Eine vielversprechende InDesign-Alternative

Affinity Publisher im Vergleich mit InDesign: Beim Funktionsumfang hat Adobe klar die Nase vorn, doch beim Preis und dem ganzen Drumherum ist der Konkurrent Serif viel besser aufgestellt.

Im Beitrag Ernsthafte Bildbearbeitung mit dem iPad habe ich Affinity Photo des englischen Softwareherstellers Serif vorgestellt. Der hat bekanntlich das ambitionierte Ziel, gegen Adobe anzustinken. Bei der Bildbearbeitung ist ihm das ganz gut geglückt, finde ich. Darum stellt sich die Frage: Klappt das beim Layout? Serif arbeitet an einem Programm namens Affinity Publisher. Das wird sich als günstigere Alternative zu InDesign positionieren, die nicht gemietet werden muss, sondern gekauft werden kann.

Damit wäre dieses Programm genau das richtige für mich: Ich schätze InDesign sehr. Doch ich brauche die Software zu selten, als dass sich der Abo-Preis von 23.70 Franken pro Monat rechtfertigen würde. Wie viel das Programm letztendlich kosten wird, wenn es fertig ist, wissen wir natürlich nicht – im Moment ist es gratis als Beta-Version zu haben. Doch wenn sich der Preis im ähnlichen Rahmen wie bei Affinity Photo bewegt, dann landen wir bei einer Grössenordnung von um die 50 Franken. Unter uns gesagt: Auch das Doppelte wäre völlig okay.

Es geht nicht ums «Heavy Lifting»

Was erwarte ich von so einem Programm? Ich werde keine riesigen Magazine, Zeitungen oder Bücher mit Tausenden von Seiten damit gestalten.  „Eine vielversprechende InDesign-Alternative“ weiterlesen

Ernsthafte Bildbearbeitung mit dem iPad

Affinity Photo in der iPad-Version im Test: Im direkten Vergleich mit Photoshop gibt es zwar noch einige Mankos – aber die sind ausser für ausgefuchste Adobe-Fans nicht der Rede wert. Zumal man sich ein Software-Abo und viel Geld sparen kann.

In letzter Zeit habe ich im Blog den Photoshop-Vergleich recht häufig bemüht: Hier zu Polarr, hier zu Bloom. Und hier zu Pixelmator auf dem iPad. Aber es ist nun halt einmal so, dass Photoshop der Massstab ist, an dem sich die Konkurrenz messen lassen muss.

Eine Schwarzweissumsetzung als Anpassungsebene mit einer Maskierungsebene. Die Maskierung wurde mit dem Smart-Auswahlwerkzeug gemacht und könnte noch einige Verfeinerungen vertragen.

Das gilt auch für Affinity Photo vom englischen Hersteller Serif (Europe). Dieses Programm gibt es für Windows (51.50 Franken), fürs iPad (20 Franken) und für den Mac (48 Franken im Mac App Store). Das ist eine viel gelobte Bildbearbeitung, die manche schon als «die bessere Alternative für Photoshop» (techtest.org) bezeichnen. So weit würde ich nicht gehen – denn die Funktionen sind das eine und das Knowhow ist das andere. Wer bislang Photoshop benutzt hat und diese Software aus dem Effeff kennt, der wird nicht umsteigen, wenn eine Software ein µ besser ist. Er wird nur umsteigen, wenn die neue Software die alte um Welten schlägt. Nur dann lohnt sich der Aufwand fürs Umlernen.

Photoshop ist nicht nur eine Software, sondern auch ein Ökosystem

Kommt dazu, dass es Photoshop Teil von etwas ist, was in der Softwarewelt gerne Ökosystem genannt wird. Das heisst, es gibt enorm viele Lösungen, die um das Produkt gestrickt worden sind. Im Fall von Photoshop gibt es Plug-ins, Scripte, Aktionen und unzählige Tutorial-Videos, Tipps und Tricks und Anleitungen. Wie wertvoll dieses Ökosystem ist, weiss ich, da ich für Publisher.ch immer wieder solche Dinge vorstelle. Man kann mit dieser Vielfalt als Neuling gar nicht konkurrenzieren – sondern nur versuchen, ein neues Publikum zu erreichen und über die Jahre ein ähnliches Ökosystem aufzubauen.

