Die Gfätterlibrüder aus Redmond (oder: 10 Jahre Leiden an Office)

Ich arbeite nun schon seit einiger Zeit mit Office 2010 und mir gefallen daran einige Dinge. Beispielsweise die OpenType-Funktionen, die ich vor Kurzem im Tagi beschrieben habe. Ich hätte die zwar gern noch etwas üppiger, aber seis drum.

Und, juhuu, eines der grossen Ärgernisse ist in Office 2010 endlich ausgeräumt, so dachte ich. Das SDI-MDI-Schlamassel, wie ich diese seit nunmehr zehn Jahren andauernde Leidensgeschichte gern nenne.
Aber nein, zu früh gefreut. Es wäre auch zu schön, wenn Microsoft eine Ungereimtheit in einem seiner Softwareprodukte einmal grundlegend angehen würde. Nein, die Programmierer in Redmond bleiben Meister der Flickschusterei, Oberbastler, Gfätterlibrüder und Softwarefummler, denen man nicht im Dunkeln begegnen möchte. Dabei hätte ich die Microsofties noch so gern in den höchsten Tönen gelobt, wenn in Office nun endlich ein stringenter Umgang mit den Dokumentfenstern Einzug gehalten hätte.

Manche werden sich nun fragen, worum es geht. „Die Gfätterlibrüder aus Redmond (oder: 10 Jahre Leiden an Office)“ weiterlesen

Von Apple ausgetrickst

Wer, wie ich, es sich nicht verklemmen konnte, auf dem iPhone 3G iOS 4 zu installieren, wird darob keine Freude haben: Abstürze noch und nöcher, Hänger und Ruckler, das unendlich drehende Rädchen und mitunter auch eine übelst stotternde Audiowiedergabe. Man fühlt sich ins vorletzte Jahrhundert zurückversetzt, wo ein Betriebssystem-Update die Hardware an den Rand eines Kollapses brachte.
Das frage ich mich: Warum regt sich alle Welt über das angebliche Antennenproblem des iPhone 4 auf, und nicht über dieses viel gravierendere Problem? Die Antennensache dürfte für die stolzen Besitzer eines iPhone 4 ein verschmerzbares Übel sein. Falls sie es überhaupt bemerken, müssen sie sich bei Apple halt eine Gratishülle besorgen. Kein grosses Ding.
Dass ein Telefon durch ein System-Update annähernd unbrauchbar wird, halte ich für ein wirkliches Problem und für einen kleinen Skandal. Zumal ich Apple eine Absicht unterstelle. Denn was wird in vielen Fällen die Reaktion des gepeinigten iPhone-User auf die unerträgliche Langsamkeit seines Geräts sein?
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Rein ist was anderes als raus

Ja, ich komme inzwischen wie ein hassgetriebener Microsoft-Basher rüber. Aber was will ich machen? Es ist mir Pflicht und innerer Drang, auf jedwede Benutzerunfreundlichkeiten hinzuweisen. Schliesslich gibt es dafür eine Kategorie in meinem Blog.
Und Microsoft wird nicht müde, mir Material für diese Kategorie zu liefern.
In Outlook 2010 gibt es eine Benutzerunfreundlichkeit, die schon an den ultimativen Klassiker herankommt. Der ultimative Klassiker ist natürlich der Windows-Start-Knopf, den man betätigen muss, um Windows zu beenden.
Es geht in diesem Blogpost um den Vorgang des Exportierens. Das Exportieren ist bekanntlich der Vorgang, bei dem man Daten aus einem Programm entnimmt. Man holt irgend etwas aus dem Speicher heraus.
Um in Outlook 2010 einen Exportvorgang durchzuführen, wählt man im Menüband die Rubrik Datei. So weit, so logisch. Schliesslich ist es mein Bestreben, am Ende eine Datei zu erhalten, in der meine Daten stecken.
Weniger logisch ist dann allerdings, dass ich die Rubrik Öffnen öffnen muss. Die Vorstellung beim Öffnen ist, dass ich Daten in mein Programm hereinhole, und das ist nicht, was ich tun will. Es wird aber noch unsinniger. „Rein ist was anderes als raus“ weiterlesen

Microsoft ist des Wahnsinns. q.e.d.

