüglich Bedienung nicht leicht zu durchschauen, aber enorm leistungsfähig und fast so gut wie ein teures Produkt aus dem Profi-Bereich. Audacity – der Name bedeutet in Englisch Mut oder Verwegenheit – ist für die Bearbeitung von Audio-Dateien zuständig und misst sich mit Produkten wie Audition von Adobe oder Logic von Apple (diese kosten allerdings 490 respektive 200 Franken).

Audacity erlaubt es, Klang ab Mikrofon oder anderen Soundquellen nach dem Mehrspurverfahren aufzuzeichnen. Die Aufnahme kann geschnitten, exportiert und mit Effekten versehen werden. Verschiedene Effekte, Filter und Analysefunktionen helfen bei der Arbeit.
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