Das heisst aber nicht, dass man keine Chancen hätte. „Ernsthafte Bildbearbeitung mit dem iPad“ weiterlesen

Die Arroganz der Softwarehersteller

Microsoft und Adobe machen sich neuerdings noch nicht einmal mehr die Mühe, eine vernünftige Hilfefunktion anzubieten.

Gleich wird er explodieren… (Bild: David McEachan/Pexels.com, CC0)

Ich stelle eine Verluderung der Sitten fest. Ich habe neulich über die Suchfunktion von Windows geschrieben. Die ist nicht selbsterklärend. Die Suchparameter wie name, art, typ oder grösse muss man kennen, um sie verwenden zu können. Und selbst wenn man sie kennt, aber nur sporadisch braucht, dann erinnert man sich vielleicht nicht sofort an die genaue Syntax. Es braucht somit eine gute Dokumentation, die schnell zur Hand sein sollte, damit man gegebenenfalls schnell nachsehen kann, wie man sie nun einsetzt. Zugegeben, wenn man ins Suchfeld tippt, wird in der Multifunktionsleiste eine Rubrik namens Suchen geöffnet, in der man die Parameter bei Verfeinern und Optionen zur Verfügung hat. Ob das wirklich selbsterklärend ist, darüber kann man streiten – ich bin der Ansicht, dass das nicht der Fall ist: Damit man mit dieser Windows-Suche richtig umgehen kann, ist eine Anleitung unverzichtbar.

Doch ist bei Windows über die Jahre verloren gegangen. In früheren Versionen brauchte man nur die F1-Taste zu betätigen, um in einem Fenster die Hilfe zum Programm angezeigt zu erhalten. Das war eine hierarchisch strukturierte Anleitung, die man auch durchsuchen konnte. Windows bot die Möglichkeit, je nach Kontext direkt zur passenden Hilfeseite zu springen. Hatte man den Mauszeiger beispielsweise im Suchfeld positioniert, ging (im Idealfall) die Programmhilfe direkt bei der Seite auf, die das Suchen im Windows Explorer erklärt.

Das soll eine Hilfefunktion sein?

Tempi passati. Beim Klick auf das Fragezeichen-Symbol beim Explorer oder beim Betätigen der F1-Taste wird eine Bing-Suche ausgeführt: hilfe zum explorer in windows 10 Oberster Treffer ist nicht etwa eine Microsoft-Hilfeseite, sondern ein Blog namens «win10.support», das noch nicht einmal ein vernünftiges Impressum hat. Bei whois.com erfährt man wenig über den Betreiber, da er Privacy Protection gebucht hat. Immerhin weiss man, dass der Registrar Hosting Ukraine LLC heisst. Damit ist es wohl relativ unwahrscheinlich, dass es sich um eine offizielle Microsoft-Seite handelt.
„Die Arroganz der Softwarehersteller“ weiterlesen

Adobe, so kann ich nicht arbeiten

Immer genau dann, wenn man wirklich keine Zeit für Fisimatenten hat, kommt es der Creative Cloud in den Sinn, ein Lizenzproblem als Grund für eine generelle Arbeitsverweigerung vorzuschieben. Folge: Meine Abneigung gegen Mietsoftware und Abomodelle wächst und wächst…

… und wenn es schon eine Internetverbindung gibt, dann machen Sie, was Sie wollen (nur mit Photoshop läuft heute nichts.)

Adobe hat seinerzeit für die Creative Cloud viel Kritik einstecken müssen. 2011 hatte sich der Softwarekonzern entschieden, seine zentralen Produkte von InDesign über Photoshop bis hin zu Premiere nur noch als Mietsoftware und nicht mehr zum Kauf anzubieten. Im Februar 2013 habe ich dazu geschrieben:

Sowohl Microsoft als auch Adobe versuchen nun, ihr Problem über eine neue Form der Lizenzierung anzugehen. Statt die neuen Versionen schachtelweise zu kaufen, soll der Kunde die Software mieten. Bei den Volumenlizenzen in den Unternehmen ist das schon länger üblich. Das Mietmodell hat für den Hersteller den Vorteil, dass die Einnahmen kontinuierlich fliessen.
Für den Kunden bedeutet das Mietmodell, dass er automatisch die neueste Software zur Verfügung hat, ohne sich um Updates kümmern zu müssen. Lizenzen können ausserdem nach Bedarf bezogen werden.

