Da spickt mir doch die Nippelklammer aus dem Fenster!

Eine Ge­schich­te, in der es um Früchte, Genitalien, Bild­lizen­zen und einen Mann geht, der seine Sexspielzeug-Reviews bei Google Lieb­kind machen will.

Wer sich mit Gratis-Bildern für Websites, Drucksachen, Mails oder andere Publikationen eindecken will, wird im Internet fündig. Im Beitrag Bilder zum freien Gebrauch habe ich diverse Quellen für digitale Ressourcen vorgestellt und hier gibt es eine Sammlung weiterer Anlaufstellen für Videos, Musik und Audiodateien – plus handfeste Hinweise zur rechtlichen Situation, wenn man gedenkt, mit solchem Material zu arbeiten.

Ich verwende hier im Blog routinemässig Bilder von Pexels und Unsplash, manchmal auch Pixabay. Die haben sich bewährt, weil sie einerseits eine grosse Auswahl haben und andererseits unkompliziert in der Nutzung sind: Man darf die Bilder beliebig nutzen, auch für kommerzielle Zwecke und ohne dass eine Quellenangabe nötig ist. Ursprünglich verwendeten die Plattformen die CC0 1.0 Universal Public Domain Dedication, mit der die Urheber jegliche Ansprüche an ihren Werken aufgeben.

Wie Rechtsanwalt Martin Steiger hier schreibt, hatte dieser Idealzustand ein Ende: „Da spickt mir doch die Nippelklammer aus dem Fenster!“ weiterlesen

So läuft man auf Youtube ins Messer

Da achtet man tunlichst darauf, in Videos nur Streaming-taugliche Musik zu verwenden – und muss sich von Youtube trotzdem einen Urheberrechtsverstoss vorwerfen lassen. Das nervt massiv.

Ich war neulich im Zoo Zürich und habe während des Besuchs ein Video gebastelt und bei Youtube hochgeladen. Hier kann man es sich ansehen.

Nun passierte das, was häufig passiert, wenn man ein Video bei Youtube hochlädt. Es gab nämlich einen Urheberrechtsanspruch:

Ein Urheberrechtsinhaber hat mit Content ID einen Anspruch auf Inhalte in deinem Video erhoben. Dies ist keine Urheberrechtsverwarnung [und kein Copyright strike, Anmerkung des Autors]. Dieser Anspruch hat keinerlei Auswirkungen auf deinen Kontostatus. Der Urheberrechtsinhaber erhält entweder Einnahmen aus Werbeanzeigen in deinen Videos oder statistische Daten rund um die Aufrufzahlen für deine Videos.

Hinweis: Dein Video wurde vom Urheberrechtsinhaber oder von einem Vertreter des Urheberrechtsinhabers manuell geprüft.

Ein Urheberrechtsanspruch?

Das fand ich nun einigermassen überraschend.

Ich bin mir des Problems natürlich bewusst. Für Videos, die bei Youtube oder sonstwie offen im Netz landen, verwende ich nicht irgendwelche Musik. Ich setze natürlich auf passend lizenzierte Musik. „So läuft man auf Youtube ins Messer“ weiterlesen

Wie steht es eigentlich um die private Streaming-Kopie?

Ist es in Ordnung, dass es uns Streaminganbieter verbieten, ihre Inhalte fürs eigene Archiv herunterzuladen? Nein, finde ich: Es gibt Situationen, in denen das «Youtube-Ripping» unvermeidlich ist.

In diesem Blog ging es schon diverse Male ums Youtube-Rippen, das Herunterladen von Inhalten von der Videoplattform: Zum Beispiel hier, hier oder hier. Es gibt gute Gründe, das zu tun. Erstens natürlich, um sie auch ohne gute Internetverbindung ansehen zu können. Zweitens, weil man sie besonders gründlich ansehen will und nicht jedes Mal mit der Werbung belästigt werden möchte.

Und drittens fürs Archiv. Im Beitrag Glasnost bei Google habe ich dargelegt, dass bei Youtube jeden Monat Millionen von Videos gelöscht werden. Ich habe nicht herausgefunden, wie gross der Anteil der verschwundenen Videos an der Gesamtmenge des Youtube-Bestandes ist. Er muss aber beträchtlich sein. „Wie steht es eigentlich um die private Streaming-Kopie?“ weiterlesen

Haben die bei Rovio einen Dachschaden?

