Gesunder Menschenverstand statt KI

Bei Audible und Amazon kann man seinen Lieb­lings­autoren folgen. Das ist eine in Ansätzen nütz­liche Funk­tion – die das Einge­ständ­nis bein­hal­tet, dass die tollen Vor­schlags-Algori­thmen doch nicht so toll sind.

Audible bzw. Amazon hat vor ein paar Tagen die Möglichkeit eingeführt, einem Autor zu folgen: Wir suchen in der App oder auf der Website nach einem seiner Titel, tippen oder klicken auf den Namen. Daraufhin gelangen wir zur Autorenseite, auf der wir den Follow-Knopf betätigen.

Oder, noch einfacher: Wir öffnen in der App die Rubrik Bibliothek und wählen in der obersten Liste Autoren. In der Liste sehen wir alle Autoren, von denen wir Hörbücher besitzen und können die gewünschten auswählen, um sie zu abonnieren.

Die Abos sind auf bei Audible dieser Seite einzusehen. Und da es eine gemeinschaftliche Funktion für Amazon und den Kindle ist, existiert auch eine entsprechende Seite bei Amazon.

Das ist eine nette Neuerung. Zumindest auf den ersten Blick – wenn man genauer hinschaut, könnte man sie auch für unausgereift halten. Aber dazu komme ich gleich noch.

Die Grundidee erweckt jedenfalls den Eindruck, als ob der Hörbuchverlag eine wichtige (und seit 27 Jahren überfällige) Beobachtung gemacht hätte: „Gesunder Menschenverstand statt KI“ weiterlesen

Amazons neuer Gratis-Streamingdienst im Test

Freevee streamt Filme und Serien kosten­los, aber mit Werbe­un­ter­bre­chungen. Ob das Spass macht, hängt davon ab, wie viele Spots einem zuge­mutet werden. Ich habe das in einem Selbst­ver­such über­prüft.

Es gibt einen brandneuen Streamingdienst namens Amazon Freevee. Wobei «brandneu» nicht ganz der Wahrheit entspricht. Es gibt ihn seit 2019, wobei er ursprünglich IMDb Freedive hiess und an die gleichnamige Film-Website angedockt war, die auch zu Amazon gehört.

Im April dieses Jahres wurde der Dienst umbenannt und seit anfangs August ist Freevee auch in Deutschland verfügbar. In der Schweiz gibt es ihn nicht. Zumindest nicht für Leute, die kein VPN besitzen – wenn ihr versteht, was ich meine.

Der Clou bei Freevee ist die Finanzierung. Der neue Streamingdienst setzt auf die gute, alte Privatfernseh-Methode. Sprich: „Amazons neuer Gratis-Streamingdienst im Test“ weiterlesen

Der Dick Pic-King und seine riesige Phallus-Rakete

Bei Amazons Jahres­muste­rung kommt man um den Kon­zern­chef nicht herum – und nicht um die Frage, was Jeff Bezos mit dieser Penis-förmigen Rakete be­zwecken wollte, mit der er die Atmos­phäre pene­trierte.

Beitragsbild: His name is Bezos, Jeff Bezos (Jeff Bezos von Daniel Oberhaus/Fickr.com, CC BY 2.0).

Meine diesjährige Jahresmusterung lässt gewisse Mängel beim dramaturgischen Aufbau erkennen. Bei der vierten und zweitletzten Folge geht es um ein Unternehmen, zu dem ich fast gar nichts zu sagen habe. Der Klimax meiner Miniserie ist eher eine Art vorzeitiger Samenerguss.

Wobei wir beim Thema wären: Amazon und Jeff Bezos. Ich meine, der Mann tut alles, um meine Vorurteile zu erfüllen. Vor einem Jahr habe ich mich im Beitrag Der unheimliche Krisengewinnler gefragt, ob dieser milliardenschwere Online-Unternehmer nicht nur äusserlich wie der Bösewicht aus einem Bond-Film aussieht, sondern auch biografisch in diese Rolle passen würde. Und was macht Bezos? Er fliegt dieses Jahr mit einer Rakete ins Weltall, als ob er es darauf angelegt hätte, die hanebüchene Handlung aus Moonraker wahr werden zu lassen. Und wie um Bond in den Schatten zu stellen, hat Bezos eine Rakete benutzt, die wie ein gigantischer Penis aussieht: „Der Dick Pic-King und seine riesige Phallus-Rakete“ weiterlesen

Jahresmusterung, Teil 4: Der unheimliche Krisengewinnler

Amazon hat 2020 die Mög­lich­kei­ten genutzt, die sich durch die Co­ro­na­pan­de­mie ergeben haben. Und was ist an der Theorie, dass Jeff Bezos ein fleisch­ge­wor­de­ner Bond-Böse­wicht sei?