Aber eben: Während Microsoft den Anwendern die Wahl lässt und Office weiterhin auch in der Schachtel verkauft, hielt es Adobe nicht für nötig, den Nutzern eine solche Alternative bereitzustellen. Ich hielt das schon damals für arrogant. Denn auch wenn Mietsoftware in Zukunft wichtiger wird und Vorteile hat, so muss man den Leuten Zeit lassen, sich an den Wechsel zu gewöhnen und die eigene Softwarenutzung darauf abzustimmen.

Die Vorteile des Kaufprodukts überwiegen – zumindest für Leute wie mich

Es gibt auch Leute, bei denen die Vorteile eines Kaufprodukts nach wie vor überwiegen. „Adobe, so kann ich nicht arbeiten“ weiterlesen

Adobe braucht Gegenwind

Pixel Bender, eines der spannendsten Experimantalprojekte von Adobe, wurde sang- und klanglos eingestellt. Daran zeigt sich, wie problematisch es ist, wenn ein Softwaregingant die ganze Branche dominiert: Es ist zum Nachteil der Kunden und der Innovation.

Pixel Bender mit dem grossartigen Droste-Effekt – mal oral…

Neulich habe ich Adobe gelobt. Da ist es nichts wie angebracht, Adobe nun harsch zu kritisieren. Nicht wegen Flash, nicht wegen der von manchen gehassten Cloud-Strategie, nicht wegen des überheblichen Gebahrens (Stichwort DPS) – obwohl das alles gute Gründe wären.

Nein, weswegen ich mich hier über Adobe ärgere, ist das Ende von Pixel Bender. Das war eine klevere Software, bei der man mittels Programmierung eigene Bildalgorithmen bauen konnte (ähnlich wie Structure Synth). Ob man nun Bilder aus dem Nichts erschaffen oder tolle Filter für Photoshop, After Effects oder, ja, sogar Flash entwickeln wollte, hatte man hier ein leistungsfähiges Werkzeug in der Hand, das bei mir definitiv in die Kategorie Wenn ich einmal Zeit habe gehört.
„Adobe braucht Gegenwind“ weiterlesen

Etwas vom Besten, was Adobe je gemacht hat


Falls das Video nicht erscheint, bitte hier klicken.

Ich bin ein Fan vom PDF-Format (oder, wie pingelige Leute schreiben würden: vom PD-Format, weil PDF ja für Portable Document Format steht): Es ist der Pfeiler, auf dem meine Dokumentenverwaltung steht, und vielen Leuten dürfte es auch so gehen.

Natürlich, das Drumherum ist bei PDF alles andere als erfreulich: Adobe nutzt es als Milchkuh und verkauft unverzichtbare Funktionen teuer über die Acrobat-Software, statt dafür zu sorgen, dass sie kostenlos in jedem Betriebssystem zur Verfügung stehen, wie das für eine Basistechnologie der Fall sein müsste. „Etwas vom Besten, was Adobe je gemacht hat“ weiterlesen

Ein Hoch auf die Cloud!

Gestern war ich an den Swiss Publishing Days in Bern und habe mit dem Godfather of Publishing, Haeme Ulrich gesprochen. Es ist ein spannendes Gespräch über die Cloud geworden. Haeme ist ja ein grosser Verfechter der Cloud und findet, sie mache uns nicht nur effizienter, sondern auch kreativer – und es werde in Zukunft kein Weg mehr an Mietsoftware und Datenwolke vorbeiführen.

Ich habe mich nach Kräften bemüht, den Skeptiker zu mimen und auf Datenschutzbedenken, Gefahren für die Produktionssicherheit und immer grösser werdende Komplexität hinzuweisen. „Ein Hoch auf die Cloud!“ weiterlesen

Gestalterische Fingerakrobatik

Ich habe die iPad-Layout-App Adobe Comp CC auf Herz und Nieren getestet.

