Okay, Patreon ist gestorben

Würdet ihr mich auf Patreon unterstützen, habe ich neulich gefragt. Ein paar Leserinnen und Leser würden es tun – aber trotzdem zeigt sich für mich, dass dieses Modell nicht das Richtige für ein Blog wie meines ist.

Wie viel würdet ihr für mein Blog zahlen? habe ich neulich gefragt. Wie in dem Blogpost ausgeführt, geht es mir darum, die Spendenbereitschaft bei meinem Publikum auszuloten. Ich bin zum Glück nicht in der Situation, dass ich mir unmittelbar eine neue Einnahmequelle erschliessen müsste.

Aber mich hat interessiert, ob das neue Schweizer Medienförderungsgesetz auch für uns Blogger eine Chance sein könnte. Das sieht nämlich Unterstützung für Online-Medien vor, die zumindest teilweise von ihren Leserinnen und Lesern finanziert werden; und zwar nicht nur durch Abos, sondern auch durch Spenden.

Ich habe im Beitrag eine Umfrage gestartet, die ihr auch gerne weiterhin ausfüllen dürft – ich bin nach wie vor an den Resultaten interessiert.

Hier gibt es nun eine erste Auswertung: Nach fünf Tagen Laufzeit haben 23 Leute die Umfrage ausgefüllt. Das ergibt eine nicht gerade grossartige, aber akzeptable Rücklaufquote und natürlich spürt das Blog hier auch die Sommerflaute. Umso mehr freue ich mich um jede Antwort!

Ein echter Aufsteller!

Also, zu den Resultaten: „Okay, Patreon ist gestorben“ weiterlesen

Das Bargeld in der Defensiven

Corona hat dem elektronischen Bezahlen einen grossen Schub verpasst. Zurecht, wie ich finde, weil ApplePay und auch Twint gegenüber dem Cash gewichtige Vorteile haben. Genau darum müssen sich nun auch die Handyhersteller öffnen.

Während der Pandemie ist der Gebrauch von Bargeld stark zurückgegangen. Das ging so weit, dass die 2020 geprägten Münzen noch gar nicht in Umlauf gebracht wurden, wie man anfangs Juni lesen konnte.

Eine spannende Entwicklung! Was mich angeht, hat Corona keine Verhaltensänderung bewirkt. Seit sich mit meiner EC-Karte kontaktlos bezahlen kann, mache ich das. 2018 habe ich mit dem Schweizer Zahlungsdienstleister Twint experimentiert, allerdings mit mässiger Begeisterung. Ich habe schon 2017 ApplePay ausprobiert, war mit der virtuellen Kreditkarte von Boon aber nur mässig zufrieden. Seit im Oktober 2019 meine Hausbank, die ZKB, ApplePay eingeführt hat, ist das meine bevorzugte Zahlungsmethode. Ich nehme an, dass ich dieses Jahr höchstens ein-, zweimal Bargeld abgehoben habe.

Vor Kurzem habe ich beim SRF das Tagesgespräch mit Andreas Dietrich gehört, der Professor für Banking an der Hochschule Luzern ist. Das hat mir einige Denkanstösse vermittelt. „Das Bargeld in der Defensiven“ weiterlesen

Frage an euch: Wie viel würdet ihr für mein Blog zahlen?

Keine Angst, ich habe nicht die Absicht, zum Kommerzblogger zu mutieren. Aber es geht um die spannende Frage der Verdienstmöglichkeiten im Web: Wie steht es um das Social Payment à la Patreon? Und ergäbe sich daraus gar die Möglichkeit, sich von der Schweizer Eidgenossenschaft medienfördern zu lassen?

Wie viel ist euch die Lektüre dieses Blogs hier wert?

Diese Frage stelle ich weiter unten in einer Umfrage zur Debatte. Doch erst braucht es ein paar einleitende Worte – denn es gilt ein mögliches Missverständnis von vornherein auszuräumen.

Also: Ich habe nicht vor, dieses Blog hier, das ich seit 14 Jahren als Hobbyprojekt betreibe, nun plötzlich zu kommerzialisieren. Ich bin nicht auf die Idee gekommen, mir einen Businessplan aus den Fingern zu saugen, fünf Leute anzustellen und ab dato einen auf dicke Hose zu machen. Mir geht es wie wie (mutmasslich) euch, wenn jemand vom idealistischen in den kaufmännischen Modus wechselt: Ich seufze und versuche, meine Enttäuschung zu verbergen.

