Wer hat den schönsten virtuellen Gipfel?

Die Schweizer Gipfel-Iden­ti­fi­zie­rungs-App Peakfinder hat in letzter Zeit Kon­kur­renz bekommen. Der gewich­tigste Heraus­for­derer is Peakvisor. Kann er bestehen?

Die ultimative «Was ist das für ein Berg?»-App ist natürlich Peakfinder (fürs iPhone und Android). Auf die sind wir hierzulande besonders stolz, weil sie von einem Schweizer Entwickler stammt und von internationalen Medien wie «National Geographic» gelobt wurde. Das haben wir selten.

Peakfinder, daran ist nicht zu rütteln, erfüllt den Zweck nach wie vor. Die Augmented-Reality-Erweiterung hat sie noch einmal aufgewertet. Sie erlaubt es, die Berge nicht nur als Konturlinien zu sehen, sondern als Überlagerung des Live-Kamerabilds. Das lässt dann keinen Zweifel mehr daran, welches Spitzchen welchen Namen trägt. Und wie auch «National Geographic» herausstreicht, funktioniert die App auch in der Wildnis, wo kein Mobilfunksignal hinreicht.

Trotz voller Zufriedenheit mit der App kam ich nicht umhin, ein Konkurrenzprodukt anzusehen: „Wer hat den schönsten virtuellen Gipfel?“ weiterlesen

Hilfe naht, wenn sich das Kind spielend austoben will

Die Bänkli-App ist ein unver­zicht­bares Hilfs­mittel für Eltern: Sie zeigt die Spiel­plätze in der Um­gebung an. Und man findet mit ihrer Hilfe auch Sitz­gele­gen­heiten, Brunnen, Feuer­stellen und Aus­sichts­punkte.

Wie es so ist, wenn man mit einem Kind unterwegs ist: Das Kind hat klare Vorstellungen davon, was es tun will und was nicht. Zu den Beschäftigungen, die immer gehen, gehört das Spielen auf Spielplätzen.

Mit der Suche «Spielplätze in der Nähe» ist Google Maps einigermassen brauchbar.

Doch wie findet man in einer Gegend, in der man sich nicht auskennt, auf die Schnelle die passende Umgebung, um derlei Wünsche zu erfüllen? Natürlich, man sucht auf Google Maps nach Spielplatz. Wenn ich das tue, dann zeigt mir Google einen Spielplatz in 220 Kilometern Entfernung, den ich selbst einmal in einem Ort im schönen Bayern erfasst habe.

Apple Karten ist nicht viel besser: Die App nötigt mir immerhin keine dreistündige Autofahrt auf. Doch für Winterthur – wo ich mich zufällig ein bisschen auskenne – findet diese App nur einen einzigen Spielplatz am anderen Ende der Stadt.

Man könnte beide Apps aus Elternsicht nun für völlig unbrauchbar halten. Ganz so schlimm ist es aber nicht: „Hilfe naht, wenn sich das Kind spielend austoben will“ weiterlesen

Dreifaches Aha-Erlebnis mit Apples Fitnessdaten

Drei Aus­wer­tungs­metho­den, mit denen man seinen sport­lichen Ge­wohn­heiten und Leistung auf die Schliche kommt: Heat­maps, Explorer-Punkt­zahl und Edding­ton-Zahl.

Im Beitrag Wie man das Maximum aus den Gesundheitsdaten herausholt habe ich vor einem halben Jahr die App Health Fit vorgestellt (fünf Franken im App Store): Sie wertet die vom iPhone gesammelten Gesundheitsdaten aus und zeigt, was man alles aus ihnen herausholen kann.

Ich komme auf die App zurück, weil mir inzwischen zwei Dinge aufgefallen sind, die ich beim ersten Mal übersehen habe oder die erst durch Updates hinzugefügt worden sind.

Also erstens: „Dreifaches Aha-Erlebnis mit Apples Fitnessdaten“ weiterlesen

Das Schweizer Sackmesser unter den Karten-Apps

Die neue Swisstopo-App im Test: Trotz Kinderkrankheiten und etwas seltsamer Benutzerführung wird sie zu einem Schweizer Klassiker avancieren.

Im Beitrag Mit diesen Outdoor-Apps lockt das Abenteuer habe ich vor den Sommerferien in neun Kategorien Apps vorgestellt, mit deren Hilfe man nicht nur ferne, fremde Länder, sondern auch die nähere Umgebung erkundet.

Die Auswahl der Karten, mit Lokalisierung per GPS.

Kaum war der Artikel gedruckt, bin ich einer App begegnet, die wunderbar in diese Aufzählung gepasst hätte. Das ist die Swisstopo-App des Bundesamts für Landestopografie, die diesen Sommer lanciert worden ist.

