Hässlich wie die Nacht

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Das kommt heraus, wenn Microsoft auf lässig macht.

Ich habe Apple neulich wegen des App-Stores kritisiert. Etwas muss man dem Unternehmen aber zu Gute halten: Es hat mit seinen Gestaltungsvorgaben und seiner Geschmackspolizei dafür gesorgt, dass Apps (und im Schlepptau auch viele Desktop-Computerprogramme) ästhetisch ansprechender geworden sind.

Da könnte man tatsächlich vergessen, wie hässlich Computerprogramme früher waren. Mich hat Mikko Hyppönen, der Chefentwickler von F-Secure (siehe Video unten) neulich daran erinnert. „Hässlich wie die Nacht“ weiterlesen

Auf der Müllhalde der digitalen Geschichte

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Sowohl Microsoft als auch Apple haben mehrfach probiert, den Desktop sinnvoll anzureichern. Der Screenshot oben zeigt das Dashboard, das Apple mit Mac OS X 10.4 eingeführt hat. Im Beitrag «Kleinkram für den Tiger-Desktop» habe ich am 20. Juni 2005 geschrieben:

Das Dashboard ist nichts für Puristen und Ordnungsfreaks: Die augenfällige Neuerung aus Apples neuem Betriebssystem Tiger lädt geradezu ein, den Desktop mit vielen bunten Miniprogrämmchen zu übersäen und das gleiche Durcheinander anzurichten, das bei vielen Zeitgenossen auch auf dem realen Schreibtisch herrscht.

Abgesehen von der Verluderungsgefahr ist das Dashboard eine gute Sache: In so genannten Widgets präsentiert dieses «Armaturenbrett» wichtige Informationen und kleine Spielereien. Die Bezeichnung Widget ist ein Zusammenzug aus Window und Gadget und bedeutet so viel wie Trickfenster.

Bei Microsoft hiess der erste Versuch Active Desktop. „Auf der Müllhalde der digitalen Geschichte“ weiterlesen

Naiv und blauäugig

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Solche Screens mussten wir den Zeitungslesern damals zumuten – weil man nur so die Sicherheit auf ein vernünftiges Mass erhöhen konnte, wenn man viele Microsoft-Technologien abgeschaltet und nur auf wenigen Sites zugelassen hat.

Wo ich es vorgestern von Scareware hatte:

Microsofts Browser ist wie ein kleines Kind, das von jedem Fremden Süssigkeiten entgegennimmt. Immer mehr Websites installieren über Hintertürchen ungefragt ihre Spione bei ahnungslosen Surfern, bespitzeln den Surfer und bieten auf eigene Faust Such- oder Startseiten an, die sich nicht löschen lassen. Spyware ist schwer im Kommen. Besonders dreist: Neuerdings werben die Spyware-Verbreiter auf ihren Zwangsstartseiten für Tools, mit denen sich angeblich Spyware beseitigen lässt. Es versteht sich von selbst, dass man von diesen die Finger lässt.

So heisst es im «Tipp der Woche» vom 5. Juli 2004 unter dem Titel «Spyware-Barriere für Explorer». Die Empfehlung damals: Die unsichere Java-Maschine des Internet Explorer durch diejenige von Sun (heute Oracle) zu ersetzen, ActiveX abzuschalten und die Sicherheitszonen bzw. -stufen in Microsofts Browser sinnvoll zu konfigurieren (in den Internetoptionen bei Sicherheit).
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Als das Mobiltelefon noch ein Datengefängnis war

Alles viel einfacher heute beim Datenaustausch… oder doch nicht?

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Damals der letzte Retter in der Not.

Ohne Zweifel hat die Cloud ihre Schwächen und Probleme. Das Leben macht sie uns aber leichter. Die Kamerasicherung schickt neue Fotos automatisch in die Dropbox oder in den iCloud-Fotostream. Via Google werden Kontakte und Termine synchronisiert. Und in der Datensicherung landen nicht nur SMS oder WhatsApp-Kurzmitteilungen, sondern auch spektakuläre High-Scores bei Orbital oder Relic Run.

Das war bekanntlich nicht immer so. „Als das Mobiltelefon noch ein Datengefängnis war“ weiterlesen

Tummelplatz für digitale Spielkinder

Beim Blick in mein Archiv für die Rubrik Zufallsscreenshot des Tages bin ich folgendem Screenshot begegnet.

