Eine halbwegs nützliche Netzwerk-App

Es gibt ein paar wenige Netzwerk-Apps, die ich sehr wichtig finde. Da ist natürlich das VPN (Ein VPN ist unverzichtbar), wenn man dieses Hilfsmittel denn überhaupt in diese Kategorie einordnen möchte. Da gibt es WiFi Priority (Welches WLAN-Netz sollte es denn sein?), die ich nicht mehr benutze, weil ich seit dem Umstieg auf Init7 meine WLAN-Netzwerke so benannt habe, dass das wichtigere (BruehlgardenCastle) alphabetisch vor dem weniger wichtigen (BruehlgardenOutpost) kommt. Fing ist beim iPhone unverzichtbar(Lokale IP-Adressen schnüffeln) und bei Windows empfehle ich GlassWire (Ein Netzwerk-Tool, das Lenin gefallen würde). Für Windows und Mac gibt es Network Scanner (Was kreucht und fleucht da in meinem Netz?), und nur für den Mac Little Snitch (Der kleine Datenspitzel) und Trip Mode (Datensparfuchsen).

Hm, bei Licht betrachtet – und wenn man die diversen Plattformen zusammenzählt – nutze ich doch recht viele Netzwerk-Utilities. Denn für Android kommt noch Wifi Analyzer (WLAN-Beschau) dazu. Da kann man sich fragen, ob es notwendig ist, heute das Network Utility (iPhone/iPad) zu erwähnen, das es auch als Pro-Variante gibt, die 1 Franken kostet.

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Das Widget (links) verrät jederzeit, mit welchem ISP man unterwegs ist und wie die öffentliche IP-Adresse lautet. In der App selbst (rechts) erfährt man auch den kumulierten Datenverbrauch.

Für viele sicher nicht. Die App bietet ein Sammelsurium an Tools und Informationen: „Eine halbwegs nützliche Netzwerk-App“ weiterlesen

Am Internet herumbasteln

Ich wollte schon lange mal über den Domain-Editor von Hostpoint schreiben. Den findet man, wenn man sich unter admin.hostpoint.ch einloggt. Einmal drin, klickt man auf Zu meinen Domanins, sucht die passende Domäne aus der wahrscheinlich langen Liste und betätigt direkt darunter den Eintrag Bearbeiten. Es erscheint eine Konfigurationsseite, die einerseits im rechten Bereich die Namensserver aufführt. In den Feldchen stehen die Server von Hostpoint, wenn die Domain bei Hostpoint untergebracht ist. Wenn sie bei einem anderen Anbieter liegt, dann stehen dort die DNS-Server dieses anderen Anbieters.

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The Internet is a series of (probably connected) tubes. (Bild: David McEachan/Pexels.com, CC0 )

Abweichende DNS-Server gibt es zum Beispiel hier für Clickomania.ch. Gehostet wird diese Site von VTX, weil das damals 1999, als ich die Domain eingerichtet habe, eine gute Wahl war und ich seither keinen triftigen Grund für einen Wechsel hatte. Der Registrar ist allerdings Hostpoint. Das wiederum seit 2015, als die Switch ihre Rolle als Hüterin über .ch aufgegeben und an Hosting-Anbieter abgetreten hat. Ich habe das seinerzeit im Beitrag Kampf um die Domain-Kunden beschrieben.
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Nach Hause finden

Ich habe in der letzten Zeit immer mal wieder en passant Dyn-DNS-Dienste erwähnt (Wecki wecki! und schon früher, zu Zeiten der Raspberry-Pi-Basteleien, hier: My Intranet is my castle). Darum ist es mal an der Zeit, etwas ausführlicher zu werden.

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Gibt es etwas Traurigeres als einen heimatlosen Nerd? (Bild: annyboy89/pixabay.com, CC0)

Dynamisches DNS gibt es, weil die Provider uns Kunden gerne einen Aufpreis für statische IP-Adressen verrechnen möchten. So zumindest meine Interpretation. Wahrscheinlich war es früher, in Zeiten von Dial-Up sinnvoll, die Adressen durchzuwechseln. Damals hat man sich typischerweise ein-, zweimal pro Tag mit dem Netz verbunden. Und manche Leute auch nur alle drei Wochen. Warum also eine IP-Adresse konstant blockieren?

