Bei Cede.ch und Digitec einzukaufen, ist auch nicht die reine Freude

Intransparent und nicht benutzerfreundlich: Zwei nervige Erlebnisse mit zwei Schweizer Webshops.

Gutscheine sind in der Theorie eine tolle Sache. Man kann einkaufen gehen, muss aber nicht das eigene Portemonnaie zücken: Man bekommt ein Geschenk, das man sich obendrein selbst aussuchen darf.

In der Praxis sind Gutscheine nervig und umständlich. Ich hatte in der letzten Zeit zwei Fälle, bei denen ich mich einfach nur genervt habe.

Der eigentlich harmlose Fall betrifft Cede.ch.

Der Winterthurer Versandhändler von Ton- und Filmträgern, Büchern und Spielen hat mir einen Gutschein von 10 Franken zukommen lassen. Erstes Ärgernis war die Mindestbestellmenge von 35 Franken. Die Musik-CD, die ich meinem Göttimeitli schenken wollte, («Schwiizergoofe 8») lag mit 29.90 genau 5.10 Franken darunter. (Ist es eine Verschwörungstheorie, wenn ich vermute, dass der typische Bestellbetrag bei Cede.ch just ein bisschen unter diesen 35 Franken liegt?)

Jedenfalls habe ich den neuen Asterix («Die Tochter des Vercingetorix») obendrauf gelegt – und mich schon mal ein bisschen geärgert, dass ich 13 Franken ausgebe, um zehn zu sparen. „Bei Cede.ch und Digitec einzukaufen, ist auch nicht die reine Freude“ weiterlesen

Geld-Apps, die nicht stinken

Geld stinkt bekanntlich nicht, und das gilt auch für die Apps, die ich im aktuellen Patentrezept-Video vorstelle. Das liegt aber daran, dass ich die Apps handverlesen habe – denn im Bereich der Finanz-Apps gibt es einige, die schon ein bisschen einen komischen Geruch haben.

Zum Beispiel die Apps, die einem versprechen, man könne mit ihnen Geld verdienen. Googelt man danach, findet man unzählige Artikel. Zum Beispiel den Beitrag «20 Apps That Make You Money» von der Huffpo, den ich hier nur mit einem gewissen Widerwillen verlinke. Weil da zum Beispiel Apps vorgestellt werden, mit denen man fürs Ausfüllen von Umfragen bezahlt wird. Erstens frage ich mich, ob das die Datenqualität erhöht, wenn man Antwortgeber mit dem Versprechen auf Geld anlockt.

Zweitens leuchtet mir nicht ein, warum man sich auf Umfragen stürzen sollte, wenn man für einen Arbeitsaufwand von 20 Minuten mit 1 US-Dollar entlöhnt wird. «20 Apps That Make You very little Money» wäre der passendere Titel gewesen. Ich erinnere hier an den Hourly rate calculator, den ich im Beitrag Weil ich mir das wert bin vorgestellt habe: Damit kann man sich ausrechnen, wie viel Stundenlohn man haben sollte, damit sich der Aufwand lohnt. Dass drei US-Dollar zu wenig sind, ist aber auch ohne aufwändige Berechnung klar. „Geld-Apps, die nicht stinken“ weiterlesen

Kommt jetzt der warme Geldregen für uns Blogger?

Wie kann man mit Bloggen stinkreich werden ein bisschen Geld verdienen? Diese Frage stelle ich mir immer mal wieder – einerseits aus egoistischen Interessen, andererseits natürlich, weil es eine wichtige Frage ist, wenn man das Internet verstehen will.

Also, es gibt mehrere mögliche Einnamequellen: Erstens Werbung. Meine Erkenntnis dazu gibt es im Beitrag 3400 Franken in sechs Jahren. Zweitens die Affiliate-Links. Dazu habe ich mich in den Beiträgen Warum ich mit dem Amazon-Partnerprogramm experimentiere und Apple klaut mir mein Taschengeld ausgelassen. Und schliesslich kann man sich kaufen lassen. Für mich kommt das nicht in Frage (Subtile und plumpe Vereinnahmungsversuche). Aber andere tun es.

