Eine Auszeit von der Apple Watch

Meine On-Off-Beziehung mit Apples smarter Uhr ist in eine Off-Phase getreten. Aus einem nichtigen Grund habe ich sie an den Nagel gehängt und die Karenz dann verlängert: Was mir nun fehlt – und was nicht.

Mit der Apple Watch habe ich eine On-Off-Beziehung: Ich habe ein Leihexemplar zum Schweizer Start 2015 getestet, mir damals selbst aber keine eigene Uhr gekauft. Zum fünften Geburtstag habe ich mich auf die Series 5 eingelassen und die bis vor kurzem getragen; zuletzt im Wechsel mit einem Modell aus der Series 7.

Von hundert auf null in einem Tag – Apples Fitness-App kann so grausam sein.

Nun habe ich mir – oder, wenn man so will, der Uhr – eine Auszeit gegönnt. Der Auslöser war eine Trotzreaktion meinerseits.

Ich hatte für das Osterwochenende im Ausland das Ladekabel der neuen Series 7 eingepackt, dabei aber übersehen, dass die keinen USB-A-, sondern einen USB-C-Anschluss hat. Da ich keinen passenden Adapter dabei hatte, konnte ich die Uhr nicht aufladen.

Das hatte zur Folge, dass ich meine Ringe nicht füllen konnte und meine Strähnen bei den drei Ringen Bewegen, Trainieren und Stehen nach mehr als zwei Jahren abrupt und brutal abgerissen ist.

Darüber war ich so frustriert, dass ich die Uhr mit Nichtbeachtung bestraft und in die Schublade gelegt habe. Naheliegend wäre, natürlich, eine schnelle Versöhnung gewesen. Doch während der zwei Tage ohne die Uhr habe ich festgestellt, dass die Watch ohne Zweifel das Gerät aus dem Hause Apple ist, zu dem ich das zwiespältigste Verhältnis habe. Um diese Selbsterkenntnis zu vertiefen, bleibt sie vorerst dort, wo sie gerade ist.

Was mich aber nicht daran hindert, die Sache hier im Detail zu diskutieren. „Eine Auszeit von der Apple Watch“ weiterlesen

Wie Spotify die Apple Watch rockt

Musik, Podcasts und Hörbücher via Smartwatch zu hören, ist in vielen Lebenslagen praktisch, besonders beim Sport. Ich gebe Tipps, wie das mit Spotify am besten funktioniert und welche erfreulichen Nebenwirkungen es hat.

Was taugt die Apple Watch für die Offline-Nutzung? Dieser Frage bin ich neulich nachgegangen und habe die Möglichkeiten ausgelotet, unterwegs, speziell beim Sport, Musik, Hörbücher oder Podcasts ab Uhr anzuhören.

Das erspart es einem, das Telefon mitnehmen zu müssen. Es gibt dafür zwar gute Möglichkeiten wie diesen Gürtel hier. Doch es wäre in der Tat noch einfach, wenn man das Telefon zu Hause lassen könnte. Das reduziert die Gefahr auf null, es zu zerstören, sollte man beim Joggen über eine Wurzel stolpern und darauf zu liegen kommen.

Die Quintessenz im Beitrag damals war: Es geht, aber es ist umständlich und noch nicht der Weisheit letzter Schluss. Ich hatte darum weiterhin mein iPhone mit dabei.

Doch nun ist das anders. Ich habe das Telefon bei meinen letzten Joggingrunden zu Hause gelassen. Den Unterschied macht Spotify: „Wie Spotify die Apple Watch rockt“ weiterlesen

Was hätte bloss Morpheus dazu gesagt?

Die Autosleep-App gilt als Non­plus­ultra für die Schlaf­über­wachung und -Analyse. Per Apple Watch ermittelt sie Länge und Qualität und zeigt die Trends auf. Und ja: Da stellt sich die Frage über Sinn und Un­sinn des Schlaf­trackings.

