Herrn Schweizers bestes Stück

Es gibt gewisse Formulierungen, auf die ich allergisch reagiere. Die Sendung «Kassensturz» von SF kann ich mir nicht mehr anschauen, weil dort in jedem zweiten Satz von «Herr und Frau Schweizer» die Rede ist. Ein oberdümmliches Synonym für «Schweizer Konsumenten». Ähnlich schlimm ist die Formulierung «das beste Stück des Mannes», oder, im heutigen Tagi auf Seite 21, in der Variante «das beste Teil».
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VBA… adé!

Gemäss Rücksprache mit Microsoft kann im Office:mac 2008 wirklich kein Makro geschrieben werden. Die User die diese Funktion nutzen wollen, müssen die Version Office:mac 2004 benutzen.

Diese Information erhalte ich von der Pressefrau von Microsoft. Ich habe dort nachgefragt, weil ein Leser von mir wissen wollte, was denn die Meldung hier zu bedeuten hat:
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Also da glaubt man, alles gesehen zu haben, aber das haut mich nun doch aus den Socken. „VBA… adé!“ weiterlesen

Dunkle Stelle am Apfel

Nun ist aber doch ein Wort der Kritik fällig, was den Apple Store angeht. Grund dafür ist die Meldung, dass Apple offenbar unliebsame Programme vom iTunes App Store fernhält. Das kann man etwa bei maclife.de nachlesen:

In den letzten Monaten fielen einige Applikationen anscheinend Apples Richtlinien zum Opfer. Darunter so sinnfreie Anwendungen wie das virtuelle Furzkissen «Pull My Finger», das gegen das Warenzeichen Tetris verstoßende Tris-Spiel oder das Rollenspiel «Aurora Feint». Neuestes Opfer ist Podcaster, das – wie der Name schon sagt – Podcasts ohne den Umweg über iTunes aus dem Netz direkt auf den iPod touch oder das iPhone lädt. Da bereits seit längerem die Beweggründe für wieder aus dem App Store genommene oder gar nicht erst zugelassene Programme von vielen als «frustrierend» angesehen wurden, stellte der Entwickler von Podcaster einfach den von Apple genannten Grund online: «Weil Podcaster die Verbreitung von Podcasts unterstützt, kopiert es die Funktionalität der Podcast-Sektion von iTunes.»

Diese Begründung von Apple ist sowohl arrogant wie auch entlarvend: „Dunkle Stelle am Apfel“ weiterlesen

Zu lange inaktiv

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Also das nehme ich persönlich. Zählt den geistige Arbeit gar nichts? Warum wird abgestraft, wer nicht wild herumklickt? Steckt da schon die Webwerbungsmafia dahinter, die es am liebsten sieht, wenn man seinen Mauszeiger auf alles richtet, was sich bewegt oder nicht? Nein, da verweigere ich mich. Passiver Widerstand! Ziviler Ungehorsam! Mein Zeigfinger gehört mir!

Google und die Grüselwörter

Eine der ewigen Beta-Funktionen ist dieser Tage offiziell lanciert und auf die Hauptseite auf google.com vorgestossen: Google Suggest schlägt beim Tippen beliebte Suchworte vor und zeigt auch gleich, wie häufig die sind. Bei Microsoft heisst das «Autovervollständigung».
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Auf den ersten Blick praktisch, auf den zweiten Blick wohl eher Ablenkung. (Was zum Geier ist ein Clickonaruba?) Ich weiss in 99 Prozent der Fälle, was mich intressiert, ergo brauche ich keine Suchhilfe. Und ein Wort selbst zu Ende zu tippen, macht mir auch nicht zuviel Mühe – wobei Google Suggest auf dem iPhone Gold wert wäre.
Auf dem Webmaster-Blog macht man sich bereits Gedanken, wie dieses Feature von Spammern missbraucht werden könnte. Wieder andere unterstellen, Google würde vor allem Begriffe vorschlagen, die als AdWords Geld einbringen. „Google und die Grüselwörter“ weiterlesen

