Formspring (und andere Ego-Communities)

Auf Formspring.me stellt man sich gegenseitig Fragen und auf threewords.me lässt man sich in drei Worten beschreiben. Ist das Social-Media-Unfug für Jugendliche oder bringt es echten Erkenntnisgewinn?

Online-Communities wecken in uns allen den Selbstdarsteller und Narzissten. Es hat einen ganz besonderen Reiz, sich über Fotos und Status-Updates ins rechte Bild zu rücken – denn schliesslich schaut (fast) die ganze Welt zu. Da ist es nur folgerichtig, dass einige Web-Communities sich ganz der gegenseitigen Ego-Pflege widmen.

Formspring.me ist eine Community, die es schon seit knapp zwei Jahren gibt. Man kann hier wunderbar Promi spielen: Man wirft sich gegenseitig Fragen an den Kopf, die dann beantwortet werden – oder auch nicht. «Hast du einen Führerschein?» «Welche Oreos schmecken am besten?» «Wie lautet der Plural von Index?» «Was ist der erste Film, den du gesehen hast?» «Was war zuerst – das Huhn oder das Ei?» „Formspring (und andere Ego-Communities)“ weiterlesen

Googles Bildersuche sucht nach Bildern

Was nicht überraschend ist, sondern eine Tautologie. Gemeint ist eigentlich, dass man neuerdings als Suchanfrage nicht nur ein Wort oder einen Satz verwenden kann, sondern eben auch ein Bild.
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Das Ausgangsbild der Suche habe ich aus meiner Flickr-Seite per Drag&Drop ins Suchfeld der Bildersuche gezogen – das Ausgangsbild muss somit noch nicht einmal lokal gespeichert sein. „Googles Bildersuche sucht nach Bildern“ weiterlesen

Multiple Webpersönlichkeitsspaltung

Wer bin ich?
Bei Twitter, identi.ca, Foursquare, about.me und Instagr.am kennt man mich als MrClicko. Bei Flattr, Gowalla, librarything.de, Bit.ly, formspring.me, Wakoopa, Friendfeed, Soundcloud, Deviantart, Goscoville.com, Dopplr, gdgt.com und im GameCenter von Apple als SchmaMoluz.
Bei Flickr und Google als Mattschthe2nd. Bei empireavenue.com als MRCLICKO. Bei Geekchart.com und connect.garmin.com als Mattsch. Bei Gbanga als Don_Schma_Moluz. Bei Diaspora, addons.mozilla.org, getsatisfaction.com und Facebook als Matthias Schüssler.
Da könnte man glatt die Übersicht verlieren… Die gute Nachricht ist: Ich richtigen Leben weiss ich fast immer, wer ich bin…

Flottes Kontakte-Karussell

Wie das Adressbuch wolkig wird.

Mit dem Adressbuch ist es so eine Sache. Man hat im Büro einen Computer, auf dem man vorwiegend mit Thunderbird arbeitet. Es gibt zu Hause den Mac, der mit dem iPhone synchronisiert wird. Dann existiert da auch noch diese Windows-Kiste, auf der aus unerfindlichen Gründen Windows Live Mail läuft. Überall gibt es Adressbücher, die sich in unterschiedlichen Stadien des Veraltens befinden. Da drängt sich die Frage auf: Wie bringt man also eine gemeinsame Adressbasis hin?
Indem man einige Puzzleteile zusammenbaut.

1. Sync des Adressbuchs von Mac OS X
Das erste Puzzleteil ist eine Funktion im Adressbuch von Mac OS X, die Apple vor kurzem still und leise eingebaut hat: Nämlich die Möglichkeit, das Adressbuch mit Diensten (MobileMe, Yahoo und Google Contacts) zu synchronisieren:
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Den Stecker gezogen

In den Wahlunterlagen für die Kantons- und Regierungsratswahlen im Kanton Zürich vom 3. April 2011 fand sich dieses Zettelchen in schmuckem Magenta:
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Natürlich würde man auch gern etwas über die Gründe erfahren. In einem Artikel im Der Landbote steht folgendes:

Aus Sicherheitsgründen kann bei den (gemeindeübergreifenden) Wahlen seit 2010 nämlich nicht mehr elektronisch abgestimmt werden. Weil dieses Jahr, je nach Gemeinde, bis zu sechs von sieben Abstimmungstermine Wahltermine sind, wollte man den Stimmbürgern das Hin und Her ersparen. «Die Situation wäre zu verwirrlich», sagt etwa der Gemeideschreiber von Männedorf, Hannes Friess, auf Anfrage. (Der Landbote, 15.01.2011, Seite 27)

