Texte mit Format

Als Alternative zur klassischen Textverarbeitung bietet sich eine Auszeichnungssprache an. Davon gibt es inzwischen einige: nebst Markdown auch HTML, Latex oder Wikitext. Ich erkläre einige Unterschiede und empfehle das Konvertierungstool Pandoc.

Auszeichnungssprachen sind eine praktische Sache. Man braucht sich nicht mit Wysiwyg-Editoren herumzuschlagen. Die sind zwar komfortabel, produzieren aber in den seltensten Fällen sauber strukturierte Dokumente. Im Gegenteil: Da wird ein Formatchaos angerichtet, dass es den Teufel graust.

Weiss jedermann hier, was eine Auszeichnungssprache ist? Englisch spricht man auch von Markup. Das ist eine Form, um Inhalte digital zu erfassen, die sowohl von Menschen als auch von Maschinen verstanden wird. Man schreibt bestimmte technische Eigenschaften direkt ins Dokument. Soll etwas fett sein, dann macht man Sternchen darum herum (**fett**).

Der Vorteil ist, dass man keine spezielle Software zum Schreiben braucht. Ein normaler Texteditor reicht schon. Sinnvoll ist natürlich ein Programm, das die Eingaben gleich live interpretiert, damit man sofort erkennt, wenn man einen Fehler gemacht hat.

Es gibt natürlich auch Nachteile. „Texte mit Format“ weiterlesen

Liberté, Egalité, installé

Heute geht es um DokuWiki. Das ist eine Wiki-Software, die ich seit einiger Zeit für private Zwecke einsetze und wegen der OneNote fast überflüssig geworden ist.

Ich bin ein Fan von Wikis: Sowohl vom Lexikon als auch von der Software. Wobei man von einer Softwarekategorie sprechen müsste. Es gibt Wikis bekanntlich in allen Formen und Farben. Das Online-Lexikon läuft mit MediaWiki. Aber es gibt die Software auch für bescheidenere Einsatzzwecke.

Eine simple Variante ist Tiddlywiki. Die habe ich im Beitrag Das simple Wiki für den Hausgebrauch vorgestellt. Sie war bei mir seit ungefähr fünf Jahren in Betrieb. Ich nutzte sie für eine Art Intranet. Das brauche ich zum Beispiel deswegen, weil ich dazu neige, meine Arbeitsabläufe sosehr zu optimieren, dass ich mich, wenn ich sie nicht tagtäglich praktiziere, mich nicht mehr daran erinnern kann, wie genau es geht.

Ersatz für Tiddlywiki

Doch Tiddlywiki ist nicht mehr das Nonplusultra. „Liberté, Egalité, installé“ weiterlesen

Ein guter Begleiter für Text-Odysseen

Ulysses ist eine der besten Text-Apps für iOS und den Mac. Ich würde ihr noch heute die Treue halten, hätte sie nicht ein Abo-Modell eingeführt. Trotzdem empfehle ich diesen Markdown-Vertreter gerne.

In meiner kleinen Reihe zu Markdown-Editoren habe ich mit Drafts 5 (Ein mit allen Wassern gewaschener Editor) schon einen ziemlich heissen Favoriten gefunden. Aber natürlich komme ich um Ulysses nicht herum. Das ist eine App fürs iPhone und iPad und den Mac, die ich 2016 zu einem meiner App-Lieblinge erkoren habe. Und auch im direkten Vergleich von Drafts und Ulysses ziehen manche Ulysses vor – zum Beispiel er hier, der die beiden Apps im Detail verglichen hat.

Seit meinem Test hat sich ein kleines, wesentliches Detail verändert. Es gibt Ulysses nicht mehr zum Einzelkauf. Man benötigt zwingend ein Abo, das 7 Franken im Monat oder 49 Franken im Jahr kostet – siehe Beitrag Immer mehr Apps wollen abonniert werden vom August 2017.

Das wirft zwei Fragen auf. Nämlich erstens, ob man grundsätzlich gewillt ist, eine App zu abonnieren. Und zweitens, ob sieben Franken pro Monat nicht etwas hoch angesetzt ist.

Ymmv, was das angeht. Für mich war der Wechsel vom Bezahl-Modell – die 25 Franken habe ich seinerzeit gern aufgeworfen – zum Abo ein Grund, abzuspringen.  „Ein guter Begleiter für Text-Odysseen“ weiterlesen

Ein mit allen Wassern gewaschener Editor

Drafts 5 ist eine Text-App, die sich auf Markdown versteht und zu den besten Alternativen zu aufgeblähten Programmen wie Word gehört – auch für Vielschreiber geeignet.

Im Beitrag App-mässige Resteverwertung habe ich eine ausführliche Besprechung der App Drafts 5 versprochen. Und hier ist sie auch schon:

Drafts 5 ist ein Markdown-Editor fürs iPhone und iPad, der laut Website des Entwicklers auch für den Mac unterwegs ist. Oder, um genau zu sein: Es ist ein Editor, mit dem die meisten Nutzer hauptsächlich Markdown-formatierte Texte schreiben werden. Er lässt aber auch andere Syntax-Varianten zu, nämlich Multi-Markdown, Simple List, Taskpaper und Javascript.