Die smarten Wearables zählen bekanntlich nicht nur Schritte und Stehstunden, sondern wollen auch Aussagen darüber treffen, wie gut man genächtigt hat. Das nennt sich Schlaftracking, und bemüssigt manche Leute zu einem Stirnrunzeln: Wieso sollte sich von einem Gadget sagen lassen, was man nach dem Aufwachen selbst weiss? Denn wenn es ist einem in aller Regel klar, ob man gut oder schlecht, lang genug oder zu kurz geschlafen hat und ob man an einem Stück durch die Nacht gekommen oder fünfmal aufgewacht ist.

Stimmt alles. Trotzdem finde ich das Schlaftracking spannend, auch wenn mir die anderen Funktionen – Schrittzählen und Aufzeichnen der Sportaktivitäten – wichtiger sind. Und zwar aus zwei Gründen: „Was hätte bloss Morpheus dazu gesagt?“ weiterlesen

Ein Skeptiker testet die Apple Watch Series 7

Die Apple Watch war lange ein über­schätztes Gadget. Der Test des neuen Modells zeigt, dass aus dem Hype-Objekt ein alltags­taug­liches Hilfs­mittel geworden ist – Ver­besse­rungsvor­schläge habe ich trotz­dem.

Ich habe von Apple die neue Apple Watch Series 7 (Amazon Affiliate) als Testgerät erhalten und trage sie nun seit gut einer Woche abwechselnd mit der Series 5. Und auch wenn es kaum etwas gibt, was zu dieser Uhr noch nicht gesagt oder geschrieben wurde, erlaube ich mir trotzdem ein Resümee meiner Eindrücke. Denn es muss Leute geben, die an einem Urteil von einem Apple-Watch-Skeptiker interessiert sind.

Denn wie damals zur Series 5 ausgeführt, habe ich meine ursprünglich ablehnende Haltung revidiert, weil die Verkaufszahlen nur den Schluss zulassen, dass sie einem echten Bedürfnis entspricht; und weil Apple inzwischen damit vernünftige Dinge anstellt. Kurze Rekapitulation: „Ein Skeptiker testet die Apple Watch Series 7weiterlesen

Der halbe Hausrat im Jogginggurt

Im Flipbelt findet beim Sport oder Reisen nicht nur das Smartphone Platz, auch Hausschlüssel und Wasserflasche lassen sich im schlauchartigen Gurt verstauen. Nach einem Test gefällt mir dieses Konzept gut.

Eigentlich müsste die Apple Watch es einem ersparen, beim Joggen das Handy mitzuschleppen. Schliesslich liefert sie Musik, trackt den Lauf und hält kommunikativ die Verbindung – zumindest, wenn man eine E-Sim mit entsprechendem Vertrag in der Uhr hat.

Das ist bei mir nicht der Fall, und es gibt zwei weitere Gründe, weswegen ich beim Sport nach wie vor das Handy mitschleppe. Erstens, weil mir beim Sport ab und zu Ideen kommen, die ich in schriftlicher Form festhalten möchte. Zweitens, weil mir die Offline-Funktion für Podcasts und Hörbücher zu wenig komfortabel ist. Darüber habe ich mich im Blogpost Was taugt die Apple Watch für die Offline-Nutzung? ausgelassen.

Zu erwähnen ist immerhin, dass sich die Situation graduell verbessert. Spotify kennt inzwischen die Möglichkeit, Musik fürs Offline-Hören auf der Uhr zu speichern. Man legt dafür die passende Wiedergabeliste an, sucht die auf der Uhr hervor, tippt auf das Menü mit den drei Punkten und wählt Auf Apple Watch herunterladen.

Da ich vorerst aufs Handy nicht verzichten will, stellt sich die Frage, auf welchem Weg ich es mit mir führe. „Der halbe Hausrat im Jogginggurt“ weiterlesen

Die groben Geschütze gegen Probleme mit der Apple Watch

Was tun, wenn Apples smarte Uhr dumme Fehler produziert? Das sind meine Tipps zur Fehlerbehebung, egal ob gegen Abstürze, kurze Batterielaufzeit oder Update-Verweigerung.