Heute, im Breitband-Zeitalter, wäre eine statische IP-Adresse kein übertriebener Luxus. Allerdings würde sie Überwachern ihre Überwachungstätigkeit nochmals deutlich erleichtern, sodass es doch ganz okay ist, wenn der Haushaltsrouter nicht jahrelang unter der gleichen IP-Adresse kommuniziert. „Nach Hause finden“ weiterlesen

Ein VPN ist unverzichtbar

Das Virtual Private Network (VPN) ist für mich in den letzten Monaten zum unverzichtbaren Hilfsmittel geworden. Früher habe ich es sporadisch verwendet – ursprünglich hauptsächlich für die Umgehung von Geosperren. Doch in den letzten Monaten habe ich weitere unverzichtbare Verwendungszwecke erkannt. Erstens kann man Internetprobleme umgehen.

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Hier herrscht des Abends erstaunlich viel Netzwerkverkehr.

Und auch wenn ich hoffe, dass ich aus Gründen zu Hause keine Internetprobleme mehr haben werde, hatte ich neulich bei meiner Arbeit für den Publisher Gelegenheit, das VPN nutzbringend einzusetzen. Da hatte nämlich die Firewall aus unerfindlichen Gründen sämtliche Dateien blockiert, die ich im Publisher-Downloadbereich platzieren wollte. Warum? Ich weiss es nicht. Vielleicht haben die Firewall und das CMS eine unheilige Allianz geschlossen, um mir das Leben schwer zu machen. Jedenfalls ist das genau die Sorte Problem, die man einerseits nicht brauchen kann und deren Lösung andererseits mutmasslich Stunden in Anspruch nimmt. Ich habe mich daher dafür entschieden, das Problem nicht zu lösen, sondern zu umgehen. VPN-Client herunterladen, einschalten und mit einem Schweizer Knoten verbinden, fertig.

Während unserer Ferien in Holland ist mir noch etwas anderes aufgegangen. „Ein VPN ist unverzichtbar“ weiterlesen

Was kreucht und fleucht da in meinem Netz?

Braucht man als nerdischer Betreiber seines eigenen Heimnetzwerks einen Netzwerkscanner? Auf diese Frage gibt es zwei Antworten. Die vernünftige lautet: Nein, wozu? Und die richtige Antwort fällt wie folgt aus: Selbstverständlich. Wie käme ich dazu, ein Nerd zu sein, wenn ich nicht weiss, was in diesen vier Wänden netzwerktechnisch so läuft?

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Show me what you’ve got!

Scherz beiseite: Es gibt tatsächlich Gründe, ein solches Programm einzusetzen. Einen habe ich im Beitrag Lokale IP-Adressen schnüffeln geschildert, wo es um die iOS-App Fing ging: Es kann vorkommen, dass man in seinem Netz gewisse Ressourcen wie Netzwerkdrucker, -festplatten, -scanner, Raspberry Pis oder WLAN-Lautsprecher nicht mehr findet. Und dann eben mal eine Übersicht aller Geräte braucht. Und ja, vielleicht möchte man wissen, ob der Nachbar schon wieder wardrivt.

Nebst besagter Fing-App verwende ich auch Network Scanner von Softperfect. Dieses Programm hat aus unerfindlichen Gründen einen Fussball als Icon. „Was kreucht und fleucht da in meinem Netz?“ weiterlesen

Tor ist ein Menschenrecht


Falls das Video nicht erscheint, bitte hier klicken.

Im Patentrezept-Video diese Woche geht es um den Anonymisierungsdienst Tor. Der ist dazu da, uns Surfer etwas weniger durchsichtig zu machen. Für mich selbst war The Onion Router lange Zeit kein Thema, weil ich der Ansicht war, dass die «normalen» Schutzinstrumente gegen das Tracking, beispielsweise Ghostery (Guck mal, wer da Daten sammelt), ausreichen. Doch in Zeiten von Terrorangst ist der Schutz der Privatsphäre enorm unter die Räder gekommen. Da ist es legitim, Selbstschutzmassnahmen zu ergreifen. Und durch die Nutzung von Tor auch einfach ein Zeichen zu setzen.

