Die Illusion von echtem Film

Die VSCO-App versieht Smartphone-Fotos mit Filtern. Allerdings nicht von der effekthascherischen Sorte, die man von Instagram her kennt, sondern mit Simulationen von analog belichtetem Material.

Kevin hat im zweiten Teil unseres digitalen Realitätsabgleichs (wie der digitale Jahresrückblick bei Radio Stadtfilter aus unerfindlichen Gründen heisst), die Vsco-Filter vorgestellt (hier schreibt er auch in seinem Blog darüber). Von denen hatte ich natürlich schon gehört. Schliesslich kommt man in der Foto-Postproduktion auf dem professionellen Niveau längst nicht mehr um sie herum. Die Filterpakete geben den digitalen Bildern eine bestimmte Anmutung – einfach deutlich gezielter, als das im Tummelfeld der Laien-Knipserei der Fall ist.

Wie eine alte Postkarte: Blick über Nürnberg, mit dem F2-Preset verziert¹.

Die Vsco-Filter – das Kürzel steht für Visual supply company – machen nicht einfach irgend etwas mit den Fotos, damit die irgendwie «besser» oder «prägnanten» wirken, so wie das die typischen Filter tun, die wir mit Instagram oder Hipstamatic lieben, hassen oder wenigstens benutzen gelernt haben, und die wir heute in jeder App von Facebook über Twitter bis hin zur Standard-Foto-App in iOS vorfinden. „Die Illusion von echtem Film“ weiterlesen

Sieben Foto-Tricks fürs Smartphone

Einfach draufhalten und auslösen ist die einfachste Knips-Möglichkeit. Mit der reizt man die Handykamera aber nicht einmal ansatzweise aus.

Vor Kurzem bin ich über obiges Video gestossen (via Andi Heer), das einige hübsche Tricks für die Smartphone-Fotografie bereithält. Den Trick Nummer 1 haben wir mit viel Spass auch schon angewandt. Das Foto stammt vom 5. Januar 2013 und zeigt mich doppelt; einmal links und einmal rechts der Sólfar-Skulptur in Reykjavík.

Wenn schon Island, dann gleich doppelt!

Zwei schlechte und eine gute Alternative zu Threes!

Threes! (Android, iPhone/iPad) ist ein kleveres kleines Logikspiel, bei dem Zahlentäfelchen kombiniert und zu immer höheren Werten aufaddiert. Aus einem Einer und einem Zweier ergibt sich ein Dreier. Zwei Dreier ergeben einen Sechser, zwei Secher einen Zwölfer, und so weiter. Da sich alles in einem Feld von vier auf vier Feldern abspielt, muss man die Täfelchen geschickt organisieren – denn bei jedem Zug werden neue Täfelchen ins Feld geschoben. Wenn man sie nicht schnell genug zu höheren Werten kombiniert und so freien Platz schafft, dann füllt sich das Spielfeld komplett und man hat keine Bewegungsoptionen mehr.

Links: Das Original. Rechts: Der uninspirierte Rip-off.

Seit ich Threes! im Februar für den Tagi vorgestellt habe (Eine Mischung aus «Tetris» und Sudoku), ist es mir noch nicht verleidet. Im Gegenteil: Ich spiele es noch sehr gern ab und zu, auch wenn ich nicht über die 768 bzw. 23’283 Punkte hinausgekommen bin. Nicht nur die Punkte nehmen exponentiell zu. „Zwei schlechte und eine gute Alternative zu Threes!“ weiterlesen

What is wrong with you people?

Er war in einem früheren Leben Landschaftsgärtner.

Über The Simpsons: Tapped Out habe ich in diesem Blog auch schon hergezogen. Nun ist es leider so, dass ich bar jeder Vernunft meine Zeit noch immer mit diesem Ärgernis in APK-Form vergeude. Ich habe deswegen schon angefangen, an meinem Geisteszustand zu zweifeln.
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Noch so eine Droge der Digital-Ära

Netflix im ersten Augenschein: Technisch okay, mit spannenden Nerd-Serien wie «Misfits», aber einem zu überschaubaren Sortiment.

Beim Tagi haben wir ausführlich über den Netflix-Start in der Schweiz berichtet. Und auch wenn ich bei der Launch-Party verhindert war, hat mir Kollege Zeier (hier sein Interview mit Netflix-Chef Reed Hastings) eines dieser Böxchen mitgebracht, dass einen Gutschein für ein «Probe-Streaming-Jahr» enthält.

Sprachkanäle und Untertitel à la carte. (Bei «Misfits» vermisse ich allerdings die englischen Untertitel.)

Aber in meinem Berufsstand hat man keine Wahl, als sich in sein Schicksal zu fügen und den Test in Angriff zu nehmen. Nun mag es Uneingeweihten sicherlich hochgradig wehleidig vorkommen, wenn ich mich hier beklage, Netflix testen zu müssen. „Noch so eine Droge der Digital-Ära“ weiterlesen

Lokale IP-Adressen schnüffeln

Ich praktiziere zwar das papierlose Büro. Doch weil es alle Jubeljahre mal den Fall gibt, dass ein Brieflein in ausgedruckter Form irgendwohin geschickt werden muss, gibt es in meinem Heimnetzwerk den Brother HL-2070n. Der ist ungefähr acht Jahre alt, verrichtet seinen Dienst aber weiterhin brav.

