Programme auf Zack bringen. Oder entsorgen

Die Blütezeit der Windows-Utilities ist längst vorbei. Zu recht, denn man darf erwarten, dass ein System sich selbst aushält. Wenn man ein Auto kauft, dann ist es auch nicht so, dass erst die Komponente eines Drittherstellers das Fahren ermöglicht und die Fortbewergung, sicher, angenehm und zuverlässig macht…

170915-secunia-psi-01.png
Abgesehen von den Problemen mit den langen deutschen Begriffen macht die Software ihren Job ganz ordentlich.

… wobei, doch eigentlich ist es so, dass man beim Auto zusätzlich zum Auto Dinge braucht, um autofahren zu können. Eine unverzichtbare Komponente, die von einem Dritten bereitgestellt werden muss, ist das Benzin. Und wenn man ein sauberes Auto haben möchte, braucht man einen Staubsauger, der auch nicht zur Grundausstattung gehört. Also, diese Analogie bringt uns nicht weiter. (Wie automobile Analogien einen übrigens selten weiterbringen.)

Wie auch immer: Die meisten Leute können tatsächlich auf Utilities und Hilfsprogramme verzichten. Der Grossteil der Programme, denen man im Netz begegnet, sind obsolet oder waren schon immer nutzlos. Oder sie sind dazu da, dem Nutzer das gute Gefühl zu verschaffen, alles für den Computer getan zu haben, was man als guter Nutzer tun kann.

Nun geht es mir darum, die Ausnahmen zu finden, die die Regel bestätigt: Jene Utilities, für die es auch heute noch gute Gründe gibt. „Programme auf Zack bringen. Oder entsorgen“ weiterlesen

Smarte Uhrdreingaben

Die typischen Smartwatch-Funktionen wie die Benachrichtigungen finde ich lästig – wie hier ausführlich breitgetreten. Die im Beitrag besprochene Fēnix 5S von Gramin (Amazon Affiliate) gehört inzwischen aber zur Grundausstattung. Sie ist ein Fitnessgadget, das mir allerdings im Moment «Formverlust» bescheinigt. Ein besonders höfliches Gadget ist die Uhr nicht.

170823-fenix-2.jpg
Das Telefon muss ganz in der Nähe sein! (Ist es, es macht gerade das Foto.)

Zwei Funktionen habe ich an der Uhr schätzen gelernt. Die würden es auf keinen Fall rechtfertigen, allein ihretwegen eine Smartwatch anzuschaffen. Aber wenn man aus guten Gründen eine schlaue Uhr trägt, dann sind sie eine nette Dreingabe.
„Smarte Uhrdreingaben“ weiterlesen

Wie Nerds bei Windows Dateien finden

170731-organisation.jpg
So aufgeräumt geht es auf der Festplatte selten zu und her. Darum braucht es gute Suchfunktionen. (Bild: Breakingpic/Pexels.com, CC0)

Die Windows-Suche ist ganz okay. Nicht grossartig, aber meistens findet man in weniger einer halben Stunde ungefähr das, was man gesucht hat. Nützlich finde ich die Einschränkungsmöglichkeiten. Mit name sucht man nur nach Dateinamen (name:hinz-kunz.doc). Mit art grenzt man nach Dateiart ein (art:ornder sucht nur nach Verzeichnissen). Typ erlaubt es, eine Filterung nach Dateiendung vorzunehmen (typ:mp4). Und Analog formuliert man Einschränkungen nach Änderungsdatum (datum:heute oder datum:‎04.‎07.‎2017 .. ‎14.‎07.‎2017) oder nach Dateigrösse. größe:groß findet zum Beispiel Dateien von 1-16 MB. Die Einteilung muss man sich nicht merken, die schlägt Windows vor, sobald man grösse: ins Explorer-Suchfeld tippt.

Sie dürfte gerne schneller sein – denn, so fragt man sich, wie kann es sein, dass Google das ganze Internet innert Bruchteilen von Sekunden durchsucht, eine Recherche auf der Festplatte aber ein Vielfaches länger dauert? Dafür gibt es natürlich eine technische Begründung (Dateisystem vs. Datenbank), aber die interessiert im Zweifelsfall nicht. Ich habe mir dafür mal Everything besorgt (auch erhältlich bei heise.de). Das ist ein Programm, das so aussieht, wie Windows-Programme ungefähr um die Jahrtausendwende ausgesehen haben, aber rasend schnell funktioniert.
„Wie Nerds bei Windows Dateien finden“ weiterlesen

Die schnelle Wörterbuchrecherche

Mein wichtigstes Textverarbeitungsprogramm ist der Browser. Ich schreibe zwar ab und zu auch in Notepad, Word, in InDesign oder InCopy, aber dieser Tage halte ich mich doch vornehmlich in Content-Management-Systemen auf: WordPress, Flatpress, gelegentich DynPG und natürlich auch in Content Dictator.

