Im dünnen Netflix-Angebot die dicken Dinger finden

Die Discoverability bei Netflix – Neudeutsch für Auffindbarkeit von Inhalten – ist höchstens so lala. Netflix gehört ja zu den Unternehmen, das glaubt, dank Big Data und tollen Algorithmen den Nutzer besser zu kennen, als der sich selbst kennt. Das ist etwas anmassend und im Fall von Netflix weniger zutreffend als z.B. bei Spotify, weil der Katalog zu klein ist. Er enthält zu wenig Perlen, die ein kleverer Algorithmus nach oben spülen könnte. Damit ein Algorithmus überraschende Querverbindungen herstellen kann, brauchen wir als Nutzer genügend Spielraum, um unsere seltsamen Vorlieben auszuleben und zu demonstrieren.

Nix Blade Runner bei Netflix. (Bild: Robert Mizrahi/feelgrafix.com als Wallpaper)

Man kommt bei Netflix um manuelle Suchen nicht herum. Da helfen die verborgenen Kategorien etwas, aber alles in allem macht die Suche einen willkürlichen und unausgegorenen Eindruck. Aber es gibt ja Drittdienste:

Unogs.com zum Beispiel. Die Site erlaubt eine Suche nach Stichworten. Sie grenzt das Angebot aber auch nach diversen Parametern ein: „Im dünnen Netflix-Angebot die dicken Dinger finden“ weiterlesen

Hilfreich, aber ein paar Fragen bleiben offen

Via Martin Steigers Website und den Beitrag Whitepaper «Bilder im Web» bin auf das gleichnamige Whitepaper gestossen.

Ich heisse Hase, ich weiss Bescheid. (Bild: Capture Queen/Flickr.com)

Das Weissbroschürchen Bilder und Fotos im Web stammt von der Agentur Tinkla, die sich um digitale Strategien und Online-Kommunikation kümmert. Man kann es online lesen oder sich per Mail zusenden lassen, wobei man seine Mail-Adresse angeben muss. Und wenn ich gleich am Anfang etwas schnöden darf, dann finde ich den Downloadmechanismus mit Angabepflicht der E-Mail-Adresse unnötig umständlich. Wenn die Adresse tatsächlich wie angegeben nur fürs Zusenden des PDFs benötigt wird und kein Adresssammelmechanismus beinhaltet, dann ist der Schritt überflüssig und nutzlos, weil viel komplizierter als ein simpler Downloadlink. Wenn dieser Schritt eine Hürde darstellen soll, die die unkontrollierte Verbreitung des PDFs eindämmen soll, dann weise ich darauf hin, dass er absolut untauglich ist. Darum – wenn es doch um Lizenzen geht und darum, die eigene Agentur ins Gespräch zu bringen – warum nicht gleich eine Share-Alike-Lizenz?

Und nochmals etwas Gemäkel: „Hilfreich, aber ein paar Fragen bleiben offen“ weiterlesen

Was taugt Google Books Downloader?

Ein Gratisprogramm verspricht, Bücher von Google-Books herunterzuladen. Das funktioniert aber nur teilweise.

Seit 2004 scannt Google den Buchbestand grosser US-amerikanischer Bibliotheken, indiziert den Inhalt der Werke und stellt sie in durchsuchbarer Form auf books.google.com zur Verfügung. Es gibt auch Kooperationen mit Verlagen, durch die Google Bücher als PDF-Datei zur Verfügung gestellt bekommt und diese in den globalen Suchindex eingliedern kann. Mit Google Books scheint die Vision des kollektiven Gedächtnisses in greifbare Nähe zu rücken…

Dieses Programm lädt Bücher aus Google Books als Bilddatei pro Seite.

Die Recherche mit der Google-Books-Website indes ist bis heute alles andere als praktisch gelöst – gerade für wissenschaftliche Zwecke. Darum liegt die Idee nicht fern, ein Buch zu Recherchezwecken als Ganzes herunterzuladen, um mit ihr lokal arbeiten zu können.
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Noch alle Platten im Regal?

Die Schweizer Musikschaffenden sind, man kann es in ihrem Official MSS Statement nachlesen, gegen alles, was die letzten zwanzig Jahre so an Neuerungen im Bereich Internet und Musiknutzung aufgetaucht ist: Gegen Youtube, gegen die Kultur-Flatrate, gegen Streaming, gegen das Schweizer Urheberrecht und sogar gegen die Leerträgervergütung. Abschliessend präsentieren sie folgende Idee:

Zu den Gewinnern gehören unmittelbar auch Internet-Provider wie Swisscom und Cablecom mit ihren Breitbandangeboten. Wir finden es gerecht und notwendig, an diesen Gewinnen beteiligt zu werden.

Da fragt man sich: Haben die noch alle Tassen im Schrank, bzw. Platten im Regal? Mit der gleichen Argumentation könnte jeder Geld verlangen, der in seinem Leben einen oder zwei Tweets ins Netz geschickt hat. Auch die gehören zu den Inhalten, die die Leute dazu bringen, für einen Internetzugang zu zahlen.

Platten. Im Regal. (Bild D Sharon Pruitt, Flickr)

Auch sonst finde ich die Argumentation weinerlich. Natürlich, die Musikindustrie wurde in ihren Grundfesten erschüttert. Das ist das Wesen einer disruptiven Technologie wie dem Internet. „Noch alle Platten im Regal?“ weiterlesen

Von wegen Schutz des Urheberrechts!

Die Filmindustrie führt sich extrem heulsusig auf, weil ein paar ihrer Kunden die Neigung haben, den Inhalt von DVDs ins Internet zu stellen. Solche Leute mit der Juristenkeule niederzuknüppeln, reicht diesen sog. «Rechteinhabern» aber nicht aus. Nein, man muss ganze Regierungen vor den Karren spannen und mit Acta und Sopa auch gleich das Internet nach chinesischem Vorbild umbauen.

Die sog. «Rechteinhaber» schaffen keine Werke

Das ist ein Affront gegenüber den Internetbenutzern, und es dient der Sache nicht. Wie einige Leute zu Recht bemerkt haben, sind die sog. «Rechteinhaber» nämlich in aller Regel nicht die Leute, die ein Werk geschaffen haben. Das ist in der Musikindustrie der Fall, wo Prince einst sagte:

Wenn einem die eigenen Master nicht gehören, gehört man dem Master. (Zitiert nach Wikipedia)

Es ist aber auch in der Autorenbranche so. Ich copy-paste mal die Passage bezüglich Rechte aus einem Vertrag, der mir genau in dieser Form unterbreitet wurde:

2.1.2. Übertragung der Verlagsrechte
Die Urheberrechte bleiben bei Autor. Autor überträgt ∎∎∎∎∎∎∎ für die Dauer des gesetzlichen Urheberrechts das ausschließliche Recht zur Verfielfältigung [sic!] und Verbreitung des Werks oder Teilen des Werkes für alle Druck- und körperlichen elektronischen Ausgaben sowie für die Online-Nutzung (nicht abschliessende Aufzählung: Handys, PDAs, Personal Computer, Macintosh, iPod u.a. Devices), einschliesslich durch Autor veränderte Versionen (beliebige Veränderungen am Text und/oder Softwarecode, die Übersetzung und Übertragung in andere Sprachen), ohne Stückzahlbegrenzung, für alle Sprachen weltweit.

So weit der Auftakt. Richtig los geht es aber erst jetzt. „Von wegen Schutz des Urheberrechts!“ weiterlesen