Und nun scheint eine neue Einkommensmöglichkeit dazuzukommen. Die Verwerwertungsgesellschaft Pro Litteris entschädigt neuerdings auch Online-Werke. Wie hier beschrieben, findet die Verteilung erstmals 2019 statt. In den Erklärungen ist jeweils von Verlagen die Rede. Aber es spricht im Grunde nichts dagegen, dass man sich auch als Blogger als Verlag betrachtet und seine Beiträge für die Verteilung anmeldet. „Kommt jetzt der warme Geldregen für uns Blogger?“ weiterlesen

Die Nachschublinien aufrecht erhalten

Kürzlich habe ich eine neue Kreditkarte bekommen. Schon ein paar Tage zuvor hatte mich mein Internet-Fernsehanbieter Teleboy freundlicherweise informiert, dass meine alte Karte demnächst ablaufen werde. Teleboy wollte natürlich nur mein Bestes. Man wies mich mit aller Zuvorkommenheit darauf hin, dass ich doch gefälligst subito ein neues Zahlungsmittel hinterlegen solle. Denn würde ich das nicht tun, wäre ich ganz allein schuld, wenn plötzlich mein ganzer Haushalt fernsehmässig auf dem Trockenen hocken sollte.

Und es ist tatsächlich so: Für das reibungslose Funktionieren des technisch hochgerüsteten Alltags ist eine gültige Kreditkarte inzwischen verflixt wichtig. Wenn sie ihr aufgestanztes Ablaufdatum überschreitet, ohne dass man es bemerkt und sie rechtzeitig ersetzt, hat man nicht nur mit Teleboy ein Problem. Auch in der Netflix-App bleibt die Mattscheibe schwarz. Der Spotify Connect-Lautsprecher gibt kein Tönchen mehr von sich. In Audible bleiben die Credits und damit die Hörbücher aus.

Softwareabos laufen aus und statt hart mit der Creative Suite oder mit Office 365 zu arbeiten, ist man zum Däumchendrehen verdammt. Am iPhone muss man sich mit den gleichen alten Apps begnügen, weil man keine neuen mehr kaufen kann. Und was passiert eigentlich mit dem zusätzlichen Speichervolumen, wenn die alte Karte nicht mehr belastet werden kann? Schmeisst Apple sogleich alle überzähligen Fotos weg? Oder erhält man eine Gnadenfrist?

Man tut jedenfalls gut daran, so eine Kreditkarte rechtzeitig zu ersetzen. Bei mir, immerhin, kam die neue Karte ganz von alleine zeitnah von meiner Bank. Was man aber selbst tun muss: Die neuen Zahlungsdaten an allen neuralgischen Punkten eintragen. Hier in diesem Blogpost als Servicedienstleistung ein paar Links, wo man bei den wichtigen Diensten tut. „Die Nachschublinien aufrecht erhalten“ weiterlesen

Die Digitalisierung des Portemonnaies

Neulich bin ich doch tatsächlich über meinen Schatten gesprungen. Und ich habe etwas gemacht, von dem ich dachte, dass ich es nie jemals machen würde. Ich habe nämlich mit Twint bezahlt. Twint ist das bargeldlose Zahlungssystem der Post, das es seit 2014 gibt. Ich hatte die App (für Android und iPhone) schon länger auf meinem Telefon, aber ich habe sie nie benutzt. Man hätte nämlich ein Guthaben deponieren müssen, und das war mir zu umständlich.

Nun hat mich maege aufgeklärt (ich glaube in dieser Nerdfunk-Sendung vom kommenden Mittwoch), dass es das Prepaid-Guthaben nicht braucht, wenn man so schlau ist, nicht die normale Twint-App herunterzuladen, sondern die seines Finanzinstituts. In meinem Fall ist das die Twint-App der ZKB, die es ebenfalls fürs iPhone und für Android gibt. Inzwischen wird das in der Prepaid-Variante der App auch so erklärt – aber ursprünglich war das, falls ich mich richtig erinnere, nicht der Fall. Ich nehme an, das hat damit zu tun, dass inzwischen auch einige Banken an Bord sind. Inzwischen gibt UBS, die Raiffeisen, CS und weitere.

