Ufos, aber richtig

Bei «Independence Day» hängt der Himmel voller Raumschiffe. Bei «V» und beim Remake von 2009 kommen Ausserirdische, um zu bleiben.
Diese Geschichten fangen dramatisch an, um dann stark nachzulassen. Bei «Independece Day» gewinnt Will Smith gegen alle Aliens, weil er offenbar «War of the Worlds» gelesen hat und bei «V» macht sich quälende Langeweile breit (an der Ausserirdischen vermutlich irgendwann eingegangen sind). Jedenfalls wird man das Gefühl nicht los, dass sich aus dieser Ausgangslage mehr herausholen lassen müsste.

Als ich neulich dem Hörbuch «Childhood’s End» begegnet bin, wurde ich hellhörig: Am Anfang tauchen Raumschiffe auf, die über den irdischen Grossstädten hängen und keine Anstalten machen, wieder davonzufliegen. Arthur C. Clarke behandelte diese Idee nicht nur vor Emmerich und Co, (er schrieb die Geschichte 1953), nein, er macht auch das Beste aus ihr. «Childhood’s End» oder zu Deutsch «Die letzte Generation» ist wunderbare Sciencefiction. Klug, menschlich und am Ende zutiefst bewegend. Da kann Will Smith einpacken.


„Ufos, aber richtig“ weiterlesen

Back to the Future für Erwachsene

Während ich mich beruflich mit Windows 8 herumschlage, habe ich mich privat mit einer Zeit beschäftigt, in der es weder Personalcomputer noch PC-Betriebssysteme gab, Musik noch analog war und das einzig jemals existierende Mobiltelefon still und heimlich im See versenkt wurde. Es geht um die wunderbare Geschichte, die Steven King in seinem neuen Buch «11/22/63» (zu Deutsch: «Der Anschlag») erzählt, das ich mir in den letzten Wochen via Kindle zu Gemüt geführt habe.

120301-king-11-22-63.jpg

Es gibt den Schunken selbstverständlich auch in Papierform, etwa bei books.ch. In gebundener Form liegt er allerdings mit 1060 Gramm doch recht gewichtig auf dem Lesearm.
„Back to the Future für Erwachsene“ weiterlesen

Websites für Bücherwürmer

Es gibt Webcommunities für alle und alles – sogar für Leute, die gern Bücher lesen. Auf Librarything.de, goodreads.com, shelfari.com und booklamp.org kann man sich über seine Lieblingstitel austauschen, neues Lesefutter entdecken und Leute mit gleichem Geschmack kennen lernen.

Bis vor Kurzem zeugte die üppig bestückte Bücherwand von Belesenheit und Literaturkenntnis. Heute kann man seinen Verbrauch an Lesestoff online kundtun. Diverse Plattformen bieten sich an: Librarything.de in Deutsch, und für englischsprachige Nutzer stehen goodreads.com, shelfari.com und booklamp.org offen.

Bücherplattformen erfüllen mehrere Zwecke. Sie erlauben erstens die Dokumentation des persönlichen Bücherverbrauchs: Man trägt ein, welche Bücher man gelesen hat, vergibt eine Wertung, erfasst eigene Rezensionen und trägt Trivia ein – beispielsweise Filme zum Buch, Schauplätze oder denkwürdige Zitate. Da die Websites Zugriff auf Online-Datenbestände wie Amazon.com, Abebooks.de, Google-Books oder JustBooks.de haben, braucht man weder ISBN-Nummern zu erfassen, noch Cover zu scannen, um in seinem elektronischen Zettelkasten umfassende Angaben zu seinen Büchern zur Verfügung zu haben. Das macht die Arbeit viel angenehmer als mit einer selbst gestrickten Literaturverwaltung.

