Liebesgrüsse aus den muffigen Siebzigern

In Berlin hat es uns ins Kulturkaufhaus verschlagen. Ein ganzer Shopping-Palast nur mit Musik, Film, Büchern und digitalen Medien – das konnte nicht gut gehen. Beim Herausgehen hatten wir u.a. Marx & Engels intim, gelesen von Harry Rowohlt und Gregor Gysi und On se left you see se Siegessäule von Tilman Birr im Gepäck. Ausserdem das Hörbuch Diamantenfieber, gelesen von Oliver Siebeck.

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Kulturelle Ausbeute.

Dabei handelt es sich um den vierten Fall des berühmtesten Geheimagenten der Welt, den man vor allem aus der Verfilmung von 1971 kennt. Der Roman seinerseits ist schon 1960 erschienen und in der Lesung gut doppelt so lang (281 Minuten) wie der Film (120 Minuten). „Liebesgrüsse aus den muffigen Siebzigern“ weiterlesen

King, King, Thor und Stephenson

Mein Hörbuchverbrauch in letzter Zeit ist sagenhaft. Dafür fühlt sich der Kindle vernachlässigt. Vielleicht ist es ein Zeichen von Dekadenz, dass ich mir immer häufiger vorlesen lasse, statt selbst zu lesen. Aber ich halte mich lieber an den positiveren Erklärungsansatz, nämlich: Ich lese sonst so viel, dass hören eine angenehme Abwechslung darstellt. Und eben: Um Bücher auf der #Velorunde und bei der Hausarbeit zu konsumieren, benötigt man sie in der Darreichungsform der Lesung.

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Also, kurz und bündig der jüngste Durchlauf:

«Under the Dome» von Stephen King. Rechtzeitig zum Start der Fernsehserie habe ich das (leider von Audible.com in der Schweiz nicht verkaufte) und von Raúl Esparza gelesene Hörbuch hinter mich gebracht. „King, King, Thor und Stephenson“ weiterlesen

Blogpost heute mal mit Fussnoten

Harry Potter für Erwachsene, hatte Leo Laporte das Buch genannt. Ich hatte die Bücher von Frau Rowling gern gelesen, nachdem ich mich erst gegen die Lektüre gesträubt hatte. Mir gefielen die Figuren, vor allem manche Nebenfiguren, und wie die vielen Handlungsstränge geschickt ineinander verwoben sind. Manche Dinge gefielen mir wie dem Herrn Laporte weniger. Death Eater ist ein leicht bescheuerter Name, vor allem wenn man ihn wortwörtlich nach Deutsch übersetzt. Und die Zaubersprüche haben etwas von Gossenlatein. Wenn es so einfach wäre, könnte ich auch zaubern. Mein Zauberspruch wäre «Diarrhoeio!»1. Logisch, mit dem hängt man jemandem Durchfall an.

Darum habe ich mich auf The Kingkiller Chronicle von Patrick Rothfuss gestürzt und mir die beiden bisher erschienenen Bände der Trilogie zu Gemüte geführt2. Der Vergleich mit Potter entpuppt sich beim Lesen als oberflächlich. Die Parallele ist, natürlich, dass in beiden Büchern ein Zauberschüler im Mittelpunkt steht, und dass es sich um einen Bildungsroman oder eine Coming-of-age-Story handelt. Das ist dann aber auch schon alles. Während Potter in unserer Welt spielt, bzw. sich die Potter-Welt mit unserer überlappt, hat sich Rothfuss eine eigene Welt ausgedacht, die The Four Corners of Civilization genannt wird. Das lässt an George R.R. Martin denken – Königsmörderchronik oder Kingkiller Chronicle erinnern zwangsläufig an den Kingslayer.

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Auch Introvertierte können Helden sein. (Quelle alphacoders.com)
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Uff!