Nein. „Frage an euch: Wie viel würdet ihr für mein Blog zahlen?“ weiterlesen

Bei Cede.ch und Digitec einzukaufen, ist auch nicht die reine Freude

Intransparent und nicht benutzerfreundlich: Zwei nervige Erlebnisse mit zwei Schweizer Webshops.

Gutscheine sind in der Theorie eine tolle Sache. Man kann einkaufen gehen, muss aber nicht das eigene Portemonnaie zücken: Man bekommt ein Geschenk, das man sich obendrein selbst aussuchen darf.

In der Praxis sind Gutscheine nervig und umständlich. Ich hatte in der letzten Zeit zwei Fälle, bei denen ich mich einfach nur genervt habe.

Der eigentlich harmlose Fall betrifft Cede.ch.

Ich hätte da eine Verschwörungstheorie…

Der Winterthurer Versandhändler von Ton- und Filmträgern, Büchern und Spielen hat mir einen Gutschein von 10 Franken zukommen lassen. Erstes Ärgernis war die Mindestbestellmenge von 35 Franken. Die Musik-CD, die ich meinem Göttimeitli schenken wollte, («Schwiizergoofe 8») lag mit 29.90 genau 5.10 Franken darunter. (Ist es eine Verschwörungstheorie, wenn ich vermute, dass der typische Bestellbetrag bei Cede.ch just ein bisschen unter diesen 35 Franken liegt?)

Jedenfalls habe ich den neuen Asterix («Die Tochter des Vercingetorix») obendrauf gelegt – und mich schon mal ein bisschen geärgert, dass ich 13 Franken ausgebe, um zehn zu sparen. „Bei Cede.ch und Digitec einzukaufen, ist auch nicht die reine Freude“ weiterlesen

Geld-Apps, die nicht stinken

Der Finanz­assistent der Bank, Bezahlen mit dem Handy z.B. per Twint, plus die App der Kredit­karten­anbieter: Das Smartphone ist in Geld­angelegen­heiten nützlich. Und mit Kickstarter und Kiva wird man selbst zum Financier und Geldgeber.

Geld stinkt bekanntlich nicht, und das gilt auch für die Apps, die ich im aktuellen Patentrezept-Video vorstelle. Das liegt aber daran, dass ich die Apps handverlesen habe – denn im Bereich der Finanz-Apps gibt es einige, die schon ein bisschen einen komischen Geruch haben.

Zum Beispiel die Apps, die einem versprechen, man könne mit ihnen Geld verdienen. Googelt man danach, findet man unzählige Artikel. Zum Beispiel den Beitrag «20 Apps That Make You Money» von der Huffpo, den ich hier nur mit einem gewissen Widerwillen verlinke. Weil da zum Beispiel Apps vorgestellt werden, mit denen man fürs Ausfüllen von Umfragen bezahlt wird. Erstens frage ich mich, ob das die Datenqualität erhöht, wenn man Antwortgeber mit dem Versprechen auf Geld anlockt.

Für Geld Umfragen ausfüllen?

Zweitens leuchtet mir nicht ein, warum man sich auf Umfragen stürzen sollte, wenn man für einen Arbeitsaufwand von 20 Minuten mit 1 US-Dollar entlohnt wird. «20 Apps That Make You very little Money» wäre der passendere Titel gewesen. Ich erinnere hier an den Hourly rate calculator, den ich im Beitrag Weil ich mir das wert bin vorgestellt habe: Damit kann man sich ausrechnen, wie viel Stundenlohn man haben sollte, damit sich der Aufwand lohnt. Dass drei US-Dollar zu wenig sind, ist aber auch ohne aufwändige Berechnung klar. „Geld-Apps, die nicht stinken“ weiterlesen

Kommt jetzt der warme Geldregen für uns Blogger?

Die Schweizer Verwertungsgesellschaft für Urheberrechte, Pro Litteris, entschädigt neuerdings auch Online-Werke – und auch als Blogger kann man seine Beiträge registrieren. Allerdings sind die technischen Hürden hoch.

Wie kann man mit Bloggen stinkreich werden ein bisschen Geld verdienen? Diese Frage stelle ich mir immer mal wieder – einerseits aus egoistischen Interessen, andererseits natürlich, weil es eine wichtige Frage ist, wenn man das Internet verstehen will.

Also, es gibt mehrere mögliche Einnamequellen: erstens Werbung. Meine Erkenntnis dazu gibt es im Beitrag 3400 Franken in sechs Jahren. Zweitens die Affiliate-Links. Dazu habe ich mich in den Beiträgen Warum ich mit dem Amazon-Partnerprogramm experimentiere und Apple klaut mir mein Taschengeld ausgelassen. Und schliesslich kann man sich kaufen lassen. Für mich kommt das nicht infrage (Subtile und plumpe Vereinnahmungsversuche). Aber andere tun es.