Ich habe ein ausgesprochen zwiespältiges Verhältnis zu Adobe. Flash ist inzwischen ein richtiges Hassobjekt. Dieses Ding, damals von Macromedia in die Welt gesetzt, um das freie zu vereinnahmen. Es wird nach wie vor mit gebündelter Software ausgeliefert – ein Verrat am Nutzer, in meinen Augen. Die Creative Cloud wird den Leuten aufoktroyiert.

Das fertige Werk wird ab iPad weitergeben oder am Desktop weiterverarbeitet.

Andererseits hat Adobe mit InDesign eine Software in Petto, mit der ich sehr gern arbeite. Photoshop Elements ist erschwinglich und hat trotzdem echte Pro-Funktionen seines grossen (teuren) Bruders abbekommen. Lightroom ist grossartig. Und nicht zuletzt zeigt Adobe grosse Experimentierfreude im mobilen Bereich. Apps wie Photoshop Express, Photoshop Touch oder Adobe Ideas sind hochwertig und zu tollen Konditionen zu haben. Adobe probiert neue Konzepte aus und bietet gerade fürs iPad einen echten Mehrwert.
„Gestalterische Fingerakrobatik“ weiterlesen

Ach, die Adobe-Apps!

Eine Anleitung, wie man Flash und den Adobe Reader die Sperenzchen austreibt!

Passend zu Haloween habe ich ein Thema ob, das die Nackenhaare des Kummerbox-Betreuers (also meine) immer wieder zu Berg stehen lässt. Das sind die vielen Anfragen zu Adobe-Programmen. Und zwar zu denen, die die Leute meist gar nicht freiwillig benutzen.

Hier werden Flash und PDF verbrochen – der Adobe-Hauptsitz in San José, CA. (Bemerkenswert ist übrigens, dass es Adobe nicht geschafft hat, in diesem offiziellen Pressebild den Sensorschmutz wegzustempeln…)

Das sind, natürlich, der Adobe Reader und der Flash-Player. Um die kommt man oft nicht herum, weil das zum Adobe Reader gehörende PDF-Format ein Standard für digitale Faksimiles darstellt und Flash trotz seinen Mängeln im Internet sehr oft anzutreffen ist. So beisst man in den sauren Apfel, obwohl die Programme häufig nicht mit dem Browser harmonieren, sonstige Fehlverhalten zeigen, ständig nach Updates verlangen und auch ein Sicherheitsrisiko darstellen.

Damit sich der Ärger in Grenzen hält – sowohl für den Kummerbox-Betreuer als auch für die Benutzer der Programme – hier eine ausführliche Anleitung zur Fehlerbehebung in Flash und PDF. „Ach, die Adobe-Apps!“ weiterlesen

Das Lightrümchen fürs Tablet

Lightroom fürs iPad im Test: Die App ersetzt die Desktop-Version des Bildverwaltungsprogramms nicht, ist aber eine hervorragende Ergänzung, die Arbeitsabläufe über die Geräte hinweg einfach macht.

Ich bin weit davon entfernt, ein Adobe-Fan zu sein. Dieses Unternehmen hatte für meinen Geschmack ein bisschen zu viel Erfolg – Photoshop, InDesign sind nicht nur Meister ihrer Klasse. Sie dominieren ihren Bereich geradezu. Bei der Bildbearbeitung kommt kein Profi an Photoshop vorbei. Und beim Layout werden die Alternativen wie Scribus, QuarkXpress oder Viva Designer von InDesign überragt (siehe Ein Leben ohne InDesign?). Wenn ein Unternehmen so mächtig ist, dann verliert es leicht die Bodenhaftung und den Kontakt zu den Usern. Das scheint mir bei Adobe passiert zu sein. Der Zwang zur Cloud ist der beste Beweis dafür.

Die Sammlungs-Übersicht.

Nun bin ich trotz allem ein Fan von Photoshop Lightroom. Dieses Produkt weckt in mir die Hoffnung, dass Adobe noch nicht ganz verloren ist. „Das Lightrümchen fürs Tablet“ weiterlesen