Sturmtruppler, Deepfakes, Bücherwürmer

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Ein Requisitenfundus im Internet liefert Hunderte von digitalen Objekten, aus denen sich auch dann komplexe Szenen bauen lassen, wenn man keine Erfahrung mit 3-D-Objekten hat.

Die neue Publisher-Ausgabe ist da – und damit jede Menge frischer Tipps und Tricks:

  • Aus Einzelseiten ein Poster basteln ist der Aufmacher-Tipp zu InDesign: Er erklärt, wie man Seiten flexibler anordnen kann als nach Doppelseiten. Ausserdem Tipps zu kreativen Magazincovern, Tabellen mit transparenten Zelleinfassungen und zum Abschalten unnötiger Dialoge. In Photoshop erfährt man mehr zur schnellen Ebenenwahl, zu den Testmöglichkeiten künftiger Funktionen und zu versteckten Möglichkeiten bei der Farbauswahl.
  • Kartenmaterial für die Veröffentlichung erklärt, wie man an Material herankommt, das man in kommerziellen Web- und Printprodukten verwenden darf. Ausserdem gibt es Tipps, wie man das auch gestalterisch so aufbereitet, dass es auch zur Publikation passt. Plus Tipps für Typografen, für die Schriftsuche, für mehr Effizienz in Illustrator und zu Bildcollagen und Infografiken.
  • So fahren Sie sichere Siege ein!
    Zumindest wenn es darum geht, komplexe Szenen zu gestalten. Die Versatzstücke liefert, frei dreh- und positionierbar, ein Requisitenhändler aus dem Internet.

Die Beioträge für den Tagesanzeiger und die angeschlossenen Zeitungen: „Sturmtruppler, Deepfakes, Bücherwürmer“ weiterlesen

Schärfe, Schlagbäume, Chilbimonster

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Ich bin ein Pop-Art-Künstler! (Dass mir eine Photoshop-Aktion geholfen hat, braucht niemand zu erfahren.) (Originalbild: Spencer Selover/Pexels.com, CC0)

Es gibt eine frische Ladung Tipps und Tricks fürs Publishing:

Die richtige Schärfe für jedes Bild «Mit alles und scharf?» gilt nicht für Photoshop: Die Schärfungsfilter des Bildbearbeitungsprogramms sollten nicht wie Paprikasosse über ein Bild gekippt werden. Plus einige Tipps für InDesign: Text einfügen ohne Format, Verzögerungen bei der Texteingabe beheben und globale Vorgaben konfigurieren, sowie zurücksetzen. Bei Photoshop erkläre ich den Verblassen-Befehl, die Möglichkeiten, Füllmethoden durchzuprobieren und den Sinn und Zweck der Vorlagedatei (PSDT).

Das Comeback des ordinären Verlaufs Der Farbverlauf, neudeutsch auch «Gradient» genannt, hat bei den Designern nicht gerade den besten Ruf. Das liegt daran, dass sie von Hobby­designern überstrapaziert werden, seit CorelDraw sie irgendwann in den 1990ern eingeführt hat. Und schuld ist auch der Umstand, dass die Verläufe im Druck oft nicht gut rüberkommen – und selbst am Bildschirm manchmal hässliche Streifen bilden. Trotzdem erleben die Verläufe ein Comeback, und dazu gibt es einige Tipps. Plus: 50’000 Icons auf Vorrat, die Typo-Tricks von Michael Wassenberg, 15 prämierte Fotos, die 100 besten Schriften aller Zeiten und die populärsten Photoshop-Blogs. Spannend auch fontsinuse.com: Diese Websites zeigt, wie Fonts im echten Leben eingesetzt werden.
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Wie man Dinge sagt, ohne sie zu sagen

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Falls das ein Schweizer Berg sein soll, schwenkt der Mann die falsche Flagge. (Bild: Dio Hasbi Saniskoro/Pexels, CC0)

Ich habe es wieder getan. Diese Sache, von der ich gesagt habe, dass ich sie nicht mehr tun werde. Nämlich, auf Wespennester zu schlagen. Bzw. mit Verschwörungstheoretikern zu diskutieren.

