Google und die Grüselwörter

Eine der ewigen Beta-Funktionen ist dieser Tage offiziell lanciert und auf die Hauptseite auf google.com vorgestossen: Google Suggest schlägt beim Tippen beliebte Suchworte vor und zeigt auch gleich, wie häufig die sind. Bei Microsoft heisst das «Autovervollständigung».
080827_googlesuggest.png
Auf den ersten Blick praktisch, auf den zweiten Blick wohl eher Ablenkung. (Was zum Geier ist ein Clickonaruba?) Ich weiss in 99 Prozent der Fälle, was mich intressiert, ergo brauche ich keine Suchhilfe. Und ein Wort selbst zu Ende zu tippen, macht mir auch nicht zuviel Mühe – wobei Google Suggest auf dem iPhone Gold wert wäre.
Auf dem Webmaster-Blog macht man sich bereits Gedanken, wie dieses Feature von Spammern missbraucht werden könnte. Wieder andere unterstellen, Google würde vor allem Begriffe vorschlagen, die als AdWords Geld einbringen. „Google und die Grüselwörter“ weiterlesen

Die Rivella-Rezension

Ob die Farbe gelb sich wirklich eignet für ein Getränk dieser Art? Man könnte nebst Sommer, Sonne, Sonnenschein auch eine andere, weniger konsumfördernde Assoziation haben. Schliesslich wird auch Rivella Rot, Blau und Grün zu der gelben Variante, nachdem sie den menschlichen Körper passiert hat. Aber so darf man das nur als engstirniger und fortschrittsfeindlicher Mensch sehen. Schliesslich gibts die gelbe Farbe auch bei unseren Lieblingetränken Bier und Weisswein und die trinken wir ja auch nicht wegen der Farbe. Genausowenig, wie wir sie wegen der Farbe nicht trinken.
Darum wage ich mich mutig an den Test und an die Rivella Rezension. Bekannt und doch neu und überraschend, so muss die neue Geschmacksvariante des Schweizer Selbstverständnis’ in Limonadenform sein. „Die Rivella-Rezension“ weiterlesen

Ein halber Stromausfall?

Unverholene Schadenfreude in der Blogosphäre. Ein kleines Nagetier findet einen Weg in den Transformator und legt Radio und Fernsehen lahm.

Aus Sicherheitsgründen schaltete sich nach dem Kurzschluss ein Transformator im ewz-Unterwerk Aubrugg selbstständig aus. Das Eichhörnchen starb.

Ich bin gerührt, dass die Schweizerische Depeschenagentur das Schicksal des armen Eichhörnchens nicht ausser Acht lässt. Ins Sinnieren komme ich aber bei dieser Aussage:

Das Schweizer Fernsehen habe zwar eine Notstromanlage, aber diese sei zu klein, um einen totalen Stromausfall zu beheben, sagte der Pressesprecher des Schweizer Fernsehens, Marco Meroni, auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA.

„Ein halber Stromausfall?“ weiterlesen

Dumme Dummheitsthese

Im «Spiegel»-Titel der Ausgabe 33/08 geht es darum, ob das Internet uns dumm macht. Über eine ganz ähnliche These haben wir vor nicht allzu langer Zeit auch im Digitalk geredet. Da ging es um die These, dass Google uns verdummt. Und der «Spiegel»-Titel bezieht sich dann auch auf diesen Text aus der New York Times. „Dumme Dummheitsthese“ weiterlesen

Sprechen deutösch?

Das Spam-Mail des Tages:

Hi!
Ich bin gern der Fotografie und immer haben wollte auf meinem Computer vollständiges Paket von Adobe. Photoshop und alles andere …
Viel einfacher, wenn alle Programme in ihrer Muttersprache der deutschen Sprache und müssen nicht aus dem Englischen zu übersetzen! Zufällig fand dieser Site: [zensuriert] sie haben mehr als 300 Programme in deutösche Sprache für PC und MAC, überraschend niedrigen Preis, ist es besser zu sehen, selbst …

Ich bin auch gern der Fotografie, aber Meinung habe ich Software bitte kaufen legal.
Böse Zungen würden womöglich behaupten, dieses Mail könnte genauso gut auch von Adobe kommen. „Sprechen deutösch?“ weiterlesen

Blaue Bälle

«Das Blue Balls macht seinem Namen alle Ehre»

Diese Aussage habe ich eben auf DRS3 gehört und hat bei mir eine so starke körperliche Reaktion ausgelöst, dass ich umgehend ein Mail mit folgendem Inhalt ans Staatsradio schicken musste:

Bitte um eine nähere Erklärung oder den Hinweis, dass diese Aussage nicht wörtlich zu verstehen ist!