Die Rivella-Rezension

Ob die Farbe gelb sich wirklich eignet für ein Getränk dieser Art? Man könnte nebst Sommer, Sonne, Sonnenschein auch eine andere, weniger konsumfördernde Assoziation haben. Schliesslich wird auch Rivella Rot, Blau und Grün zu der gelben Variante, nachdem sie den menschlichen Körper passiert hat. Aber so darf man das nur als engstirniger und fortschrittsfeindlicher Mensch sehen. Schliesslich gibts die gelbe Farbe auch bei unseren Lieblingetränken Bier und Weisswein und die trinken wir ja auch nicht wegen der Farbe. Genausowenig, wie wir sie wegen der Farbe nicht trinken.
Darum wage ich mich mutig an den Test und an die Rivella Rezension. Bekannt und doch neu und überraschend, so muss die neue Geschmacksvariante des Schweizer Selbstverständnis’ in Limonadenform sein. „Die Rivella-Rezension“ weiterlesen

Ein halber Stromausfall?

Unverholene Schadenfreude in der Blogosphäre. Ein kleines Nagetier findet einen Weg in den Transformator und legt Radio und Fernsehen lahm.

Aus Sicherheitsgründen schaltete sich nach dem Kurzschluss ein Transformator im ewz-Unterwerk Aubrugg selbstständig aus. Das Eichhörnchen starb.

Ich bin gerührt, dass die Schweizerische Depeschenagentur das Schicksal des armen Eichhörnchens nicht ausser Acht lässt. Ins Sinnieren komme ich aber bei dieser Aussage:

Das Schweizer Fernsehen habe zwar eine Notstromanlage, aber diese sei zu klein, um einen totalen Stromausfall zu beheben, sagte der Pressesprecher des Schweizer Fernsehens, Marco Meroni, auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA.

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Dumme Dummheitsthese

Im «Spiegel»-Titel der Ausgabe 33/08 geht es darum, ob das Internet uns dumm macht. Über eine ganz ähnliche These haben wir vor nicht allzu langer Zeit auch im Digitalk geredet. Da ging es um die These, dass Google uns verdummt. Und der «Spiegel»-Titel bezieht sich dann auch auf diesen Text aus der New York Times. „Dumme Dummheitsthese“ weiterlesen

Sprechen deutösch?

Das Spam-Mail des Tages:

Hi!
Ich bin gern der Fotografie und immer haben wollte auf meinem Computer vollständiges Paket von Adobe. Photoshop und alles andere …
Viel einfacher, wenn alle Programme in ihrer Muttersprache der deutschen Sprache und müssen nicht aus dem Englischen zu übersetzen! Zufällig fand dieser Site: [zensuriert] sie haben mehr als 300 Programme in deutösche Sprache für PC und MAC, überraschend niedrigen Preis, ist es besser zu sehen, selbst …

Ich bin auch gern der Fotografie, aber Meinung habe ich Software bitte kaufen legal.
Böse Zungen würden womöglich behaupten, dieses Mail könnte genauso gut auch von Adobe kommen. „Sprechen deutösch?“ weiterlesen

Blaue Bälle

«Das Blue Balls macht seinem Namen alle Ehre»

Diese Aussage habe ich eben auf DRS3 gehört und hat bei mir eine so starke körperliche Reaktion ausgelöst, dass ich umgehend ein Mail mit folgendem Inhalt ans Staatsradio schicken musste:

Bitte um eine nähere Erklärung oder den Hinweis, dass diese Aussage nicht wörtlich zu verstehen ist!

Das «Blue Balls» ist ein Festival, das im noblen Kultur- und Kongresszentrum Luzern stattfindet und dessen nicht so nobler Name mir einige Rätsel aufgibt. Ich war nie bei diesem Festival und werde einen Besuch auch nicht in Erwägung ziehen, so lange ich allenfalls irgendwann die Vaterschaft antreten möchte. Ich kann mir diesen Namen wirklich nur so erklären, dass hierzulande Kenntnisse der englischen Sprache zwar gern postuliert werden, dann aber doch nicht vorhanden sind. Und dass man auch von Wikipedia nie gehört hat. „Blaue Bälle“ weiterlesen