Ein unscheinbarer Editor – auf den ersten Blick.

Er hat eine simple Oberfläche, die auch auf dem iPhone nicht überladen wirkt. Es gibt eine Dokumentenverwaltung, Tags, Versionsverlauf, Integration mit Siri, der Apple Watch und anderen Apps wie Text Expander und viele Export- und Weitergabemöglichkeiten.

Die App kann kostenlos verwendet werden, doch für die Pro-Funktionen zahlt man ein Abo von 21 Franken im Jahr oder zwei Franken im Monat. Die Pro-Funktionen umfassen die Actions, Themes fürs Erscheinungsbild der App und die Icons, Widgets mit einer Möglichkeit zum Teilen von Texten und den Workspaces: Mit denen kann man seine Dokumente noch vielfältiger organisieren.

Da zeigt sich schon, dass der Begriff «Editor» zu kurz greift:  „Ein mit allen Wassern gewaschener Editor“ weiterlesen

Bloatware-Feind Nummer eins

Dillinger ist eine Text­an­wen­dung, die im Browser läuft, ab­lenkungs­freies Schrei­ben er­mög­licht und selbst gehostet werden kann. Plus: Ein Crash­kurs für Mark­down.

Im letzten Jahr habe ich mit einer kleinen Serie zu Markdown-Editoren begonnen. Die Idee, wie im Beitrag Wir schicken Word in Rente ausgeführt, ist einfach: Wieso sollte man nicht einen simplen Editor anstelle eines aufgeblähten Textverarbeitungsprogramms nutzen? Die Markdown-Codes kann man selbst in einem normalen Texteditor benutzen. Man bräuchte somit noch nicht mal ein spezielles Programm.

Zumindest theoretisch. Praktisch möchte man trotzdem gerne eines nutzen, weil man auf ein bisschen Komfort trotz aller Askese nicht verzichten mag. Und die Zusatzfunktionen sind auch nützlich, einerseits fürs kreative Schreiben, andererseits fürs Gestalten: Da ist die Vorschaufunktion fürs formatierte Dokument, Exportmöglichkeiten für Formate wie PDF oder HTML oder Wort- und Zeichenzählung. Der im Beitrag Ein neuer Markdown-Liebling mit schlimmen Marotten vorgestellte Editor Typora hat viele solcher Komfortfunktionen zu bieten.

Maximize to the min

Die Software, um die es heute geht, ist hingegen auf der spartanischen Seite angesiedelt. Es gibt nur die nötigsten Funktionen. Die kann man dafür aber ohne jegliche Installation direkt im Browser verwenden.  „Bloatware-Feind Nummer eins“ weiterlesen

Ein neuer Markdown-Liebling mit schlimmen Marotten

Typora ist eine kosten­lo­se Text­ver­ar­bei­tung für Windows, Mac und Linux, die eine hübsche Ober­flä­che, nütz­liche Funk­tionen und noch ein paar grö­bere Marot­ten hat.

Das ist der zweite Teil der epischen Saga. Zur Erinnerung: Wir sind mit der Mission aufgebrochen, hier zusammen den schönsten aller Markdown-Editoren zu finden. Heute ist Typora dran. Dieses Programm gibt es kostenlos für Windows, Mac und Linux.

Typora präsentiert sich so minimalistisch, dass man diesen Editor leicht mit dem Windows-Editor (Notepad) verwechseln könnte. Aber nur auf den ersten Blick. Man merkt schnell, dass bei Typora eine Design-Absicht hinter der kargen Erscheinung steckt und nicht bloss Feature-Armut. Es gibt zum Beispiel einen angenehmen Abstand zwischen Fensterrand und Text. Bei Notepad kleben die Buchstaben direkt am Menü und an den Kanten, was nicht schön aussieht. Und die Bildlaufleiste am rechten Rand ist hübscher als der typische Windows-Scrollbalken: Bloss eine dezente, schmale Fläche im Verhältnis des sichtbaren zum ganzen Text.

Oberfläche

Typora hat, anders als die meisten Markdown-Programme, keine zweigeteilte Oberfläche.  „Ein neuer Markdown-Liebling mit schlimmen Marotten“ weiterlesen

Wir schicken Word in Rente

MacDown im Test: Diese Text­ver­arbei­tung für den Mac ver­wen­det die Mark­down-Aus­zeich­nungs­sprache und über­zeugt durch eine schnör­kel­lose, funk­tio­nel­le Ober­fläche.

Es scheint, dass sich (nach den RAW-Konverter-Auswüchsen dieses Jahres) eine neue Mission für dieses Blog abzeichnet: Nämlich eine übertrieben ausführliche Testreihe für Markdown-Editoren. Ich mache aber keine Versprechen – denn es ist durchaus möglich, dass mich die Lust dann doch vorzeitig verlässt. Denn es liegt auf der Hand, das Markdown-Editoren nicht ganz so fancy sind wie Programme, die unsere nicht über alle Zweifel erhabenen Fotos in wahre Wunderwerke verwandeln.