Neulich wurde ich gefragt, was man tun kann, wenn eine Apple Watch sich daneben benimmt und zum Beispiel den Akku viel zu schnell entleert. Mir lag auf der Zunge, dass es angezeigt wäre, einen schweren Hammer zu nehmen, die Uhr auf den Bordstein zu legen, und…

Aber zugegeben: Damit hätte ich nur davon ablenken wollen, dass ich keine gute Antwort auf diese Frage hatte. Das ist aber auch kein Wunder. Ich habe meine Karriere als professioneller Computerfragenbeantworter im März 2015 an den Nagel gehängt. Die Uhr ist aber erst im Monat darauf, im April 2015, in die Läden gekommen. Ich hatte somit keine Gelegenheit, mir entsprechende Empfehlungen bereitzulegen, so wie ich es für all die anderen gängigen Probleme getan hatte.

Das heisst aber nicht, dass ich das nicht hier im Blog nachholen könnte – denn schliesslich lebt die Kummerbox drüben beim Nerdfunk weiter. Und noch etwas, das unter uns bleiben muss: „Die groben Geschütze gegen Probleme mit der Apple Watch“ weiterlesen

Der Verrat der Lerchen an den Eulen

Zwei Apps für Sonnenanbeter: Solar Time zeigt die eigentliche Sonnenzeit an und Sundial Solar & Lunar Time ist eine Sonnen- und Mond-Uhr, bei der man Alarme abhängig vom Sonnenstand setzt.

Solar Time: Das wäre die Uhrzeit, wenn wir uns nur nach der Sonne richten würden.

Es gibt Apps, die absolut keinen Zweck erfüllen – ausser einen irrationalen Wissensdurst zu stillen.

Eine solche App ist Solar Time, die es für 1 Franken fürs iPhone und iPad und für Android gibt. Bei Android existiert auch eine kostenlose, werbefinanzierte Variante.

Diese App tut nichts anderes, als die Sonnenzeit anzuzeigen. Sie ist quasi eine digitale Sonnenuhr, jedoch mit zwei wesentlichen Unterschieden: Erstens ist für die Nutzung der App die Sonne unmittelbar nicht vonnöten. Und zweitens zeigt die App auch die Differenz zur offiziellen Zeit an und listet die Faktoren auf, die eine Rolle spielen.

Wieso stehe ich eigentlich Tag für Tag anderthalb Stunden zu früh auf?

Wie gesagt: Einen praktischen Nutzen hat das nicht – ausser, dass sie eine Steilvorlage bietet, sich mit einem Thema zu beschäftigen, über das wir in der Schule ein bisschen etwas gehört haben, das aber bei näherer Betrachtung einige Überraschungen parat hält.

Erstens finde ich folgendes verblüffend: „Der Verrat der Lerchen an den Eulen“ weiterlesen

Einmal und nie wieder: Ich blogge über die Zifferblätter der Apple Watch

Andere können sich stun­den­lang über die Watch­faces ihrer smarten Uhr auslassen. Mich interes­siert das Thema mässig – aber immer­hin genug, dass ich zwei Verbes­serungs­vorschlä­ge für Apple habe.

Mit einem gewissen Unverständnis verfolge ich die – häufig in sozialen Medien zelebrierte – Begeisterung für die sogenannten Watchfaces. Das sind die Zifferblätter, die einer smarten Uhr nach Belieben ausgewechselt werden können.

Aber was heisst Unverständnis? Natürlich leuchtet die Bedeutung ein, die dem Zifferblatt bei einer Uhr zukommt. Bei einem klassischen Modell ist es der alles entscheidende Faktor. Einem vernünftigen Uhrenträger käme es nie in den Sinn, einen noch so teuren Chronografen ans Handgelenk zu schnallen, wenn die Zeiger zu klobig, die Ziffern zu unelegant und das Blatt selbst nicht augenschmeichelnd wäre.

Schliesslich hat man die Uhr andauernd vor Augen und blickt pro Tag Hunderte Mal darauf. Ich würde darum lieber eine Uhr aus dem Kaugummiautomaten tragen, die zu mir passt, als ein Statussymbol, das teuer, aber nicht schön ausschaut – und klar, es gibt Proleten, die genau andersherum gepolt sind.

Darum liegt es auf der Hand, dass einer der grossen Vorteile bei den Smartwatches die Möglichkeit ist, das Zifferblatt zu wechseln. „Einmal und nie wieder: Ich blogge über die Zifferblätter der Apple Watch“ weiterlesen

Zwei sagenhaft lästige iPhone-Kopfhörer-Probleme

Ich bin häufig verwirrt, wo beim iPhone welcher Ton rauskommt. Man denkt, das sei tubelisicher und selbsterklärend. Aber wie zwei Beispiele zeigen, sind bei diesem Problem selbst die weltbesten Softwareingenieure überfordert.