Ich habe mir die Nutzungs­be­stim­mungen von «Angry Birds Dream Blast» näher ange­schaut und bin fast vom Stuhl gefallen. Was hier an Regeln mit einem Casual Game mit­ge­lie­fert wird, ist völlig absurd.

Eigentlich sollte das heute ein simpler kleiner Game-Tipp werden. Mir ist das Spiel «Angry Birds Dream Blast» (kostenlos, Free to Play, für Android und iPhone/iPad) in die Finger geraten. Das passt mit Fug und Recht in meine kleine Reihe mit indirekten Nachfolgern meines Spiels Clickomania. Doch mir ist dann etwas dazwischen gekommen. Doch bevor ich das ausführe, doch noch ein paar Worte zum Spiel:

Die Grundidee ist die alt bekannte: Das Spiel wirft bunte Bälle (bzw. «Blasen») aufs Spielfeld, die man platzen lassen muss. Das ist möglich, wenn mehrere Blasen mit der gleichen Farbe eine Gruppe bilden. Je grösser die Gruppe, desto besser: Punktemässig und allenfalls auch, was die Durchschlagskraft angeht.

Rovio hat im Vergleich zu mir leider noch etwas bessere Programmierarbeit geleistet

Doch was die Ausführung angeht, liegen Welten zwischen meinem Spiel und dem von Rovio: Die App ist aufwändiger und abwechslungsreicher, als es mein simples Progrämmchen je war. Es gibt hübsche Grafiken und Animationen. Man bekommt es mit vielfältigen Power-Ups und speziellen Spielelementen zu tun. Natürlich haben auch die wütenden Vögel und die bescheuerten Schweine einen Auftritt.

Denn dieses Spiel ist ein Spin-off des hier vorgestellten «Angry Birds Blast». (Das wiederum ein Spin-off des allerersten Angry-Birds-Titels ist.) „Haben die bei Rovio einen Dachschaden?“ weiterlesen

Spiele zu klauen ist ein ungesühntes Verbrechen

Es ist nicht zu übersehen, dass Spielentwickler schlimmer stehlen als die sprichwörtlichen Raben: Sie kupfern Spielideen so ungeniert ab, dass man sich fragt, warum nicht ständig Gerichtsverhandlungen wegen Plagiatsvorwürfen geführt werden. Der Grund liegt in der Gesetzsprechung.

Gibt es eigentlich ein Copyright auf Spielideen? Die Frage hat sich mir neulich aufgedrängt, als mir aufgegangen ist, wie viele Spiele mit «Blast» im Titel es im App-Store gibt: Im Beitrag Wer hat hier von wem abgekupfert? habe ich versucht, das zu klären. Aber es ist aussichtslos, weil es nebst «Toon Blast» und «Angry Birds Blast» auch «Toy Blast», «Balloon Blast» und so viele weitere Inkarnationen gibt, dass ich mir hier einen Wolf recherchieren müsste, um allen auf die Spur zu kommen.

Auch das gute alte Monopoly könnte man nachbauen – Monopoly nennen sollte man es allerdings nicht. (Bild: Ylanite Koppens/Pexels, CC0)

Und nein, es gibt kein Copyright auf Spielideen, was ich allein daran gemerkt habe, dass ich in den 1990ern nicht verklagt worden bin, weil ich mit Clickomania eine SameGame-Variante in die Welt gesetzt habe. Und man merkt es heute daran, dass populäre Spielprinzipen wie die Match Three-Puzzles den App Store überschwemmen. Er hier schreibt, jede Woche tauche ein neuer Titel derselben Machart auf, und das scheint mir nicht übertrieben.

Spiele müssen heftig beworben werden

Das führt dazu, dass die Titel heftig beworben werden müssen: Wer ab und zu ein werbefinanziertes Game spielt, der kommt um die Werbung für Homescapes, Jewel Quest, Fishdom oder Angry Birds POP! nicht herum. Die Popularität lässt sich mit einem Wort erklären. Respektive mit dreien: Candy Crush Saga. Eine Spiel-App, die 200 Millionen US-Dollar umsetzt, ist no spit in the bucket.