Also, lassen wir uns überraschen, ob das nun eine unendliche Serie wird oder ob ich gleich am Anfang ein so tolles Programm finde, dass sich jegliches weitere Suchen erübrigt. Bevor wir aber loslegen, eine kleine Einführung in Markdown. Es handelt sich um eine Auszeichnungssprache für Textdokumente. Formatierungen werden nicht per Wysiwyg hinzugefügt, sondern über Steuerzeichen.

Steuerzeichen? Das sind doch Relikte aus der DOS-Vergangenheit

Steuerzeichen? Die erinnern an die Texteditoren der ersten Stunde, die wir seinerzeit unter DOS oder bei noch archaischeren Betriebssystemen benutzt haben. Und ja, es ist anachronistisch und frappant rückwärtsgerichtet – wie die Analogfotografie und jene Leute, die ihre Vinylplatten vor die Tür stellen, um Platz für Tonträger auf Schellack zu machen.

Aber dieser Trend lässt sich leicht erklären: „Wir schicken Word in Rente“ weiterlesen

Wer in Textverarbeitungs-Abgründe geblickt hat

Es ist ein Drama: Einerseits haben viele Leute Word und Co. nur oberflächlich zu bedienen gelernt. Andererseits setzen diese Programme mit ihren Wysiwyg-Formatierungen die völlig falschen Anreize.

Im Beitrag Jaaaaaaa! habe ich, man muss es leider sagen, eine Tirade abgelassen. Gelästert und geschnödet. Und mich völlig undankbar gezeigt, wo die Open-Source-Community doch wunderbare Arbeit leistet und mit Libre Office und Open Office zur Softwarevielfalt beiträgt und uns dringend benötigte Auswahlmöglichkeiten liefert.

Der Beitrag hat auf Twitter ein paar Wellen geworfen. Da wurde zu Recht kritisiert, dass Microsoft Office wegen der Trägheit der Nutzer zu dem Status gelangen konnte, den es heute noch immer hat. Und mir ist eingefallen, dass ich immer wieder höre, dass an den Schulen eine Office-Lektion schon als Informatikunterricht gilt. Und zwar offenbar so, dass die Schüler dann lernen, wo sie in Word klicken müssen, um ein neues Dokument zu machen.

Warum lehrt man nicht die grundsätzlichen Prinzipien?

Statt die Benutzung von Anwendungen zu lehren, müsste man natürlich die grundsätzlichen Prinzipien von Textverarbeitung und Tabellenkalkulation vermitteln. Das hätte zur Folge, dass der Nutzer nicht aufgeschmissen wäre, wenn er nach einem Update plötzlich mit einer leicht veränderten Benutzeroberfläche konfrontiert ist. Er würde sich sogar zurechtfinden, wenn er plötzlich mit Libre Office arbeiten müsste.

Und er würde ein paar grundsätzliche Dinge berücksichtigen.

Martin Steiger hat dazu ganz treffend Folgendes bemerkt:

„Wer in Textverarbeitungs-Abgründe geblickt hat“ weiterlesen

So schreiben Profis am Tablet!

Editorial ist eine höchst empfehlenswerte Textverarbeitungs-App für iOS: Sie verwendet Markdown, und sie hat viele praktische Arbeitserleichterungen zu bieten.

Editorial war letzte Woche Thema im digitalen Patentrezept zur mobilen Textverarbeitung. Für Freunde des geschriebenen Wortes liefere ich hier gerne eine ausführliche Beschreibung dieser App – auch, weil im Video aufgrund der gebotenen Kürze einige der netten Funktionen unerwähnt blieben.

Die per Markdown angewendeten Textauszeichnungen sind schon beim Tippen sichtbar.

Die App des Berliner Entwicklers Ole Zorn ist für 10 Franken im Apple-App Store erhältlich. Das ist für eine mobile App auf den ersten Blick ein stattlicher Betrag. Andererseits – für eine App, die man nur ab und zu produktiv einsetzt, ist das kein Betrag.

Und mir ist es lieber, wenn der Entwickler schon von Anfang an eine Ansage macht, als mit seltsamen Freemium-sperenzchen nach dem Herunterladen versucht, mich zu In-App-Käufen zu bewegen. Ich fände es sinnvoll, wenn Apple Testversionen ermöglichen würden, während der man eine kostenpflichtige App eine Woche lang ausprobieren könnte, um sie dann zu kaufen oder zu löschen – aber das ist eine Diskussion, die ich gerne bei einer anderen Gelegenheit führe.

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Es muss nicht immer Word sein

Drei Schreib-Apps mit ganz unterschiedlichen Stärken, die das Texten am Tablet erst vernünftig möglich machen: WPS Office, Design Pad und Editorial.

… auch am Tablet nicht. Im Video stelle ich drei Textverarbeitungs-Alternativen zu Microsoft mit Word, Apple mit Pages und Google mit Docs vor. Zum Zug kommen eine klassische Suite, ein kreatives Gestaltungsprogramm und eine spartanische Text-App für Fans von Markdown. (Siehe dazu auch Markdown ist perfekt fürs Tablet und Texte schreiben auf die archaische Art.)

Mit Markdown bracht es keine Symbolleiste.

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