Es gibt sie fürs iPhone und iPad und für Android. Sie hält wie die SchweizMobil-App (Bünzlig, aber brauchbar) die Landeskarten bereit – und führt mit diesen auch Routenplanung und Navigation durch. Die App ist kostenlos, doch wenn man die App offline nutzen will, braucht man ein Abo für 38 Franken pro Jahr.

Um etwas mehr ins Detail zu gehen: Die App hält das Kartenmaterial der Landestopografie bereit, und zwar verschiedene Varianten: Die Landeskarte im Massstab 1:10 000 bis 1 zu einer Million; die Wintervariante, Luftbild, Luftfahrtkarten und die Erstausgaben der Dufourkarte aus den Jahren 1845 bis 1865 und der Siegfriedkarte, die zwischen 1870 und 1926 entstanden ist. „Das Schweizer Sackmesser unter den Karten-Apps“ weiterlesen

Der knallharte Vergleich von Apple Maps und Google Maps

Die wundersame Verwandlung von Apple Maps von einer Lachnummer zu einer Karten- und Navigations-App, die dem grossen Konkurrenten Google allemal gewachsen ist.

Als im September 2012 die Apple Maps auf der Bildfläche erschienen sind, gehörte ich zu jenen Kritikern, die nicht nur auf den Fehlern herumgeritten sind, sondern auch noch reichlich Spott vom Stapel gelassen haben.

Ich habe zwar nicht selbst über dieses waghalsige Produkt geschrieben, mit dem der iPhone-Konzern Google herausfordern wollte. Aber ich habe einige böse Artikel weiterverbreitet. Zum Beispiel dieser Text, der Apple attestiert, der Konzern würde die Realitätsverzerrung auf eine ganz neue Ebene bringen. Das war eine Anspielung an Steve Jobs‘ berühmtes Realitätsverzerrungsfeld, über das uns die Biografie von Walter Isaacson ausführlich informiert hat.

Die australische Polizei hat die Apple Maps damals als lebensgefährlich taxiert. Und am Ende des Jahres 2012 gehörten sie im Tech-Sektor zu den grossen Ausrutschern, fand zumindest Giga Om.

Der Spott war gerechtfertigt. „Der knallharte Vergleich von Apple Maps und Google Maps“ weiterlesen

Mit dem Ochsenkarren nach Rom

Orbis ist Google Maps fürs Imperium Romanum: Man ergründet die Verkehrswege und erfährt, wie lange damals gedauert hat, für die Ferien ans Meer zu fahren.

Leute wie ich, die ohne Orientierungssinn geboren wurden, sind abhängig von Hilfsmitteln wie Karte, Kompass und GPS. Das ist womöglich der Grund, weswegen ich eine kleine Leidenschaft für Karten entwickelt habe. Mir gefallen vor allem die exotischen, die speziellen, die verblüffenden und die erhellenden Karten.

Ein hervorragendes Beispiel, das alle diese Punkte erfüllt, ist Orbis. Das ist ein Projekt der Stanford University aus Kalifornien. Es heisst mit vollständigem Namen The Stanford Geospatial Network Model of the Roman World und ist quasi Google Maps fürs Imperium Romanum.

Die Fortbewegung war unglaublich zeitintensiv

Das erstreckte sich vor 2000 Jahren über einen Grossteil der bekannten Welt. In dem Reich gab es eine beachtliche Handels- und Reisetätigkeit – und das, obwohl man sich nicht eben in einen Hochgeschwindigkeitszug, ein Flugzeug setzen oder ein Uber kommen lassen konnte.

Wie zeitintensiv die Fortbewegung damals war, führt uns Orbis vor Augen: „Mit dem Ochsenkarren nach Rom“ weiterlesen

So viel Zeit muss sein!

mapnificent.net ist eine lustige Webanwendung, die aufzeigt, wie weit man per öV in einer auszuwählenden Dauer reisen kann.

mapnificent.net ist ein wirklich hübscher Webdienst, der einmal mehr eindrücklich beweist, weswegen möglichst viele Daten offen sein sollten. Ich habe schon 2017 den Aufruf Werdet Fans von Open Data! gestartet. Bislang leider nicht mit dem durchschlagenden Erfolg, den ich mir erhofft habe. Aber womöglich liegt das auch an mir selbst: Ich reite nicht so oft auf open data herum, wie ich es tun sollte.

Darum hier ein kleiner Tipp, der diesem Begehren Nachdruck verleihen soll. Der Dienst operiert mit offenen Daten aus aller Welt. Im Fall der Schweiz kommen die Daten und offenen Schnittstellen der SBB zum Einsatz, über die ich beim Nerdfunk eine ganze Sendung gemacht habe. Die Idee von Mapnificent ist, uns aufzuzeigen, wie weit man in einer vorgegebenen Zeit reisen kann.

Wie weit komme ich in zwei Stunden?

