Wissenschaft mit Einschlagskraft

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Damals hinterm… (Bild: Project Apollo Archive/Flickr.com)

Der Omega-Tau-Podcast, bereits hier und hier erwähnt, ist es wert, einmal ein bisschen ausführlicher besprochen zu werden. Nora Ludewig und Markus Völter produzieren ihn (Edit: Siehe Kommentare). Letzterer spricht – in Schwäbisch und in schwäbisch gefärbtem Englisch und es geht um technische und wissenschaftliche Themen. Das Spektrum ist breit gefasst. Es reicht von Internetthemen über die Weltraumfahrt und Aviatik bis hin zu natur- und sozialwissenschaftlichen Fragen. Davon interessiert mich nicht alles gleichermassen, sodass dieser Podcast zu denen gehört, bei denen ich nicht jede Folge herunterlade, sondern anhand der Shownotes auswähle. Ich nehme an, dass die variable Flughöhe dieses Podcasts zum Konzept gehört. Damit meine ich, dass manche Themenbereiche weit gefasst sind und allgemeinverträglich behandelt werden. Andere sind sehr spezifisch und werden ad nauseam vertieft, sodass nur Insider es so genau wissen wollen. Und auch der Umstand, dass englische und deutsche Episoden im gleichen Feed erscheinen, deutet nicht darauf hin, dass Völter auf eine maximale «Durchörbarkeit» abzielt. „Wissenschaft mit Einschlagskraft“ weiterlesen

Hörspiel 2.0

Neulich habe ich mich vergoogelt und bin beim Hörspiel «39» von WDR3 gelandet. Das verspricht zweierlei: Zum ersten will es interaktiv sein. Und zum zweiten ein «3-D Hörspiel für Kopfhörer».

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Flache Bilder zu dreidimensionalem Klang.

Was das erste Schlagwort bedeutet, wird schnell klar: Es gibt «39» auch als App für Android-Geräte und für iPhones und iPads. In der App gibt es verschwommen-psychedelische Bilder, in denen man sich mit Wischen und Zoomen von Szene zu Szene bewegt – und mitunter auch die Reihenfolge der Geschehnisse leicht variieren kann. Echte Interaktivität bietet die App allerdings nicht: Die Ereignisse verändern kann man nicht. Daher neige ich zur Empfehlung, «39» in der nicht-interaktiven Form zu geniessen. Bei der schliesst man die Augen, folgt der Geschichte, ohne auf dem Tablet wischen zu müssen. Und statt den schummrigen Bildern hat man sein Kopfkino.
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Farewell, Instacast. Hello Pocket Casts

Wie man letzte Woche lesen konnte, hat Vemedio, der Hersteller des populären Podcast-Clients Instacast, letzte Woche die Waffen gestreckt. Das ist sehr schade. Ich bin seit Jahren Instacast-Nutzer und habe die Software hier im Blog in hohen Tönen gelobt: Gepriesen sei Instacast!. Ich habe gerne für die App bezahlt, wobei ich das Cloud-Abo nicht gelöst hatte. Das brauchte ich nicht, da ich Podcasts ausschliesslich übers iPhone höre.

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Links die Ansicht «Podcasts», rechts die Übersicht mit den «Episode Filters».

So muss ich mir nun überlegen, auf was für eine App ich umsatteln werde. Man kann Instacast zwar vorerst weiter nutzen. Aber wie ich immer wieder predige: Eingestellte Anwendungen sollte man besser früher als später ablösen. Irgendwann kommt ein Betriebssystem-Update daher, das die Kompatibilität beeinträchtigt. Ausserdem will man (als Nerd) keine Apps nutzen, bei denen nichts vorwärts geht.

Mein Favorit ist Pocket Casts von ShiftyJelly. Wichtig sind für mich bei einem Podcast-Client: „Farewell, Instacast. Hello Pocket Casts“ weiterlesen

Marginalien der Geschichte

Nate DiMeo ist der Autor des Geschichts-Podcasts The Memory Palace. Das ist nicht der erste Podcast aus dem historischen Bereich, den ich hier erwähne – Hardcore History von Dan Carlin war in diesem Blog schon mehrfach ein Thema (hier etwa und hier).

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Fledermäuse als Waffen? (Bild: Djigiarov/Flickr.com)

Diese beiden Produktionen könnten nicht unterschiedlicher sein. Während Carlin sich den grossen Themen annimmt und sie in unglaublicher Akribie stundenlang ausbeint, kümmert sich DiMeo um die kleinen, scheinbar unwichtigen Anekdoten, die den Lauf der Dinge nicht nachhaltig verändert haben und darum auch nicht zum Allgemeinwissen zählen müssen. „Marginalien der Geschichte“ weiterlesen

Zum Jubeljahr gibt es Schelte

Podcasts feiern dieses Jahr ihren zehnjährigen Geburtstag1. Podcasts sind im Lauf von 2004 ins Bewusstsein vieler Leute getreten. Den meisten ging es wohl wie mir: Sie wurden auf das neue Medienformat aufmerksam, weil mit iTunes 4.9 plötzlich ein Programm auf ihrem Computer vorhanden war, mit dem man selbiges nutzen konnte. Ich war damals mit dem ersten iPod Shuffle unterwegs. Das war das lange Ding, das aussah, wie ein USB-Stick und auch genauso an den Computer angeschlossen wurde. Und der für Podcasts denkbar ungeeignet war. Ich bin mir nicht sicher, ob er sie überhaupt abspielte. Ich hatte darum einen Ausweich-Player. Ich glaube, von Creative – aber auf eine verbindliche Aussage versteife ich mich nicht.