Dieses Mal bin ich in die Diskussion hineingestolpert und in einen längeren Facebook-Thread verwickelt worden, obwohl ich eigentlich nur kurz meine Meinung habe abgeben wollen. Es geht um die Besprechung von Roger Schawinskis Buch über Verschwörungstheorien (Amazon-Affiliate). Die Medienwoche hat eine Besprechung dazu veröffentlicht, die ich nicht stehen lassen wollte. Ich schätze die Medienwoche sehr, nicht zuletzt, weil sie immer mal Themen von mir aufgreifen 😊.

Doch in dem Fall hat sich die Medienwoche verrannt. Sie haben nämlich Schawinskis Buch über die Verschwörungstheoretiker von Stefan Schaer besprechen lassen, der mit den Worten «Er publiziert auf seinem Blog stefan-schaer.ch Inhalte, die andere als Verschwörungstheorien bezeichnen» vorgestellt wird. Das ist eine seltsame Distanzierung, die ich als Autor nicht so akzeptieren würde: „Wie man Dinge sagt, ohne sie zu sagen“ weiterlesen

Apple, Audiokassetten, Nobillag

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Not amused. (Bild: CoxinhaFotos/pixabay.com, CC0)

Die neue Publisher-Ausgabe hat vorne ein Loch. Doch inhaltlich gibt es keine Leerstellen:

  • Wenn Männer explodieren, dann war oft Photoshop am Werk. In den «Tipps und Tricks» wird erklärt, wie man den Effekt hinkriegt. Ausserdem: In InDesign alle verlinkten Bilder an einem Ort platzieren, die Laufweite und Formatvorlagen schnell ändern, den Befehl Layoutansicht teilen nutzen und Markierungen erstellen, die nicht gedruckt werden. Photoshop: Texte umfärben, zoomen und richtig weichzeichnen. Und auch ganz praktisch: Mit Acrobat PDFs aus der Zwischenablage erstellen.
  • Kommerzielle Farbkombinationen lassen sich bei einer praktischen Website nachschlagen: Die sammelt die Farbpaletten vieler grossen Marken zum Nachschlagen und runterladen. Plus in den Webtipps: Die Wirkung von Logos, Animation statischer Bilder in Photoshop, Video-Tutorials und Lern-Websites. Und eine Antwort auf die Frage, wie man mittels Photoshop Haare spriessen lässt.
  • Für Hypnotiker und Humanisten gedacht ist die neue, offene Schrift von IBM namens «Plex», sowie eine klevere Rasterungssoftware. Ausserdem Schriften aus Big Blues Vergangenheit und ein Font für Legasteniker, eine Alternative zu Lightroom, die ohne Katalog auskommt, ein InDesign-Script, das WordPress-Blogposts automatisch platziert, ein alternativer Erweiterungsmanager für die Creative Cloud von Adobe und zwei Sammlungen mit Overlay-Bilder für Photoshop, die Lichtschleier, Gegenlichtflecken und Schnee herbeizaubern.

Und wie üblich bei dieser Gelegenheit eine Übersicht der Artikel aus dem Tagi:
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Wenn es unterm Aluhut hervorknistert

«Da kannst du auch gleich mit dem Hammer auf ein Wespennest schlagen», hat mich neulich ein Freund auf Facebook getadelt. Und recht hat er. Was ich getan habe, war mit offenen Augen ins Verderben zu rennen. Wobei das Verderben in diesem Fall die Form einer epischen sozialmedialen Diskussion ohne Erkenntnisgewinn annahm. Respektive fast ohne Erkenntnisgewinn.

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Genau, die Leute. (Bild: 309/365 – its so they cant read your miiiiind maaaaan, B Rosen/Flickr.com, CC BY-ND 2.0)

Die Ausgangslage war ein Beitrag, bei dem ich mich ein bisschen darüber aufregte, dass sich manche Leute ständig über Zensur beklagen, dabei aber kontinuierlich den Beweis erbringen, dass hierzulande eben keine Zensur stattfindet. Denn gäbe es Zensur, wären die Plattformen blockiert, die besagte Leute vornehmlich für ihr Gejammer benutzen:

Die Folge war ein aufgescheuchter Wespenschwarm und ein Thread, der mehr als zweihundert (Sub-)Kommentare und zwei Blockierungen nach sich zog. Und wie gesagt: Viel rumgekommen ist nicht, weil man – wie schon vorher klar war – man mit Verschwörungstheoretikern nicht diskutieren kann.