Und nun scheint eine neue Einkommensmöglichkeit dazuzukommen. Die Verwertungsgesellschaft Pro Litteris entschädigt neuerdings auch Online-Werke. Wie hier beschrieben, findet die Verteilung erstmals 2019 statt. In den Erklärungen ist jeweils von Verlagen die Rede. Aber es spricht im Grunde nichts dagegen, dass man sich auch als Blogger als Verlag betrachtet und seine Beiträge für die Verteilung anmeldet. „Kommt jetzt der warme Geldregen für uns Blogger?“ weiterlesen

Die Nachschublinien aufrecht erhalten

Es kommt vor, dass die alte Kreditkarte durch eine neue abgelöst wird. Das ist mit ein bisschen Arbeit verbunden: Man muss sie nämlich an diversen Orten eintragen, dass nicht plötzlich das Streaming den Dienst verweigert, der Cloudspeicher weg ist und ApplePay nicht mehr funktioniert. Eine Übersicht, woran man denken muss.

Kürzlich habe ich eine neue Kreditkarte bekommen. Schon ein paar Tage zuvor hatte mich mein Internet-Fernsehanbieter Teleboy freundlicherweise informiert, dass meine alte Karte demnächst ablaufen werde. Teleboy wollte natürlich nur mein Bestes. Man wies mich mit aller Zuvorkommenheit darauf hin, dass ich doch gefälligst subito ein neues Zahlungsmittel hinterlegen solle. Denn würde ich das nicht tun, wäre ich ganz allein schuld, wenn plötzlich mein ganzer Haushalt fernsehmässig auf dem Trockenen hocken sollte.

Und es ist tatsächlich so: Für das reibungslose Funktionieren des technisch hochgerüsteten Alltags ist eine gültige Kreditkarte inzwischen verflixt wichtig. Wenn sie ihr aufgestanztes Ablaufdatum überschreitet, ohne dass man es bemerkt und sie rechtzeitig ersetzt, hat man nicht nur mit Teleboy ein Problem. Auch in der Netflix-App bleibt die Mattscheibe schwarz. Der Spotify Connect-Lautsprecher gibt kein Tönchen mehr von sich. In Audible bleiben die Credits und damit die Hörbücher aus.

Däumchendrehen statt Office 365 oder Creative Cloud

Softwareabos laufen aus und statt hart mit der Creative Suite oder mit Office 365 zu arbeiten, ist man zum Däumchendrehen verdammt. Am iPhone muss man sich mit den gleichen alten Apps begnügen, weil man keine neuen mehr kaufen kann. Und was passiert eigentlich mit dem zusätzlichen Speichervolumen, wenn die alte Karte nicht mehr belastet werden kann? Schmeisst Apple sogleich alle überzähligen Fotos weg? Oder erhält man eine Gnadenfrist?

Man tut jedenfalls gut daran, so eine Kreditkarte rechtzeitig zu ersetzen. Bei mir, immerhin, kam die neue Karte ganz von alleine zeitnah von meiner Bank. Was man aber selbst tun muss: Die neuen Zahlungsdaten an allen neuralgischen Punkten eintragen. Hier in diesem Blogpost als Servicedienstleistung ein paar Links, wo man bei den wichtigen Diensten tut. „Die Nachschublinien aufrecht erhalten“ weiterlesen

Die Digitalisierung des Portemonnaies

Ich habe mit Twint bezahlt. Und auch wenn das kein reines Vergnügen war, so eröffnet es doch eine spannende Zukunftsperspektive, in der nebst der Zahlungsmöglichkeiten am Smartphone, den Apps für den öV auch der elektronische Ausweis eine wichtige Rolle spielt.

Neulich bin ich doch tatsächlich über meinen Schatten gesprungen. Und ich habe etwas gemacht, von dem ich dachte, dass ich es nie jemals machen würde. Ich habe nämlich mit Twint bezahlt. Twint ist das bargeldlose Zahlungssystem der Post, das es seit 2014 gibt. Ich hatte die App (für Android und iPhone) schon länger auf meinem Telefon, aber ich habe sie nie benutzt. Man hätte nämlich ein Guthaben deponieren müssen, und das war mir zu umständlich.