Nach knapp einem Jahr habe ich es (fast) geschafft, mich durch A Song of Ice and Fire (oder kurz Asoiaf) zu kämpfen. Die ersten vier Teile habe ich auf dem Kindle gelesen und den fünften Teil als Hörbuch gehört, gelesen von Roy Dotrice. Der spielt in der Fernsehserie den Pyromancer Hallyne, und er macht seine Sache auch als Sprecher ganz gut. Mit seinen Frauenstimmen bin ich allerdings nicht ganz einverstanden. Seine Daenerys kann ich nicht ernst nehmen.

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Unendliche Weiten…
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Schätzing kann auch Mittelalter

Mein Durchlauf an Hörbüchern ist in letzter Zeit gestiegen, und zwar auf Kosten des Fernsehkonsums. Als Einschlafhilfe sind die Hörbücher einfach besser geeignet, obwohl sie (und das mag jetzt paradox klingen) spannender und abwechslungsreicher als die Darbietungen im Bildfunk sind. Was die Mattscheibe, bzw. das Flachbildschirmpanel angeht, kommt es mir so vor, als ob die Werbeblöcke immer noch länger und nerviger werden würden. Ich kann mich aber auch täuschen. Vielleicht liegt es daran, dass ich immer weniger gewillt bin, mir den Werbeschrott anzutun. Natürlich passiert es mir wie vielen Betthörern, dass ich einschlafe, während das Hörbuch weiterläuft. Das ist anfangs etwas lästig. Doch mit etwas Übung findet man die Anknüpfungsstelle recht schnell wieder. Wichtig dafür ist eine Einteilung des Hörbuchs in nicht allzu lange Kapitel. Wenn es keine Kapitel gibt, arbeitet man mit der Lesezeichenfunktion der Audible-App. Man setzt ein Lesezeichen, wenn man mit der Wiedergabe beginnt – und wenn man gewohnheitsmässig nach 25 Minuten eingeschlafen ist, springt man zu dem Lesezeichen zurück und spult 20 Minuten vor.

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Jacop der Fuchs in der Stadtführung zum historischen Roman.
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Der über seinen Darm stolpert

Stephen King hat einige seiner Bücher bekanntlich unter dem Pseudonym Richard Bachman geschrieben. Laut Wikipedia, weil er nicht als Vielschreiber wirken wollte, und weil es ihn interessierte, ob die Bücher nur wegen dem Namen King auf dem Cover, oder wegen ihrer selbst gekauft würden.

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Arnie in der Haut von Ben Richards.

Da es in meiner Familie zwar keinen König, aber grossmütterlicherseits Bachmänner bzw. -frauen gibt, habe ich mich nach «11/22/63» und «The Stand» («Das letzte Gefecht») nun «Menschenjagd» in Angriff genommen. Ich habe mich beim Hörbuchfundus meiner Frau bedient und die übersetzte Fassung, gelesen von David Nathan gehört, obwohl ich bei King eigentlich die englischsprachigen Originale vorziehe, weil sich King einfach schlecht übersetzen lässt. Aber nachdem wir schon die beiden anderen Bücher jeweils doppelt in beiden Sprachen gekauft hatten, wollte ich mich für dieses mal mit der deutschsprachigen Variante begnügen. „Der über seinen Darm stolpert“ weiterlesen

Eyjafjalla in einer Nebenrolle

Anfangs Jahr hat es uns nach Island verschlagen. Wegen der Nordlichter, die sich uns aber verweigert haben, aber auch, um wieder einmal einen richtigen Winter zu erleben und in der blauen Lagune zu liegen. Und um uns in die passende Kulisse zum neuesten Werk von Michael Ridpath zu begeben, das wiederum in Island spielt und das ich mir erst für den Kindle besorgt hatte, um es dann als Hörbuch zu hören – weil Sprecher Seán Barrett eine knarrende Stimme hat und auch das Isländisch, soweit ich das beurteilen kann, richtig ausspricht. Bei den deutschen Hörbuchfassungen isländischer Bücher ist das nicht der Fall, was bei den Büchern von Arnaldur Indriðason gründlich den Spass verdorben hat. Es ist mir schon klar, dass es nicht allzu viele deutsche Sprecher gibt, die Isländisch beherrschen. Etwas Aussprachetraining könnte man den Sprechern indes schon angedeihen lassen, sodass sie wenigstens Reykjavík, Geysir und Eyjafjallajökull richtig über die Lippen bringen.

