Der Verrat der Lerchen an den Eulen

Zwei Apps für Sonnenanbeter: Solar Time zeigt die eigentliche Sonnenzeit an und Sundial Solar & Lunar Time ist eine Sonnen- und Mond-Uhr, bei der man Alarme abhängig vom Sonnenstand setzt.

Solar Time: Das wäre die Uhrzeit, wenn wir uns nur nach der Sonne richten würden.

Es gibt Apps, die absolut keinen Zweck erfüllen – ausser einen irrationalen Wissensdurst zu stillen.

Eine solche App ist Solar Time, die es für 1 Franken fürs iPhone und iPad und für Android gibt. Bei Android existiert auch eine kostenlose, werbefinanzierte Variante.

Diese App tut nichts anderes, als die Sonnenzeit anzuzeigen. Sie ist quasi eine digitale Sonnenuhr, jedoch mit zwei wesentlichen Unterschieden: Erstens ist für die Nutzung der App die Sonne unmittelbar nicht vonnöten. Und zweitens zeigt die App auch die Differenz zur offiziellen Zeit an und listet die Faktoren auf, die eine Rolle spielen.

Wieso stehe ich eigentlich Tag für Tag anderthalb Stunden zu früh auf?

Wie gesagt: Einen praktischen Nutzen hat das nicht – ausser, dass sie eine Steilvorlage bietet, sich mit einem Thema zu beschäftigen, über das wir in der Schule ein bisschen etwas gehört haben, das aber bei näherer Betrachtung einige Überraschungen parat hält.

Erstens finde ich folgendes verblüffend: „Der Verrat der Lerchen an den Eulen“ weiterlesen

Die App für den Aha-Effekt

Universal Zoom ist eine App, die die Grössenordnungen unseres Universums verständlich macht – und bei Kindern womöglich sogar Interesse an naturwissenschaftlichen Zusammenhängen weckt.

Während meiner Schulzeit war es ein seltenes Ereignis, dass der Lehrer den Medienwagen ins Schulzimmer geschoben, eine klobige VHS-Kassette hevorgekramt und einen – meist natürlich unglaublich lehrreichen – Film hat laufen lassen.

In der Primarschule ist das überhaupt nie vorgekommen. In dem Schulhaus hat noch nicht einmal ein Medienwagen existiert. Dafür gab es Schiefertafeln, auf denen wir Schönschreiben geübt haben. Ja, liebe Kinder: Unsere Tablets waren jene Dinger, denen die Flachrechner ihren Namen zu verdanken haben.

Aber ich komme vom Thema ab. Einer jener Filme, die wir zu Gesicht bekommen haben, war «Powers of Ten» von 1977:  „Die App für den Aha-Effekt“ weiterlesen

Einmal und nie wieder: Ich blogge über die Zifferblätter der Apple Watch

Andere können sich stundenlang über die Watchfaces ihrer smarten Uhr auslassen. Mich interessiert das Thema nur mässig – aber immerhin genug, dass ich zwei Verbesserungsvorschläge für Apple habe.

Mit einem gewissen Unverständnis verfolge ich die – häufig in sozialen Medien zelebrierte – Begeisterung für die sogenannten Watchfaces. Das sind die Zifferblätter, die einer smarten Uhr nach Belieben ausgewechselt werden können.

Aber was heisst Unverständnis? Natürlich leuchtet die Bedeutung ein, die dem Zifferblatt bei einer Uhr zukommt. Bei einem klassischen Modell ist es der alles entscheidende Faktor. Einem vernünftigen Uhrenträger käme es nie in den Sinn, einen noch so teuren Chronografen ans Handgelenk zu schnallen, wenn die Zeiger zu klobig, die Ziffern zu unelegant und das Blatt selbst nicht augenschmeichelnd wäre.

Schliesslich hat man die Uhr andauernd vor Augen und blickt pro Tag Hunderte Mal darauf. Ich würde darum lieber eine Uhr aus dem Kaugummiautomaten tragen, die zu mir passt, als ein Statussymbol, das teuer, aber nicht schön ausschaut – und klar, es gibt Proleten, die genau andersherum gepolt sind.

Darum liegt es auf der Hand, dass einer der grossen Vorteile bei den Smartwatches die Möglichkeit ist, das Zifferblatt zu wechseln. „Einmal und nie wieder: Ich blogge über die Zifferblätter der Apple Watch“ weiterlesen

Die Venus im Vorgarten

Augmented Reality ist der Vorbote einer Zeit, in der wir mit smarten Brillen durch die Gegend rennen werden. Wir können uns dann die Welt so machen, wie sie uns gefällt – zum Beispiel mit den Planeten im Vorgarten. Wie das aussehen wird, verrät jetzt schon die Solar-App.

Die erweiterte Realität, neudeutsch Augmented Reality (AR), ist eine Angelegenheit, die in der Theorie fasziniert und begeistert – und in der Praxis enttäuscht. AR ist eine Spielerei. Sie schafft es zwar, manchmal sogar ein bisschen Spass zu machen. Aber sie liefert keinen echten Gewinn.