170726-korpus-lexical-01.png
Korpus lexical ist eine Konsole für Wörterbuchabfragen (unten links). Oben links die Auskunft von Duden.

Aus diesem Zweck benötige ich einige Browser-Erweiterungen, die das Texten komfortabler machen. Da ist Form History Control II als Versicherung gegen Datenverlust (Neuer Lebensretter). Da ist Easy Copy für die Links (Eine grossartige Firefox-Erweiterung!). Als Drittprogramm ist PhraseExpress für HTML- und BBCode-Codes im Einsatz (Tempo Teufel beim Bloggen). Und fürs Sammeln von Rechercheergebnissen benutze ich gerne Printfriendly (Man muss kein Internetausdrucker sein, um Printfriendly gut zu finden).

Etwas fehlt bei dieser Aufstellung: Nämlich eine gute sprachliche Unterstützung. Ich nutze einige Webdienste (Der freundliche Korrektor im Netz). Die muss ich allerdings erst aufrufen, was umständlich ist: Neuer Tab, Lesezeichen-Kürzel ins Adressfeld tippen, aufs Laden der Seite warten, Suchbegriff ins Feld eingeben…

… das muss auch einfacher gehen. „Die schnelle Wörterbuchrecherche“ weiterlesen

Wecki wecki!

Neulich habe ich mich darüber ausgelassen, wie praktisch es ist, wenn man Computer A von Computer B aus benutzen kann und eine Lobrede auf Teamviewer gehalten. Nun hat Teamwiever ein grosses Problem: Computer B steht nur zur Verfügung, wenn Computer B auch eingeschaltet ist. Das heisst: Man muss aufstehen, zu ihm hingehen und den Einschaltknopf drücken. Was kein Problem ist, wenn man sich nur im Zimmer nebenan befindet.

170703-sleeping.jpg
Computer B, wenn er Füsse hätte. (Bild: Pexels.com, CC0)

Es ist aber ein Problem, wenn man sich weit weg befindet – am Arbeitsplatz, im Ferienresort auf Bali oder auf der internationalen Raumstation ISS. Darum habe ich mir die Frage gestellt, ob man Computer B denn auch aus der Ferne einschalten könnte. Man könnte einen per App steuerbaren Stromadapter verwenden, falls das BIOS eine Option bereithält, den Computer automatisch zu starten, wenn Strom am Netzteil anliegt.

Wie verbreitet diese Option ist, weiss ich allerdings nicht und ich finde die Lösung auch nicht sonderlich elegant. Es gibt, wie hier ausgeführt, die schöne Funktion Wake on Lan. Sie startet den Computer auf ein Signal aus dem lokalen Netz via Netzwerkkarte.

Da stellt sich augenblicklich die Frage: „Wecki wecki!“ weiterlesen

Was kreucht und fleucht da in meinem Netz?

Braucht man als nerdischer Betreiber seines eigenen Heimnetzwerks einen Netzwerkscanner? Auf diese Frage gibt es zwei Antworten. Die vernünftige lautet: Nein, wozu? Und die richtige Antwort fällt wie folgt aus: Selbstverständlich. Wie käme ich dazu, ein Nerd zu sein, wenn ich nicht weiss, was in diesen vier Wänden netzwerktechnisch so läuft?

170629-network-scanner-02.png
Show me what you’ve got!

Scherz beiseite: Es gibt tatsächlich Gründe, ein solches Programm einzusetzen. Einen habe ich im Beitrag Lokale IP-Adressen schnüffeln geschildert, wo es um die iOS-App Fing ging: Es kann vorkommen, dass man in seinem Netz gewisse Ressourcen wie Netzwerkdrucker, -festplatten, -scanner, Raspberry Pis oder WLAN-Lautsprecher nicht mehr findet. Und dann eben mal eine Übersicht aller Geräte braucht. Und ja, vielleicht möchte man wissen, ob der Nachbar schon wieder wardrivt.