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Der Krimi zur Islandreise – denn zufällig hat der Kommissar beim Skógafoss nach Indizien zu suchen.

Letzterer spielt im Buch «Meltwater» eine wichtige Rolle. „Eyjafjalla in einer Nebenrolle“ weiterlesen

Mittelerde à la Stephen King

Über Weihnachten und Neujahr war ich mit einer Pandemie von unerhörtem Ausmass konfrontiert. Ich spreche nicht von der diesjährigen Grippe, die auch in mir ein williges Opfer gefunden hat. Ich spreche von Captain Trips, der tödlichen Supergrippe, die als Folge eines ausser Kontrolle geratenen Virenexperiments fast die ganze Menschheit ausrottet. Das übrig gebliebene Häufchen versucht zu überleben und sich gegen das personifizierte Böse zu wehren, das in der Gestalt von Stephen Kings Lieblingsdämon Randall Flagg in Erscheinung tritt.

Genau, Stephen King. Der steckt hinter dieser Geschichte, die 1978 zum ersten Mal in einer gekürzten Fassung veröffentlicht worden war. King hat sie 1995 in der ursprünglichen Version neu aufgelegt und 2012 ist bei Audible eine vollständige Lesung erschienen, wunderbar gelesen von Grover Gardner, der nicht nur eine angenehme Stimme hat, sondern auch die Figuren mit ihren Dialekten und sprachlichen Eigenheiten (M-O-O-N, that spells Tom Cullen) zum Leben erweckt.

Ich hatte so meine Skrupel, nach «11/22/63» schon wieder ein King-Werk in Angriff zu nehmen – und obendrein eines, das noch deutlich länger ist. Fast 48 Stunden lang läuft die Lesung, und auf so ein Abenteuer lässt man sich nicht leichtfertig ein.
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Mittelerde, aber mit Humor

Am 21. September 1937 erschien der fantastische Roman «Der kleine Hobbit» von John Ronald Reuel Tolkien. Mit dieser Geschichte – der Vorgeschichte zum «Herrn der Ringe» – entwarf der englische Schriftsteller eine wundersame Fabelwelt, die bis heute Millionen von Menschen fasziniert. Der Morgomat beschäftigte sich im September 2009 mit dem kleinen Hobbit und J.R.R. Tolkien.

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Der deutsche Schriftsteller, Journalist und Radiosprecher Gert Heidenreich hat 2008 «Der Kleine Hobbit» neu als Hörbuch eingelesen. Das Niedliche wurde aus dem Titel entfernt, der lautet nun – wie im englischen Original – einfach «Der Hobbit». 10 CDs sind entstanden, insgesamt 654 Minuten lang. „Mittelerde, aber mit Humor“ weiterlesen

Mit den Ohren lesen

Die Rubrik Lies das wurde in der letzten Zeit in diesem Blog sträflich vernachlässigt. Das liegt daran, dass ich mich immer noch durch «A Song of Ice and Fire» kämpfe und da inzwischen in der Mitte des vierten Bandes angelangt bin.

Immerhin – der Hörbuchörerei fröne ich auch weiterhin mit Leidenschaft und habe darum nachfolgende Liste kompiliert, die kurze und knackige Tipps zu diesem Gerne enthält. In die Rubrik «Lies das» wird dieses Posting einsortiert, weil hörbuchantipathische Zeitgenossen die angegebenen Werke auch lesend rezipieren können…

Sebastian Fitzek habe ich das Buch Das Amokspiel zu verdanken, das mich deswegen interessierte, weil es beim Radio spielt. Zwar nicht bei Stadtfilter, denn zum einen spielt die Geschichte in Berlin. Und zum anderen hat der Mann, der zu einer öffentlichen Geiselnahme entschlossen ist, keinen alternativen, sondern einen massentauglichen Sender für seine Aktion ausgesucht.

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