Ich fühle mich so rosa

Eben habe ich eine Funktion bei der Bildersuche von Google entdeckt, die es da vielleicht schon länger gibt, die mir jedenfalls bisher entgangen war. In der Leiste, in der man die Resultate nach Bildgrösse und Bildart einschränken kann, gibt es neu auch ein Symbol mit vier Farben. Wenn man darauf klickt, kann man aus 12 Farben eine auswählen und erhält dann vor allem Bilder, in denen diese Farbe dominiert:
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Den Abwärtshorizont erweitern

Parkidiot, Fahrradflucht und Flüsterauto, Wohnshow und Big-Diet-Ambiente, Big-Brother-Baby, vorgoogeln oder verflickrn: Diese wunderschönen Wortschöpfungen existieren alle real und wurden zusammengetragen von Lothar Lemnitzer vom Seminar für Sprachwissenschaft der Uni Tübingen. Die Perlen gibt es auf wortwarte.de. Wörterfans weiden sich an Depressionsschick oder am Extra-Rülps-Faktor, erweitern den Abwärtshorizont oder die Biokapazität, steigern den Sentimentindex und nicht das Finanzgau, erhöhen die Beweglichkeitskompetenz und machen mich ganz präwikipedianisch. Ein Leckerbissen so gross wie ein Vier-Kanal-ABS-Bremskraftverteilungssystem und endlose Inspirationsquelle für Schreiberlinge.

Journalismus als Twitter-Abfall

Ich muss mit diesen amerikanischen Podcasts aufhören. In Twit und bei No Agenda wird dieser Tage fröhlich der Untergang der Tageszeitung proklamiert. Wenn man das Zeitungssterben (siehe zum Beispiel WOZ vom 2. April; Artikel nicht online abrufbar) in den USA verfolgt, dann erstaunt es nicht, dass manche schon das Totenglöckchen läuten. San Francisco könnte, wenn der «San Francisco Chronicle» untergeht, die erste US-Grossstadt ohne eigene Zeitung werden. Was nicht alle stören würde. Manche mögen keine Zeitungen, einige sehen sie als Konkurrenz oder halten sie für schlecht gemacht. Selbst die unverblümte Häme, die mitunter auf die darniederliegenden Blätter geschüttet wird, ist nachvollziehbar, wenn man sie als Retourkutsche nimmt. Es soll ja selbst heute noch Presse-Journalisten geben, die für Blogger nur ein müdes Lächeln übrig haben.
Aber man muss kein Zeitungsjournalist sein, um die Haltung der gekränkten Webpublizisten dumm und kleinkariert zu finden. Zeitungen mögen altmodisch, schwerfällig, langsam und überflüssig wirken, aber es steht ausser Zweifel, dass sie, einmal verschwunden, eine riesige Lücke hinterlassen würden. Und auch wenn das Online-News konsumierende Publikum momentan nicht den Anschein erweckt, würde es die Tageszeitung schmerzlich vermissen.
Natürlich haben Zeitungstotengräber längst Ideen, wie die Lücke zu füllen wäre. „Journalismus als Twitter-Abfall“ weiterlesen

Simulcrum und Scimitar

Für manche eine der überflüssigsten Webseiten der Welt, für Leute wie mich eine wahre Fundgrube: www.guidebookgallery.org.
Hier viele Screenshots von GUIs zu sehen, also vom «Graphical User Interface». Einfach könnte man auch sagen: Man sieht Bildschirmfotos von Betriebssystemen. Und zwar von aktuellen und verblichenen, von wohlbekannten und exotischen, von Mauerblümchen und den Top-Shots unter den Systemsoftwaren. Also wenn man mal sehen möchte, wie denn das ArthurOS oder das Lisa-Betriebssystem, Amiga, Apollo oder BeOS, „Simulcrum und Scimitar“ weiterlesen

340 Schweizer Senioren auf Facebook

Wenn man auf Facebook eine Fan-Seite betreibt, findet sich im Administrationsmenü der unscheinbare Eintrag «Werbeanzeige für Seite schalten». Diesen anzuklicken, lohnt sich, selbst wenn man keine Werbeanzeige schalten will. Man erhält so nämlich interessante Einblicke zu den Nutzerzahlen der Plattform. Bei «Gestalte deine Werbeanzeige» gibt man einfach mal in jedes Feld «Test» ein und klickt auf «Weiter». Unter «Zielgruppe» kann man dann die Herkunft auswählen, also beispielsweise die Schweiz, und dann darunter weitere Parameter setzen: Alter, Geschlecht, Ausbildung, Beziehungsstatus, etc. Der eigentliche Clou ist die Angabe darunter. „340 Schweizer Senioren auf Facebook“ weiterlesen

Küss die Hand, schönes Fraulien

Apple ist doch normalerweise der Zeit voraus. In diesem Fall aber nicht:
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Diese Anrede stammt wahrscheinlich aus dem frühen Spätmittelalter, als noch klassisches Frühmittelhochdeutsch gesprochen wurde und ein antikes Rollenbild herrschte. Oder es liegt daran, dass Apple seit dem iMac eine etwas spezielle Beziehung zu dem Buchstaben i hat? „Küss die Hand, schönes Fraulien“ weiterlesen

Teleboy glotzt zurück

Es gehörte im seligen Analogzeitalter zu den gängigen Witzen von «Versteckte Kamera»-Sendungen, dass der Moderator im Fernsehen plötzlich auch ins Wohnzimmer blicken konnte und seine Scherze mit den Zuschauern trieb.

Darüber mag man heute nicht mehr lachen. Der technische Fortschritt bringt es mit, dass das inzwischen möglich wäre. Digitale Settop-Boxen für den Fernsehempfang via Kabel haben einen Rückkanal und offenbar teilweise sogar Kameras und Mikrofone eingebaut.
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Google ein- und ausknipsen

Ja, ich gehöre zu den Schlüssellochguckern. Im übertragenen Sinn: Ich schaue mir nämlich immer mal wieder die Quellen fremder Websites an. Man könnte das auch Code-Peeping nennen. Jedenfalls eine schöne und äusserst erfüllende Tätigkeit.
Ein Beispiel: Bei Heise.de bin ich auf Kommentare gestossen, die mein Interesse weckten:

<!--googleoff: index-->
... Navigation ...
<!--googleon: index-->

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Google eliminiert Google

Ich lese auf Facebook, dass ein Bekannter Chrome für «einen erschreckend guten» Browser hält. Dem kann bzw. muss ich beipflichten. Dieser Tage, wo ich mich etwas dem Webdesign widme, habe ich den Inspektor zu schätzen gelernt. Man klickt mit der rechten Maustaste auf irgend ein Objekt einer Webseite, wählt «Element untersuchen» und sieht im «Inspector» das zerlegte DOM, kann Stile inspizieren, sieht die CSS-Kaskaden und kann sogar Elemente ändern. Zur Fehlersuche ist das unbezahlbar und ersetzt einen HTML-Editor wie Dreamweaver oder Golive (Gott hab es selig). Wenn man in der hierarchischen Ansicht des DOM ein Element überfährt, wird auf der Seite der entsprechende Block gelb hervorgehoben und rechts sieht man unter Metrics die Abmessungen mit Margin, Padding, Breite und Höhe. Unter «Ressources» misst Chrome sogar die Zeit beim Laden einer Seite und sieht die Grösse der abgerufenen Elemente.
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