Links: Die Übersicht der Geräte im Heimnetz. Rechts: Die Ports des Netzwerkdruckers.

Das Problem ist allerdings, dass er ab und zu verloren geht. Nicht im wortwörtlichen Sinn, sondern im netzwerktechnischen. Ich könnte und sollte ihm eine fixe IP-Adresse zuordnen. Aber genau das gehört zu den lästigen kleinen Dingen, die man dann doch nicht tut. Tja, und wenn der Drucker dann eine neue IP-Adresse zugewiesen erhält, wird er beim Drucken nicht mehr gefunden. „Lokale IP-Adressen schnüffeln“ weiterlesen

Ihr dürft mich Gott nennen

Der Herr Peter Molyneux scheint so eine Art Gottkomplex zu haben. Er beschäftigt sich immer wieder mit der Idee, wie man dem Nutzer eines Computerspiels Allmacht verleihen könnte. Schon bei Populous, dem Erstlingswerk, waren Götterfiguren zu steuern. Bei Black & White konnte man sich dafür entscheiden, ein guter oder ein böser Gott zu sein. Beim neuesten Wurf namens Godus steckt dieses Konzept schon im Titel – und auch wenn das Prinzip von Gut und Böse nicht explizit angesprochen wird, kann man auch in diesem Titel ein wohlwollender oder ein strafender Gott sein.

Die Zivilisation hat sich zur Agrargesellschaft hochgeschaukelt.

Natürlich hat Molyneux recht. Ein gutes Spiel versetzt den Spieler in eine übermenschliche Position, ob nun explizit oder implizit. Des Spasses willen wird man nie mit Allmacht ausgestattet. „Ihr dürft mich Gott nennen“ weiterlesen

Atomkrieg? Nein, danke!

«First Strike» macht aus der nuklearen Auslöschung der Menschheit einen Heidenspass fürs iPhone und iPad. Vielleicht bin ich zusehr in den Achtzigerjahren stecken geblieben, dass ich dieser originellen Idee nicht viel abgewinnen kann.

Neulich habe ich darüber geschrieben, wie man die Menschheit mit einer im Labor gezüchteten Seuche ausrottet. Das ist schön und gut, aber für uns, die wir im Kalten Krieg aufgewachsen sind, ist das nicht die wahre Urangst. Die dreht sich um unerwartet in die Höhe steigende Pilze – furchtbar und majestätisch in einem.

So sieht ein erfolgreicher Erstschlag aus!

Natürlich gibt es auch zum Atomkrieg das passende iOS-Spiel. «First Strike» heisst es. Es ist für 4 Franken im iTunes App Store und bei Googe Play erhältlich. Und es ist obendrein eine Schweizer Produktion, von der Zürcher Agentur Feinheit. Wieso auch nicht? Wenn wir hier schon für viele Milliarden Atomschutzkeller gebaut haben, dann können wir das Thema auch game-mässig bewirtschaften. Und dass der Atomkrieg als Unterhaltung taugt, hat schon War Games bewiesen.
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Höhenflüge und ihr abruptes Ende

Doodle Jump ist eines der besten Casual Games der letzten Zeit.

Klar, jeder kennt «Doodle Jump». Das ist ein ebenso populäres Spiel wie «Plants versus Zombies» oder «Cut the rope» – wenngleich nicht ganz so bekannt wie «Angry Birds». Ich kannte es schon länger dem Namen nach, und habe es für meinen Artikel Die Neige-Spiele endlich einmal ausprobiert. Und schreibe hier eine kurze Besprechung, für alle die, denen es ebenso geht wie mir – die den Namen kennen und sich fragen, ob sie damit Zeit vergeuden sollten.

Links, im Original-Look: Mit der Rakete geht es rasant obsi. Rechts, mit Dschungel-Theme: Den Insekten ausweichen oder sie wegballern.

Jedenfalls kann man mit «Doodle Jump» (kostenlos für iOS, 1 Franken ohne Werbung und mit Zusatzfunktionen für iOS, kostenlos für Android auf Google Play) hervorragend Zeit vergeuden. Der Titel verrät schon einiges: In einer Strichzeichnungs-Welt will man als kleiner Elefant hoch hinaus. „Höhenflüge und ihr abruptes Ende“ weiterlesen

Ich denk ich dreh am Rad

Bei Gyro Xtreme muss man einen Kreisel geschickt drehen, um farbige Kugeln aufzufangen: Ein originelles, schön umgesetztes Spiel fürs iPhone und Android.

Bei Gyro(s) denkt ihr natürlich an einen griechischen Fleischspiess. Das Wort besagt aber nur, dass das Fleisch über dem Feuer gedreht wird und entsprechend geht es beim Spielchen Gyro Xtreme nicht darum, möglichst viel virtuelles Schweinefleisch zu vertilgen, sondern einen Kreisel am Bildschirm geschickt zu drehen.

Wie ein Fleischspiess. Nur ohne Fleisch, dafür mit heranfliegenden Kugeln.

Der Kreisel bei diesem Spiel für Mobilgeräte (Android, 1 Franken im App-Store für iOS) besteht aus einem Kreis mit drei gleichgrossen Segmenten in Magenta, Cyan und Gelb – wobei man in den Optionen auch andere Farbkombinationen wählen kann – den man per Finger um seine eigene Achse dreht. „Ich denk ich dreh am Rad“ weiterlesen