Ein Ding war aber doch bemerkenswert – und darum lohnt es sich an dieser Stelle auch, über die ganze Sache zu bloggen. Ich habe nämlich im Verlauf der Diskussion folgende Feststellung gemacht:
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Apple entbündeln? So gehts

Wir haben neulich Apple mit guten Tipps versorgt, wie der Konzern sein Geschäft besser erledigen könnte. Unser Ziel ist dabei natürlich weder die Gewinnmaximierung noch die Steueroptimierung bei der berühmten Computerklitsche aus Cupertino. Wir hätten gerne eine Qualitäts- und Innovationsmaximierung von Tim Cook und seiner Mannschaft. Und schon eine Frustreduktion auf unserer Seite (z.B. in dem Fall) wäre ein Teilerfolg.

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In der Apple-Musik-App ist geniusmässig das Licht ausgegangen. (Bild: niekverlaan/Pixabay.com, CC0)

Besonders umstritten war unter den guten Ratschlägen die Entbündelung. Wie weit die gehen soll, ist eine eigene Diskussion wert: Die Maximalvariante wäre, Apple in drei Teile aufzuspalten: Hardware, Software, Dienste wie die iCloud. So weit muss man nicht gehen. Auch die Apple-Klone müssen nicht unbedingt zurückkommen, wie manche Kritiker der Idee befürchtet haben. Würden sie aber auch nicht, da Apple inzwischen Intel-CPUs verwendet. Man kann auf seinem Mac problemlos Windows oder Linux laufen lassen.

Umgekehrt klappt es auch, Mac OS anstelle von Windows auf seinen PC zu bekommen, Stichwort Hackintosh. Offiziell ist das (bis jetzt) nicht vorgesehen. Dabei könnte die Entkoppelung von Hardware und Mac OS und der separate Vertrieb von Mac OS X bei Apples desolater Modellpflege helfen: MacBook Air, Mac Mini und Mac Pro sind alle mehr als angestaubt. Im Desktop-Bereich ist der iMac nicht alleinseligmachend. Die riesige Auswahl an PC-Hardware für Mac OS zu öffnen, wäre ein echter Dienst am Konsumenten.

Aber wie gesagt, die Zerschlagung in drei Teile ist nicht mein vordringliches Ziel, obwohl natürlich längst Gerichte über diese Frage befinden würden, wenn Apple einen ähnlichen Marktanteil hätte wie damals Microsoft, als es im Februar 2001 um die Frage ging, wie sehr der Konzern seine Marktstellung missbraucht. „Apple entbündeln? So gehts“ weiterlesen

20 Jahre!

Einer meiner früheren Chefs hatte eine Regel: Keinen Jubiläums- bzw. Jahrestags-Journalismus. Also keine Artikel im Stil von «Heute vor dreihundertsiebenundzwanzig Jahren wurde in Schweden die handbetriebene Saftpresse erfunden.» Ich fand die Regel in dieser Form zu apodiktisch und habe mich auch nicht immer daran gehalten. Ich finde Artikel aus historischem Anlass meist eher uninteressant. Doch wenn man Erkenntnisse für die Gegenwart gewinnen kann, haben sie ihre Berechtigung. Ich habe darum über Alan Turing und über den vierzigsten Geburtstag des Mikrochips geschrieben.

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So langsam gehen die Kerzen aus. (Bild: Matthias Zomer/pexels.com, CC0)

Beides meines Erachtens aufklärerische Stücke mit Bedeutung fürs Hier und Jetzt. Zumal ich damals feststellen musste, dass manche Kollegen keine Vorstellung davon hatten (und mutmasslich noch immer nicht haben), dass einer im Lauf der Zeit mal ein Ding namens Transistor erfunden hat und ein anderer mit dem integrierten Schaltkreis aus dem Busch gekommen ist. Ein iPhone wäre doch deutlich unhandlicher, wenn es noch aus Relais und Röhren bestehen würde.