Das «Blue Balls» ist ein Festival, das im noblen Kultur- und Kongresszentrum Luzern stattfindet und dessen nicht so nobler Name mir einige Rätsel aufgibt. Ich war nie bei diesem Festival und werde einen Besuch auch nicht in Erwägung ziehen, so lange ich allenfalls irgendwann die Vaterschaft antreten möchte. Ich kann mir diesen Namen wirklich nur so erklären, dass hierzulande Kenntnisse der englischen Sprache zwar gern postuliert werden, dann aber doch nicht vorhanden sind. Und dass man auch von Wikipedia nie gehört hat. „Blaue Bälle“ weiterlesen

Ver-apple iphönelt

Das iPhone werde ich nicht kaufen, auch wenn mich His Steveness auf Knien anfleht.

Das hat dieser Blogger hier in diesem Blog vor genau 275 Tagen geschrieben. So geschickt, wie ich das damals formuliert habe, kann ich mich noch nicht einmal aus der Affäre ziehen, indem ich behaupte, His Steveness hätte mich auf Knien angefleht. (Was ihr natürlich alle glauben würdet.)
Ich würde euch ja gern Schweigegeld bezahlen, damit dieser 180°-Meinungsumschwung nicht publik wird. Aber nach aktueller Zählung hat der Beitrag «iPod und die Folgen» 4993 Views. Wenn ich also jedem zwänzg Stutz zahle, ergibt das fast 100’000 Franken. Also bleibt nur der Gang nach Canossa und die Bitte an meine Leser, über die fehlende Willensstärke des Herrn Schüssler hinwegzusehen.
Also, ja, ich gestehe: Ich habe ein Eifoun bestellt. Ja. Gut, das iPone Driitschii. Ich könnte ja nun behaupten, das damalige Bekenntnis hätte sich auf das Eifoun 1.0 bezogen. Das wäre zwar nicht ganz gelogen, aber Haare gespalten.
Aber zum eigentlichen Thema. „Ver-apple iphönelt“ weiterlesen

www.adress.salat

Da habe ich mir vorgestern halbherzig einen SdM aus den Rippen geleiert, und dann lese ich heute das:

Der ICANN-Vorstand hat sich auf seiner Sitzung in Paris einstimmig für die Annahme des neuen Prozesses zur Schaffung von generischen Top-Level-Domains [gTLDs] ausgesprochen. Bereits im Frühjahr 2009 sollen sich Interessenten für die neuen Adressen bewerben können. (…) Der Vorstand sprach sich einstimmig für die Annahme des Entwurfs der ICANN-Unterorganisation Generic Names Support Organization [GNSO] aus (…) Das bedeutet, dass es schon bald neben Domains wie .com, .org und .net auch Adressräume wie .graz, .berlin und .verlag geben wird. (futurezone.orf.at)

Das ist, mit Verlaub, ein Riesenmist. „www.adress.salat“ weiterlesen

Realität ist, was ist

Ich bin euch noch einen SdM für Juni schuldig. Und ich bin geneigt, den SdM zum SdM zu erklären. Denn wie soll man entspannt bloggen, wenn man eine Rubrik mit eingebauter «Deadline» zu befüllen hat? Die schreit nach Postings, ohne sich an der Nachrichtenlage zu orientieren. Aber die Pein der Themensuche bleibt dem Blogger nicht erspart. Auch wenn Blogger gern so tun, als würden ihnen die Themen schon zufliegen, wenn sie am morgen die Jeans über den Hintern streifen.

Also, als ich mich heute Morgen angezogen habe, ist mir in den Sinn gekommen, dass ich mich gestern bei meiner Abendlektüre ein bisschen aufgeregt habe. Ich lese gerade «Die dunkle Seite» von Frank Schätzing. Ein zentrales Element ist die Virtualisierung des Lebens. „Realität ist, was ist“ weiterlesen

Die Geisterschreiber kommen

«Systeme für messerscharfe Rechner» ist die Überschrift des Artikels auf Seite 14 und 15 in der «Computerworld» vom 23. Mai. Es geht um Blade-Server, also um Server in einer speziellen Bauform. Im Artikel geht es nicht um einzelne Modelle, sondern um die Vorteile von Blade-Servers und darum, wie KMUs sie einsetzen können. Illustriert ist der Artikel mit einem anderthalbspaltigen Abbildung eines IBM BladeCenters und einer dreispaltigen Abbildung eines HP ProLiant Blade-Systems. Geschrieben wurde der Artikel von Paul Schaffner. Die Fussnote verrät, dass der Autor Business Unit Manager Industry Standard Servers bei Hewlett-Packard Schweiz ist.

Gut, denn der Mann hat Ahnung, wovon er schreibt. HP ist weltweit Marktführer bei Blade-Servern. Der Tonfall des Artikels ist neutral und es kommt kein einziger Herstellername im Text vor. Er ist also auch objektiv und verlässlich als Informationsquelle (soweit ich das als Nicht-Blade-Server-Sachverständiger beurteilen kann). Nun, man kann sich natürlich fragen, ob im Text von «Blade-Systemen» die Rede wäre, wenn ein IBM-Manager ihn geschrieben hätte. Laut Wikipedia hat HP auch die Bezeichnung «Blade-System» geprägt, IBM verwendet den Terminus «BladeCenter». „Die Geisterschreiber kommen“ weiterlesen