Ich nutze Tor nicht konstant, so wie es zum Beispiel Herr Stallman tut. Aber bei Bedarf – für heikle Recherchen oder für Anfragen, die man niemandem erklären will, selbst wenn sie sich in den Grenzen des Gesetzes und der Moral bewegen.
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IPv… wieviel?

Die UPC-Cablecom hat IPv6 auf der ganzen Linie verschlafen.

Es ist nun auch schon wieder vier Jahre her, seit IPv6 ein grosses Thema war. Ich habe damals ausführlich über das Thema geschrieben. Es gab am 8. Juni 2011 den IPv6-Tag, der ein grosser Erfolg war.

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Gebt dem Mann doch endlich ein zeitgemässes Röhrli!

Und seither? Lief IHMO nichts. Null. Nada. Ich habe mich neulich darüber gewundert, dass mein Internet-Anschluss von der UPC-Cablecom offenbar nach wie vor gar nichts mit dem neuen Standard anfangen kann – und bin bei meinen Nachforschungen auf die Meldung Informationen zu IPv6 DS-Lite gestossen, die vor zwei Wochen veröffentlicht wurde:

UPC-Cablecom führt schrittweise IPv6 DS-Lite ein. Dies bedeutet, dass alle Kunden einen öffentlichen IPv6-Adressbereich und einen privaten IPv4-Adressbereich erhalten. Horizon-Kunden sind davon zu Beginn ausgeschlossen.

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Die wackeligen DNS-Server der Cablecom

In letzter Zeit hatte ich immer wieder kleinere Probleme mit meiner Internetverbindung. Mal schien plötzlich Youtube aus dem Internet verschwunden, ein anderes Mal ging Netflix nicht. Die Anzeichen deuten darauf hin, dass das Problem jeweils bei meinem Internet-Provider liegt, der UPC-Cablecom.

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Nachher: Mit OpenDNS.

Gerade im Fall von Netflix vermutet man natürlich sofort eine Verschwörung: Das ist schliesslich ein direkter Konkurrent zum Streaming-Angebot der UPC-Cablecom, MyPrime. Allerdings habe ich neulich aus gut unterrichteten Kreisen erfahren, dass Netflix bislang bei den Schweizer Providern noch nicht für die grosse Netzwerklast sorgt. Im Gegenteil, man hat mir versichert, der Datenverkehr bewege sich in kaum messbaren Bereichen. „Die wackeligen DNS-Server der Cablecom“ weiterlesen

Das Rückgrat des Internets

Ich nehme mir immer wieder vor, endlich mal einen wirklich kurzen Beitrag zu verfassen. Heute bin ich zuversichtlich, dass ich es schaffe.

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Der vom Internet ist nicht so hübsch. (Foto: del mich/Flickr.com)

Und zwar mit dem Hinweis auf die Folge 158 des Omega-Tau-Podcasts (den ich hier schon mal erwähnte). Er dreht sich um den Internet-Backbone. „Das Rückgrat des Internets“ weiterlesen

Ein Netzwerk-Tool, das Lenin gefallen würde

GlassWire ist ein kostenloses Windows-Programm, das sich der Analyse des Netzwerkverkehrs widmet und durch durchdachte Funktionen und eine ansprechende optische Aufbereitung überzeugt.

In der Kummerbox-Live-Sendung Was meint Frau zur Technik? hat neulich ein Hörer eine interessante Frage gestellt. Nämlich: Wie kann er herausfinden, welche Programme seine Internetverbindung ungefragt beanspruchen? Es ist schliesslich unübersehbar, dass gerade nach dem Aufstarten ein reger Datenverkehr herrscht. Das häufige Blinken der Modemlämpchen beunruhigt manchen Internetnutzer, wie auch schon der Kummerbox-Beitrag Geheime Datentransfers unterdrücken? ausgeführt hat. Hintergrundrauschen, die automatischen Updates, Fehlerberichte und Apps, die nach Hause telefonieren – da ist es schwierig, als Anwender den Überblick zu bewahren.

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Die Berge und Täler des Internetverkehrs. (Die Blasen mit den Nummern sind die Alerts, die in der gleichnamigen Rubrik aufgezeichnet werden.)
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