Warum?
Weil man als Anwender eines Microsoft-Produkts – als Beispiel sei Windows Live Mail genannt –, gezwungen wird, solche Problemlösungen durchzuackern.
Das ist eine echte Anleitung, in gekürzter Form wiedergegeben, die ich ab und zu als Antwort auf eine Kummerbox-Frage versende:

Vorbemerkung
Ich sehe bei Windows Live Mail immer wieder Probleme mit der Ablage der E-Mails, sodass ich davon ausgehe, dass die Software diesbezüglich einfach schlecht funktioniert. Ich empfehle daher, bei wiederkehrenden Problemen auf eine andere Software auszuweichen. Meine Empfehlung ist Mozilla Thunderbird.
Wenn Sie an Windows Live Mail festhalten möchten, würde ich empfehlen, die mühselige Prozedur auf sich zu nehmen, und die Mailablage der Software zu bereinigen. Zuvor sollten Sie den ganzen Datenbestand, d.h. den ganzen «Windows Live Mail»-Datenordner sichern. „Microsoft ist des Wahnsinns. q.e.d.“ weiterlesen

Microsoft, zunehmend labyrintoid

Office 2010 rollt an. Und dafür, dass es in diesem Softwarepaket keine einzige fehlende Funktion gibt, hat Microsoft die Arbeit ganz gut gemacht. Die Web Apps von office.live.com lassen Google Text & Tabellen alt aussehen. Und mit den Neuerungen wird das «Ribbon Interface» brauchbar. Die Multifunktionsleiste, die wir in Office 2007 zum ersten Mal gesehen haben, halte ich für eine gute Idee, die in der ersten Variante nicht sonderlich gut umgesetzt war.
Was mich nun allerdings wirklich sehr betrübt, ist der Umstand, dass Office 2010 mein Leben als Kummerbox-Betreuer nochmals ein gutes Stück schwerer macht. Ja, ich weiss, meine persönlichen Leiden sind grundsätzlich von nachrangiger Bedeutung. Aber wenn ich mir erlaube, diese meine Sorgen zu entpersonifizieren… ok, das Wort «entpersonifizieren» ist wahrscheinlich gar kein richtiges Wort, aber schliesslich sind solche Pseudowörter immer dann besonders praktisch, wenn man waghalsig argumentiert und das vertuschen möchte. Jedenfalls, erlaube ich mir zu behaupten, dass es nicht mir so ergeht und das Microsoft etwas Wesentliches nicht begriffen hat: Nämlich, dass es wichtig wäre, die Computerwelt einfacher und überschaubarer zu machen. Nicht komplizierter und immer noch labyrintoider… „Microsoft, zunehmend labyrintoid“ weiterlesen

Windows-Rausschmiss im Konjunktiv

Ich werde immer mal wieder als Apple-Fan-Boy eingestuft. Das ist falsch. Mein erstes wirkliches Computer-Erlebnis hat zwar auf einem Mac stattgefunden. Mein erster eigener Rechner war aus Kostengründen kein Mac. Wobei das Thema Kosten aus heutiger Sicht komplett nebensächlich geworden ist, habe ich doch damals für einen 386er mit Windows 3.0 ganze dreieinhalbtausend Franken auf den Tisch gelegt. Inklusive 80 Franken für die separat zu erwerbende Maus.
Egal. Ich will nur darauf hinaus, dass ich seit fast zwei Jahrzehnten Windows-User bin. Und gestern hätte ich Windows endgültig Ciao gesagt. Eigentlich eher «F. you!», aber das soll ja ein jugendfreundlicher Blog sein. Ja, und auf den Konjunktiv komme ich noch zu sprechen.
Windows. Je älter ich werde, desto weniger mag ich mich mit diesem Betriebssystem herumschlagen. Die Zeiten sind vorbei, wo ich stundenlanges Vergnügen darin finden konnte, irgend ein Detail zu konfigurieren oder durch die Registry zu spazieren. Heute erwarte ich, dass ein Betriebssystem funktioniert. Und Punkt.
Und genau da haperts. Gestern hat meine Windows-Vista-Installation aus unerfindlichen Gründen den Geist aufgegeben. Das Problem tauchte nicht komplett aus heiterem Himmel auf. Am Wochenende, als ich CDs brennen wollte, waren die CD-Laufwerke weg. Das habe ich repariert. Dann wurde auf einer externen Festplatte das Dateisystem nicht mehr erkannt (die Platte funktionierte am Mac klaglos). Dann erschienen im Gerätemanager Fehlermeldungen bezüglich WMI.
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Und dann startete Windows Vista nicht mehr: «Your computer was unable to Start», meinte Startup-Repair. «Attempting repairs». „Windows-Rausschmiss im Konjunktiv“ weiterlesen