Ist das ein Grund für Begeisterung? Ich bin zwiegespalten. Einerseits halte ich Bargeld nach wie vor für eine gute Sache:  „Die Digitalisierung des Portemonnaies“ weiterlesen

Eine App für Nachwuchskapitalisten

Ich hätte nicht gedacht, dass ich einmal eine App der UBS vorstellen würde. Aber nun ist es so weit. Nein, keine Banking-App, für die man ein Konto bei der UBS haben müsste. Das würde ich allein deswegen nicht empfehlen, weil Leute wie wir (also Nerds), ständig versehentlich USB statt UBS tippen würden. Und das ist doch unpraktisch, wenn deswegen das iPhone die Banking-App ständig nicht findet.

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Wo können Lehrer sich mehr Elektronikkrempel leisten?

Die App heisst Preise und Löhne und ist nur fürs iPhone erhältlich. Sie wäre den Leuten zu empfehlen, die in dieser Fernsehsendung ständig auswandern. Sie könnten beispielsweise vorab herausfinden, wie sehr viel tiefer das Lohnniveau in dem Land ist, in das sie auswandern möchten. Denn einer der Fehlschlüsse scheint häufig zu sein, dass in einem anderen Land die eigenen Fähigkeiten mehr gefragt sind als in dem Land, in dem man sich maximal gut auskennt. Das mag in manchen Fällen stimmen – aber ob es so ist, findet man eben mit dieser App heraus.

Sie vergleicht die Metropolen dieser Welt in drei Kategorien. „Eine App für Nachwuchskapitalisten“ weiterlesen

Lebensmittel aus dem Netz haben zwei grosse Nachteile

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Wer hat Zeit, zum Gemüsemarkt zu gehen? (Bild: Arlington Courthouse Farmers Market, Cliff/Flickr.com, CC BY 2.0)

Seit einiger Zeit nutzen wir für die Bestückung unseres Haushaltes mit den gängigen Verbrauchsgütern LeShop. 1997 ist der Online-Supermarkt gegründet worden. Damit gehörte er schon 2008, bei unserer Digitalk-Sendung mit Mitbegründer Christian Wanner, zum Schweizer E-Commerce-Urgestein. Wenn ich gleich am Anfang meckern darf: Das sieht und merkt man der App und der Website auch an.

Wir nutzen LeShop, weil wir aus Gründen weniger zum Einkaufen kommen. Und weniger Lust zum Schleppen haben, weil der Rücken eh viel mitmacht. Die Erkenntnisse nach knapp einem halben Jahr:

Es funktionierte bis jetzt reibungslos und ist eine wirkliche Erleichterung im Alltag. Wir nutzen inzwischen auch das Lieferabo. Damit spart man sich Lieferkosten, ähnlich wie bei Amazon Prime. Darum: Eine echte Empfehlung an frischgebackene Eltern, das macht auch die Versorgung mit den Gütern wie Windeln, nach denen das Kindlein ständig verlangt, deutlich einfacher. Die grösste Panne war ein Romanescu, der innen schon reichlich verfärbt war. Er wurde umstandslos rückvergütet, hat beim Kochen aber natürlich trotzdem gefehlt.

Am Sortiment gibt es wenig auszusetzen. Abgesehen vom tragischen Umstand, dass es meine Lieblings-Schokocreme nicht gibt. Naja, vielleicht gibt es sie sogar, und ich habe sie bloss nicht gefunden, weil die Produktsuche echt schwierig ist, wenn man sich nicht an den genauen Produktnamen erinnert. Oder wenn ein Produkt nur eine generische Bezeichnung hat, wie das bei der Migros ab und zu vorkommt.