Das ruft Nachahmer auf den Plan, und die müssen, wie ich, nicht befürchten, verklagt zu werden. Im US-Urheberrechtsgesetz heisst es:
„Spiele zu klauen ist ein ungesühntes Verbrechen“ weiterlesen

Verlags-Idioten

Ein exemplarisches Beispiel über den Unfug mit Verlagsrechten: Bei der Krimiserie von Michael Ridpath bekommt man hierzulande nur die ersten Folgen zu lesen – die letzten Bücher sind digital nicht erhältlich.

Ein Ärgernis der digitalen Welt sind die Geoblockaden. Bei Ebooks und Hörbüchern existiert es in einer speziellen Ausprägung. Im Beitrag Audible macht gar keine gute Figur habe ich beschrieben, wie man mir nicht erlaubt hat, die Harry Potter-Hörbücher in der von Stephen Fry gelesenen Fassung zu hören.

Häh? (Bild: JD Hancock/Flickr.com, CC BY 2.0)

Diesem Problem bin ich wieder begegnet. Ich habe hier und hier die Krimireihe von Michael Ridpath erwähnt, in der Kommissar Magnus Jonson in Island Verbrechen aufklärt und seinem eigenen isländischen Erbe auf die Spur kommt.

Neulich ist mir eingefallen, nach weiteren Folgen dieser Reihe zu suchen. „Verlags-Idioten“ weiterlesen

Wenn Madonna sich wie eine Jungfrau aufführt

Was passiert, wenn man ein kommerzielles Pop- oder Rock-Liedlein in einem Youtube-Video verwendet? Die gute Nachricht: Man wird wahrscheinlich nicht verklagt. Die schlechte: Man verdient auch nichts mehr mit dem Video.

Von Madonna gibt es noch nicht einmal ein schönes Foto, das lizenzmässig für einen Blogger wie mich unverfänglich wäre. (Bild: Joenomias/Pixabay, CC0)

In meiner kleinen Reihe zu Ressourcen für Internet-Publizisten (Zusammenfassung der Beiträge: Ein paar Links und viel Blabla zum Urheberrecht) ist heute die Audio-Bibliothek von Youtube dran. Ich bin zwar nach wie vor sauer auf Youtube und wollte diesen Laden mit Nichtbeachtung strafen. Handkehrum¹ kann man es als kleine Protestaktion werten, wenn man sich bei Youtubes Audiobibliothek bedient und das resultierende Video anschliessend nicht bei Youtube hochlädt.

Also, Youtube scheint gemerkt zu haben, dass es für einen Videoproduzenten mühsam ist, wenn sein Video am Content-ID-Prüfalgorithmus hängen bleibt, weil nicht lizenzierte Musik enthalten ist. Darum bieten sie eine Sammlung von audiophonen Versatzstücken an, die man gefahrlos verwenden darf. „Wenn Madonna sich wie eine Jungfrau aufführt“ weiterlesen

Ein paar Links und viel Blabla zum Urheberrecht

Gesammelte Ressourcen zu gemein­freien Bildern, Videos, Musik und Sound­da­teien im Web, plus ein nütz­liches White­paper, das auf Fallen bei der Ver­wen­dung von Inhal­ten hin­weist, die man im Netz gefun­den hat.

Als Blogger, Youtuber und Internetpublizist im weiteren Sinn muss man sich wohl oder übel mit einem lästigen Ding namens Urheberrecht auseinandersetzen. Man kann sich nicht einfach im Web bedienen, um sein Blog mit Bildern, Videos und ähnlichen Dingen aufzupeppen: Dann riskiert man Abmahnungen mit entsprechenden Kostenfolgen. Wenn man Videos produziert, kann es einem auch passieren, dass der schöne Clip von irgend einem sog. Rechteinhaber als unzulässig gebrandmarkt und auf Plattformen wie Youtube gesperrt wird.