Beitragsbild: Amazon Spheres Grand Opening von Seattle City Council/Flickr.com, CC BY 2.0)

Wenn mich jemand fragen würde, welcher von den grossen Fünf in meiner Gunst am tiefsten steht, würde mir die Antwort einigermassen schwerfallen. Denn besagte Gruppe ist nicht gerade eine Versammlung von Unternehmen, der ungefilterte Zuneigung zuteil wird – weder von mir noch von der Welt im allgemeinen.

Also, mit den grossen Fünf meine ich jene Giganten in der digitalen Welt, die manchmal mit dem Akronym GAFAM (oder alternativ FAAMG), gebildet aus den Anfangsbuchstaben bezeichnet werden, bestehend aus Google, Amazon, Facebook, Apple und Microsoft. Und ja, wenn ich mich entscheiden würde, wer aus dieser Gruppe der grösste Unsympath ist, dann würde meine Wahl auf Amazon fallen. Dicht gefolgt von Facebook.

Der Unterschied bei dieser Reihenfolge macht der Chef. Ich würde zwar Mark Zuckerberg kein gebrauchtes Automobil abkaufen wollen. (Oder mit ihm ein gemeinsames Unternehmen gründen.) Aber er taugt weniger zum Superschurken als Jeff Bezos. „Jahresmusterung, Teil 4: Der unheimliche Krisengewinnler“ weiterlesen

Skandal, was mir der Amazon-Algorithmus so alles vorenthält!

Ich bespreche drei Bücher: Zwei überzeugen und eines habe ich eines fertig gelesen. Und dieses dritte Buch macht klar, dass J. K. Rowling auch der grösste Shitstorm nichts anhaben kann.

Meine Ausbeute bei den Hörbüchern war in der letzten Zeit nicht gut. Von drei gekauften Werken habe ich nur eines fertig gelesen. Dabei gehöre ich zu denen, die angefangene Dinge meistens zu Ende bringen – auch bei der Lektüre.

Die drei Bücher waren NPC von Jeremy Robinson, Brave New World von Aldus Huxley (deutsch Schöne Neue Welt) und Troubled Blood von
Robert Galbraith alias J. K. Rowling (deutsch Böses Blut). (Links jeweils Amazon Affiliate.)

Wenn ihr mich und dieses Blog hier gut kennt, dann erratet ihr sofort, bei welchem Buch ich drangeblieben bin.

Ja, natürlich, «Troubled Blood», der neueste Fall von Cormoran Strike und Robin Ellacott. Ich habe The Cuckoo’s Calling gelesen und hier besprochen und dann mit The Silkworm und Career of Evil nachgedoppelt. Und anhand des bücherübergreifenden Handlungsbogens ist mir aufgefallen, dass ich eine Folge verpasst haben muss.

Eine kleine Nachforschung hat ergeben, dass dem tatsächlich so ist. Mir ist Lethal White von 2018 entgangen. Das ist die vierte Folge, die ich mir sogleich besorgt habe – nicht ohne mich darüber zu ärgern, nun die Bücher nicht in der richtigen Reihenfolge geniessen zu können.

Nicht so toll, wie Jeff Bezos glaubt

Dieses Versäumnis lässt den famosen Amazon-Algorithmus in  schlechtem Licht dastehen. „Skandal, was mir der Amazon-Algorithmus so alles vorenthält!“ weiterlesen

Warum ich mit dem Amazon-Partnerprogramm experimentiere

Was bringen Affiliation-Programme? Das will ich mittels Teilnahme am Partnerprogramm von Jeff Bezos’ kleinem Online-Laden herausf

Ich habe ein überaus zwiespältiges Verhältnis zu Amazon. Einerseits bin ich Kunde dort, indem ich einen (inzwischen wenig gebrauchten) Kindle und ein Abo bei Audible.com besitze. Immer noch in der «Einerseits»-Kategorie ist zu vermelden, dass ich via Kindle Direct Publishing mein Kummerbox-Kompakt-E-Book veröffentlicht habe, das nun nicht gerade der ultimative Bestseller war, aber meine Umsatzerwartungen gut erfüllt hat.

Jeff Bezos hat mich persönlich bekniet… oder so ähnlich.

Andererseits stört mich an Amazon den offensichtlichen Weltmachtsanspruch, die mangelnde Interoperabilität der digitalen Produkte, die schlechten Arbeitsbedingungen in den Verteilzentren, die Steuerpolitik. Amazon hat vorgeführt, wie Online-Shopping geht und dem E-Commerce den Weg geebnet. Oder biblisch gesprochen: Wer Amazon säht, wird Zalando ernten. Auch nicht gerade ein Sympathieträger (bei dem ich immerhin noch nie etwas bestellt habe).
„Warum ich mit dem Amazon-Partnerprogramm experimentiere“ weiterlesen

Der Kindle hat ausgedient

Der Tolino Vision 2 im Test: Das Design wirkt nicht inspiriert. Doch funk­tional überzeugt das Gerät, und es sticht sogar das Lesegerät für elektro­nische Bücher eines grossen US-Online-Bücher­händ­lers aus.