Wie der Titel sagt…

Das liegt natürlich an der Hardware, die uns im Moment zur Verfügung steht. Die Erweiterung der Realität findet auf dem Handydisplay statt. Apple hat AR Kit im Juni 2017 für iOS 11 eingeführt. Seitdem hat das Genre Aufwind erfahren, weil es dank der Unterstützung des Betriebssystems einfach ist, Apps mit entsprechenden Fähigkeiten auszustatten.

Doch die AR-Apps zeigen nur eines: Es ist unsinnig, die Welt auf dem Smartphone-Display zu betrachten, wenn man sie gleichzeitig ohne Smartphone in Echt ansehen kann: In vollen 360 Grad, so hochauflösend wie die eigenen Augen es erlauben und ohne die kleine, störende Verzögerung, unter der das Kamerabild leidet.

Mutmasslich arbeitet Apple bereits an einer smarten Brille

Da Apple das wahrscheinlich auch weiss, wirft es die Frage auf, ob bereits an den «Apple Glasses» gearbeitet wird. Und natürlich wird an den Apple Glasses gearbeitet, wie die für gewöhnlich gut informierten oder aber haltlos spekulierenden Kreise wissen. Aber selbst ohne äussere Anzeichen wäre es schlicht eine Unterlassungssünde, wenn Apple das Feld der Datenbrillen nicht beackern würde.
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Weisst du, was da für ein Sternlein steht?

Sky View ist eine der schönsten Astronomie-Apps.

Augmented Reality: Die sichtbare Welt wird mit einer erklärenden Ebene überlagert, die Sternbilder und Planeten visualisiert. Rechts die Suchfunktion: Möchte man wissen, wo sich ein Planet, Satellit oder die ISS befindet, sucht man via Katalog nach dem Objekt und lässt sich von der App zu ihm hinnavigieren.

Eine meiner absoluten (und hier fahrlässigerweise noch nie besprochenen) Lieblings-Apps ist Sky View von Terminal Eleven, für 2 Franken im App Store und für 1,89 für Android zu haben. Es gibt auch eine Gratisversion (Android/Apple App-Store), aber die Kaufversion ist ihr Geld allemal wert.

Dem Himmel so nah…

Es handelt sich um eine Astronomie-App, die einem den nächtlichen Himmel näher bringt. Sie bildet ihn Display des Smartphones ab, wobei man dank GPS und Kompasses am Bildschirm den Himmelsausschnitt vor sich hat, den man auch mit dem nackten Auge sieht. „Weisst du, was da für ein Sternlein steht?“ weiterlesen

Das Weltall rückt ein Stückchen näher

Mit Microsofts Programm WorldWide Telescope erforscht man das Sonnensystem und das tiefe All. Die Erde und weitere Himmelskörper sind als 3-D-Objekte vorhanden und es gibt Bildmaterial von Boden- und Weltallgestützten Teleskopen zu erkunden.

Die Himmelskörper des Sonnensystems, entfernte Galaxien, schwarze Löcher und Sternenhaufen, Nebel und Supernovae – wer ein Teleskop auf dem Balkon stehen hat, kann nur erahnen, welche Phänomene in der Tiefe des Alls noch zu entdecken wären. Deutlich weiter ins All stösst man mit Microsofts kostenlosem Programm WorldWide Telescope vor: Es funktioniert als virtuelles Teleskop, das Bilder und Daten vom Hubble-Weltraumteleskop, dem Spitzer-Weltraumteleskop der Nasa, dem Röntgen-Teleskop an Bord des Nasa-Satelliten Chandra und weiteren botengestützten Teleskopen in einem Programmfenster zusammenführt. Die Software soll nicht nur die astronomischen Daten verfügbar machen, sondern auch das wissenschaftliche Interesse bei der jungen Generation wecken, heisst es auf der Website des Projekts unter worldwidetelescope.org.

Himmelskörper des Sonnensystems in 3-D erkunden – hier der Jupiter-Mond Europa und der Jupiter im Hintergrund.

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Das iPad als astronomische Uhr

Die App «Sternwarte» zeigt auf einem einzigen Schirm nebst der Uhrzeit viele astronomische Informationen an: Die Planeten, die am Himmel sichtbar sind, Mondphase, Zeitgleichung, Sternzeit, und vieles mehr.

Manche iPad-Besitzer setzen das Tablet bei Nichtverwendung in eine Halterung und nutzen es als digitalen Bildrahmen oder als Wetterstation. Eine schöne App für diesen Zweck ist auch Sternwarte oder im Originaltitel Emerald Observatory. Diese App zeigt in einer einzigen Ansicht die Uhrzeit und diverse astronomische Informationen – schön genug, um auf den Bürotisch oder das Bücherregal gestellt zu werden.

Die App Sternwarte mit umfangreichen Informationen aus der Gegenwart, Zukunft oder Vergangenheit. Im Bild wird der 11. August 1999 angezeigt, an dem es in Mitteleuropa eine Sonnenfinsternis gab. Sie ist auch im Finsternis-Simulator ersichtlich.

Die App kann vertikal oder horizontal betrieben werden. Zuunterst zeigt sie das Datum an (leider nur in amerikanischer Notierung mit führendem Monat) und darüber gibt es (von einer Atomuhr gesteuert) die exakte Uhrzeit am Aufenthaltsort. Die Zeitzone kann automatisch per GPS oder manuell bestimmt werden.
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