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So hat sich das Apple mit den Podcasts ausgemalt. (Aus der ersten Version der iOS-Podcast-App von 2012.)

Ernsthaft ging es für mich 2006 mit den Podcasts los – Happy Shooting und This Week in Tech waren ab da Pflichtprogramm und im Herbst 2006 ging unser eigener Podcast an den Start, der Digitalk. Seit da hat sich mein Spektrum stark erweitert. Podcasts sind zu einem wichtigen Bestandteil meiner Informationsversorgung geworden. Und folgendes sage ich jetzt in der Hoffnung, dass mein Arbeitgeber nicht mitliest: „Zum Jubeljahr gibt es Schelte“ weiterlesen

Neuland im wörtlichen Sinn

Eine hübsche Website, über die ich via den Neusprechfunk-Podcast gekommen bin, ist wortwarte.de. Sie präsentiert Neologismen, also Wortneuschöpfungen. Im Projektbeschrieb wird ausgeführt, wie solche neuen Wörter entstehen. Der Fortschritt ist massgeblich beteiligt an diesen Kreationen, denn neue Geräte, Ideen und Konzepte benötigen in aller Regel auch ihr eigenes Vokabular.

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Die Wörter der letzten Tage. (Mit wordle.net anhand des RSS-Feeds erstellt.)

Da kann man in den verrücktesten Wörtern schwelgen: Vom Bluetooth-Duschkopf (Spiegel vom 24.11.12) und den Handlingproblem (Zeit.de von 2002, nicht mehr abrufbar) über das Template-on-Card-System (heise.de von 2002) bis hin zum Ritsch-Ratsch-Telefon (Süddeutsche von 2006, online nicht mehr abrufbar) oder dem Kinder-Ortungssystem (spiegel.de von 2002).
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Die Longform als Podcast

Ein neues Journalismus-Säuli, das gerade durch die Städte und Dörfer getrieben wird, ist die Longform. Das sind Prestige-Projekte, die zeigen, was möglich wäre, wenn man Zeit hätte. Als multimediales Feuerwerk sind sie die Gegenthese zur Behauptung, dass heute nur noch das zählt, was schnell geschrieben ist und viele Klicks bringt. In gewisser Weise ist es auch ein Beleg für diese These – weil die «Shortforms» im Kontrast umso deutlicher als journalistischen Schnellschüsse hervorstechen.

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Eine sehr schöne Longform heisst The Secret Life of Passwords. Ian Urbina hat sie im Magazin der «New York Times» veröffentlicht und hier darüber gesprochen. Eine Art sehr langer Longform ist auch das Projekt Serial von Sarah Koenig und This American Life.
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Eine erste Umsetzung meines Neujahrsvorsatzes

Ich habe mir für dieses Jahr nichts vorgenommen – ausser an dieser Stelle wie oft genug versprochen kürzer zu bloggen.

Und darum zwei kurze und umso prägnantere Podcast-Tipps:

@holgi hat mit Thomas Brandt von staatsfragen.de eine Folge zu Pediga und den Hintergründen dieses Phänomens gemacht: Fremdenhass als Symptom.

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Fraktur auf der Montur… (Bild: Bündnis 90/Die Grünen Nordrhein-Westfalen/Flickr.com)

Andererseits hat Leo Laporte endlich mal wieder eine interessante Folge seines Trianglation-Podcasts produziert. „Eine erste Umsetzung meines Neujahrsvorsatzes“ weiterlesen

Das Rückgrat des Internets

Ich nehme mir immer wieder vor, endlich mal einen wirklich kurzen Beitrag zu verfassen. Heute bin ich zuversichtlich, dass ich es schaffe.

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Der vom Internet ist nicht so hübsch. (Foto: del mich/Flickr.com)

Und zwar mit dem Hinweis auf die Folge 158 des Omega-Tau-Podcasts (den ich hier schon mal erwähnte). Er dreht sich um den Internet-Backbone. „Das Rückgrat des Internets“ weiterlesen

DDR-Sprech

Ein Podcast, den ich nicht lückenlos, sondern je nach Thema höre, ist Staatsbürgerkunde von Martin Fischer. Es geht, wie die Unterzeile verrät, um das Leben in der DDR. Martin Fischer, der mit seiner Familie 1989 aus der DDR ausgereist ist, spricht mit seinen Eltern über Leben und Alltag und über einzelne Themenkomplexe.

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Als ich es in den Osten Deutschlands geschafft hatte, war der neue Kleber schon drauf.

Die DDR ist ein spannendes Thema. Ich erinnere mich vage, noch als Teenager meinen zweiten oder dritten Artikel für den Landboten über die ostdeutsche Sängerin Barbara Thalheim geschrieben zu haben, die wegen ihres Namens in meiner ehemaligen Wohngemeinde Thalheim hätte auftreten wollen. Aus dem Konzert und der Idee des Interviews ist nichts geworden, weil die Sängerin nicht ausreisen durfte, was für mich als Jungjournalist eine verpasste Chance war.
„DDR-Sprech“ weiterlesen