Sie ist Bloggerin und Juristin. Sie hats gut. (Bild: shy_kurji/Pixabay.com, CC0)

Persönlich finde ich das lästig. Ich sehe gerne Gerichtsdramen, zum Beispiel, grosse Empfehlung, American Crime Story mit «The People v. O. J. Simpson», zu sehen auf Netflix. Auch die zweite Staffel soll sehenswert sein. Aber ich beschäftige mich in meinem Alltag und im Internet nicht gerne mit juristischen Fragen. Sie sind oft eine Beleidigung für den gesunden Menschenverstand und eine unnötige Verkomplizierung einer eh schon komplizierten Welt.

Es könnte so einfach sein

In einer (für mich) idealen Welt wäre das anders und ganz einfach. „Ein paar Links und viel Blabla zum Urheberrecht“ weiterlesen

Videos zum freien Gebrauch

Diverse Quellen im Netz, von denen man kosten­loses Video­ma­terial bekommt, das man ohne Ur­heber­rechts­que­re­len in eige­nen Projek­ten nutzen darf.

Im Beitrag Bilder zum freien Gebrauch liste ich diverse Webquellen, bei denen man Fotos bekommt, die man ohne Angst vor Abmahnungen im Blog oder sogar kommerziell verwenden kann.

Die Videos hier helfen mir auch nicht weiter. (Bild: Anthony/Pexels.com, CC0)

Nun entsteht bei manchen Leuten manchmal auch ein Bedürfnis nach bewegtem Bild. Zum Beispiel bei mir, aus Gründen. Darum die Frage: Wo gibt es denn Video, das man für seine eigenen Projekte verwenden kann? Auch hier natürlich am liebsten Material mit CC0-Lizenz. Die steht für Public-Domain– oder gemeinfreie Clips, mit denen man auf der sicheren Seite ist. Ausserdem erspart man es sich, eine Lizenzangabe machen zu müssen, wie das bei Creative-Commons-Clips der Fall wäre.

Wo platziert man den Urheberrechtshinweis?

Das ist bei Videos etwas mühsam, da man die Lizenzangabe entweder einblenden oder in den Abspann packen muss. Klar, man kann sie auch in die Shownotes des Videos packen – aber da besteht halt die Gefahr, dass sie auf der Strecke bleibt. Typischer Fall: Das Video wird über Youtube publiziert und irgendwo eingebettet. Den Leuten, die die eingebettete Variante sehen, bekommen von der Lizenzangabe nichts mit, und das ist eben nicht im Sinn des Erfinders.

Darum also am liebsten Videos, mit denen man tun und lassen kann, was man will. Das ist meine provisorische Liste, die ich bei weiteren Entdeckungen ergänzen werde. Vorschläge auch gerne in die Kommentare!
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Die Kundschaft verscheissern

Die allgemeinen Geschäftsbedingungen, die man für viele Tätigkeiten im Web abnicken muss, haben vor allem einen Zweck: Dafür zu sorgen, dass der Kunde bei Konflikten am kürzeren Hebel sitzt.

AGBs: die allgemeinen Geschäftsbedingungen. Das sind Werke, die von der Länge her ein durchschnittliches George-R.R.-Martin-Buch locker in den Schatten stellen und sich bezüglich Komplexität auf dem Niveau eines James Joyce bewegen – bloss von Juristen verfasst, die ihrer Muttersprache nicht mächtig sind, sondern nur jurisprudentisch können.

Schöne Szene, garstiges Thema. (Bild: Ed Gregory/stokpic.com, CC0)

Ich erlaube mir, hier einmal eine populistische These aufzustellen: AGBs sind bloss dazu da, die Kundschaft zu verscheissern. Oder, etwas weniger reisserisch formuliert: Sie sind ein nützlicher Trumpf, den man bei Streitfällen gerne in der Hinterhand hat. Im Angesicht eines renitenten Kunden zückt der Leistungsanbieter sie mit maliziösem Lächeln und sagt mit unschuldigem Unterton: «… aber sie haben ja unsere AGBs gelesen, hier auf Seite 222 unten steht es…»

Und dann ist man angeschmiert. „Die Kundschaft verscheissern“ weiterlesen