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Motion damals…

Er zeigt Motion, Apples Programm zur Video-Animation, ungefähr vergleichbar mit After Effects von Adobe. Ich habe die erste Version damals im Beitrag Pixel mit Bewegungsdrang für den Publisher vorgestellt.
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Die Viren sind schon vorinstalliert

Wer findet, Microsoft sei mit Windows 10 auf dem falschen Dampfer, der kann mit Windows 93 in Nostalgie schwelgen. Unter windows93.net findet sich eine Parodie auf die alten Versionen von Microsofts Betriebssystem. Zwischen Windows 3.11 und Windows 95 angesiedelt, ist dieses System schreiend bunt, annähernd unbrauchbar, und es wird schon von Haus aus mit diversen vorinstallierten Viren ausgeliefert.

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Viren und Schmuddelprogramme – so hat Windows unsere Erinnerung geprägt.

Anklicken sollte man Castle Gafa 3D, wobei es sich um eine (spielbare) Veräppelung von Wolfenstein 3D handelt. Virtual Girl ist eine animierte Frau, die auf der Taskleiste herumstrawanzt – sowas gab es damals tatsächlich. Ich habe am am 2. November 2002 ein solches Programm vorgestellt:
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Als Google und ich beim Tagi unseren Einstand hatten

Wie jung manche von uns anno dozumals ausgesehen haben!

Morgen habe ich ein halbrundes Jubiläum, wenn man so sagen kann: 15 Jahre beim Tagi. Im Februar 2000 war meine Premiere. Am Montag, den 21 habe ich die Auftaktgeschichte bestritten. «Geschäftstüchtiges Windows» hiess sie und drehte sich um das brandneue Windows 2000:

Seit letztem Donnerstag steht der NT-4-Nachfolger unter dem Namen Windows 2000 am Start und bringt die wohlgeordnete Windows-Welt durcheinander. Das neue System strotzt vor NT-untypischen Eigenschaften, die «nur» der Unterhaltung dienen und damit eigentlich in den Hoheitsbereich von Windows 98 fallen würden.

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Die Fehler bei den Fehlermeldungen

Gestern habe ich über die sprachlichen Herausforderungen geschrieben, die sich bei Texten über Tech-Themen oft stellen. Die gleichen Ursachen führen dazu, dass sich unsere Artikel oft sehr schwer bebildern lassen. Abstrakte Konzepte werden typischerweise in Symbolbildern ausgedrückt, die manchmal passen. Oft passen sie nicht, häufig sind sie ausgelutscht.

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Etwas schöner ausschneiden hätte man die auf Papier ausgedruckte Fehlermeldung ja können…

Beim Tagi unterstützt uns die Bildredaktion heute nach Kräften. Früher mussten wir uns oft selbst behelfen. So ist auch obiges Foto entstanden. Es wurde gewissermassen aus der Not geboren, um den Artikel «Tipps zur Absturzbekämpfung» vom 3. Oktober 2005 zu illustrieren. Auf dieses Meisterwerk bin ich noch heute stolz. „Die Fehler bei den Fehlermeldungen“ weiterlesen

Ein Ärgernis weniger

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Bei diesem Screenshot aus meinem Archiv läuft es einem kalt den Rücken herunter: Dieses Screendesign! Und das Programm! Und überhaupt!

Am 5. Mai 2003 schrieb ich zu der selbstgebrannten CD als Datenspeicher:

Alltagsaufgaben sind die Domäne der im Fachhandel erhältlichen Brennprogramme. Sie erstellen einerseits Datenbackups, bespielen oder löschen wiederbeschreibbare CD-RWs, sind auch für Musik- oder Fotoscheiben einsetzbar. Die Grundversorgung lässt sich sowohl mit WinOnCD als auch mit Nero Burning ROM abdecken. Nero 5.5 (89 Franken bei tradeup.ch) ist einfacher in der Bedienung; gerade auch für Anfänger. WinOnCD in der kürzlich erschienenen 6. Auflage (89 Franken ist bei trade-up.ch) hat bei den Multimedia-Möglichkeiten die Nase vorn.

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Zum Glück haben wir heute schöne Browser

Vor einem Monat feierte Netscape Navigator seinen 20. Geburtstag. Vor genau einer Woche war der zehnte Geburtstag von Firefox. Das habe ich zum Anlass genommen, um in meinem Archiv nach Browser-Screenshots zu suchen.

Netscape-Gründer Marc Andreessen musste sich dem Internet Explorer geschlagen geben. Er ist heute Investor und sitzt im Aufsichtsrat von Facebook.

Was ich gefunden habe, brachte mich zur Einsicht, dass ich, falls ich jemals eine Zeitreise machen darf, entweder in die Zukunft reisen werde. Oder aber so weit in die Vergangenheit, dass ich nicht zufällig einem dieser alten Browser begegne. Weil: Das geht ja gar nicht!
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