Und damit sind wir bei meinen Empfehlungen zuhanden Leshop für das noch bessere Einkaufserlebnis: „Lebensmittel aus dem Netz haben zwei grosse Nachteile“ weiterlesen

Geld, das virtuelle Wesen

Der Omega-Tau-Podcast war hier schon öfters Thema: Zweimal nebenbei (hier und hier) und einmal hauptsächlich (nämlich hier).

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Sie sind Teil einer grossen Familie, von denen die meisten Familienmitglieder nur als Datensatz existieren. (Bild: Tekke/Flickr.com, CC BY-ND 2.0)

Ich komme nun gerne auf diesen Podcast zurück, um euch die Folge Vollgeld, Inflation und Kryptowährungen speziell ans Herz zu legen. Der Titel ist eher abschreckend – ich hätte den salopper und zugänglicher formuliert. Aber ihr habt ja nun mich, der euch sagt, dass ihr die Folge trotzdem hören sollt.

Thomas Mayer gibt Auskunft zum lieben Geld. Und zwar so, dass auch Leute wie ich das kapieren. (Ich bin als ehemaliger Wirtschaftsgymnasiast zwar nicht völlig unbeleckt, aber auch nicht wirklich auf dem neuesten Stand.)

Als erstes räumt Mayer, der u.a. für Goldman Sachs und die Deutschen Bank gearbeitet hat, mit einer alten Mär auf. „Geld, das virtuelle Wesen“ weiterlesen

Sag mir, wo sind die Fränkli hin…

Im meinem Online-Banking-Account gibt es seit einiger Zeit eine Funktion namens Finanzassistent. Neulich (anlässlich des jährlichen Rituals der Steuererklärungspflichterfüllung) habe ich mir die Zeit genommen, den endlich genauer anzusehen. Und er gefällt mir ausgezeichnet: Er gibt einen hervorragenden Überblick über die privaten Geldströme und zeigt auf einen Blick, wohin das Geld verschwindet. Und obwohl ich nicht explizit auf der Suche nach Sparpotenzialen war, habe ich doch einige gefunden – namentlich meine Ausgaben für Telefonie und Internet mir zu hoch. Das liegt an widrigen Umständen und an der Hochpreispolitik der UPC und den Bundles, die dazu führen, dass ich für Dinge zahle, die ich effektiv selten bis nie nutze. Jedenfalls hat mich der Finanzassistent darin bestätigt, mir noch einmal sehr genau zu überlegen, ob ich Kunde der UPC-Cablecom bleiben will, wenn dereinst die Glasfaser in meiner Wohnung Einzug hält.

Update: Das war mit ein Grund, weswegen ich der UPC im Sommer 2017 den Rücken gekehrt habe.

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Die Ausgaben des laufenden Monats. (Nein, nicht von mir, sondern von Andreas Muster.)

Der Finanzassistent weist Überweisungen, Zahlungen per EC- und Kreditkarte automatisch einer Handvoll Kategorien zu. „Sag mir, wo sind die Fränkli hin…“ weiterlesen

Geldmacherei mit In-App-Käufen

Die App Music Quiz (für iOS und Android) hat ein bestechend simples Konzept: Sie spielt einen Song und will den Titel oder den Interpreten wissen. Dazu kriegt man wie beim Scrabble eine Auswahl an Buchstabentäfelchen, die man in die Lösungsfelder platziert. Wenn man sich nicht sicher ist, kann man die Lösung anhand der Buchstaben erraten.

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Der hier war einfach.

Das verspricht gute Unterhaltung für Leute wie mich, die sich etwas auf ihre Kenntnisse der Rock- und Popgeschichte einbilden. «LIke a prayer» von Madonna? Errate ich nach einem halben Takt. «Beat it» von Michi Jackson sogar nach zwei Millisekunden. Auch zu mehreren müsste das sehr viel Spass machen.

Tut es aber nicht. „Geldmacherei mit In-App-Käufen“ weiterlesen