Literarischer Geschmack als gemeinsamer Nenner
Zweitens bringen die Bücherplattformen – wie könnte es in der Web-2.0-Ära auch anders sein? – Gleichgesinnte zusammen. „Websites für Bücherwürmer“ weiterlesen

Polizeiarbeit soll schwierig sein

Ich lese gerade den Islandkrimi «Todesgott» von Àrni Thórarinsson und bin dabei bei folgender Stelle hängen geblieben, die mir doch sehr zitierenswürdig erscheint, wo es immer populärer wird, dass der Staat den Bürgern mit Staatstrojanern, Vorratsdatenspeicherung, biometrischen Pässen und solchem Quatsch bzw. Schwachsinn bzw. Unverschämtheiten auf die Pelle rückt:

[Der Polizist:] «Ja, ja, ich weiss. Bleib mal beim Thema. Skarpéðinn ist nirgendwo mit einer SIM-Karte oder einer Mobilnummer registriert. Und wenn du mir jetzt erklären willst, dass man eine SIM-Karte kaufen kann, ohne dass Big Brother davon erfährt, dann halt lieber gleich den Mund. In Reykjavík muss nämlich jeder, der eine SIM-Karte kaufen will, seinen Ausweis vorzeigen, damit der Name zusammen mit der Nummer registriert werden kann, auch wenn ich das für überflüssig halte.»
[Der Reporter:] «Ach ja? Entspricht das nicht den Bedürfnissen der Polizei?»
«Kann schon sein. Aber mich haben sie nicht gefragt.» „Polizeiarbeit soll schwierig sein“ weiterlesen

Rezensionen aus der Gruft

Visual Bookshelf hat alle meine Buchrezensionen auf Facebook ins digitale Nirvana befördert bzw. anonymisiert. Als alter Backup-Neurotiker hatte ich die zum Glück alle gesichert und kann sie an dieser Stelle neu auflegen:

Petros Markaris: «Die Kinderfrau: Ein Fall für Kostas Charitos»
Sehr schöne Geschichte, wunderbar unprätentiös, in dem man sehr viel lernt, ohne es überhaupt zu merken. „Rezensionen aus der Gruft“ weiterlesen

Späte Erleuchtung

Ich glaube, ich werde alt. Oder sonstwie vertrottelt. Jedenfalls geht es bergab, dafür mehren sich die Anzeichen.
Aber lasst mich ausholen: Ich lese im Moment ein Buch mit dem Titel «Illuminatus!». Ich bin jetzt auf Seite 219 vorgestossen und habe lediglich eine vage Vorstellung, worum es gehen könnte. Das ist aber nicht oder nur teilweise der Grund für meine Beunruhigung. Es geht vielen anderen so, wie ich von den Rezensionen auf Amazon weiss. Andererseits, und das wäre vielleicht doch ein Anlass zur Sorge, hatte Dan Brown keine Probleme mit dem Schmöker. Er hat ihn zu leichtverdaulicher Kost püriert und damit unter dem Titel «Illuminati» einen Bestseller gelandet.
Also, zur Erkenntnis, dass ich nicht erleuchtet sein kann, gelangte ich, als ich das zur Hälfte gelesene Buch weglegte und plötzlich bemerkte, dass es auf dem Buch vorne drauf einen Busen hat. Vielmehr nicht nur das, sondern zwei RIESIGE BRÜSTE! „Späte Erleuchtung“ weiterlesen

Realität ist, was ist

Ich bin euch noch einen SdM für Juni schuldig. Und ich bin geneigt, den SdM zum SdM zu erklären. Denn wie soll man entspannt bloggen, wenn man eine Rubrik mit eingebauter «Deadline» zu befüllen hat? Die schreit nach Postings, ohne sich an der Nachrichtenlage zu orientieren. Aber die Pein der Themensuche bleibt dem Blogger nicht erspart. Auch wenn Blogger gern so tun, als würden ihnen die Themen schon zufliegen, wenn sie am morgen die Jeans über den Hintern streifen.

Also, als ich mich heute Morgen angezogen habe, ist mir in den Sinn gekommen, dass ich mich gestern bei meiner Abendlektüre ein bisschen aufgeregt habe. Ich lese gerade «Die dunkle Seite» von Frank Schätzing. Ein zentrales Element ist die Virtualisierung des Lebens. „Realität ist, was ist“ weiterlesen