Nun hat mich maege aufgeklärt (ich glaube in dieser Nerdfunk-Sendung vom kommenden Mittwoch), dass es das Prepaid-Guthaben nicht braucht, wenn man so schlau ist, nicht die normale Twint-App herunterzuladen, sondern die seines Finanzinstituts. In meinem Fall ist das die Twint-App der ZKB, die es ebenfalls fürs iPhone und für Android gibt. Inzwischen wird das in der Prepaid-Variante der App auch so erklärt – aber ursprünglich war das, falls ich mich richtig erinnere, nicht der Fall. Ich nehme an, das hat damit zu tun, dass inzwischen auch einige Banken an Bord sind. Inzwischen gibt UBS, die Raiffeisen, CS und weitere.

Bargeld hat unbestreitbare Vorteile

Ist das ein Grund für Begeisterung? Ich bin zwiegespalten. Einerseits halte ich Bargeld nach wie vor für eine gute Sache:  „Die Digitalisierung des Portemonnaies“ weiterlesen

Die wollen wissen, wer mein Lieblingslehrer war!

Neulich hat mich ein Finanzdienstleister mit einer Sicherheitsfrage gepiesackt. Da ich Sicherheitsfragen als unsicher betrachte, gebe ich nie echte Antworten an.

Für den Artikel Apple Pay für alle habe ich mir vor einem Jahr eine virtuelle, Applep-Pay-kompatible Kreditkarte von Boon besorgt. Der Herausgeber hat mich vor Kurzem informiert, dass nach dem Gratisjahr nun pro Monat eine Gebühr von 1.49 Franken fällig wird.

Das war für mich der Moment, um die Kreditkarte zu kündigen. Ich habe Apple Pay nach meinem Test nicht mehr eingesetzt. Das Problem ist das Prepay-Verfahren: Ich kann mich nie daran erinnern, wie viel Guthaben noch auf der Karte ist. Was man definitiv nicht will, ist ein Bezahlvorgang, der wegen Unterdeckung abgebrochen wird, während hinter einem eine lange Schlange ungeduldiger Kunden wartet.

Er wars nicht! (Solche Hipster-Lehrer gab es zu meiner Zeit nicht.) (Bild: startupstockphotos.com/pexels.com, CC0)

Zweiter Punkt: Die Gebühren sind zu hoch. 1.49 Franken pro Monat, nur damit ich mit dem Handy zahlen kann? Das bringt es auf gar keinen Fall. Die kontaktlose Bezahlmöglichkeit der Maestro-Karte ist für mich komfortabel genug.

Die Boon-Karte kündigen: gar nicht so einfach

Nun war es aber gar nicht so einfach, die Karte zu künden. Beim Einloggen zeigte mir die Boon-App aus heiterem Himmel die ominöse Sicherheitfrage an: «Wer ist dein Lieblingslehrer?» Hölle, als ob ich jemals einen Lieblingslehrer gehabt hätte! Habe ich also «Keiner» reingeschrieben? Habe ich den Namen eines Lehrers verwendet, den ich nicht ganz so schlimm fand? Wenn ja, welcher wäre das denn gewesen? Ich hatte keinen Schimmer, welche Antwort die App von mir erwartete.
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Eine App für Nachwuchskapitalisten

Was immer man von Gross­banken wie der UBS hält, eines ist sicher: Sie verstehen etwas von Geld. Und darum ist die App Preise und Löhne eine Empfehlung. Sie führt die ungleiche Vertei­lung von Einkommen und die nach Ländern unterschied­lichen Lebens­haltungs­kosten vor Augen.

Ich hätte nicht gedacht, dass ich einmal eine App der UBS vorstellen würde. Aber nun ist es so weit. Nein, keine Banking-App, für die man ein Konto bei der UBS haben müsste. Das würde ich allein deswegen nicht empfehlen, weil Leute wie wir (also Nerds), ständig versehentlich USB statt UBS tippen würden. Und das ist doch unpraktisch, wenn deswegen das iPhone die Banking-App ständig nicht findet.

Wo können Lehrer sich mehr Elektronikkrempel leisten?

Die App heisst Preise und Löhne und ist nur fürs iPhone erhältlich. Sie wäre den Leuten zu empfehlen, die in dieser Fernsehsendung ständig auswandern. Sie könnten beispielsweise vorab herausfinden, wie sehr viel tiefer das Lohnniveau in dem Land ist, in das sie auswandern möchten. Denn einer der Fehlschlüsse scheint häufig zu sein, dass in einem anderen Land die eigenen Fähigkeiten mehr gefragt sind als in dem Land, in dem man sich maximal gut auskennt. Das mag in manchen Fällen stimmen – aber ob es so ist, findet man eben mit dieser App heraus.

Sie vergleicht die Metropolen dieser Welt in drei Kategorien. „Eine App für Nachwuchskapitalisten“ weiterlesen