Nebst besagter Fing-App verwende ich auch Network Scanner von Softperfect. Dieses Programm hat aus unerfindlichen Gründen einen Fussball als Icon. „Was kreucht und fleucht da in meinem Netz?“ weiterlesen

Wikipedia ergo sum

Teure Autos und ähnlich teure Uhren gelten in der Nerdwelt als Prestigeobjekte nichts. Bei uns zählt womöglich ein hoher Klout-Score, ein verifizierter Twitter-Account und natürlich die eigene Wikipedia-Seite. Nur schade, dass ein erfolgreiches Blog einen nicht relevant für Wikipedia macht. Und Youtube ist noch nicht einmal als Relevanzkriterium aufgeführt.

170628-abschluss.jpg
Und was macht man nun mit so einem Abschluss in Altphilologie? Klar, man schreibt Beiträge bei Vicipædia Latina. (Bild: ACC Spring Commencement 2017 von Austin Community College/Flickr.com, CC BY 2.0)

Egal. Denn wirklich geschafft hat man es sowieso erst dann, wenn man einen Eintrag nicht in der deutschen und nicht in der englischen, sondern in der lateinischen Ausgabe von Wikipedia vorweisen kann. Nein, die Vicipædia Latina ist kein Witz. Die gibt es. Und sie hat ihren eigenen deutschsprachigen Wikipedia-Artikel.

125′000 Artikel gibt es, zum Beispiel zu Donaldus Trump oder Vladimirus Putin. Und ja, ich scherze nicht: „Wikipedia ergo sum“ weiterlesen

Ein hübscher kleiner PDF-Viewer fürs iPad

170621-foxit-reader.png
Foxit macht PDFs (wieder) radiotauglich.

Im Beitrag Das papierlose Studio habe ich beschrieben, weswegen ich gerne eine PDF-App hätte, mit der man sehr leicht Links öffnen kann. Ich habe die iBooks-App von Apple lobend erwähnt, weil die das ermöglicht.

Nun waren diese anerkennenden Worte Apple offenbar peinlich. Denn wie anders ist es zu erklären, dass kaum obiger Beitrag veröffentlicht war, ein Dialog zwischengeschaltet wurde, der beim Antippen eines Links die folgende Warnung anzeigt: «Möchtest du iBooks beenden und diesen Link öffnen?»

Da liegt einem eine Replik im Stil von «Ja, du Trottel, sonst hätte ich nicht auf den Link getippt» auf der Zunge. „Ein hübscher kleiner PDF-Viewer fürs iPad“ weiterlesen

Digitale Dekadenz?

Ich wohne nicht in einem Schloss. Und besitze weder eine berufliche Zweigniederlassung noch ein Ferienhäuschen am Meer. Darum könnte die heute bebloggte Angelegenheit leicht als Anzeichen digitaler Dekandenz verstanden wissen: Da meint einer, mehrere Computer verwenden zu müssen. Obwohl er zu faul ist, die paar Schritte von Computer A zu Computer B zu gehen.

170619-teamviewer.jpg
Dank Retina-Display am Mac kann man auch bei verkleinertem Bildschirm des Remote-Computers noch sehr gut arbeiten.

Ja, es ist tatsächlich so: Ich nutze neuerdings meinen Windows-Computer recht häufig von meinem Macbook aus. Und das, obwohl die räumliche Distanz zwischen beiden nicht mehr als knapp zwei Dutzend Schritte beträgt. Das Macbook wird häufig am Küchentisch verwendet. Der Windows-PC (ein Tower) ist im Büro installiert. Und zum Zugriff verwende ich die wunderbare Teamviewer-Software, die für derlei Unfug kostenlos verwendet werden darf.

Teamviewer ist bei mir schon seit Jahren in Betrieb. „Digitale Dekadenz?“ weiterlesen

Damit Mac-Dateien richtig heissen

Was ein korrekter Dateiname ist, davon habe ich eine klare Vorstellung. So klar, dass es manche eine Neurose nennen würden. Aber egal. Im Beitrag Dateinamensfragen klären habe ich jedenfalls je ein Programm für Windows und Mac zur kleveren Massen-Namensänderung vorgestellt.

170522-finder-umbenennen.jpg
Der Finder kann mehrere Dateien aufs Mal neu benennen.

Was den Mac angeht, ist schon seit längerer Zeit ein kleiner Nachtrag fällig. Der Finder, das Dateiverwaltungsprogramm von Mac OS X, kann solche Massen-Umbenennungen inzwischen nämlich auch. Ein Extra-Programm ist somit ein bisschen weniger nötig. (Es gibt noch immer Gründe für ein separates Programm, dazu aber später mehr.)
„Damit Mac-Dateien richtig heissen“ weiterlesen