Zwei Helden des Rechts

In letzter Zeit habe ich mich ausgiebig mit Anwälten beschäftigt. Im richtigen Leben zum Glück nur wenig – Martin Steiger hat mir zum Routerzwang Auskunft gegeben, aber ich bin nicht verklagt oder verhaftet worden. Nein, die Beschäftigung fand hauptsächlich in belletristischer Form. Und via Netflix, wo wir mit Suits angefangen haben.

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Cicero, wie er in der Serie «Rom» portraitiert wurde. (Bild: HBO-Screenshot, Wikia)

Imperium (Wikipedia, Amazon Affiliate) von Robert Harris ist ein Roman, der den Aufstieg von Marcus Tullius Cicero zum Konsul im römischen Reich. Cicero, den wir InDesign-Nutzer vor allem von dieser für Laien völlig nutzlosen Masseinheit kennen, ist ein begnadeter Redner und Anwalt, der sich als Anwalt mit schwierigen bis aussichtslosen Fällen herumschlägt. „Zwei Helden des Rechts“ weiterlesen

Hilfreich, aber ein paar Fragen bleiben offen

Via Martin Steigers Website und den Beitrag Whitepaper «Bilder im Web» bin auf das gleichnamige Whitepaper gestossen.

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Ich heisse Hase, ich weiss Bescheid. (Bild: Capture Queen/Flickr.com)

Das Weissbroschürchen Bilder und Fotos im Web stammt von der Agentur Tinkla, die sich um digitale Strategien und Online-Kommunikation kümmert. Man kann es online lesen oder sich per Mail zusenden lassen, wobei man seine Mail-Adresse angeben muss. Und wenn ich gleich am Anfang etwas schnöden darf, dann finde ich den Downloadmechanismus mit Angabepflicht der E-Mail-Adresse unnötig umständlich. Wenn die Adresse tatsächlich wie angegeben nur fürs Zusenden des PDFs benötigt wird und kein Adresssammelmechanismus beinhaltet, dann ist der Schritt überflüssig und nutzlos, weil viel komplizierter als ein simpler Downloadlink. Wenn dieser Schritt eine Hürde darstellen soll, die die unkontrollierte Verbreitung des PDFs eindämmen soll, dann weise ich darauf hin, dass er absolut untauglich ist. Darum – wenn es doch um Lizenzen geht und darum, die eigene Agentur ins Gespräch zu bringen – warum nicht gleich eine Share-Alike-Lizenz?

Und nochmals etwas Gemäkel: „Hilfreich, aber ein paar Fragen bleiben offen“ weiterlesen

Was steht eigentlich in diesen Endbenutzerverträgen?

Bei jeder Programminstallation geht man mit dem Hersteller des Produkts einen Vertrag ein – und zwar oft ohne dass man den überhaupt gelesen hätte. Ein Programm weist auf potenzielle Fallen hin.

An der Herstellung einer Software sind nicht nur Programmierer und Marketingleute beteiligt, sondern auch einige Juristen. Die Rechtsexperten schreiben in der Lizenzvereinbarung, wie man eine Software nutzen darf und wie nicht. Dieses Dokument erscheint meist während der Installation, und wird gewohnheitsmässig abgenickt – und zwar meist ohne dass es gelesen worden wäre.

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Beim Eula zu iTunes stellt Eulalyzer fest, dass manche Dienste in iTunes ohne Vorankündigung beendet werden können.

Diese Lizenzvereinbarungen – oder Endbenutzer-Lizenzverträge bzw. End User License Agreement, respektive kurz Eula in Englisch – sind ein Ärgernis. Sie sind oft so umfangreich, dass man sie sich innert nützlicher Frist überhaupt nicht zu Gemüte führen kann. „Was steht eigentlich in diesen Endbenutzerverträgen?“ weiterlesen

Verbotene Bücher

Ich bin seit ein paar Monaten Kunde bei audible.com und falls ich demnächst mit einem Herzinfarkt tot umfalle, möchte ich, dass folgendes in meinen Grabstein gemeisselt wird:
Hier ruht M.S., ins Grab befördert durch audible.com.

Ich rege mich in der Tat jedes Mal fürchterlich auf, wenn ich ein neues Hörbuch suche. Ich tue mich nicht leicht dabei. Die grosse Auswahl, mein erlesener Geschmack, es ist eine Herausforderung!

Dann, nach längerer Suche werde ich fündig, um… das Buch dann doch nicht kaufen zu dürfen:

We’re sorry. Due to publishing rights restrictions, we are not authorized to sell this item in the country where you live.

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Von wegen Schutz des Urheberrechts!

Die Filmindustrie führt sich extrem heulsusig auf, weil ein paar ihrer Kunden die Neigung haben, den Inhalt von DVDs ins Internet zu stellen. Solche Leute mit der Juristenkeule niederzuknüppeln, reicht diesen sog. «Rechteinhabern» aber nicht aus. Nein, man muss ganze Regierungen vor den Karren spannen und mit Acta und Sopa auch gleich das Internet nach chinesischem Vorbild umbauen.

Die sog. «Rechteinhaber» schaffen keine Werke
Das ist ein Affront gegenüber den Internetbenutzern, und es dient der Sache nicht. Wie einige Leute zu Recht bemerkt haben, sind die sog. «Rechteinhaber» nämlich in aller Regel nicht die Leute, die ein Werk geschaffen haben. Das ist in der Musikindustrie der Fall, wo Prince einst sagte:

Wenn einem die eigenen Master nicht gehören, gehört man dem Master. (Zitiert nach Wikipedia)

Es ist aber auch in der Autorenbranche so. Ich copy-paste mal die Passage bezüglich Rechte aus einem Vertrag, der mir genau in dieser Form unterbreitet wurde:

2.1.2. Übertragung der Verlagsrechte
Die Urheberrechte bleiben bei Autor. Autor überträgt ∎∎∎∎∎∎∎ für die Dauer des gesetzlichen Urheberrechts das ausschließliche Recht zur Verfielfältigung [sic!] und Verbreitung des Werks oder Teilen des Werkes für alle Druck- und körperlichen elektronischen Ausgaben sowie für die Online-Nutzung (nicht abschliessende Aufzählung: Handys, PDAs, Personal Computer, Macintosh, iPod u.a. Devices), einschliesslich durch Autor veränderte Versionen (beliebige Veränderungen am Text und/oder Softwarecode, die Übersetzung und Übertragung in andere Sprachen), ohne Stückzahlbegrenzung, für alle Sprachen weltweit.

So weit der Auftakt. Richtig los geht es aber erst jetzt. „Von wegen Schutz des Urheberrechts!“ weiterlesen