Ein Beispiel: Man hockt in den Ferien in einem gottverlassenen Kaff irgendwo in einem Land, das man vielleicht besser nicht bereist hätte. „So viel Zeit muss sein!“ weiterlesen

Eine App für Orte, an denen man gerne ist

In der Mapstr-App erfasst man seine Lieblings- und Sehnsuchtsorte, plant seine Ferienreisen, führt ein touristisch-geografisches Tagebuch und teilt seine Geheimtipps.

Aus unerfindlichen Gründen nutze ich noch immer die Swarm-App (für Android und iPhone/iPad). Die älteren unter euch erinnern sich vielleicht noch. Unter dem Namen Foursquare hat die seinerzeit für Furore gesorgt. 2010 war es, als diese Check-in-Apps aufkamen und damals für einigen Social-Media-Stress gesorgt hatten. Nebst Foursquare gab es auch Gowalla, das von Facebook 2011 übernommen und 2012 eingestellt wurde.

Die Idee war eigentlich einleuchtend: Man registriert seine Anwesenheit an einem Ort, sodass man von anderen dort gefunden werden kann. Wenn jemand dazustossen möchte, kann er das tun. Spontane Treffen, wie sie nur mit dem Internet möglich sind.

Ich weiss nicht, wie es euch geht – aber für mich hat diese Idee nicht funktioniert. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich dank einer dieser Apps jemals jemanden spontan getroffen hätte. Die Sache ist an mehreren Dingen gescheitert: „Eine App für Orte, an denen man gerne ist“ weiterlesen

Bünzlig, aber brauchbar

Die SchweizMobil-App ist trotz der altbackenen Optik eine der besten Apps fürs Wandern, Velofahren oder Skaten in der Schweiz.

Ich muss noch einmal auf die hier besprochenen Outdoor-Apps zurückkommen. Ein Leser hatte kritisiert, man hätte auch Apps wie SchweizMobil besprechen müssen.

Landeskarten 1:1 aufs iPhone übertragen? Kann man machen, ist aber nicht gerade das technische Nonplusultra.

Nun, es ist natürlich so, dass meine Auswahl selten allen passt. Schliesslich gibt es fast in jedem Bereich mehr Apps, als in einen Artikel passen. Und ich finde es zwar sinnvoll, Alternativen zu liefern – aber ellenlange Aufzählungen aller möglichen Kandidaten sind nicht zweckdienlich. Sie überfordern eher, als dass sie echte Auswahlmöglichkeiten liefern. Als Tester setze ich Schwerpunkte. Komplexreduktion ist schliesslich die hehre Aufgabe des Journalismus.

Das heisst aber nicht, dass ich nicht hier im Blog Ergänzungen anbringen könnte. Zum Beispiel im Fall von SchweizMobil. Die App existiert für Android und fürs iPhone. Sie bietet Zugriff auf die Landeskarten von Swisstopo im Massstab 1:25′000 – was denn auch der Grund war, weswegen ich die App nicht vorgestellt habe. Versteht mich nicht falsch – ich mag die Schweizer Landeskarten. Die gehören zu diesem Land wie die SBB, das Bundeshaus und die Bunker im Gotthard. „Bünzlig, aber brauchbar“ weiterlesen

Wenn das Smartphone nach draussen lockt

Runtastic, Strava, Cyclemeter, Garmin Connect, Wikiloc, Komoot und Strut – Apps, die beweisen, wie viel toller Sport heute ist als früher.


Sieben Apps für Wanderer, Sportler, Entdecker und Geniesser.

So ändern sich die Zeiten. Noch vor zehn Jahren hätte ich mich wahrscheinlich eher totprügeln lassen, als Sport-Apps vorzustellen. Aber inzwischen… naja, man wird älter und versucht, das Schlimmste aufzuhalten. Also, was Körperumfang, Fitnesszerfall und Kurzatmigkeit angeht. Und dann tut man halt Dinge, für die man sich früher mehr geschämt hätte als wenn man vom Pfarrer im Pornokino erwischt worden wäre. (Nicht, dass mir das jemals passiert wäre.)

… wobei, so ganz richtig ist das auch nicht. Ich hatte schon immer einen Bewegungsdrang. Und das, obwohl ich zu den Nerds damals in den Achtzigern gehört habe und das Selbstempfinden hatte, dass ich als Nerd von derlei Anwandlungen gänzlich unberührt bleibe.

Das Schulturnen ist schuld!

Und weil man in den neun obligatorischen Schuljahren im Sport (oder «Turnen», wie es damals hiess und vielleicht noch immer heisst) nur unnötigen Scheiss gemacht hat, bin ich eben nie auf die Idee gekommen, dass Sport selbst mir als Nerd Spass machen könnte. „Wenn das Smartphone nach draussen lockt“ weiterlesen