Normalerweise begrüsse ich digitale Medien mit offenen Armen. Bei den Büchern war das nicht der Fall. Da brauchte es einiges an Angewöhnung, bis ich mich mit digitalen Büchern anfreunden konnte. Doch heute ist der Wechsel vollzogen. Zum Glück: Wir sind kürzlich umgezogen. Und eben: Es einen riesengrossen Unterschied, ob man seine Büchersammlung in digitaler oder in papierener Form transportieren muss.

Der E-Book-Reader nach der Vorstellung des Jeff Bezos ist ein Büchergefängnis.

Jetzt habe ich mich für einen neuerlichen Wechsel entschieden. Ich sage dem Kindle 3 adieu und wechsle zum Tolino. Ich habe sowohl den Shine, das erste Modell, als auch den Nachfolger Vision zum Testen erhalten und nun auch den Vision 2 als Leihgerät unter die Lupe genommen.
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Musik virtuell bei Herrn Bezos speichern

Seit letzter Woche ist der Amazon Cloud Player auch in der Schweiz zugänglich. Er spielt die Musiksammlung direkt im Browser.

Amazon ist längst nicht mehr nur das grösste Versandhaus im Netz. Auch bei der Internet-Infrastruktur und bei Cloud-Dienstleistungen ist das Unternehmen aus Seattle dick drin. Auf der leistungsfähigen Infrastruktur laufen viele Webdienste von Drittanbietern. Man nennt das auch Infrastructure as a Service.

Amazon bietet auch selbst eine Reihe von Cloud-Diensten an, von denen aber längst nicht alle ausserhalb der USA nutzbar sind. Ein Dienst hat es letzte Woche nun nach Europa geschafft. Der Cloud Player, der im März 2011 gestartet wurde.

Optisch nicht sehr ansprechend, aber funktional: Der Cloud Player von Amazon.

Musik direkt im Browser hören

Dieser Player läuft ohne Zusatzsoftware im Browser – und zwar unter amazon.com/cloudplayer. „Musik virtuell bei Herrn Bezos speichern“ weiterlesen

Hallo Amazon, jemand zu Hause?

Dies ist eine Protestnote zuhanden von Amazons Kundenservice, weil es nervt, dass viele Angebote dann doch nicht gekauft werden können.

Ich habe seit Anfang Jahr viermal versucht, eine Hülle für meinen Kindle zu kaufen. Bei jedem Produkt erschien die folgende Meldung:

«Dieser Artikel kann nicht an die ausgewählte Adresse versandt werden.»

Ich halte dazu fest: „Hallo Amazon, jemand zu Hause?“ weiterlesen

Schinken des Monats: Der Kindle

Amazon-Chef Jeff Bezos hat kürzlich den Kindle präsentiert, ein Lesegerät von unfassbarer Hässlichkeit. Und komplett überflüssig.

Und wo ich mich eben warmgebloggt habe, erlaubt mir, mich auch gleich über den Schinken des Monats November zu echauffieren. Es ist der Kindle, der heute lancierte E-Book-Reader von Internetbuchhändler Amazon. Gründer und CEO Jeff Bezos platzt vor Stolz quer über die Amazon-Frontpage, weil dieses Wunderwerk der Technik es ihm nun erlaubt, Bücher zu lesen. Am Bildschirm.

Am Bildschirm eines Geräts von so unsagbarer Hässlichkeit, das mir fast die Sprache wegbleibt. Ich meine, ich halte E-Books seit jeher für etwas vom Unnützesten, was je von Menschenhand erschaffen wurde. Ich bin derartig von der Nutzlosigkeit überzeugt, dass ich leider nicht anders kann, als mich selbst zu zitieren. Unter dem Titel «Zuletzt lacht Gutenberg» schrieb ich am 10. Dezember 2001 im «Tagi» u.a. Folgendes:

AOL Time Warner gab letzte Woche das Aus für die Abteilung iPublish bekannt. Diese Abteilung war im April 2000 eröffnet worden, bot 29 Leuten einen Arbeitsplatz und beschäftigte sich mit der Herausgabe von E-Books.

Vor Monatsfrist hat Random House den gleichen Entscheid gefällt und AtRandom.com dichtgemacht. «Der Markt hat sich einfach nicht so entwickelt, wie wir gehofft hatten», begründete der Vorsitzende von Time Warner Trade Publishing, Larry Kirshbaum. Und auch das kühle Wirtschaftsklima und der 11. September seien schuld, dass die Kundschaft nicht auf die elektronischen Bücher fliege.

Der 11. September ist ja bekanntlich schuld an fast allem.

Unhandlich, teuer, fragil

Meine These von damals:
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