Heute muss ich die Keine-Jubiläums-Stücke-Regel aus eigennützigen Gründen brechen … abgesehen davon, dass die im Blog hier eh nicht gilt, weil hier der Chef mit seinen eigenen Richtlinien bloggend zugange ist. Und abgesehen davon, dass es auch nicht allzu feierlich werden soll, sondern eher in Richtung Abgesang geht. „20 Jahre!“ weiterlesen

Eine Anekdote aus dem Giftschrank

Neulich habe ich in meinem Giftschrank das «PC-Kummerbuch 5» gefunden. Das hat zum ersten und einzigen Gerichtsfall Anlass gegeben, an dem ich beteiligt war. Eine alte Geschichte, die inzwischen den Status einer Anekdote hat. Und deswegen auch gut hier im Blog erzählt werden kann.

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Da, wo dieses Fläschchen hingehört, liegt jetzt das Buch, um das es heute hier geht. (Bild: qimono/pixabay.com, CC0)

Als ich im Jahr 2000 beim Tagi angefangen habe, war der «Computerbund», wie er damals hiess, ausgelagert. Eine Firma namens Mediaware hat ihn betreut, und sie hat mich angestellt. Falls ich mich richtig erinnere, ging diese Konstellation auf Roger de Weck zurück. Er wollte auf diese Weise etwas für die hiesige KMU-Szene tun.

Im März 2003 fand das Outsourcing ein Ende. Der Tagi wollte den so genannten sechsten Bund, zu dem auch der montägliche Computerbund gehörte, neu konzipieren. Geplant war ein Gesellschaftsbund, für den Platz geschaffen werden musste. Und damit man auch die Option hatte, für die Gesellschaftsthemen die digitalen aufzugeben, wurde die Zusammenarbeit beendet.
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Datenjournalistische Selbstbeweihräucherung

Neulich habe ich mich im Beitrag Das dreissigste Berufsjubiläum selbst beweihräuchert. Hinterher ist mir aufgegangen, dass ich eine grossartige Gelegenheit verpasst hatte, die Selbstbeweihräucherung mit den Mitteln des Datenjournalismus auf die Spitze zu treiben.

Denn ich pflege eine (hier und hier schon einmal erwähnte) Access-Datenbank, in der ich meine Artikel erfasse. Mit der kann man nun einige Auswertungen anstellen, die Erkenntnisse zulassen, die interessant für mich sind und im Idealfall meinem Publikum hier im Blog nicht komplett an der Kehrseite vorbeigehen.

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Der Ausstoss, gemessen in Anzahl Artikeln pro Jahr.

Mich hat natürlich interessiert, wie sich meine Produktivität über die Jahre entwickelt hat. Ich habe mir daher die Zahl der Artikel für jedes Jahr zusammenzählen lassen. Und das Resultat ist bemerkenswert, wenigstens für mich: „Datenjournalistische Selbstbeweihräucherung“ weiterlesen

Das dreissigste Berufsjubiläum

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Seit 30 Jahren Journalist. Die Themen haben sich geändert, der Spass ist geblieben.

Heute vor 30 Jahren ist zum ersten Mal ein honorierter Zeitungsartikel von mir erschienen. Nein, kein grosses Enthüllungsstück, sondern eine typische Lokalreporterarbeit. Die mich immerhin auch fürs Feuilleton qualifiziert hätte. Ich war damals Gymnasiast und habe nach der Matura ein Volontariat angetreten. Damit, mit einer dreimonatigen Reise durch die USA und mit der annähernd unvermeidlichen RS, habe ich die Zeit bis zum Studienbeginn an der Uni Zürich überbrückt.

Und eine Sache ist bemerkenswert und entbehrt nicht einer gewissen Ironie: „Das dreissigste Berufsjubiläum“ weiterlesen