Es geht hier um zwei wirklich lästige Audio-Probleme am iPhone. Das ist das erste:

Ich höre mir am iPhone mittels Kopfhörer irgend etwas an. Nun signalisiert ein Klingeln in den Ohrstöpseln einen eingehenden Anruf und ich nehme ab. Der Anrufer spricht nun nicht über die Kopfhörer zu mir, sondern wäre über den Lautsprecher des Telefons zu hören. Ich muss also das Telefon aus der Tasche fummeln, einen Ohrstöpsel entfernen und mich dafür entschuldigen, dass das so lange gedauert hat.

Das ist unlogisch und auch unglaublich nervig.

Diese Option bringt den Anrufer ohne Umweg in die Kopfhörer.

Nach längerer Suche habe ich in den Einstellungen bei Bedienungshilfen unter Tippen die Option Anrufaudioausgabe gefunden (Assessibility > Touch > Call Audio Routing). Hier gibt es die Auswahl Automatisch, die standardmässig eingeschaltet ist, sowie Bluetooth-Headset und Lautsprecher.

Ich habe hier auf Bluetooth-Headset umgeschaltet, was ersten Tests zufolge funktionieren sollte: Anrufe sind über die Kopfhörer zu hören. Wenn kein Bluetooth-Audiogerät verbunden ist, dann wird auch mit dieser Option der Lautsprecher verwendet – und man muss nicht etwa erst in wilder Eile Kopfhörer auftreiben.

Der Quassler aus der Watch

Völlig verdattert war ich, als ich neulich einen Anruf über die Apple Watch angenommen habe: „Zwei sagenhaft lästige iPhone-Kopfhörer-Probleme“ weiterlesen

Fitness-Gadgets, die Leistungsdruck erzeugen

Wehe, wenn man einen einzigen Tag auf der faulen Haut liegt – dann ist gleich der «Streak» dahin. Warum das Unfug ist.

In diesem Podcast hier habe ich von einem Phänomen namens Streak Running gehört. Die Streaker gehen täglich rennen und halten damit den Streak, also die Strähne am Laufen.

Meine Spontan-Vermutung war, dass es sich um einen brandneuen Trend handelt, der auf dem Mist der Fitnesstracker und der Smartwatches mit Sportfunktionen gewachsen ist. Diese zeichnen sich dadurch aus, dass sie einem immer anzeigen, wie lange der Durchhaltewillen beim Erreichen der Tagesziele anhält. Die Apple Watch beispielsweise verkündet jeden Abend: «Längste Bewegungsserie – deine aktuelle Serie beträgt 179 Tage».

Nun hat mich Wikipedia darüber aufgeklärt, dass das «Streaking» nicht so neu ist wie vermutet. Die Vereinigung wurde 2000 gegründet. Der ausdauerndste Streaker ist gemäss dem Lexikon ein Mann namens Robert C. Ray, «der seinen aktuell immer noch gültigen Streak am 4. April 1967 startete und seitdem keinen einzigen Tag lauffrei geblieben ist».

Wenn die Strähne so lange wird, dass sie nicht mehr abreissen darf

Um Robert C. Ray zu schlagen, fehlen mir nur noch gut 18’300 Tage in meinem Streak.

Tobi Bayer hat in sich im eingangs erwähnten Podcast aus­ge­führt, dass er selbst «streakt», obwohl er es für eine fragwürdige Idee hält.

Und ich bin keinen Dreck besser.  Ich habe in meiner Garmin-App nachgesehen und festgestellt, dass dort meine Strähne für mein Schrittziel seit 1172 Tagen anhält. Damit bin ich nicht ganz so abartig unterwegs wie Robert C. Ray, dessen Serie nun schon 19’500 Tage dauert. Keine Frage: Er freut sich schon, dass in etwa anderthalb Jahren die 20’000 voll werden. „Fitness-Gadgets, die Leistungsdruck erzeugen“ weiterlesen