Realität ist, was ist

Ich bin euch noch einen SdM für Juni schuldig. Und ich bin geneigt, den SdM zum SdM zu erklären. Denn wie soll man entspannt bloggen, wenn man eine Rubrik mit eingebauter «Deadline» zu befüllen hat? Die schreit nach Postings, ohne sich an der Nachrichtenlage zu orientieren. Aber die Pein der Themensuche bleibt dem Blogger nicht erspart. Auch wenn Blogger gern so tun, als würden ihnen die Themen schon zufliegen, wenn sie am morgen die Jeans über den Hintern streifen.

Also, als ich mich heute Morgen angezogen habe, ist mir in den Sinn gekommen, dass ich mich gestern bei meiner Abendlektüre ein bisschen aufgeregt habe. Ich lese gerade «Die dunkle Seite» von Frank Schätzing. Ein zentrales Element ist die Virtualisierung des Lebens. „Realität ist, was ist“ weiterlesen

Die Geisterschreiber kommen

«Systeme für messerscharfe Rechner» ist die Überschrift des Artikels auf Seite 14 und 15 in der «Computerworld» vom 23. Mai. Es geht um Blade-Server, also um Server in einer speziellen Bauform. Im Artikel geht es nicht um einzelne Modelle, sondern um die Vorteile von Blade-Servers und darum, wie KMUs sie einsetzen können. Illustriert ist der Artikel mit einem anderthalbspaltigen Abbildung eines IBM BladeCenters und einer dreispaltigen Abbildung eines HP ProLiant Blade-Systems. Geschrieben wurde der Artikel von Paul Schaffner. Die Fussnote verrät, dass der Autor Business Unit Manager Industry Standard Servers bei Hewlett-Packard Schweiz ist.

Gut, denn der Mann hat Ahnung, wovon er schreibt. HP ist weltweit Marktführer bei Blade-Servern. Der Tonfall des Artikels ist neutral und es kommt kein einziger Herstellername im Text vor. Er ist also auch objektiv und verlässlich als Informationsquelle (soweit ich das als Nicht-Blade-Server-Sachverständiger beurteilen kann). Nun, man kann sich natürlich fragen, ob im Text von «Blade-Systemen» die Rede wäre, wenn ein IBM-Manager ihn geschrieben hätte. Laut Wikipedia hat HP auch die Bezeichnung «Blade-System» geprägt, IBM verwendet den Terminus «BladeCenter». „Die Geisterschreiber kommen“ weiterlesen

Scripte auszubuddeln

Am Wochenende hatten wir ein Rendez-Vous mit Indiana. Wie ich lese, hat «The Kingdom of the Crystal Skull» einen guten Start hingelegt. Trotzdem; wer nun seit 19 Jahren auf den neuen Film gewartet hat, muss eine herbe Enttäuschung gewärtigen. Es gibt zu wenige Rätsel und zu viele Aliens. Offenbar kann Mr. Spielberg keine Filme mehr drehen, in denen keine Ausserirdische vorkommen (zum Glück gab es wenigstens in «Schindler’s List» keine).
Nein, das Problem ist das Drehbuch. Natürlich; «Indiana Jones and the Last Crusade» hat die Latte hoch gelegt. Mit Sean Connery gab es einen tollen Co-Star, dem Shia LaBeouf leider nicht das Gralswasser reichen kann. „Scripte auszubuddeln“ weiterlesen

Mit Mails die Umwelt retten

Immer häufiger lese ich am Ende von elektronischen Nachrichten die Aufforderung «Please consider the environment before printing this email» (Denken Sie an die Umwelt, bevor Sie dieses E-Mail drucken). Umweltschutz ist doch etwas Schönes, vor allem dann, wenn er keine Opfer erfordert, null Mühe macht und obendrein völlig gratis ist.
Also, liebe Leute, wenn Ihr mir Mails schickt, verkneift euch diesen gut gemeinten Satz. Mails lese ich nämlich immer am Bildschirm. Und wenn ich sie ausdrucke, dann mit triftigem Grund. Weil ich sie über mein Bett hängen oder in die Hostentasche herumtragen will. Wenn ihr mich belehren wollt, dann mit wirklich nützlichen Ratschlägen: „Mit Mails die Umwelt retten“ weiterlesen

Verbietet Google!