Ungrosszügig

Also, nun weiss man es. Das «UMTS-iPhone» kommt nicht, dafür ein kostenloses Software-Update. Das gibt es auch für den iPod Touch und ist dort ebenfalls kostenlos. Wenn man davon absieht, dass dafür 25 Franken zu bezahlen sind. Das ist doch unlogisch. Bzw. uncool. Und auf jeden Fall extrem ungrosszügig. Aufs Alter wird Steve Jobs noch richtig raffgierig.

Ja, und es sind eben diese Kleinigkeiten, die die Freude trüben. MacBook Air ist dünn, schick und toll, gut und schön, aber 25 Franken für ein Software-Update? Da kann ich mich richtig in eine Mäkellaune hineinsteigern. Auch diese Time Capsule – jetzt aber im Ernst, das ist doch einfach ein Überbleibsel von der «Leppert»-Ankündigung, das im Oktober 2007 noch nicht fertig war. Und dass man in iTunes Filme mieten kann, wenn man drüben in den USA wohnt, ist auch keine Neuigkeit, die meine Laune wieder bessert. Steve Jobs; das konntest du schon besser. Einen Zweienhalber gibts dafür; setzen!

PS: Es geht hier in diesem Posting um die «MacWorld» in San Francisco und die grosse Keynote von gestern Abend.

Drugs and dealers

About half a year ago, after a long period of refusal, I failed for the iTunes Music store. It started with a gift coupon. Without exageration, you could call the one who gave me this two edged present a dealer (dealer in the german sense of the word which means “drug dealer”). Really, once you have started to appreciate the “Titel kaufen” (“buy this song”) button, you use it all the time. This makes people like me buy a lot more music than ever. I sometimes changed my mind when I was standing in line in front of the cashpoint in a record shop – and I am not visiting music shops so often I take a look at the iTMS. The music industry should laud and prise this concept. Instead, the big music companies are jealous and/or dismissive.
And Apple knows how to get people hooked up. There is this innocent new feature called “Complete my album”. It gives you the possibility to buy the whole album when you already bought one or two tracks. Well, that seems like good thing; You can the buy the hot track from an album and postpone the decision if you want to get the whole album. But there is a catch: A time limit apple has set up so machiavellianishly. So, now, I have to look up at least once a week my “Complete my album” countdowns, making sure that I don’t miss the final opportunity for the completion. My life is full of tension and nervous iTunes Music store checking now, in my disturbed sleep I have nightmares in which I keep on missing deadlines… These modern times are so exhausting!

Die drehende Pizza des Todes

«Pizza des Todes» oder «Marble of Doom» wird er von den Anwendern genannt: Der Mauszeiger, der farbig rotierend signalisiert, dass am Mac nichts weitergeht. marbleofdoom.com hat ihm ein Denkmal gesetzt und natürlich habe ich beim Zählrad der vergeudeten Zeit gleich eine halbe Stunde eingetragen. Zumal mich GarageBand beim Schneiden des «Digitalk» auch gerne und oft aufs Geduldsrad flicht. Das wäre übrigens mein Beitrag zu diesem Thema. Die Redewendung «Aufs quietschbunte Geduldsrad flechten». Duden, hörst du mich?