Dumme Stimmbürger?
Wirklich? Wäre der Stimmbürger wirklich überfordert, wenn in den Unterlagen ein Zettel in schmuckem Magenta beiliegen würde, auf dem stehen könnte: «Elektronische Stimmabgabe bei diesem Wahlgang aus technischen Gründen nicht möglich»? Ich glaube nicht.
Im Tagi steht nebst dem gleichen noch ein anderer Grund: „Den Stecker gezogen“ weiterlesen

Was aus der Klangwolke fällt

SoundCloud.com ist eine interessante Website für Audio. Sie ist für Musiker gedacht, die via Internet zusammenarbeiten wollen. Dafür kann man sekundengenaue Kommentare oder Bearbeitungswünsche platzieren. Dateien lassen sich im Browser anhören oder im Original, beispielsweise als fettes WAV herunterladen.
Eigene Dateien behandelt man nach allen Regeln der Web-2.0-Kunst: Man hängt ihnen Tags an, weist ihnen eine Creative-Commons-Lizenz zu, deklariert sie als öffentlich oder privat, gibt ihnen ein Cover-Art-Bildchen und natürlich einen Titel, eine Beschreibung und eine Kategorie.
Und selbstverständlich gibt es Apps für alle möglichen und unmöglichen Plattformen: „Was aus der Klangwolke fällt“ weiterlesen

Weg mit dem Mailprogramm

Es gibt Leute, die finden Webmail so toll, dass sie ihrem angestammten Mailprogramm abschwören und nur noch via Browser mailen. Einen Nachteil hat die Sache indes: Die Betriebssysteme räumen einem keine Möglichkeit ein, das mailto-Protokoll, über das Interaktionen mit dem lokalen Mailclienten stattfinden, auf die Webanwendung umzuleiten.
Auf Umwegen geht es trotzdem, wie eine kleine Recherche zeigt. Das sind einige der Hacks, die im Web kursieren: „Weg mit dem Mailprogramm“ weiterlesen

Wider den Checkin-Stress

Nerds sind doch ein komisches Völkchen. Eines ihrer unbestreitbaren Talente besteht darin, sich selbst einen Heidenstress zu machen. Zum Beispiel, indem sie glauben, sich bei Diensten wie Gowalla und Foursquare einloggen zu müssen, sobald sie ihren Aufenthaltsort um einige Meter verändern. Was das bringen soll, weiss keiner. Allerdings schadet es auch nicht, wie zum Beispiel die Website pleaserobme.com einen glauben machen will. Wenn man sich um acht Uhr morgens an seinem Arbeitsort einloggt, verrät man damit nicht wirklich ein Geheimnis. Und ich gehe davon aus, dass die meisten Nutzer so klug sind, sich nicht unbedingt im Bordell ihres Vertrauens oder beim Konkurrenzunternehmen einzuloggen, wenn sie Top-Secret-Abwerbungsgespräche führen. Und übrigens: „Wider den Checkin-Stress“ weiterlesen

Mein Leben als Strom

Vor Kurzem habe ich hier beschrieben, wie man sich mit den Yahoo-Pipes ein Mashup aller seiner Web-Hinterlassenschaften bastelt. Das hat gut funktioniert, war letztlich aber doch nicht so befriedigend. Und ausserdem: Warum soll man sich die Mühe machen und das Rad neu erfinden, wenn es doch längst Dienste gibt, die das viel schöner, besser und vor allem auch performanter erledigen?
Also habe ich mich aufgemacht und die Dienste unter die Lupe genommen, die das Web zum Stichwort «Lifestream» zu bieten hat: „Mein Leben als Strom“ weiterlesen

Die neue Tweitelkeit

Gerade lese ich den Blog-Post von @dworni, der ein Twitter-Avatar-Rating durchgeführt hat. Er gibt gute Tipps, wie man sich auf seinem Föteli in ein gutes Licht rückt und hat auch drei Listen mit guten, netten und ganz schlimmen Avataren (oder Avatars? Avatäre?) anzubieten.
Das ist eine lustige Idee, die gleichzeitig einige Fragen aufwirft. Zum Beispiel die: Haben eitle Leute auch eitle Avatare? Oder: Wird man nun nicht mal mehr im Internet davon verschont, an seiner äusseren Erscheinung gemessen zu werden? Und wann gibt es die Wahl der Miss Avatar und wie kriegt man den Bikini-Auftritt anständig auf den Thumbnail? „Die neue Tweitelkeit“ weiterlesen