Was lese ich heute im «Tagi»? Das da:

«Wettbewerbsfähigkeit ist wahrscheinlich der meistverwendete und missbrauchte Begriff der modernen Ökonomie», sagt der Lausanner Professor Stéphane Garelli und verweist als Beleg auf die 10,5 Millionen Nennungen des Wortes in der Internet-Suchmaschine Google.

Hallo? Ist es jetzt so weit, dass Professoren Google brauchen, um ihre Aussagen zu untermauern? Das wäre für mich der richtige Moment, die Suchmaschine zu verbieten. Ansonsten werden wir unweigerlich mit folgenden Aussagen konfrontiert werden: «Sex scheint wichtig zu sein für die Leute», sagt Nikolaus Nixblicker, eine der leuchtendsten Koryphäen der jungen wissenschaftlichen Disziplin der Googologie und Besserwisserei und verweist auf die 748 Millionen Nennungen des Wortes in der Internet-Suchmaschine Google.

„Verbietet Google!“ weiterlesen

Vigara to sell

Now, it has finally happened. I am selling “Vigara” (no, that’s no typo). And “Ciails – No Perscritpion Needde”. Some dumb-ass is sending out spam with my e-mail address and tons of “Undelivered Mail Returned to Sender”, “Undelivered Mail Returned to Sender”, “Delivery Status Notification (Failure)” and “Returned mail: see transcript for details” filling up my mailbox.
Well, since that has happened to everyone who has an e-mail address, there is no use to complain. So, let me focus on another topic here:
„Vigara to sell“ weiterlesen

Exzessivgoogeln

Peter Fleischer ist Datenschützer bei Google und gibt den Menschen gute Tipps:

Menschen müssen besser lernen, ihre Privatsphäre in der digitalen Welt zu managen. Sie müssen lernen, wann sie anonym bleiben wollen und wann sie identifiziert werden möchten. (Golem.de)

Jawoll, Herr Fleischer, recht haben Sie! Und was heisst das in bezug auf Ihren Arbeitgeber?

Google-Nutzer haben bei personalisierten Diensten Zugang zu dem, was Google gespeichert hat, inklusive des Rechtes auf Korrektur ihrer persönlichen Daten bis hin zu deren Löschung

Aha. Aus Ihrer Äusserung schliesse ich, dass die Google-Nutzer diese Möglichkeit zwar haben, aber offenbar überhaupt nicht nutzen. „Exzessivgoogeln“ weiterlesen

Schweine hüten

Roger Schawinski hat Radio 1 ins Leben gerufen, weil er es leid war, ständig geduzt zu werden. Das kann ich ihm nachfühlen. Ich finde zwar nicht, dass man Schweine zusammen gehütet haben muss, bevor man sich Du sagt. Aber die vielen Vertraulichkeiten, die einem von unbekannter Seite entgegen schlagen, empfinde ich oft als Anbiederung und bestimme sie daher zum Schweinefleisch, pardon: Schinken des Monats April.
Dass man bei Ikea geduzt wird, finde ich verkraftbar. „Schweine hüten“ weiterlesen

Haha, erwischt!

Ich überlege mir schon die ganze Zeit, wie ich es anstellen würde, um ein finanzielles Loch von vierzig Milliarden Franken anzurichten. Das ist gar nicht so einfach. Die nahe liegendste Idee, sinn- und verstandlose Vandalenakte, sind in keinster Weise zweckdienlich und bringen einen nicht einmal annäherungsweise in die angestrebte Grössenordnung. Man müsste schon eine Atombombe klauen. Aber das ist es nicht. Es geht ums Verlochen von Geld und nicht um realen Schaden an Gütern oder Menschen. Als Computermensch überlege ich mir irgend etwas mit Phishing oder Online-Betrug. Aber selbst da lehrt einen das schiere Ausmass der Angelegenheit Demut. „Haha, erwischt!“ weiterlesen